Das Fanal des Ego auf den Stufen zur Kirche
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Das Fanal des Ego auf den Stufen zur Kirche

Essay

Beile Ratut

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Das Fanal des Ego auf den Stufen zur Kirche

Essay

Beile Ratut

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In der sĂ€kularen Gesellschaft ist der christliche Glaube zur Privatsache geworden, ein dekoratives Beiwerk oder ein Instrument, um sich als rechtschaffen in Szene zu setzen – und das, so Beile Ratut in ihrem aktuellen Essay, hat seinen Grund in eben diesem "Glauben". Sie untersucht das Denken des Protestantismus und legt seine Wurzeln bloß, die schon seit Luthers Theologie im Ich des Menschen liegen und den Zugang zur Wirklichkeit Gottes versperren; Folge ist eine Welt der Vereinzelung, des Chaos, der Fokussierung auf Rechtfertigung und Rechte und des Bestrebens, die je eigene Ideologie umzusetzen. Beile Ratut zeigt auf, warum das Christentum des Westens entkernt ist und stellt dem entgegen, was die eigentliche Aufgabe der Kirche ist. Mit diesem Essay legt sie ein eindringliches PlĂ€doyer fĂŒr den echten christlichen Glauben und die Orthodoxie vor.

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Information

Die Statuten
In diesen Gaben – im Brot und Wein – eröffnet sich uns auch die rechte Art ihrer Darbringung, es offenbart sich uns der Sinn der Schöpfung. Die Schöpfung ist ihrem Wesen nach, ihrer Berufung nach ein Zeugnis der Absicht Gottes, d. h. sie ist eine Ikone der Anwesenheit Gottes und ein »Wegweiser« zu Gott.
Bischof Amfilohije
Wenn einem allmĂ€hlich klar wird, dass die westlichen Gemeinden einen Webfehler haben, dass sie auf Fundamente gegrĂŒndet sind, die nicht tragen, dann kann man sich genauer anschauen, was die Gemeinden ĂŒber sich selbst sagen; meist haben sie ihre Überzeugungen ja schriftlich abgefasst. Daneben kann man sich genauer ansehen, auf welche Weise und mit welchen Worten GlĂ€ubige ihre Überzeugungen zu den Dingen Gottes ausdrĂŒcken.
In den Gemeinden kann man immer wieder bestimmte Formeln hören, mit denen Menschen Elemente ihres »persönlichen Glaubens« formulieren. Typische Grundaussagen sind folgende SĂ€tze: »Gott liebt jeden so, wie er ist«; »Wir Christen sind dazu da, anderen unsere Hoffnung mitzuteilen. Wo das geschieht, wird es fĂŒr den Menschen unserer Zeit verlockend, Christ zu sein«; »Mein Herz brennt dafĂŒr, die Faszination und Schönheit Gottes auf mitreißende Art und Weise zu kommunizieren«; »Es war ein langer und aufregender Prozess, meinen persönlichen Glauben frei von allem, was auf mich einwirkt, zu finden und zu wissen, wie Gott mich sieht und warum er mich auf diese turbulente Reise mitnahm«; »Man muss sich auf den Glauben an Jesus richtig einlassen«; »Wir beten und schöpfen Kraft aus dem Glauben«; »Ich glaube, dass Christus in seiner Macht und Liebe fĂ€hig und gewillt ist, uns zu retten«; »Richtig verstanden ist Glaube nicht ein Ersatz fĂŒr moralisches Verhalten, sondern das Mittel dazu«; »Du musst nur glauben, was Jesus fĂŒr dich getan hat, dann hast du dein Okay von Gott«; »Unser Glaube und die Gnade Gottes schenken uns Freiheit«; »Es ist manchmal einfach dran, die Gemeinde zu wechseln, insbesondere wenn die Gemeindeleitung nicht mehr die zeitlosen Worte der Bibel lehren will«; »Gemeinde ist keine WohlfĂŒhlgesellschaft, sondern die Braut Christi, und sie hat den Auftrag, ganze Nationen zu JĂŒngern Jesu zu machen«, »Man muss sich ganzheitlich mit Jesus identifizieren«; »Man muss sich frei zu Jesus bekennen und VerĂ€nderung zulassen«, »Ergreife dein Leben mit dem Heiligen Geist als Partner!«; »Die Geschenke Jesu an Seine Gemeinde setzen eine Vollmacht und Vielfalt frei, die wir unbedingt brauchen fĂŒr die vor uns stehenden Herausforderungen«; »Getragen sein und mit Gottes Hilfe das Leben bewĂ€ltigen, so kann man Christsein wohl am besten erklĂ€ren«; »Jesus ist die Antwort auf alle meine BedĂŒrfnisse«. Es gibt sogar ein Buch mit dem Titel »Warum Glaube großartig ist. Mein GlĂŒck mit Jesus«.
Aussagen solcher Art kann man in allerlei Varianten immer wieder hören, und sie bleiben ohne Korrektur. Sie sind gespickt mit christlichen VersatzstĂŒcken, und das macht es so schwer, ihren eigentlichen Gehalt zu erkennen. Wenn man diese Aussagen aber betrachtet, dann liest man eines: Ich – ich – ich. Ich finde etwas, ich bekomme etwas – nach einem Schwenk auf eine seltsam gefĂŒhlsbeladene und ungefĂ€hre Randfigur namens Jesus fĂ€llt die Aufmerksamkeit zurĂŒck auf das eigene Ich: Ich bekomme Heil, ich werde erlöst, ich bin getragen, ich erlange neue Erkenntnisse, ich bewĂ€ltige mein Leben, ich finde mein GlĂŒck. Immer schwingt Sorge um die Richtigkeit der eigenen Aussagen mit und ein Zeigefinger, der mahnt, ob auch ja alles im Einklang mit der Bibel steht, als wĂ€re die Bibel eine Art Betriebsanleitung, die man sklavisch abarbeiten könnte. Oft kommt eine Unruhe zum Ausdruck, die Sorge darĂŒber, ob der Mensch es nun in den Himmel schafft oder nicht; aber viele sind sich ganz sicher, dass sie gerettet sind, weil sie an Jesus glauben, ihm gar »ihr Leben ĂŒbergeben« haben. Dieser Jesus erinnert oft eher an einen coolen, etwas schmierigen und mit den eigenen GefĂŒhlsansprĂŒchen ĂŒberladenen Serienstar als an eine Person von kosmischem Rang, die vollkommen ist und erstaunlich und mit der wir uns in den Mysterien der Kirche verbinden können.
Ein klares Ziel christlichen Lebens scheint es nicht zu geben, etwas, das so zentral und wichtig wĂ€re, dass es alles andere auf sich einschwörte. »Alle Menschen zu JĂŒngern Jesu machen« wird oft genannt, als wĂ€re Glaube etwas, das man durch eine InformationsbroschĂŒre, mitreißende Veranstaltungen, emsigen Dienst oder ein kostenloses KuchenbĂŒffet auf andere ĂŒbertragen könnte.
Man hĂ€lt dem anderen Denk-Schablonen hin wie »Jesus liebt dich« oder »Auf Golgatha ist Sein Blut fĂŒr dich geflossen« und rĂ€umt ihm als Agape-Akt die SpĂŒlmaschine aus, und dann wird er Christ? Evangelisten brĂŒsten sich mit ihren Erfolgen, wenn bei Massenveranstaltungen UnzĂ€hlige nach vorne kommen, um diesem Jesus ihr Leben zu ĂŒbergeben. Man redet von Heil und Errettung, von Hoffnung, Liebe und Freiheit – aber was ist letztlich damit gemeint, wenn man sich ansieht, dass die erlösten Christen in den Gemeinden am Ende meist nur in eine funktionstaugliche BĂŒrgerlichkeit finden, in der alles seinen Platz hat, das Bankkonto gefĂŒllt, das Wohnzimmer aufgerĂ€umt ist – und besonders natĂŒrlich das Schlafzimmer –, und man sich an seiner eigenen herablassenden Milde erfreut, wĂ€hrend man gleichzeitig die Augen verschließt und all die Ungereimtheiten des Lebens samt der UrsĂŒnde unter den Teppich kehrt?
Bei all den christlichen WorthĂŒlsen, der klebrigen Freundlichkeit und der huldreichen Unverbindlichkeit scheint das Leben in den Gemeinden auf kein klares Ziel zuzugehen und nur um sich selbst zu kreisen. Haben Gemeinden, Organisationen, Allianzen, GebetshĂ€user und Manifeste vielleicht mehr zu bieten? Die lassen Formeln verlauten wie »FĂŒr die Evangelische Kirche ist die Bibel als Heilige Schrift Quelle und Richtschnur fĂŒr Glaube und Leben«; oder »Wir glauben und bekennen die göttliche Inspiration und die Unfehlbarkeit der ganzen Heiligen Schrift«; »Im Zentrum unseres Glaubens steht das Evangelium, die Gute Nachricht von Gottes Liebe«; »Die Zeiterscheinungen unserer Epoche erfordern die Bereitschaft und den Mut des christlichen Bekenntnisses«; »Wir reden von Christus so, dass es fĂŒr dich verstĂ€ndlich und relevant wird«; »Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, den Christen das Evangelium vom Königreich Gottes neu lebendig werden zu lassen, denn Erneuerung und Erweckung beginnt immer erst in unseren eigenen Herzen«; »In unseren Kirchen muss von der Hoffnung gesprochen werden, die trotz Krieg, Hunger und Zerstörung vom Vertrauen lebt«; »Weil der Glaube Quelle des Lebens ist«; »Gottes befreiende Gnade bewirkt den Glauben, mit dem wir bis heute in dieser Liebe verwurzelt sind«; »Wir wollen der Jugend Orientierung geben durch Glauben«; »Der Glaube ist ein Geschenk Gottes. Und jeder, der dieses Geschenk unverdientermaßen empfangen hat, ist verpflichtet, diese gute Gabe mit anderen großzĂŒgig zu teilen«; »Wir mĂŒssen die Inhalte des Glaubens neu entdecken und sie klar und mutig verkĂŒndigen«; »Wir bieten Erneuerung des Glaubens und Verlebendigung des spirituellen Lebens in vielfĂ€ltiger Weise«; »Gottes Liebe soll uns bewegen«; »Bewegt von Gottes Liebe bauen wir lebendige Gemeinden«; »Wir beten Tag und Nacht, weil Jesus es wert ist, weil Gebet die AtmosphĂ€re verĂ€ndert, weil man Orte braucht, um Gebet zu erleben und zu erlernen«; »Es zĂ€hlt nur der Blick auf Gott, der hier erfahrbar ist«; »Es ist unser Auftrag, Menschen zu hingegebenen Nachfolgern Jesu Christi zu machen«; »Wer Jesus Christus als seinem persönlichen Herrn nachfolgt, wird andere fĂŒr eine leidenschaftliche Nachfolge Jesu entzĂŒnden«; »Als Kirche ist es unsere Leidenschaft, dass Menschen Jesus Christus Ă€hnlicher werden, furchtlos leben und ihr Umfeld positiv verĂ€ndern«; »Du findest bei uns Gemeinschaft im Gebet und im Einsatz fĂŒr eine gerechte Welt«; »Wir wollen junge Menschen so zurĂŒsten, dass die erneuernde und gestaltende Kraft des Glaubens in unserer Gesellschaft wirksam werden kann«; »Wir treten fĂŒr Frieden, Gerechtigkeit und die Zukunft unserer Welt ein«; »Gott möchte uns gebrauchen, er möchte, dass der Heilige Geist durch uns das Gute tun kann«; »Durch die geistliche Gestaltung wird auch eine Verbesserung fĂŒr politische und wirtschaftliche Gestaltung sichtbar«; »Die...

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