Bitcoin entdecken
eBook - ePub

Bitcoin entdecken

Wie die Technologie hinter dem ersten knappen und dezentralisierten Geld funktioniert

  1. 136 pages
  2. English
  3. ePUB (mobile friendly)
  4. Available on iOS & Android
eBook - ePub

Bitcoin entdecken

Wie die Technologie hinter dem ersten knappen und dezentralisierten Geld funktioniert

About this book

Bitcoin ist die vielleicht grĂ¶ĂŸte Erfindung unserer Zeit. Trotzdem haben die meisten Menschen keine Ahnung was es ist, oder wie es funktioniert. Diese kurze LektĂŒre hilft, Bitcoin und seine Komponenten Schritt fĂŒr Schritt zu entdecken und zu verstehen. Sie ist mit Sicherheit eine unerlĂ€ssliche Grundlage, bevor man sich mit einer Investition auseinandersetzt. Es ist kein technisches Fachwissen erforderlich! Lies es und teile es dann mit deinen Liebsten."Nachdem ich praktisch jedes Bitcoin-ErklĂ€r-Buch gelesen habe, glaube ich, dass dies die beste EinfĂŒhrung in Bitcoin ist, die man initial lesen kann und keinerlei Vorkenntnisse erfordert. Ich werde von nun an Neulinge darauf hinweisen." Nic Carter, Castle Island Ventures"Es war viel rascher und leichter zu verstehen, als ich erwartet hatte [...] Nachdem ich es gelesen hatte, verkaufte ich einige meiner Altcoins fĂŒr mehr Bitcoins. Ich stehe kurz davor, wegen Yan ein Maximalist zu werden." Nako Mbelle, Around The Coin Podcast"Die Erfindung von Bitcoin ist in letzter Zeit aus gutem Grund in aller Munde. Yan hat die vielleicht einfachste und informativste EinfĂŒhrung zu Bitcoin geschrieben" @cryptograffiti, Krypto-KĂŒnstler

Frequently asked questions

Yes, you can cancel anytime from the Subscription tab in your account settings on the Perlego website. Your subscription will stay active until the end of your current billing period. Learn how to cancel your subscription.
No, books cannot be downloaded as external files, such as PDFs, for use outside of Perlego. However, you can download books within the Perlego app for offline reading on mobile or tablet. Learn more here.
Perlego offers two plans: Essential and Complete
  • Essential is ideal for learners and professionals who enjoy exploring a wide range of subjects. Access the Essential Library with 800,000+ trusted titles and best-sellers across business, personal growth, and the humanities. Includes unlimited reading time and Standard Read Aloud voice.
  • Complete: Perfect for advanced learners and researchers needing full, unrestricted access. Unlock 1.4M+ books across hundreds of subjects, including academic and specialized titles. The Complete Plan also includes advanced features like Premium Read Aloud and Research Assistant.
Both plans are available with monthly, semester, or annual billing cycles.
We are an online textbook subscription service, where you can get access to an entire online library for less than the price of a single book per month. With over 1 million books across 1000+ topics, we’ve got you covered! Learn more here.
Look out for the read-aloud symbol on your next book to see if you can listen to it. The read-aloud tool reads text aloud for you, highlighting the text as it is being read. You can pause it, speed it up and slow it down. Learn more here.
Yes! You can use the Perlego app on both iOS or Android devices to read anytime, anywhere — even offline. Perfect for commutes or when you’re on the go.
Please note we cannot support devices running on iOS 13 and Android 7 or earlier. Learn more about using the app.
Yes, you can access Bitcoin entdecken by Yan Pritzker, Fabio Troendle in PDF and/or ePUB format, as well as other popular books in Education & Education Technology. We have over one million books available in our catalogue for you to explore.

Information

Publisher
Aprycot Media
Year
2020
eBook ISBN
9783982109541
Edition
1
1 |WAS IST BITCOIN?
Bitcoin ist ein elektronisches Peer-to-Peer-Bargeld, eine neue Form von digitalem Geld, das zwischen Menschen oder Computern ohne einen vertrauenswĂŒrdigen Mittelsmann (wie etwa einer Bank) ĂŒbertragen werden kann und dessen Emission nicht unter der Kontrolle einer einzelnen, zentralen Institution steht.
Denke an einen Papiergeld-Schein oder eine physische MetallmĂŒnze. Wenn du dieses Geld an eine andere Person weitergibst, muss diese nicht wissen, wer du bist. Sie muss nur darauf vertrauen, dass das Geld, das sie von dir bekommt, keine FĂ€lschung ist. Normalerweise tun Menschen dies mit physischem Geld, indem sie nur ihre Augen und Finger benutzen, oder bei grĂ¶ĂŸeren Mengen mit speziellen TestgerĂ€ten.
Da wir uns in eine digitale Gesellschaft verwandelt haben, werden die meisten unserer Zahlungen jetzt ĂŒber das Internet mittels eines ZwischenhĂ€ndlers vorgenommen: ein Kreditkartenunternehmen wie Visa, ein Anbieter digitaler Zahlungen wie PayPal oder Apple Pay, oder eine Online-Plattform wie WeChat in China.
Die Bewegung hin zu digitalen Zahlungen bringt die AbhĂ€ngigkeit von einem zentralen Akteur mit sich, der jede Zahlung genehmigen und ĂŒberprĂŒfen muss. Der Grund dafĂŒr ist, dass sich das uns bekannte Geld von einer physischen Sache, die man selbst tragen, ĂŒbertragen und ĂŒberprĂŒfen kann, zu digitalen Bits gewandelt hat. Diese Bits mĂŒssen von einer dritten Partei, die ihre Übertragung kontrolliert, gespeichert und ĂŒberprĂŒft werden.
Indem wir unser Bargeld zugunsten einer bequemen digitalen Zahlungsweise aufgeben, schaffen wir zugleich ein System, in dem wir denen, die uns zu unterdrĂŒcken versuchen wĂŒrden, außerordentliche Macht verleihen. Digitale Zahlungsplattformen sind zur Grundlage dystopischer, autoritĂ€rer Kontrollsysteme geworden, wie sie die chinesische Regierung benutzt, um Andersdenkende zu ĂŒberwachen und BĂŒrger, deren Verhalten ihnen nicht gefĂ€llt, daran zu hindern, Waren und Dienstleistungen zu kaufen.
Bitcoin bietet eine Alternative zu zentral kontrolliertem digitalen Geld mit einem System, das uns die Person-zu-Person-Natur des Bargeldes zurĂŒckgibt, aber in digitaler Form:
1.Ein digitaler Vermögenswert, dessen Angebot begrenzt, im Voraus bekannt und unverÀnderlich ist. Dies steht in krassem Gegensatz zu den von Regierungen und Zentralbanken ausgegebenen PapierwÀhrungen und den entsprechenden digitalen Versionen, deren Menge in unvorhersehbarer Weise ausgeweitet werden kann.
2.Ein Haufen miteinander verbundener Computer (das Bitcoin-Netzwerk), dem jeder beitreten kann, indem er eine Software laufen lĂ€sst. Dieses Netzwerk dient dazu, neue Bitcoins zu erschaffen, ihre BesitzverhĂ€ltnisse zu verfolgen und sie zwischen den Teilnehmern zu transferieren, ohne sich auf MittelsmĂ€nner wie Banken, Zahlungsunternehmen und Regierungsbehörden verlassen zu mĂŒssen.
3.Die Bitcoin-Client-Software, ein StĂŒck Code, das jeder auf seinem Computer ausfĂŒhren kann, um Teilnehmer des Netzwerks zu werden. Diese Software ist quelloffen, was bedeutet, dass jeder sehen kann, wie sie funktioniert, und dass jeder neue Funktionen und Fehlerbehebungen zu ihr beitragen kann.
Abb
Bitcoin ist ein Netzwerk von Computern, auf denen die Bitcoin-Client-Software lÀuft.
Auf die Motive hinter Bitcoins Entstehung gehen wir im nÀchsten Abschnitt ein.
WOHER KOMMT BITCOIN?
Bitcoin wurde von einer Person oder Gruppe, die unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannt ist, um das Jahr 2008 herum entwickelt. Niemand kennt die IdentitĂ€t dieser Person oder Gruppe, und soweit wir wissen, ist/​sind er/​sie verschwunden und man hat seit Jahren nichts mehr von ihm/​ihr/​ihnen gehört.
Am 11. Februar 2009 schrieb Satoshi einen Artikel ĂŒber eine frĂŒhe Version von Bitcoin in einem Online-Forum fĂŒr Cypherpunks, also Menschen, die an Kryptographie-Technologie arbeiten und sich mit der PrivatsphĂ€re und Freiheit des Einzelnen beschĂ€ftigen. Dies ist zwar nicht die erste offizielle AnkĂŒndigung der Veröffentlichung von Bitcoin, aber sie enthĂ€lt eine gute Zusammenfassung von Satoshis BeweggrĂŒnden, sodass wir sie als Grundlage fĂŒr unsere Diskussion verwenden werden.
Die relevanten Ausschnitte sind unten aufgefĂŒhrt. Im nachfolgenden Abschnitt werden wir einige dieser Aussagen durchgehen und versuchen zu verstehen, welche Probleme des gegenwĂ€rtigen Finanzsystems Satoshi gelöst hat:
Ich habe ein neues Open-Source-P2P-E-Cash-System namens Bitcoin entwickelt. Es ist vollstÀndig dezentralisiert, ohne zentralen Server oder Parteien, denen vertraut werden muss, weil alles auf kryptografischen Nachweisen statt auf Vertrauen basiert. [
]
Das Grundproblem der herkömmlichen WĂ€hrungen ist das Vertrauen, das fĂŒr ihre FunktionsfĂ€higkeit erforderlich ist. Man muss darauf vertrauen, dass die Zentralbank nicht die WĂ€hrung abwertet, aber die Geschichte der Fiat-WĂ€hrungen ist voll von diesen VertrauensbrĂŒchen. Man muss darauf vertrauen, dass die Banken unser Geld aufbewahren und elektronisch ĂŒberweisen, aber stattdessen verleihen sie es in mehreren Wellen von Kreditblasen mit einem Bruchteil an Reserven. Wir mĂŒssen ihnen unsere privaten Daten anvertrauen, und auch darauf vertrauen, dass sie nicht zulassen, dass IdentitĂ€tsdiebe unsere Konten leerrĂ€umen. Ihre massiven Betriebskosten machen Zahlungen von KleinstbetrĂ€gen (Micro Payments) unmöglich.
Vor etwa einer Generation hatten Multi-User-Time-Sharing-Computersysteme ein Ă€hnliches Problem. Vor der starken VerschlĂŒsselungstechnik mussten sich die Benutzer auf den Passwortschutz verlassen, um ihre Dateien zu sichern [
]
Dann wurde eine leistungsstarke VerschlĂŒsselung fĂŒr die Massen verfĂŒgbar, und Vertrauen war nicht mehr erforderlich. Daten konnten auf eine Art und Weise gesichert werden, die es anderen physisch unmöglich machte, auf sie zuzugreifen, egal aus welchem Grund, egal wie gut die Ausrede ist, egal wie wichtig das Anliegen.
Es ist Zeit, dass uns Geld dasselbe bietet. Mit einer E-WĂ€hrung, die auf einem kryptografischen Nachweis basiert, ohne dass man einem dritten ZwischenhĂ€ndler vertrauen muss, kann Geld sicher und Transaktionen mĂŒhelos durchgefĂŒhrt werden. [
]
Die Lösung von Bitcoin ist die Verwendung eines Peer-to-Peer-Netzwerks zur ÜberprĂŒfung von Doppelausgaben. Kurz gesagt, das Netzwerk funktioniert wie ein verteilter Zeitstempel-Server, der die erste Transaktion zur Ausgabe eines Coins stempelt. Es macht sich die Natur der Information zunutze, die leicht zu verbreiten, aber schwer zu unterbinden ist. Einzelheiten zur Funktionsweise finden Sie im Konzeptpapier unter http://​www.bitcoin.org/​bitcoin.pdf
– Satoshi Nakamoto
WELCHE PROBLEME LÖST BITCOIN?
Lasst uns einige von Satoshis BeitrĂ€gen aufschlĂŒsseln. Im gesamten Buch werden wir behandeln, wie diese Konzepte tatsĂ€chlich umgesetzt wurden. Keine Sorge, wenn sich etwas in diesem Abschnitt zunĂ€chst ungewohnt anhört, denn wir werden spĂ€ter ausfĂŒhrlich darauf eingehen. Die Idee dabei ist, Satoshis Ziele zu erkennen, damit wir sie erreichen können, wĂ€hrend wir Bitcoin entdecken.
Ich habe ein neues Open-Source-P2P-E-Cash-System entwickelt
P2P steht fĂŒr Peer-to-Peer und bezeichnet ein System, in dem eine Person mit einer anderen Person als gleichberechtigte Peers, interagieren kann, ohne jemanden dazwischen zu haben. Du erinnerst dich vielleicht an P2P-Filesharing-Technologien wie Napster, Kazaa und BitTorrent, die es den Menschen erstmals ermöglichten, Musik und Filme ohne einen Mittelsmann miteinander zu teilen. Satoshi hat Bitcoin so konzipiert, dass die Menschen e-Cash, also elektronisches Bargeld, austauschen können, ohne einen ZwischenhĂ€ndler in Anspruch nehmen zu mĂŒssen.
Die Software ist Open Source, was bedeutet, dass jeder sehen kann, wie sie funktioniert und zu ihrer Weiterentwicklung und Verbesserung beitragen kann. Dies ist wichtig, da es die Anforderung, Satoshi zu vertrauen, aufhebt. Wir mĂŒssen nichts glauben, was Satoshi in seinem Beitrag ĂŒber die Funktionsweise der Software geschrieben hat. Wir können uns den Code ansehen und selbst ĂŒberprĂŒfen, wie er funktioniert. Außerdem können wir die FunktionalitĂ€t des Systems durch Änderung des Codes weiterentwickeln.
Es ist vollstÀndig dezentralisiert, ohne zentralen Server oder Parteien, denen vertraut werden muss, 

Satoshi erwĂ€hnt, dass das System dezentral ist, um es von Systemen zu unterscheiden, die zentral gesteuert werden. FrĂŒhere Versuche, digitales Bargeld zu schaffen, wie das DigiCash von David Chaum, wurden von einem zentralen Server unterstĂŒtzt, einem Computer oder einer Reihe von Computern, der bzw. die fĂŒr die Veranlassung und ÜberprĂŒfung der Zahlungen verantwortlich waren und unter der Kontrolle eines Unternehmens standen.
Solche zentral gesteuerten privaten Geldsysteme waren zum Scheitern verurteilt; die Menschen können sich nicht auf ein Geld verlassen, welches verschwinden kann, wenn die Firma pleite geht, gehackt wird, einen Serverabsturz erleidet oder von der Regierung stillgelegt wird.
Bitcoin hingegen wird nicht von einem einzelnen Unternehmen gefĂŒhrt und kontrolliert, sondern von einem Netzwerk von Einzelpersonen und Unternehmen auf der ganzen Welt. Um Bitcoin abzuschalten, mĂŒssten Zehn- bis Hunderttausende von Computern auf der ganzen Welt heruntergefahren werden, viele davon an unbekannten Orten. Es wĂ€re eine hoffnungslose Version von Whack-A-Mole, da jeder Angriff dieser Art einfach die Schaffung neuer Bitcoin-Nodes oder Computer im Netzwerk fördern wĂŒrde.

, weil alles auf kryptografischen Nachweisen statt auf Vertrauen basiert
Das Internet und die meisten modernen Computersysteme basieren auf der Kryptographie, einer Methode zur VerschlĂŒsselung von Informationen, so dass nur der EmpfĂ€nger der Informationen diese entschlĂŒsseln kann. Wie kann Bitcoin das Erfordernis des Vertrauens eliminieren? Wir werden spĂ€ter in diesem Buch darauf eingehen, aber die Grundidee ist, dass wir, anstatt jemandem zu vertrauen, der sagt “Ich bin Alice” oder “Ich habe 10 € auf meinem Konto”, kryptografische Mathematik verwenden können, um die gleichen Fakten auf eine Art und Weise anzugeben, die vom EmpfĂ€nger des Beweises sehr leicht zu verifizieren, aber vom Versender unmöglich zu fĂ€lschen sind. Bitcoin verwendet im gesamten Design kryptografische Mathematik, um den Teilnehmern die ÜberprĂŒfung des Verhaltens von allen anderen zu ermöglichen, ohne einer zentralen Partei zu vertrauen.
Wir mĂŒssen ihnen (den Banken) unsere privaten Daten anvertrauen, und auch darauf vertrauen, dass sie nicht zulassen, dass IdentitĂ€tsdiebe unsere Konten leerrĂ€umen
Anders als bei der Verwendung unseres Bankkontos, eines digitalen Zahlungssystems oder einer Kreditkarte, können mit Bitcoin zwei Parteien Transaktionen durchfĂŒhren, ohne dass sie persönliche Daten preisgeben mĂŒssen. Zentralisierte Datenbanken fĂŒr Verbraucherdaten, die bei Banken, Kreditkartenunternehmen, Zahlungsabwicklern und Regierungen gespeichert sind, stellen riesige Honeypots fĂŒr Hacker dar. Als ob man einen Nachweis fĂŒr Satoshis Standpunkt liefern wollte, wurde Equifax im Jahr 2017 massiv kompromittiert, indem die IdentitĂ€ten und Finanzdaten von mehr als 140 Millionen Menschen in die HĂ€nde von Hackern fielen.
Bitcoin entkoppelt finanzielle Transaktionen von den IdentitĂ€ten der realen Welt. Schließlich muss derjenige, der von uns physisches Bargeld erhĂ€lt, auch nicht wissen, wer wir sind, und wir mĂŒssen auch nicht befĂŒrchten, dass er nach unserem Austausch einige Informationen, die wir ihm gegeben haben, nutzen kann, um mehr von unserem Geld zu stehlen. Warum sollten wir also nicht dasselbe oder sogar Besseres von digitalem Geld erwarten?
Man muss darauf vertrauen, dass die Zentralbank die WĂ€hrung nicht abwertet, aber die Geschichte der Fiat-WĂ€hrungen ist voll von diesen VertrauensbrĂŒchen
Fiat, ist Latein und bedeutet “Es geschehe/​Es werde”, und bezieht sich auf die von der Regierung und der Zentralbank ausgegebene WĂ€hrung, die von der Regierung als gesetzliches Zahlungsmittel deklariert wird. Historisch gesehen wurde Geld aus Dingen geschaffen, die schwer herzustellen, leicht zu ĂŒberprĂŒfen und möglichst leicht zu transportieren waren, wie z. B. Muscheln, Glasperlen, Silber und Gold. Jedes Mal, wenn etwas als Geld benutzt wurde, war die Versuchung groß, mehr davon zu schaffen. Wenn jemand mit ĂŒberlegener Technologie kam, um schnell viel von diesem Gut zu schaffen, verlor das Gut an Wert. Auf diese Weise konnten europĂ€ische Siedler den afrikanischen Kontinent seines Reichtums berauben, indem sie mit fĂŒr sie leicht zu produzierenden Glasperlen handelten, die sie gegen schwer zu reproduzierende menschliche Sklaven tauschten. Deshalb wurde Gold so lange als gutes, solides Geld betrachtet, denn es war schwierig, schnell mehr davon zu produzieren.1
Im Lauf der Zeit haben wir uns jedoch langsam von einer Weltwirtschaft, die Gold als Geld benutzte, zu einer Wirtschaft entwickelt, in der Papierzertifikate als Anspruch auf dieses Gold ausgegeben wurden. Schließlich wurde das Papiergeld von Nixon, der 1971 die internationale KonvertibilitĂ€t des US-Dollars in Gold beendete, vollstĂ€ndig von jeglicher physischen Sicherung getrennt.
Das Ende des Goldstandards erlaubte es den Regierungen und Zentralbanken, die Geldmenge nach Belieben zu erhöhen und den Wert jeder im Umlauf befindlichen Banknote zu verwÀssern, was gemeinhin als Entwertung bezeichnet wird. Obwohl es sich bei der von der Regierung ausgegebenen, gegen nichts einlösbaren, reinen Fiat-WÀhrung um das Geld handelt, das wir alle kennen und tagtÀglich verwenden, ist es eigentlich ein relativ neues Experiment im Rahmen der bisherigen Weltgeschichte.
Wir mĂŒssen darauf vertrauen, dass unsere Regierungen ihre Druckerpressen nicht missbrauchen, aber man muss nicht lange nach Beispielen fĂŒr einen Vertrauensbruch suchen. In autokratischen und zentral geplanten Regimen, in denen die Regierung ihren Finger direkt auf der Geldmaschine hat, wie in Venezuela, ist die WĂ€hrung faktisch wertlos geworden. Der venezolanische Bolivar ist von 2 Bolivar pro US-Dollar im Jahr 2009 auf 250.000 Bolivar pro US-Dollar im Jahr 2019 gefallen. WĂ€hrend ich dieses Buch schreibe, befindet sich Venezuela aufgrund der schrecklichen Misswirts...

Table of contents

  1. Cover
  2. Über das Buch
  3. Titel
  4. Impressum
  5. Inhalt
  6. EinfĂŒhrung
  7. 1 | Was ist Bitcoin?
  8. 2 | Entfernen der MittelsmÀnner
  9. 3 | Proof of Work
  10. 4 | Mining
  11. 5 | Sicherung des Ledgers
  12. 6 | Forks und 51 %-Attacken
  13. 7 | Konten ohne IdentitÀt
  14. 8 | Wer macht die Regeln?
  15. 9 | Wie geht es weiter?
  16. Twitter
  17. Danksagungen
  18. Über den Autor
  19. Dankeschön von Aprycot Media!