Ausgehend von der formalen und inhaltlichen Differenz von Chor- und Sprechpartien innerhalb der Tragödie bietet dieser Band eine ausfĂŒhrliche Interpretation und Einordnung aller chorischen ĂuĂerungen in den sieben erhaltenen Tragödien des Sophokles. Das PhĂ€nomen 'Chor' wird dabei zunĂ€chst in seiner lebensweltlichen und literarischen Bedeutung verortet, bevor mit den im Titel genannten Punkten "Person, Reflexion, Dramaturgie" die MaĂstĂ€be der Interpretation abgesteckt werden. Der Fokus liegt auf der Gestaltung der einzelnen Partien, ihrer Einordnung sowie den damit verbundenen dramaturgischen Absichten. Dabei kann gezeigt werden, dass zwischen der chorischen dramatis persona, den spezifischen Reflexionsstrategien der einzelnen Lieder sowie der dramaturgischen Funktionalisierung des Chors ein innerer, wesensmĂ€Ăiger Zusammenhang besteht. Neben einem vertieften VerstĂ€ndnis der einzelnen Chorpartien sowie der Tragödien bezĂŒglich Struktur und Wirkabsicht bietet der Band eine Gesamtschau des sophokleischen Chorgebrauchs.

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Topic
Literatur1. RĂŒckblick auf die Arbeit und ihre Teile
Die Einzelinterpretationen des Hauptteils haben versucht, in engem Anschluss an den uns ĂŒberlieferten Text der Tragödien die einzelnen Chorpassagen nachzuvollziehen, ihre Reflexion im motivisch-thematischen Rahmen des jeweiligen StĂŒcks zu verorten sowie ihre dramaturgische Funktionalisierung zu bestimmen. Die AusfĂŒhrungen wollten dabei im Besonderen dem EinzelstĂŒck gerecht werden und so zum VerstĂ€ndnis der chorischen Technik innerhalb der konkret vorliegenden Tragödie beitragen.
RĂŒckblickend lĂ€sst sich dabei festhalten: Das uns erhaltene Werk des Sophokles zeichnet sich durch einen immensen formalen, inhaltlichen und dramaturgischen Reichtum aus. Bereits das durch die sieben erhaltenen Tragödien eröffnete Spektrum dramaturgischer Techniken ist so umfassend, dass eine zwar konzise, allerdings das ganze Werk umfassende Darstellung einzelner Aspekte wie der ChorfĂŒhrung (des Szenenaufbaus, der Prologtechnik, des Umgangs mit Haupt- und Nebenpersonen usw.) kaum möglich zu sein scheint; ebenso schwer ist es, konkrete Leitthemen oder inhaltlich-motivische Grundprobleme anzugeben und dabei allen sieben EinzelstĂŒcken mit ihren jeweiligen Helden sowie den in ihnen verhandelten Geschehnissen gerecht zu werden.1 Eine Darstellung, die den Anspruch erhebt, distinkte Aspekte des Gesamtwerks zu beleuchten, muss daher von der genauen Analyse der vorliegenden StĂŒcke ausgehen und sowohl ihr Instrumentarium als auch ihre Kategorien an der BeschĂ€ftigung mit den Texten selbst entwickeln. Mit den in der Einleitung allgemein gehaltenen AusfĂŒhrungen zu Reflexionsstrategien und dramaturgischer Funktionalisierung sowie der Einteilung der Interpretationen nach den drei RollenidentitĂ€ten der Chöre hat die vorliegende Arbeit diese MaĂgabe umzusetzen versucht.
Besondere Notwendigkeit fĂŒr dieses Vorgehen ergab sich aus dem spezifischen Themenkomplex der Arbeit: Das Ă€uĂerst polymorphe und polyvalente PhĂ€nomen âtragischer Chorâ hat nicht nur in den letzten Jahrzehnten bedingt durch den performative turn innerhalb der Klassischen Philologie besondere Aufmerksamkeit erlangt. Mit ihm greifen wir vielmehr ein zentrales Moment einer der wirkmĂ€chtigsten Literaturgattungen der Antike, wobei Sophokles darĂŒber hinaus den vielleicht populĂ€rsten der drei Tragiker darstellt.2 Dass dabei der Chor ein dem modernen VerstĂ€ndnis von Drama weitgehend fremdes Element, in der attischen Kultur des fĂŒnften Jahrhunderts allerdings ein sowohl in der Lebenswelt wie in der Literatur geradezu omniprĂ€sentes PhĂ€nomen darstellt, lieĂ es notwendig erscheinen, den Interpretationen eine ausfĂŒhrlichere Einleitung voranzustellen. In ihr wurde sowohl der Sitz im Leben als auch die spezifische Einbindung des Chors innerhalb der Gattung Tragödie beleuchtet.
2. Allgemeine Gesichtspunkte der sophokleischen ChorfĂŒhrung
Unter allgemeinen Gesichtspunkten lieĂen sich bei der Betrachtung der einzelnen Tragödien einige formale Gegebenheiten sowie standardisierte Einsatzmöglichkeiten des Formteils âChorâ beobachten, von denen hier allerdings nur die wichtigsten wiederholt werden sollen. So dient der Chor unabhĂ€ngig von seiner RollenidentitĂ€t bereits durch die im Lauf des StĂŒcks mehr oder weniger regelmĂ€Ăige Darbietung lyrischer Partien als gliederndes Moment des Einzeldramas. Dabei konnte gezeigt werden, dass sowohl der HĂ€ufigkeit, d.h. der Anzahl der reflektierenden Partien,1 als auch ihrer Positionierung im Ablauf des StĂŒcks eine bewusste Entscheidung des Dichters zu Grunde liegt. Gerne lĂ€sst Sophokles dabei gerade am Beginn der StĂŒcke, d.h. mit dem Ăbergang vom Prolog zur ParÂodos bzw. der Auftrittsszenerie des Chors, emotional völlig kontrĂ€r bestimmte Partien aufeinanderprallen.
DarĂŒber hinaus kommt es gerade den reflektierenden Partien des Chors mit einiger RegelmĂ€Ăigkeit zu, hinter- bzw. auĂerszenische AblĂ€ufe in der dramatischen Gegenwart oder der Vorgeschichte darzustellen (Visualisierung/Imagination) und so dem vorderszenischen Geschehen weitere Handlungsebenen einzublenden. Dass damit keine objektive Ausleuchtung bzw. Berichterstattung verbunden war, sondern eine dramaturgisch in je eigener Weise funktionalisierte Ausleuchtung aus der Perspektive des Chors vorlag, wurde ad locum gezeigt.
Fast in allen Tragödien ist es zudem Aufgabe der Chorpartien, die Gestalt des Haupthelden/der Hauptheldin/der Haupthelden auszuleuchten. Dies geschieht in vielfÀltiger Form: Bald tritt der Chor der entsprechenden Person (den Personen) als emotionaler Resonanzboden oder bewusster Kontrapunkt entgegen, bald bildet der Hauptheld/die Heldin ein bzw. das motivisch-thematische Zentrum der chorischen Reflexion.
Die chorischen Partien dienen des Weiteren oft zur wirkungsvollen Darbietung tragischer Ironie. Voraussetzung dafĂŒr ist, dass sich der Rezipient gegenĂŒber dem Chor durch einen spezifischen Wissensvorsprung auszeichnet, der entweder auf generellem mythologischen Vorwissen2 beruhen kann oder durch die im Prolog mitgeteilten Informationen hergestellt wird.3 In solchen FĂ€llen kommt besonders den FehleinschĂ€tzungen, IrrtĂŒmern oder unbewusst den eigentlichen Sachverhalt treffenden Aussagen des als dramatis persona das Geschehen beurteilenden Chors die Funktion zu, implizit den Fortgang des Geschehens anzudeuten oder eine Alternative zu entwerfen, die durch den tatsĂ€chlichen Fortschritt der Handlung konterkariert wird. Von besonderer Prominenz ist dabei die geradezu typische Konstruktion, dem Eintritt der Katastrophe â konkret: ihrer Einleitung, Aufdeckung bzw. der visuellen Konfrontation mit ihren Folgen â ein hoffnungsvolles oder ĂŒberschwĂ€nglich optimistisches Lied vorzuschalten; das vom Rezipienten rein affirmativ nicht nachzuvollziehende Lied bildet so die Kontrastfolie, auf der sich das verheerende Geschehen umso deutlicher abzeichnen kann.
Im Ganzen konnte dabei gezeigt werden, wie souverĂ€n Sophokles ĂŒber das ihm zu Gebote stehende formale und gattungstechnische Instrumentarium sowohl der Chorlyrik als auch der Tragödie im Ganzen verfĂŒgt. Gerade die Einbindung von AnklĂ€ngen an genuin chorische, zum Teil kultische Formen (Gebets- und Invokationshymnen,4 Epinikien5 u.a.) erwies sich in den jeweiligen ZusammenhĂ€ngen als dramaturgisch absichtsvoll motiviert und gleichzeitig besonders wirkungsvoll funktionalisiert. Sophokles versteht es dabei, die Konventionen der Gattung Tragödie in besonders wirkungsvoller Weise seiner dramaturgischen Aussageabsicht anzupassen bzw. gegebenenfalls zu ĂŒberschreiten: Besonderes Augenmerk verdiente dabei der Abtritt des Chors sowie die Inszenierung des Selbstmords des ProtÂagonisten auf offener BĂŒhne im Aias; es konnte dabei konkret gezeigt werden, inwieweit gerade die Chorpartien der solchermaĂen zweigeteilten Tragödie trotz des bewussten Bruchs innere Geschlossenheit und Rundung verleihen. Aber auch in weniger drastischen Arrangements zeigte sich die besondere Fertigkeit des Dichters, durch die geschickte Kombination einzelner Formteile zu lyrisch-chorischen GroĂabschnitten eine besondere dramaturgische Wirkung zu erzielen.6
Als ein die Komposition unseres Autors bestimmendes Prinzip war verschiedentlich die sogenannte chorische bzw. dramaturgische Ăkonomie erwĂ€hnt worden: Gerade der Verzicht auf die Einschaltung einer chorischen Partie oder die Beteiligung des Chors, wo sie zu erwarten gewesen wĂ€re,7 verleiht der entsprechenden Passage besondere dramaturgische (dabei je im Einzelfall genauer zu bestimmende) Wirkung. FĂŒr den Dichter ist die chorische Reflexion so kein dramatisches DauerphĂ€nomen, das bei jeder sich bietenden Gelegenheit zur Vertiefung der EmotionalitĂ€t oder der Ausdeutung zentraler Momente des Handlungsgeschehens zur Anwendung kĂ€me, sondern ein bewusst eingesetztes Instrument, dessen Positionierung wie Wegfall der jeweiligen dramaturgischen Aussage- bzw. Wirkabsicht unterworfen ist.
3. VerhÀltnis der drei Spektren zueinander: chorisches Koordinatensystem
Dass dabei die einzelnen Chöre hinsichtlich ihrer Rolle im GefĂŒge der jeweiligen Tragödie fest verankert sind, sich ihre Aussagen und Lieder (zum gröĂten Teil) als ĂuĂerungen einer an der Handlung teilnehmenden Person verstehen lassen und AristotelesÊŒ Postulat vom âmitspielenden Chorâ bei Sophokles (vgl. Einleitung) damit zutrifft, musste angesichts der umfangreichen Arbeiten zu dieser Fragestellung nicht im Einzelnen erwiesen werden. Wesentlich interessanter waren die (wenigen) FĂ€lle, in denen die Aussagen des Chors nur mit MĂŒhe aus der jeweiligen Situation unter Einbeziehung des Wissensstands sowie des Charakters des Chors erklĂ€rt werden konnten.1 Die vorliegende Arbeit hat dabei (im Anschluss an BURTON) zu erweisen versucht, dass im Zweifelsfall die vom Dichter beabsichtigte dramaturgische Wirkung der Partie bzw. Szene Vorrang vor der konsequenten Zeichnung der Figur des Chors einnimmt.2
Ein herausgehobenes Interesse galt angesichts der drei Gruppen chorischer RollenidentitÀten der Frage, inwieweit zwischen dem vom Dichter dem Chor in souverÀner Bestimmung zugedachten Charakter als dramatis persona auf der einen, der konkreten Art der Reflexion sowie der dramaturgischen Funktionalisierung auf der anderen Seite eine Relation besteht. Konkret gefragt: In welchem VerhÀltnis stehen die drei in der Einleitung umrissenen Spektren zueinander? Die nach den einzelnen Abschnitten des Hauptteils gesetzten Gesamtschauen sind dieser Problematik nachgegangen. Es lieà sich dabei tatsÀchlich ein gewisser Zusammenhang der drei Spektren in den durch gleiche oder Àhnliche chorische RollenidentitÀt verbundenen Tragödien feststellen.
Ohne die einzelnen Ergebnisse hier in extenso wiederholen zu wollen, soll Folgendes festgehalten werden: Die Chöre wehrfĂ€higer MĂ€nner (Philoktet und Aias) spiegeln in herausgehobener Weise den personellen Bezugsrahmen der beiden SoldatenstĂŒcke. Ihnen kommt es als im weitesten Sinne dramatisierten Person zu, auf Basis eines rollenimmanenten AbhĂ€ngigkeitsverhĂ€ltnisses zu ihrer jeweiligen Bezugsperson innerhalb des Personenspektrums die Aufmerksamkeit auf den ProtÂagonisten (sowie die eigene Lage innerhalb der Handlung) zu bĂŒndeln. Die weitestgehend imaginierend-visualisierenden Partien dienen so der Fokussierung auf das zentrale Moment der Handlung selbst; nur in geringen AnsĂ€tzen finden sich dabei kontextualisierende Momente, die das Geschehen in einem weiteren Bezugsrahmen verorten oder ausdeuten. Besonders konsequent war in dieser Hinsicht der Chor des Philoktet komponiert, der â im höchsten MaĂe dramatisiert â das Geschehen, an dem er teilnimmt, keiner umfassenden Deutung unterzieht.
Die beiden Frauenchöre (Trachinierinnen und Elektra) fĂŒhlen sich den jeweiligen (weiblichen) ProtÂagonistinnen emotional besonders verbunden und stehen ihnen bald als Resonanzboden, bald als Kontrastfolie ihrer GefĂŒhlswelt gegenĂŒber. Das enge, teilweise geradezu vertraute VerhĂ€ltnis fuĂt dabei auf einer besonders weitgreifenden Identifikation des Chors mit der Hauptheldin, ihren Ansichten und grundsĂ€tzlichen Zielen. WĂ€hrend dabei in der Elektra Chor und ProtÂagonistin die ErfĂŒllung ihrer WĂŒnsche erleben, kommt es in den Trachinierinnen zum Bruch zwischen den namensgebenden Frauen des Chors und Deianeira. Die chorische Reflexion dient darĂŒber hinaus im Besonderen der VergegenwĂ€rtigung der BipolaritĂ€t, die den dargestellten Handlungen eigen ist: In der bald konkret persönlich greifbaren, bald religiös ĂŒberhöhten, meist imaginieÂrenden bzw. visualisierenden Bezugnahme auf den zweiten HandlungstrĂ€ger und die mit ihm assoziierten Momente blenden die Chorpartien dabei die zweite Ebene des Geschehens ein. Gerade die Intrigensituation der Elektra lĂ€sst den Chor so zum TrĂ€ger dramatischer Ironie werden, wohingegen in den Trachinierinnen die Imagination der Herakles-Gestalt durch den realen Auftritt des Helden nach dem Eintritt der Katastrophe konterkariert wird. In beiden Tragödien entwerfen die Chöre dabei auf Basis drameninterner Motive und Themen einen gröĂtenteils theologisch-religiösen Deutungsrahmen, in den sie das Geschehen einordnen bzw. ĂŒberhöhen.
Die Greisenchöre der drei Tragödien, die zentrale Episoden aus dem thebanischen Sagenkreis bzw. dessen Implementierung in eine spezifisch athenische Aitiologie darstellen (Oidipus Tyrannos, Oidipus auf Kolonos, Antigone), eint ihre rollenimmanent starke Identifikation mit dem jeweils (freilich anachronistisch, d.h. aus Sicht des fĂŒnften Jahrhunderts) als Polis vorgestellten Handlungsort Theben bzw. Athen. Auf Basis dieser LoyalitĂ€t zum als Kultgemeinschaft verstandenen Stadtstaat kommen dem Glauben an das Eingreifen der personifizierten (traditionellen) Gottheiten sowie ĂŒberindividueller allgemeiner, teils abstrakter Prinzipien sowie der hohen WertschĂ€tzung gewisser kultisch-religiöser Momente innerhalb der Geschehens- und Weltdeutung der Greisenchöre besondere Relevanz zu. Ein zentrales Anliegen der Greise ist dabei die (Wieder-)Herstellung einer gestörten kultisch-politischen Ordnung. DarĂŒber hinaus partizipieren die Chöre an einer gemeinschaftlichen, teils konkret politischen, teils allgemein-gnomischen memoria, die das persönliche Erinnerungsvermögen der Greise ergĂ€nzt. Angesichts dieser rollenimmanenten Prinzipien nimmt der begrifflich-thematische Zugang ĂŒber theologische bzw. philosophische Themen eine eminent wichtige Stellung in der Reflexion der Greisenchöre ein. Dramaturgisch dienen die Chorpassagen in herausragender Weise dazu, weite, d.h. die unmittelbare Handlungsebene ĂŒbersteigende Deutungshorizonte zu eröffnen.3 Entweder wird dabei das dramatische Geschehen durch den Chor explizit in einem derartigen Rahmen verortet und ausgedeutet,4 oder die konkrete Verbindung der Handlung zum aufgeworfenen reflektorischen Bezugssystem wird nur implizit angedeutet.5 In diesem Fall bleibt es angesichts der chorischen AmbiguitĂ€t dem Rezipienten ĂŒberlassen, die konkrete Verbindung zwischen Reflexion und Handlung zu finden sowie beides auf Basis seines eigenen Wissensstandes auszudeuten.
Wenn sich auch in der herausgearbeiteten konkreten VerknĂŒpfung der drei Spektren weder ein strenger Formalismus noch eine exklusive Verengung auf den einen oder anderen Extrempol eines Spektrums bezĂŒglich der ReflexionsÂstrategien oder der dramaturgischen Funktionalisierung greifen lĂ€sst, bilden die solchermaĂen zusammengefassten Entsprechungen dennoch greifbare Tendenzen. Sie ermöglichen eine Einordnung der erhaltenen Tragödien bzw. Tragödiengruppen innerhalb eines chorischen Koordinatensystems, bei dem die drei Spektren die Achsen bilden. Im solchermaĂen eröffneten Raum haben zwei Gruppen den weitesten Abstand voneinander: auf der einen Seite die Greisenchöre, denen â in aller Vereinfachung â die Attribute6 âloyal gegenĂŒber der Polis, bedeutende begrifflich-thematische Reflexion, Kontextualisierungâ zukommen, auf der anderen die der wehrfĂ€higen MĂ€nner, deren PrĂ€senz sich mit den Schlagworten âexistenzielles AbhĂ€ngigkeitsverhĂ€ltnis von der Bezugsperson, imaginierende Reflexion, Fokussierungâ umreiĂen lĂ€sst7. In der Mitte zwischen diesen beiden Gruppen kommen die Frauenchöre zu stehen: Ihre Bindung an nur einen Akteur, die der inneren Logik der bipolaren Handlungen verpflichtete Visualisierungstendenz der Reflexion sowie die auf die ProtÂagonistin fokussierenden Implikationen b...
Table of contents
- Cover
- Titel
- Impressum
- Inhaltsverzeichnis
- in memoriam amici
- Danksagung
- A Einleitung: Thema, Instrumentarium, Methode
- I. Vorbemerkung: Struktur der Einleitung
- II. Meinungen zum Chor: Forschungsabriss
- III. Der Chor: PhĂ€nomen â Dichtung â Formteil
- IV. Chorische Reflexion â Reflexionsstrategien â Dramaturgische Funktionalisierung
- V. Zielsetzung, Aufbau und Vorgehen der Arbeit â praeliminaria
- B Einzelinterpretationen sowie Gesamtschauen der GroĂabschnitte
- I. Chöre wehrfÀhiger MÀnner
- II. Frauenchöre
- III. Greisenchöre
- C Synthese und Ausblick
- 1. RĂŒckblick auf die Arbeit und ihre Teile
- Bibliographie
- FuĂnoten
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