Timotheus ist ein beeindruckendes Beispiel dafĂŒr, wie der Herr einen Diener beruft, formt und schlieĂlich zum Segen fĂŒr die GlĂ€ubigen benutzt. Aus seiner Kindheit und Jugendzeit sowie aus seinem Dienst an der Seite des Apostels Paulus können wir manches lernen. Auch die Botschaften, die Timotheus aus der Feder seines vĂ€terlichen Freundes Paulus bekommen hat, enthalten eine Menge Unterweisung.

- 75 pages
- English
- ePUB (mobile friendly)
- Available on iOS & Android
eBook - ePub
About this book
Trusted by 375,005 students
Access to over 1.5 million titles for a fair monthly price.
Study more efficiently using our study tools.
Information
Topic
Theologie & ReligionSubtopic
Biblischer KommentarDie persönlichen Ermahnungen der zwei Briefe
An dieser Stelle möchte ich nicht die gesamte Belehrung der zwei Briefe des Paulus an Timotheus behandeln. DafĂŒr empfehlen wir die Bibelkommentare von Henri Rossier [1] und die Synopsis von John Nelson Darby. FĂŒr junge GlĂ€ubige enthalten diese beiden Briefe jedoch einen Ăberfluss an Ermahnungen, die der Apostel ganz persönlich an sein Kind im Glauben gerichtet hat, und in Bezug auf welche es gut ist, dass auch wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten. Dabei wollen wir das Wort selbst mit seiner ganzen Kraft unser Gewissen und unser Herz erreichen lassen.
1. Den Glauben bewahren
In vielen Teilen des Neuen Testamentes und ganz besonders in den Briefen an Timotheus hat der âGlaubeâ eine zweifache Bedeutung.
Da ist zunĂ€chst einmal die Tatsache, dass geglaubt wird. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom âKlammern des ganzen Menschenâ an die göttliche Offenbarung: âAlso ist der Glaube aus der VerkĂŒndigung, die VerkĂŒndigung aber durch Gottes Wortâ (Rö 10,17). Dazu bedarf es zweifellos des VerstĂ€ndnisses; aber es bedarf auch des Herzens, der Empfindungen. Und auch der Wille ist hier nötig: âWer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonstâ (Off 22,17). In Verbindung mit dem Lebenswandel des GlĂ€ubigen ist âder Glaube eine Verwirklichung dessen, was man hofft, eine Ăberzeugung [der innere Beweis] von Dingen, die man nicht siehtâ (Heb 11,1).
Aber âder Glaubeâ stellt auch das dar, was geglaubt wird: die ganze Offenbarung Gottes, sowohl im Alten wie im Neuen Testament, deren Mittelpunkt Christus ist. Es handelt sich dabei um die Gesamtheit der Belehrungen, die sich auf Ihn selbst beziehen. Henri Rossier[2] hat diese einmal âdie Gesamtheit der gesegneten Wahrheiten, die dem Treuen anvertraut sindâ, genannt.
Wenn der Apostel nun in 1. Timotheus 1,5 von dem âungeheuchelten Glaubenâ spricht, dann geht es beim Glauben um die Tatsache, dass geglaubt wird. Wenn es dagegen in 1. Timotheus 4,6 heiĂt: âauferzogen durch die Worte des Glaubens und der guten Lehreâ, dann umfasst das die Gesamtheit der Offenbarung, die Gott uns gegeben hat.
Aber beide Bedeutungen sind innerlich eng miteinander verbunden. Man kann nicht immer genau unterscheiden, ob sich ein Vers auf den Akt des Glaubens oder auf den Gegenstand des Glaubens bezieht. Denn was ist in Wirklichkeit das, was der Glaube aufnimmt, wenn nicht die göttliche Offenbarung? Die Belehrungen des Wortes Gottes können mit groĂer Genauigkeit unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, aber ohne den Glauben, der sie als von Gott kommend annimmt, gewinnt man aus ihnen höchstens eine christliche Philosophie. Man kann also niemals âden Glauben bewahrenâ (1. Tim 1,19), ohne dass diese beiden Aspekte zusammen vorhanden sind.
a) Das Aufgeben des Glaubens
Die beiden Briefe enthalten zu diesem Thema verschiedene AusdrĂŒcke, die sich jeweils auf ganz bestimmte Dinge beziehen und auch ihre jeweiligen GrĂŒnde haben.
1. Vom Glauben abirren (1. Tim 1,6)
In 1. Timotheus 1,6 sind einige âvom Glauben abgeirrtâ, um sich leerem GeschwĂ€tz zuzuwenden, wobei sie sich als Lehrer des Gesetzes ausgeben. Das ist die Vermischung von Judentum und Christentum, die dazu fĂŒhrt, dass man sich von der Einfalt gegen den Christus abwendet.
2. Schiffbruch im Glauben erleiden (1. Tim 1,19)
In 1. Timotheus 1,19 haben einige, âwas den Glauben betrifft, Schiffbruch erlittenâ, weil sie ein gutes Gewissen von sich gestoĂen haben. Der lebendige Glauben ist mit dem Verhalten und dem Lebenswandel eng verbunden. Die drei Dinge, die der Apostel hier unterstreicht, ein âreines Herz, ein gutes Gewissen, ein ungeheuchelter Glaubeâ (1. Tim 1,5), sind untrennbar miteinander verknĂŒpft. Wenn sich die ungerichteten Fehler anhĂ€ufen, stumpft das Gewissen ab. Das Schiff, das sich schon ein gutes StĂŒck auf dem Meer des Lebens befindet, kann so Schiffbruch erleiden. Die Ursache des UnglĂŒcks liegt hier nicht in den Motiven und Ăberlegungen, sondern in den Trieben, Empfindungen und Fehlern, die die Gemeinschaft mit Gott behindern und letztlich zerstören.
3. Vom Glauben abfallen (1. Tim 4,1)
In 1. Timotheus 4,1 heiĂt es, dass âeinige von dem Glauben abfallen werdenâ. Das ist die direkte Folge satanischen Einflusses â betrĂŒgerischer Geister, Lehren von DĂ€monen â die zu Verordnungen, Riten, Enthaltungen fĂŒhren, die ein respektables Erscheinungsbild zur Folge haben, das jedoch nichts mit dem ungeheuchelten Glauben an den Herrn Jesus zu tun hat. In unseren Tagen wird das Gewissen abgestumpft durch den Einfluss der östlichen Religionen, den Spiritismus oder das degenerierte Christentum, das in mehr oder weniger starke asketische Verordnungen und Enthaltung von Dingen fĂŒhrt, weg vom wahren christlichen Glauben.
4. Den Glauben verleugnen (1. Tim 5,8)
1. Timotheus 5,8 stellt uns einen in seinem Kontext unerwarteten Ausdruck vor: âden Glauben verleugnenâ. Welchen Grund gibt es dafĂŒr? Man hat sich nicht um seine Familie und insbesondere seine Eltern gekĂŒmmert. Damit wird der christliche Glaube in Frage gestellt, da der Glaube dazu aufruft, zunĂ€chst in Bezug auf das eigene Haus Gottseligkeit zu ĂŒben. Wir tun dies, indem wir unseren Eltern die FĂŒrsorge erweisen, die wir selber von ihnen genossen haben. Welch einen Gegensatz stellt das zu den so unheilvollen Ideen der heutigen Zeit dar, in der es heiĂt, dass die Kinder, die nicht verlangt hĂ€tten, geboren zu werden, ĂŒberhaupt keine Verpflichtung in Bezug auf ihre Eltern besĂ€Ăen. Diese Gedanken sind in vollstĂ€ndigem Widerspruch zu dem Wort dessen, der in seiner Gnade glĂ€ubigen Eltern gerne Kinder anvertraut, damit sie diese fĂŒr den Herrn Jesus aufziehen (nicht von selbst âwachsen lassenâ!) und sie auf den Weg des Glaubens fĂŒhren.
Die Kinder ihrerseits sind zur Dankbarkeit gegen ihre Eltern aufgerufen, ganz besonders, wenn Witwenstand, Krankheiten und das Alter diese abhĂ€ngig von der Pflege gemacht haben. âEhre deinen Vater und deine Mutter, ... damit es dir wohl ergeheâ, lesen wir in Epheser 6,2.3. Es ist vollkommen nach den Gedanken Gottes, dass der Mann mit der Hochzeit âden Vater und die Mutter verlĂ€sst und seiner Frau anhangtâ (Eph 5,31). Damit bildet sich eine neue Familie, fĂŒr die der Ehemann in erster Linie die Verantwortung trĂ€gt, sie zu nĂ€hren und zu pflegen. Dies aber verhindert in keiner Weise die Zuneigung und die Dankbarkeit gegenĂŒber denjenigen, die uns wĂ€hrend unserer Jugendzeit aufgezogen und genĂ€hrt haben.
5. Vom Glauben abirren (1. Tim 6,10.21)
In 1. Timotheus 6,10 sind einige âvon dem Glauben abgeirrtâ. Die Geldliebe, der leidenschaftliche Wille, materielle GĂŒter zu erwerben, und der Einfluss des Wohlstands, der unsere Zeit und Umgebung kennzeichnet, können zu jeder Art des Bösen und der Schmerzen fĂŒhren. Das sind die Dornen im Gleichnis vom SĂ€mann, âund die Sorgen der Welt und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach den ĂŒbrigen Dingen kommen hinein und ersticken das Wort, und es bringt keine Fruchtâ (Mk 4,19). Es geht nicht darum, dass wir faul oder nachlĂ€ssig sein sollten in unserer Arbeit. Vor allem in dem Buch der SprĂŒche wird der FleiĂ empfohlen.
Gott kann zulassen, dass es als Ergebnis einen mehr oder weniger groĂen materiellen Ăberfluss gibt. Von daher folgt die Ermahnung in unserem Kapitel (Verse 17â19), ânicht ... auf die Ungewissheit des Reichtums Hoffnung zu setzen, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darreicht zum Genussâ, vor allem aber âGutes zu tun, reich zu sein an guten Werken, freigebig zu sein, mitteilsam, indem sie sich selbst eine gute Grundlage fĂŒr die Zukunft sammeln, damit sie das wirkliche Leben ergreifen.â Die ganze Macht und Gnade Gottes sind nötig, um uns in diesem Bereich zu leiten (Mk 10,23â27).
In 1. Timotheus 6,21 lesen wir, dass einige âvom Glauben abgeirrtâ sind, indem sie sich zu der âfĂ€lschlich sogenannten Kenntnisâ bekennen. Was muss man unter diesem Ausdruck verstehen? Offenbar das, was Kolosser 2,18 mit dem Satz ausdrĂŒckt: âindem er auf Dinge eingeht, die er nicht gesehen hatâ. Das wurde spĂ€ter die âGnosisâ, die schon im Keim in den unnĂŒtzen Spekulationen ĂŒber die Engel, ihre Entstehung und das Jenseits enthalten war, kurz ĂŒber alles, was Gott nicht fĂŒr gut befunden hat, uns zu offenbaren. Lasst uns daraus fĂŒr uns die Lehre ziehen, in die Gedanken Gottes einzugehen, so wie sie uns in seinem Wort mitgeteilt sind, und zwar in seinem ganzen Wort. Aber lasst uns nicht unter dem Vorwand, die Erkenntnis zu mehren, den Vorhang von Dingen zu lĂŒften suchen, die Er nicht fĂŒr gut befunden hat, uns zu offenbaren oder nĂ€her zu erklĂ€ren.
Lasst uns im Vorbeigehen kurz bemerken, dass unser Vers nicht wissenschaftliche Erkenntnisse oder Untersuchungen im Bli...
Table of contents
- Titelseite
- Impressum
- Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Leben des Timotheus
- Die persönlichen Ermahnungen der zwei Briefe
- Anhang
- Wahrscheinliche Chronologie
Frequently asked questions
Yes, you can cancel anytime from the Subscription tab in your account settings on the Perlego website. Your subscription will stay active until the end of your current billing period. Learn how to cancel your subscription
No, books cannot be downloaded as external files, such as PDFs, for use outside of Perlego. However, you can download books within the Perlego app for offline reading on mobile or tablet. Learn how to download books offline
Perlego offers two plans: Essential and Complete
- Essential is ideal for learners and professionals who enjoy exploring a wide range of subjects. Access the Essential Library with 800,000+ trusted titles and best-sellers across business, personal growth, and the humanities. Includes unlimited reading time and Standard Read Aloud voice.
- Complete: Perfect for advanced learners and researchers needing full, unrestricted access. Unlock 1.5M+ books across hundreds of subjects, including academic and specialized titles. The Complete Plan also includes advanced features like Premium Read Aloud and Research Assistant.
We are an online textbook subscription service, where you can get access to an entire online library for less than the price of a single book per month. With over 1.5 million books across 990+ topics, weâve got you covered! Learn about our mission
Look out for the read-aloud symbol on your next book to see if you can listen to it. The read-aloud tool reads text aloud for you, highlighting the text as it is being read. You can pause it, speed it up and slow it down. Learn more about Read Aloud
Yes! You can use the Perlego app on both iOS and Android devices to read anytime, anywhere â even offline. Perfect for commutes or when youâre on the go.
Please note we cannot support devices running on iOS 13 and Android 7 or earlier. Learn more about using the app
Please note we cannot support devices running on iOS 13 and Android 7 or earlier. Learn more about using the app
Yes, you can access Timotheus by Georges André in PDF and/or ePUB format, as well as other popular books in Theologie & Religion & Biblischer Kommentar. We have over 1.5 million books available in our catalogue for you to explore.