Schiffe bauen
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Über die Kunst, Zukunft anders zu erzĂ€hlen

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Über die Kunst, Zukunft anders zu erzĂ€hlen

About this book

Wie kann die Welt verĂ€ndert werden, wenn wir Menschen uns evolutionsbedingt doch nur mit den konkreten Gefahren beschĂ€ftigen, wir uns an VerĂ€nderungen gewöhnen und sich aufdrĂ€ngende Probleme einfach ignorieren? Die Antwort von Stephan Rammler: Mit der sozialen Wirkungskraft des großen Wollens-der konkreten Utopie. In seinem Beitrag aus dem Kursbuch 187 geht es um das ErzĂ€hlen und die ErzĂ€hlbarkeit, die Macht und die Grenzen der Bilder und Geschichten, die die Sehnsucht nach einer besseren Welt transportieren. Denn heute brauche es weniger einen Wettbewerb der besten Krisenanalysen und Untergangsszenarien als der besten Geschichten einer gelingenden Zukunft. `Der humanistische VisionĂ€r Richard Buckminster Fuller war der Meinung, die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, sei, sie selbst zu erschaffen. Der erste Schritt dahin ist, sie anders zu erzĂ€hlen.ÂŽ

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Stephan Rammler
Schiffe bauen
Über die Kunst, Zukunft anders zu erzĂ€hlen
»Salzwasser in der Tennishalle! Ja, das ist Ă€rgerlich, aber nasse FĂŒĂŸe sind noch lang nicht das Ende der Welt. Die Leute freuen sich immer zu frĂŒh auf den Untergang, wie Selbstmörder, die ein Alibi suchen, und dabei verlieren sie dann die Übersicht und die Nerven. Wer ertrinkt schon gern, noch dazu bei minus zwei Grad? Dass das Urteil der Passagiere im Augenblick der Gefahr nicht so maßvoll ausfĂ€llt, wie das wĂŒnschenswert wĂ€re, na ja!«
(Hans Magnus Enzensberger, Der Untergang der Titanic, 1978)
Dieses ist ein Text ĂŒber das »Wollen« in einer Zeit des großen »MĂŒssens«. In der Politik ist stets und stĂ€ndig von alternativlosen Entscheidungen die Rede. Wir mĂŒssen uns so und können uns nicht anders entscheiden! Ist es nicht die Bestimmung von Politik, Alternativen aufzuzeigen und zur Entscheidung zu bringen? In der Wirtschaft ist Wachstum nach wie vor die oberste Maxime. Wir mĂŒssen weiterwachsen, um den Herausforderungen gewachsen zu sein! War es nicht Jahrtausende so, dass Entwicklung auch mit einem geringen Wachstum möglich war? Von der Wissenschaft werden Nachhaltigkeitsimperative wie das »Zwei-Grad-Ziel« und die postcarbone Gesellschaft formuliert. Wir mĂŒssen eine große Transformation herbeifĂŒhren! Ist es die Aufgabe von Wissenschaft, gesellschaftspolitische Ziele zu formulieren? In einer Zeit, in der mit Blick auf die mannigfaltige Unbill unserer Zeit immer lauter dem großen MĂŒssen das Wort geredet wird, könnte der freie Wille zur Zukunft Gefahr laufen, alsbald abgeschafft zu werden.
Zwischen Apokalypse und Utopie
Über dem öffentlichen Diskurs liegt heute, je nach Neigung, ein Geruch von Weltenbrand, der Hautgout einer morschen, fauligen Zivilisation, immer aber ein Hauch von Apokalyptik und Welterrettungspathos, mit dem das große MĂŒssen gerechtfertigt werden soll – in der Finanzkrise, Wachstumskrise, Umweltkrise, Energiekrise, die es jeweils zu bewĂ€ltigen gilt. Man lese dieses, wenn noch Apokalypsebedarf besteht, an anderer Stelle nach. Nun ist das »WeltverĂ€ndern«, erst recht das »Weltretten« heute ein schwieriges GeschĂ€ft. Ungeachtet der Tatsache, dass die Weltrettung angesichts der eindrĂŒcklichen empirischen BeweisfĂŒlle dringlicher wĂ€re als jemals zuvor in der Geschichte, bleibt eine gemeinsame Rettungsanstrengung aus. FĂŒr diese riskante Verhaltensweise gibt es mindestens drei BegrĂŒndungen: Zum Ersten gibt es eine evolutionsbiologische ErklĂ€rung. Sie besagt, dass wir evolutionĂ€r darauf getrimmt sind, nur auf unmittelbar drohende Gefahren zu reagieren, zum Beispiel auf den Löwen oder den BĂ€ren, die uns töten wollen. Eine abstrakte, deswegen aber nicht weniger riskante Zukunft löst demgegenĂŒber deutlich weniger Handlungsimpulse aus. Hinzu kommt zum Zweiten, dass wir tĂ€uschenden Gewöhnungseffekten unterliegen. Diese Gewöhnungseffekte bezeichnet die Sozialpsychologie als PhĂ€nomen der »Shifting Baselines«. Dieses besagt Folgendes: Weil wir Teil der Geschichte sind, sind wir so schlecht in der Lage, zu erkennen, welche umfassenden VerĂ€nderungen um uns herum geschehen, denn wir gewöhnen uns schlicht daran. Die Wahrnehmungen und Interpretationen unserer Lebenswelt verschieben sich unmerklich mit der sich ebenfalls verĂ€ndernden Wirklichkeit. Wir gewöhnen uns also beispielsweise an die Tatsache massiv zunehmender Schlechtwettereignisse, wir gewöhnen uns an die verloren gehende Artenvielfalt und wir finden es schließlich wider jede Vernunft irgendwann auch normal, dass die Bundeswehr unsere Freiheit am Hi...

Table of contents

  1. Stephan Rammler | Schiffe bauen – Über die Kunst, Zukunft anders zu erzĂ€hlen
  2. Anhang