Nicht jedes Kind ist hochbegabt!
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Nicht jedes Kind ist hochbegabt!

Zentrale Erkenntnisse der Hirnforschung zu Intelligenz und Begabung

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Nicht jedes Kind ist hochbegabt!

Zentrale Erkenntnisse der Hirnforschung zu Intelligenz und Begabung

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Das Thema "Begabung" bzw. "Hochbegabung" wird im öffentlichen Diskurs überwiegend kritisch behandelt, und die staatliche Förderung von (Hoch-)Begabten oft als undemokratische Belohnung von Töchtern und Söhnen aus reichem Hause gebrandmarkt, schreibt der Hirnforscher Gerhard Roth im Kursbuch 193. Gleichzeitig wird vehement eine stärkere Förderung begabter Menschen aus "bildungsfernen Schichten" gefordert, und die Wirtschaft mahnt eindringlich die "Ressource Begabung" an. Gerhard Roth greift diese sich zum Teil widersprechenden Forderungen und Ansprüche auf und gleicht sie mit den Erkenntnissen aus Psychologie und Hirnforschung ab. Dies besonders unter der Fragestellung, wie Staat und Gesellschaft begabte junge Menschen heute angemessen fördern könnten.

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Gerhard Roth
Nicht jedes Kind ist hochbegabt!
Zentrale Erkenntnisse der Hirnforschung zu Intelligenz und Begabung
Unsere Gesellschaft geht seit Langem sehr unsicher mit dem Phänomen »Hochbegabung« um. Soll man hochbegabte junge Menschen überhaupt fördern, und wenn ja, wie? Finden nicht gerade sie ihren Weg allein? Gleichzeitig heißt es in populärwissenschaftlichen Büchern, jedes Kind sei hochbegabt, und nur unser schlechtes Bildungssystem bringe die Unterschiede in schulischen und beruflichen Leistungen hervor.1 Es stellt sich also die Frage, was Hochbegabung eigentlich ist, wie sie entsteht und ob beziehungsweise wie man sie ab welchem Alter am bes­ten fördert.2
1 Was verstehen wir unter Begabung und Intelligenz?
Der Begriff »Begabung« wird im Alltag wie auch in der Wissenschaft in höchst unterschiedlicher Weise verwandt. Zum einen meint man damit eine latente Fähigkeit oder Anlage zu bestimmten überdurchschnittlichen Leistungen unterschiedlicher Art, die sich entwickeln beziehungs­weise die entwickelt werden können, aber nicht müssen. Oft wird hier auch der Begriff »Talent« benutzt – man spricht dann meist im Zusammenhang mit Kindern oder Jugendlichen von einem »sehr talentierten« Menschen und lässt offen, ob und in welcher Weise sich diese Begabun­gen und Talente verwirklichen. Insofern lässt sich das Vorhandensein einer Begabung zumindest im frühen Kindesalter verlässlich nur ex post feststellen.
Zum anderen wird Begabung als eine tatsächlich vorhandene überdurchschnittliche Fähigkeit oder Leistung betrachtet und oft synonym mit »überdurchschnittlich intelligent« verwendet. Dies ist insbesondere der Fall, wenn man von Hochbegabung spricht. Bei künstlerischen Hochbegabungen ist dies in der Regel nicht zwangsläufig der Fall, obwohl nach Meinung von Experten eine hohe künstlerische Begabung mit einer ho­hen Intelligenz statistisch gut korreliert.
Begabungen, ob nun latent oder faktisch vorhanden, können sehr un­terschiedlich sein und kognitive, emotionale, künstlerische, technisch-praktische, administrative, wissenschaftliche, motorische oder sportliche Fähigkeiten oder Fertigkeiten betreffen. Ähnlich heterogen sieht es bei dem Begriff der »Intelligenz« aus: Während er sich innerhalb der Psychologie auf kognitive Fähigkeiten bezieht, wie man sie in den gängigen Intelligenztests misst, sprechen manche Forscher und viele Laien oft von einer »praktischen«, »emotionalen«, »künstlerischen«, »sozialen« In­telligenz aufgrund der Meinung, es gebe nebeneinander sehr verschiedene Formen von Intelligenz. Es ist aber höchst umstritten, ob es sin­nvoll ist, für derartige ganz unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten den Begriff »Intelligenz« zu verwenden, da außer für kognitive Funktionen keine verlässlichen Messverfahren zur Verfügung stehen und es höchst zweifelhaft ist, ob ihnen allen irgendein gemeinsames Merkmal zukommt.3
Im Folgenden werde ich mich beim Begriff der »Begabung« beziehungsweise »Intelligenz« aus diesem Grund auf tatsächlich vorhandene und testpsychologisch gut messbare mental-kognitive Funktionen wie Denk- und Urteilsvermögen, Gedächtnisleistungen, Problemlösen, Ka­tegorisieren usw. beschränken. Es wird aber deutlich werden, dass derartige Leistungen im engen Zusammenhang mit anderen Merkmalen der Persönlichkeit stehen.
2 Wie wird Intelligenz definiert und gemessen?
Den gängigen Intelligenztests (zum Beispiel Hamburg-Wechsler-Test, Amt­hauer-Test) liegen mehrere nicht triviale Annahmen zugrunde, zum Bei­spiel die, dass es gut abgrenzbare und testpsychologisch gut erfassbare kognitive Funktionen gibt, deren Güte zusammengenommen an ei­nem bestimm­ten Leistungsstandard wie dem Schul- oder Berufserfolg ablesbar ist. Weiterhin wird angenommen, dass diese Merkmale nor­mal­ver­teilt (be­ziehungsweise Gauss-verteilt) sind, das heißt, dass die Mehr­heit der ge­messenen Werte relativ eng um einen definierten Mittelwert von 100 in einem Bereich von einer Standardabweichung liegt, der je nach Test bei plus/minus 15 (in der Regel bei deutschen Tests) oder bei manchen an­­deren Tests bei plus/minus zehn IQ-Punkten liegt. Jenseits dieses Nor­malbereichs nehmen zur Minderbegabung oder Höherbega­bung die Prozentzahlen asymptotisch ab. Bei einer Standardabweichung von plus/minus 15 gelten Personen mit einem IQ zwischen 85 und 70 als minderbegabt und solche unter einem IQ von 70 als deutlich minderbegabt, während Personen mit einem IQ über 115 als höher begabt und solche mit einem IQ von 130 als hochbegabt gelten. Allerdings muss beachtet werden, dass die gängigen IQ-Tests so kalibriert werden, dass die Ergebnisse für eine entsprechend große Bevölkerungsgruppe normalverteilt und die genannten Grenzziehungen willkürlich sind.
Zudem sind die IQ-Tests so ausgerichtet, dass sie den Schul- oder Berufserfolg einigermaßen verlässlich voraussagen, was wiederu...

Table of contents

  1. Gerhard Roth | Nicht jedes Kind ist hochbegabt! Zentrale Erkenntnisse der Hirnforschung zu Intelligenz und Begabung
  2. Der Autor
  3. Impressum