Forschergeist und Wissensdrang, manchmal aber auch reine Abenteuerlust, lieĂen immer schon Menschen das gewaltige Wagnis einer Reise ins Unbekannte auf sich nehmen. Endlose EiswĂŒsten, undurchdringliche Dschungel, tobende Ozeane: All das konnte diese kĂŒhnen Reisenden nicht schrecken. Im Lexikon der Entdecker und Entdeckungsreisen werden akribisch geplante Forschungsreisen ebenso geschildert wie Zufallsentdeckungen durch WalfĂ€nger, PelzhĂ€ndler und Missionare. Von Alexander dem GroĂen bis Reinhold Messner wird der Bogen gespannt: Mehr als zwei Jahrtausende Entdeckungsgeschichte werden in diesem Lexikon lebendig.

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Die bedeutendsten Entdecker und ihre Reisen
Ein Lexikon von Heinrich Pleticha und Hermann Schreiber
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Die bedeutendsten Entdecker und ihre Reisen
Ein Lexikon von Heinrich Pleticha und Hermann Schreiber
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Information
EIN LEXIKON BESONDERER ART
Die Erde ist unser Schicksal, und sie zu entdecken war und ist das gröĂte Abenteuer der Menschheit. Seit die Pharaonin Hatschepsut vor mehr als dreitausend Jahren stolz ihren Bericht ĂŒber eine weite Meerfahrt in die WĂ€nde eines Tempels ritzen lieĂ, haben die Menschen immer wieder von ihrem Aufbruch ins Ungewisse, von der Suche nach fernen LĂ€ndern, Fahrten auf unbekannten Meeren, MĂ€rschen durch Dschungel und WĂŒste berichtet.
Man hat ihre Berichte und die Ergebnisse dieser grandiosen und weltweiten BemĂŒhungen in ganzen Bibliotheken gesammelt, die heute lĂ€ngst unĂŒberschaubar geworden sind. Man hat die Lebensgeschichten der berĂŒhmtesten Entdecker geschrieben, man hat ĂŒber den einen hundert Mal berichtet, ĂŒber einen anderen noch gar nicht, und doch ist oft der eine ohne den anderen gar nicht möglich und denkbar, sind sie alle gleichermaĂen KĂ€mpfer in unserem gemeinsamen Schicksal, das uns auffordert, unseren Planeten kennenzulernen, ihn zu lieben, wo immer es sei, und ihn fĂŒr uns alle zu bewahren: auch in den Polargebieten und den WĂŒsten, auch in den Einöden und den unendlichen WĂ€ldern. Denn dies alles ist seit unvordenklichen Zeiten und in einem kunstvollen, unergrĂŒndlichen Gleichgewicht, unser Leben, das heiĂt unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft.
Nicht immer haben sich die Menschen, haben sich die Entdecker an dieses Gebot gehalten. Bunt wie die Menschheit selbst ist auch die groĂe Schar der Entdecker. Es gab und gibt Idealisten unter ihnen, die der Forschungseifer hinaustrieb in die unbekannte Ferne, die nur nach Erkenntnis strebten und nicht nach materiellen Werten, die keinen Sensationen nachjagten, sondern zufrieden waren, wenn es ihnen gelang, den Schleier des Unbekannten nur ein wenig zu lĂŒften, nur den kleinsten Flecken von der Landkarte zu tilgen, die auch VerstĂ€ndnis zeigten fĂŒr die fremden Menschen, denen sie begegneten, und die deren Kulturen zu erfassen und zu achten suchten. Sie bildeten, das darf man doch einmal sagen, die Mehrheit. Nicht wenige unter ihnen bezahlten ihren Forschungseifer mit dem Leben. Weil es gerade die Jungen hinaustrieb, starben sie jung, noch ehe sie richtig zu leben begonnen hatten.
Es gab aber auch genug andere unter ihnen, die Ruhmsucht hinaustrieb, und mehr noch die Gier nach SchĂ€tzen und Reichtum, die sich brutal um ihres Vorteils willen ĂŒber alle sittlichen Gebote hinwegsetzten, die mithalfen, die entdeckten Gebiete auszubeuten, die dort lebenden Menschen zu unterwerfen und sogar auszurotten. Aber auch von ihnen mussten manche ihr Vorgehen und ihre Gier mit dem Leben bezahlen.
Es liegt im Wesen eines biografischen Lexikons, dass es das Leben der Menschen zu erfassen sucht, und so wie jeder Beitrag mit dem Geburtsjahr beginnt und mit dem Sterbejahr endet, so kann und darf er sich nicht mit den positiven und negativen Auswirkungen der einzelnen Reisen auseinandersetzen, weil diese erst nach dem Tod spĂŒrbar werden. Es muss daher dem Leser ĂŒberlassen bleiben und ihm angeraten werden, sich, wo es ihm notwendig erscheint, in zusammenfassenden Entdeckungsgeschichten weiter zu informieren. Deshalb wurden auch die bekanntesten modernen Darstellungen im Literaturverzeichnis aufgefĂŒhrt.
NatĂŒrlich können in einem Nachschlagewerk, wie es hier versucht worden ist, nicht alle Entdecker aufgefĂŒhrt werden. Und es ist wohl auch verstĂ€ndlich, dass wir unter einem Namensstichwort nicht auf Dutzenden von Seiten Reisen und Abenteuer schildern konnten, sondern uns damit begnĂŒgen mussten, die groĂen ZusammenhĂ€nge aufzuzeigen. Je bekannter ein Entdecker war, umso leichter wird man uns zustimmen, weil es hier genĂŒgend andere Werke gibt, die dessen Lebensspuren folgen. Wir wollten aber nicht nur die bekannten Reisenden auffĂŒhren, sondern auch die oft zu Unrecht Vergessenen aus dem Dunkel ans Licht holen, nicht nur berichten, wer Amerika entdeckt hat, sondern auch von einsamen Inseln, von ewig verschneiten Einöden und verwehten Karawanenpisten. Und da eben wohl kaum jemand so prompt zu sagen wĂŒsste, wer denn die Osterinsel, Tahiti oder auch Thule entdeckt hat, finden sich unter den biografischen Notizen auch viele geografische Hinweise, um das Suchen zu erleichtern.
Dieses Buch kennt keine Altersgrenzen. Wir wenden uns gleichermaĂen an junge wie an alte Leser, an solche, die Information suchen oder einem entdeckungsgeschichtlichen Problem nachspĂŒren möchten, aber auch an solche, die selbst auf Entdeckungsfahrten gehen, Menschen und abenteuerliche Schicksale kennenlernen möchten. Wir haben uns nicht durch sachliche ErwĂ€gungen und Prinzipien einengen lassen, weil Fantasie und Fernweh das nicht vertragen hĂ€tten. Wir haben die nĂŒchternen Entdecker und die begeisterten Reisenden aufgenommen, wir haben die groĂen Gelehrten nicht mehr hervorgehoben als jene tĂŒchtigen WalfĂ€nger, die sich angesichts des TreibeisgĂŒrtels auf einmal in Gelehrte verwandelten.
Wir haben uns bemĂŒht, die Texte möglichst lesbar zu gestalten und, so eng der Raum auch war, zu viele AbkĂŒrzungen zu vermeiden; wo wir es tun mussten oder konnten, verstehen sich die KĂŒrzel von selbst und beeintrĂ€chtigen nicht die Lesbarkeit.
An Verweisen wurde nicht gespart, weil die Namensschreibung durch die zeitliche Distanz und die InternationalitĂ€t unseres Wissensbereiches leider auĂerordentlich kompliziert wurde. Aus GrĂŒnden der Raumersparnis mussten wir uns bei zwei oder mehr Teilnehmern einer und derselben Expedition meistens auf einen Namen beschrĂ€nken und auf die anderen hinweisen. Die Literaturwerke, die uns halfen und die auch den Lesern weiterhelfen können, sind aus dem gleichen Grund am Schluss zusammengestellt. In den Namensartikeln verzeichnen wir nur, was der Entdecker oder seine Mitreisenden selbst publiziert haben, und auch das in Auswahl des Wesentlichsten, wobei wir Werken, die ins Deutsche ĂŒbersetzt wurden, den Vorzug gaben.
Eine Hauptschwierigkeit eines jeden Buches ĂŒber Entdecker und ihre Reisen sind die Landkarten. Sie haben sich in Spezialverlagen zu groĂer Perfektion entwickelt, zu einer Perfektion, wie sie in dem vorliegenden Werk nicht zu erreichen gewesen wĂ€re. Wir haben darum auf die HinzufĂŒgung von Karten ganz verzichtet.
Die beiden Verfasser dieses Nachschlagewerkes sind nicht nur Kollegen, sondern alte Freunde und haben seit 1960 an vielen BĂŒchern zusammengearbeitet. Wer wissen möchte, von wem dieser oder jener Artikel stammt, kann sich angesichts dieser engen Zusammenarbeit in bestem Einvernehmen nur an eine Art Faustregel halten: Die Afrika-Artikel und Asien-Stichworte der Buchstaben A-C stammen von Heinrich Pleticha, die ĂŒbrigen Texte der zwei BĂ€nde von Hermann Schreiber.
Vom Verlag ergÀnzte Artikel sind entsprechend gekennzeichnet.
A
Abbadie Antoine Thomson dâ, 1810â97, widmete sich vor allem der Erforschung Ăthiopiens, wobei er zeitweilig von seinem jĂŒngeren Bruder Arnauld-Michel dâA. (1815â93) tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzt wurde. Die BrĂŒder entstammten einem baskischen Adelsgeschlecht, da die Mutter aber Irin war, kamen sie beide in Dublin zur Welt. Nach Abschluss einer sorgfĂ€ltigen Schulausbildung beschloss A., sich der Erforschung Afrikas zu widmen. Sechs Jahre bereitete er sich grĂŒndlich auf seine Aufgabe vor, bereiste 1836/37 Brasilien und traf sich 1837 in Massaua am Roten Meer mit seinem Bruder, der inzwischen in Algerien gewesen war. Eine erste kĂŒrzere Reise fĂŒhrte die beiden in das Innere Ăthiopiens nach Gondar, von wo sie in den folgenden Jahren weitere Erkundungsreisen unternahmen. 1842 zog A. mit einer Pilgerkarawane zu den Felsenkirchen von Lalibela (â Ălvarez). Im Februar 1843 trat er seine gröĂte Reise an, die ihn in das bis dahin weitgehend unbekannte Gebiet von Innarea fĂŒhrte. Dort erhielt er die Nachricht, dass der Gottkönig von Kaffa, einem damals noch selbststĂ€ndigen Reich im SW Ăthiopiens, ihn zu sehen wĂŒnschte. Noch nie zuvor hatte ein EuropĂ€er dieses Land betreten: A. hielt sich nur zwei Wochen in der Hauptstadt Bonga auf, dann kehrte er nach Gondar zurĂŒck. Ein Versuch, mit seinem Bruder das von ihm in Ăthiopien vermutete Quellgebiet des WeiĂen Nils zu finden, blieb erfolglos. Obwohl A. zu den bedeutendsten Ăthiopien-Forschern seiner Zeit gehörte, wurde er doch verschiedentlich angefeindet, vor allem wollte man ihm nicht glauben, dass er bis nach Kaffa vorgedrungen war. Erst nach 1860 fanden die angezweifelten Messungen vor allem durch die Expedition â Heuglins ihre BestĂ€tigung. WĂ€hrend Arnauld 1853 nochmals fĂŒr ein Jahr nach Abessinien zurĂŒckkehrte, widmete sich A. ausschlieĂlich seinen wissenschaftlichen Arbeiten und Veröffentlichungen; Hauptwerk: Douze ans dans la Haute-Ăthiopie (1868).
Abd al Razzak, 1413â82, genannt Al Samarkandi, Reisender und Diplomat aus Herat; 1441â44 auf Mission in Indien, weilte nach 1452 lĂ€ngere Zeit in Samarkand, wo er zahlreiche Verbindungen anknĂŒpfte. Er beschrieb seine Reisen in verschiedene ind. StĂ€dte und die geschichtlichen und gesellschaftlichen Ereignisse dort in den Jahren nach 1317.
Abert James William, 1820â97, klassischer Philologe und Ingenieuroffizier, selbststĂ€ndiger Entdecker im Bereich Ratonpass â Canadian River â Arkansas. A. verfertigte nach AuskĂŒnften von Indianern eine wertvolle Karte. Die Felszeichnungen vom Abert Lake (am Abert-Rim-Abbruch) wurden von der â FrĂ©mont-Expedition entdeckt, der A. angehörte.
Abraha, christlicher König von Saba, der um 530â71 herrschte. Er stieg aus dem Sklavenstand auf und hielt sich gegen alle Rebellionen. Als Entdeckerleistung gelten seine Expeditionen im GroĂraum der heutigen jemenit. Staaten und der HadramautkĂŒste. Er machte den Versuch, die Kirche von Sana an die Stelle der Kaaba von Mekka zu setzen und ihr als Pilgerziel Geltung zu verschaffen.
Abraham Charles John â Selwyn.
Abreu AntĂłnio de, um 1480â?, portug. Entdecker der Molukken. Im Dienst des Vizekönigs dâAlbuquerque ging er im SpĂ€therbst 1511 von Malakka aus mit einer Flotte von drei Schiffen auf Entdeckungsreise. Sein GefĂ€hrte Francisco SerrĂŁo scheiterte mit der Sabaia, A. aber gelangte auf der Santa Caterina zu verschiedenen kleinen Sundainseln, fertigte Zeichnungen von ihnen an und vermaĂ auf weiten Strecken die KĂŒsten von Java. Im Einzelnen können A. und SerrĂŁo (der nach seinem Schiffbruch auf einer Dschunke weitersegelte) als die Entdecker von Amboina, Ceram, Banda und der Insel Alor gelten. Ihre Fahrt wurde entscheidend fĂŒr die portug. Handelspositionen auf den GewĂŒrzinseln.
Abu Dulaf, Dichter, Reisender und Mineraloge des 10. Jh.s, von dem ein Itinerar von Buchara nach Bima (östl. von Khotan) die Forschung beschĂ€ftigt hat. A. begleitete eine nach Bima zurĂŒckkehrende Gesandtschaft und blieb lĂ€ngere Zeit im heutigen China, berichtet aber auch ĂŒber zentralasiat. und ind. Landschaften und StĂ€dte und gibt selbst Wortkommentare zu schwierigen Partien seiner Werke. Dass diese so ungeordnet auf uns gelangt sind, hat lange ihren Wert in der Einzelaussage verdunkelt. WĂŒstenfeld, Yule-Oldliain, Marquart (s. Lit.) und andere Fachgelehrte haben sich ausfĂŒhrlich mit A. beschĂ€ftigt, der zu seiner Zeit als groĂer Reisender galt.
Abu Hamid al Gharnati, 1080â1170, stammte aus Granada und wurde einer der gröĂten Reisenden der arab. Welt. Von seinem 30. Lebensjahr an war er beinahe unausgesetzt unterwegs, um die Grenzen des Islams zu erkunden, und gelangte dabei ĂŒber Alexandria, Damaskus und Bagdad (wo er vier Jahre lebte) bis zur WolgamĂŒndung. Danach war er drei Jahre in Ungarn und reiste von dort ĂŒber Choresmien und Buchara nach Persien. Als alter Mann pilgerte er nach Mekka und lieĂ sich schlieĂlich in Syrien nieder. Seine ausfĂŒhrlichen Reisebeschreibungen, in zwei BĂ€nden niedergelegt und in verschiedenen Manuskripten erhalten, bringen neben wertvollen Tatsachenbeobachtungen auch mĂ€rchenhafte Elemente; sie wurden 1900 in Palermo ins Italienische und Teile 1953 in Madrid ins Spanische ĂŒbersetzt. Ăbersetzung des Buchs Tuhfa allein 1925 von G. Ferrand ins Französische.
Abul Feda Ismail, 1273â1331, arab. Geograf und Polyhistor aus fĂŒrstlichem Geschlecht, in Damaskus geboren, wohin sein Vater Malik Afdhal vor dem Mongolensturm geflohen war. A. kĂ€mpfte selbst gegen die Mongolen, wurde 1310 Statthalter von Hamat und erblicher Sultan. Seine groĂe Geschichte des vorislamischen Orients (lat., 1831) enthĂ€lt bereits viel geografisches Material, vor allem aber ist seine Allgemeine Geographie wertvoll (franz. Ausgaben 1840â83).
Abu Said el Hassan, gest. um 915, arab. Geograf aus der Stadt Siraf am Persischen Golf, kundiger Kompilator und Herausgeber von Nachrichten ĂŒber China und Indien (Akhbar al Sin waâl Hind). Die Quellenschriften, aus denen er schöpfte, stammen von den reisenden Kaufleuten â Soliman und â Ibn Wahab.
Abu Ubayd al Bakri (Bekri), gest. 1094, gilt neben â Edrisi als der gröĂte geografische Schriftsteller der Araber. Sohn eines Statthalters von Huelva (Westspanien), lieferte er eine hervorragende Beschreibung von Nordafrika und verfasste ein fĂŒr die Namensforschung ungemein nĂŒtzliches zweibĂ€ndiges geografisches Wörterbuch, das WĂŒstenfeld (s. Lit.) ĂŒbersetzte.
Accault Michel, ca. 1650ânach 1695, Kaufmann und Abenteurer aus dem Poitou, der mit â La Salle im Mississippigebiet Erkundungen und VorstöĂe durchfĂŒhrte und ihm durch seine Kenntnis einiger Indianersprachen sehr von Nutzen war. Erreichte nach Gefangenschaft bei den Indianern Fox River und Mackinack; nach 1695 als WaldlĂ€ufer und WanderhĂ€ndler verschollen.
Acosta Joaquin, 1799â1852, Univ.-Prof., Reisender, Kartograf. Als junger Mann durch Alexander von â Humboldt fĂŒr die Geografie interessiert, bereiste der körperlich sehr zĂ€he A. die Andengebiete im nördl. SĂŒdamerika und nahm den Andenabfall zum Isthmus von Panama erstmals zutreffend in Karten auf. Noch ein Jahr vor seinem Tod erkundete A. die Sierra Nevada de Santa Marta, das höchste Gebirge Kolumbiens, ĂŒber die Schneegrenze hinaus. Im Zuge seiner Wanderungen entdeckte er auch verschiedentlich Reste altamer. Hochkulturen und berichtete ĂŒber gefĂ€hrdete IndianerstĂ€mme, die sich ins Hochgebirge zurĂŒckgezogen hatten.
Acuña CristĂłbal de, 1597ânach 1676, Jesuitenmissionar aus vornehmer Familie, der die groĂe portugies. Amazonasexpedition unter Pedro Teixeira als Aufpasser begleitete. Trotz der Vereinigung von Spanien und Portugal unter einer Krone waren um 1640 die RivalitĂ€ten zwischen beiden MĂ€chten betrĂ€chtlich, und Teixeiras 1400-Mann-VorstoĂ zu den Quellen des Amazonas wurde als so gefĂ€hrlich fĂŒr die span. Besitzungen im Andenraum angesehen, dass A.s ausgezeichneter Reisebericht auf Befehl der Krone zunĂ€chst nicht veröffentlicht werden durfte. A. beschrieb den Amazonas und einige seiner NebenflĂŒsse eingehender und verlĂ€sslicher als alle seine VorgĂ€nger und bezog auch die IndianerstĂ€mme und deren GebrĂ€uche, Kleidung usw. in seine Darstellung ein. Sein Nuevo Descubrimento del Gran Rio de las Amazonas erschien 1641 in Madrid, 1682 in franz. und 1698 in engl. Sprache.
Adam Guillaume, um 1280â1340, Dominikanermissionar und Entdeckungsreisender, 1313/14 in Persien nachgewiesen, von wo er zunĂ€chst nach Indien und von dort nach Ostafrika reiste. Mindestens 20 Monate verbrachte er auf Kreuzfahrten im westl. Indischen Ozean und blieb anschlieĂend neun Monate auf der Insel â Sokotra. Er schloss seine Reisen mit einem langen Aufenthalt im damals schon christlichen Abessinien und an der SofalakĂŒste ab und berichtete ĂŒber seine Erlebnisse in einem ausfĂŒhrlichen Directorium ad Passagium faciendam (etwa: Anweisung, wie man Reisen macht) an König Philipp VI. von Frankreich. Seine Zeugnisse sind wichtig fĂŒr die arab. Seefahrt vor Beginn der portug. Entdeckungen in diesem Teil der Welt. Allerdings dĂŒrfte die Angabe, die Araber seien bis auf 5 Grad sĂŒdl. Breite vorgestoĂen, auf einem Irrtum beruhen (Breite von Kapstadt 34 Grad). â Burchardus.
Adelaide-Insel, mit 3300 qkm eine der groĂen Inseln des antarktischen Raums, vor der WestkĂŒste von Grahamland gelegen und 1832 von dem RobbenjĂ€ger â Biscoe entdeckt. Höchste Erhebung Mount Gaudry, 2 136 m. Die in ihrem Westteil eisbedeckte Insel wurde 1908â10 durch die Charcot-Expedition genau erforscht. â Charcot, â Enderby.
AdĂ©lieland, der östlich des Rossmeers liegende Sektor der Antarktis, meist Terre dâAdĂ©lie genannt, weil sich dort franz. Expeditionen besondere Verdienste erworben haben. A. liegt 136â142 Grad östl. LĂ€nge am Polarkreis. 1840 entdeckte â Dumont dâUrville die KĂŒste von A. und nahm sie fĂŒr Frankreich in Besitz, 1949 wurde eine wissenschaftliche Station in Port Martin errichtet. 1913 und 1931 war A. Ausgangspunkt von Inlandexpeditionen; 1948â53 waren hier verschiedene franz. Expeditionen tĂ€tig, die von P. E. â Victor vorbereitet und zum Teil geleitet wurden. Die erste Forschergruppe auf dem Schiff Commandant Charcot stand unter der Leitung von F. Liotard, der zuvor auf dem brit. Forschungsschiff John Biscoe tĂ€tig gewesen war. Auf dem Eis wurden gelĂ€ndegĂ€ngige amer. Fahrzeuge verwendet (Weasels). Eine zweite Expedition, die im Oktober 1950 unter dem Kommando von Michel BarrĂ© Brest verlieĂ, setzte zu KĂŒstenaufnahmen ein Motorboot ein. AuĂerdem wurden SchlittenvorstöĂe durchgefĂŒhrt (bis 150 km in Richtung Pol). 1952 traf die dritte Crew an Bord der Totta...
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- Ăber den Autor
- Zum Buch
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- INHALT
- EinfĂŒhrung: Ein Lexikon besonderer Art
- WeiterfĂŒhrende Literatur in Auswahl
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