Die Göttliche Komödie - Erster Teil: Hölle
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Die Göttliche Komödie - Erster Teil: Hölle

Original-Materialien zu "Inferno" von Dan Brown

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Die Göttliche Komödie - Erster Teil: Hölle

Original-Materialien zu "Inferno" von Dan Brown

About this book

Die Reise durch die drei Reiche des Jenseits... hier lesen Sie den ersten Teil der Göttliche Komödie - Hölle.Folgen Sie Dante und seine Begleiter (u.a. Vergil, Barbarossa, Horaz und Ovid) durch alle drei Reiche, und lesen Sie das Originalmanuskript zu Dan Browns "Inferno".

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Information

Die Hölle

Erster Gesang

Es war in unseres Lebensweges Mitte,
Als ich mich fand in einem dunklen Walde;
Denn abgeirrt war ich vom rechten Wege,
Wohl fällt mir schwer, zu schildern diesen Wald, (4)
Der wildverwachsen war und voller Grauen
Und in Erinnrung schon die Furcht erneut:
So schwer, dass Tod zu leiden wenig schlimmer. (7)
Doch um das Heil, das ich dort fand, zu künden,
Will, was ich sonst gesehen, ich berichten. —
Wie ich hineingelangt, kann ich nicht sagen, (10)
So schlafbenommen war ich um die Zeit,
Als ich zuerst den wahren Weg verlassen.
Doch als ich eines Hügels Fuss erreichte, (13)
An welchem jenes Tal zu Ende ging,
Das mir das Herz mit solcher Furcht befangen,
Blickt’ ich empor und sah des Hügels Schultern (16)
Bekleidet schon mit des Planeten Strahlen,
Der uns den rechten Weg zeigt allerwege.
Beruhigt wurde da die Furcht ein wenig, (19)
Die in des Herzens See mir angedauert
Die Nacht durch, die so angstvoll ich verbrachte.
Wie einer, der mit ganz erschöpftem Atem, (22)
Dem Meer entronnen, das Gestad’ erreicht,
Auf die verräterische Flut zurückblickt,
So wandte sich mein Geist, noch immer fliehend, (25)
Zurück, um zu beschaun die dunkle Talschlucht,
Die keinen, der drin weilt, lebendig liess. —
Als etwas ich den müden Leib gerastet, (28)
Setzt’ ich den Weg am wüsten Abhang fort,
So dass der ruhnde stets der untre Fuss war.
Doch, siehe, fast bei dem Beginn des Anstiegs, (31)
Ein Panthertier, leichtfüssig und behende,
Das überdeckt war mit geflecktem Haare.
Vor meinen Augen wich das Untier nimmer (34)
Und störte mich so sehr in meinem Wege,
Dass mehrmals schon zur Umkehr ich mich wandte.
Es war die Zeit der ersten Morgenfrühe; (37)
Die Senne stieg empor mit jenen Sternen,
Die sie begleiteten, als Gottes Liebe
Zuerst bewegte diese schönen Dinge, (40)
So dass kein Unheil mich befürchten liess
Von jenem Tier mit buntgeflecktem Felle
Die Stunde, wie die schöne Jahreszeit. (43)
Doch war darum der Schrecken nicht geringer,
Der mich ergriff beim Anblick eines Löwen
(Erhabnen Hauptes und mit grimmem Hunger (46)
Kam dieser dräuend auf mich zugeschritten,
So dass die Luft vor ihm zu fürchten schien)
Und einer Wölfin, die von jeder Gier (49)
Besessen schien in ihrer Magerkeit
Und über viele schon Verderben brachte.
Sie gab mir durch die Furcht, die von ihr ausging, (52)
So grosses Ungemach, dass ich die Höhe
Des Berges zu erreichen nicht mehr hoffte.
Und wie der Mann, der gern Reichtümer sammelt, (55)
Wenn eine Zeit kommt, die Verlust ihm bringet,
In seinem Herzen sich betrübt und wehklagt,
So ward mir ob des friedelosen Tieres, (58)
Das, wie es auf mich zukam, ganz allmählich
Mich dahin drängte, wo die Sonne schweiget.
Und während ich zur Tiefe niederstürzte, (64)
Erschien mir plötzlich eines Manns Gestalt,
Der heiser mir, vor langem Schweigen, deuchte.
Als in der grossen Wüst´ ich den erblickte, (64)
Rief flehend ich ihn an: Erbarm dich meiner,
Seist du ein Lebender, seist du ein Schatten. —
Kein Lebender! Wohl war ich einst ein solcher, (67)
Lombarden waren meine Eltern beide
Und ihre Vaterstadt war Mantova.
Geboren unter Julius, wenn auch spät, (70)
Lebt’ ich in Rom zur Zeit Augusts des Guten,
Als man die falschen Lügengötter ehrte.
Ein Dichter war ich, sang von des Anchises (73)
Gerechtem Sohne, der von Troja kam,
Als Ilion war verbrannt, die stolze Feste.
Doch du, weshalb zu soviel Plage kehrst du? (76)
Weshalb ersteigst du nicht den schönen Berg,
Der Anfang ist und Ursach’ aller Freude? —
So bist du der Virgil und jene Quelle, (79)
Der so gewalt’ger Redestrom entfliesset?
Entgegnet ich mit schamgefärbter Stirne.
0 Licht und Ehre du der andren Dichter, (82)
Mein Eifer, meine Liebe für dein Buch,
Die ich bewährt, sei’n mir bei dir Empfehlung.
Du bist mein Meister, du mein hohes Vorbild, (85)
Und nur von dir hab’ ich die schöne Schreibart
Entnommen, die zur Ehre mir gereichte.
Sieh jenes Tier, das mich zur Umkehr trieb. (88)
Errette mich vor ihm, gepriesner Weiser,
Denn Puls’ und Adern macht es mir erbeben. —
Willst du entgehen diesem argen Orte, (91)
Erwidert’ er, als er mich weinen sah,
So musst zu andrer Reise du di...

Table of contents

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Vorwort
  4. Die Hölle
  5. Erläuterungen
  6. Weitere e-books in der Edition Lempertz

Frequently asked questions

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