Börsenstars und ihre Erfolgsrezepte
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Börsenstars und ihre Erfolgsrezepte

Methoden fĂŒr Kleinanleger, die Großen zu kopieren

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Börsenstars und ihre Erfolgsrezepte

Methoden fĂŒr Kleinanleger, die Großen zu kopieren

About this book

Von den großen Investoren kann man sich einiges abschauen – doch was ist fĂŒr Privatanleger wirklich brauchbar? Ulrich W. Hanke nimmt die Strategien von Benjamin Graham, Warren Buffett, Michael O'Higgins, Joel Greenblatt, John Neff, Peter Lynch, Ken Fisher, William O'Neil, James O'Shaughnessy, Martin Zweig, David Dreman und Anthony Gallea unter die Lupe. Hinzu kommen populĂ€re deutsche Börsenstrategen wie Max Otte, Uwe Lang und Susan Levermann. Hanke analysiert die Methoden der Börsenlegenden und arbeitet heraus, wie die Systeme funktionieren, welche Kennzahlen und welche Werte dabei wichtig sind. Er gibt Anlegern Filter und Checklisten an die Hand, mit denen sie in den Fußstapfen der Börsenstars wandeln können.

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Information

Year
2016
eBook ISBN
9783864703812

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FĂŒr wen eignet sich die Strategie?

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Anlegertyp: Fortgeschrittene, risikobewusst
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Anlageart: substanzorientiert, antizyklisch
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Anlagehorizont: sehr langfristig, 36 bis 60 Monate
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Aufwand: hoch, 6 bis 8 Stunden pro Woche

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Der Börsenstar
Benjamin Graham gilt als Urvater der fundamentalen Analyse, der Analyse von Bilanz-, Gewinn-, LiquiditĂ€ts- und kursbezogenen KenngrĂ¶ĂŸen. Den Gegensatz dazu bildet die Technische Analyse, auch Charttechnik genannt, die auf der reinen Betrachtung von Börsenkursen basiert. Und das gleich vorab: Zu Charttechnik werden Sie in diesem Buch so gut wie nichts lesen. Warum? Weil ich nicht nur alles andere als ein Fan davon bin, sondern auch, weil es keinen einzigen Börsenstar gibt, der damit wirklich dauerhaft Erfolg hatte und reich an der Börse wurde! Letzteres merkt ĂŒbrigens auch Graham in seinem Top-Buch an. Dazu gleich mehr.
Aus der Fundamentalanalyse ging das Value-Investing hervor, die Geldanlage in unterbewertete Aktien, in Substanzwerte. Auch als dessen Urvater gilt Graham. Er war zudem der Lehrmeister von Warren Buffett (siehe Kapitel 2), der heute der erfolgreichste Investor der Welt ist – wenn das nicht jemand ist, den und dessen Methode Sie kennen sollten!
Benjamin Graham, Sohn eines jĂŒdischen Porzellan-Importeurs, wurde 1894 in London als Benjamin Grossbaum geboren. Er starb 1976 im Alter von 82 Jahren im französischen Aix-en-Provence an der CĂŽte d’Azur, also vor 40 Jahren. Sein zweites Buch „Intelligent investieren“ (Originaltitel: „The Intelligent Investor“), welches ihn der breiten Öffentlichkeit bekannt machte, ist – und das ist nicht despektierlich gemeint – zwar ein noch heute hilfreicher, aber eben auch ein uralter Schinken. Es erschien in der ersten Auflage bereits 1949. Graham hatte ein bewegtes Berufs- und ein ebenso wildes Privatleben und beeinflusste wie kein anderer die Geldanlage mit Aktien – bis heute. Er ist der Star unter den Börsenstars und macht deshalb hier den Anfang.
Als Ben Grossbaum ein Jahr alt war, siedelten er, seine beiden Ă€lteren BrĂŒder und seine Eltern nach New York ĂŒber. WĂ€hrend des Ersten Weltkriegs Ă€nderte die jĂŒdische Familie mit polnischen Vorfahren ihren Namen in Graham, da deutsch klingenden Namen wie Grossbaum seinerzeit in den USA Misstrauen hervorriefen. Der Benjamin der Familie war der Lieblingssohn. Er blieb dennoch nicht von mehreren SchicksalsschlĂ€gen verschont. Der Vater, Isaac M. Grossbaum, verstarb 1903 im Alter von 35 Jahren, als Ben neun Jahre alt war. Die alleinerziehende Mutter verwandelte das Wohnhaus der Familie daraufhin notgedrungen in eine Pension, um ĂŒber die Runden zu kommen, war damit aber nicht sonderlich erfolgreich. 1907 verlor seine Mutter schließlich das gesamte Hab und Gut der Familie durch in den USA damals weitverbreitete Aktienspekulationen auf Kredit und durch den Börsencrash. FĂŒr Graham, der von da an Gelegenheitsjobs ĂŒbernahm, um seinen Beitrag zur Aufbesserung der Familienkasse zu leisten, war dies wohl eines von zwei SchlĂŒsselerlebnissen in seinem Leben.
In seinem ersten Buch „Die Geheimnisse der Wertpapieranalyse“ („Security Analysis“; mit David Dodd), welches 1934 erschien, legt er deshalb wahrscheinlich besonders viel Wert auf die Unterscheidung zwischen Investition und Spekulation. Wer investiert, der kauft demzufolge niemals Aktien auf Kredit, so wie es seine Mutter tat. Er investiert langfristig in sichere Papiere und ist an EinkĂŒnften interessiert, nicht an schnellen Gewinnen. Wenngleich ich nicht die Erfahrung einer Familienpleite wie Graham gemacht habe, halte ich Aktien auf Pump zu kaufen fĂŒr einen der grĂ¶ĂŸten Fehler, den man machen kann. Ein Bekannter von mir, ein ĂŒber 50 Jahre alter Banker, zahlt noch heute seine Schulden ab, die er zu Zeiten des Neuen Marktes durch den Aktienkauf auf Kredit gemacht hat. FĂŒr mehrere Immobilien, mit denen er vor allem Steuern sparen wollte, verschuldete er sich noch weiter. Als wĂ€re das Sprichwort „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“ der Porzellandynastie Graham entsprungen.
Graham war zunĂ€chst Wohlstand gewohnt. Die Familie hatte ein DienstmĂ€dchen, einen Koch, eine französische Privatlehrerin und wohnte in guter Lage an der oberen Fifth Avenue, berichtet Journalist Jason Zweig, nicht zu verwechseln mit dem Börsenstar Martin Zweig (siehe Kapitel 10). Graham lernte nach dem Börsencrash 1907 aber eben auch Ă€rmliche VerhĂ€ltnisse kennen. Zweig: „FĂŒr den Rest seines Lebens erinnerte sich Ben an die DemĂŒtigung, die er erlitt, als er fĂŒr seine Mutter einen Scheck einlösen sollte und hörte, wie der Bankangestellte fragte: ‚Ist Dorothy Grossbaum fĂŒr fĂŒnf Dollar kreditwĂŒrdig?‘“ Trotz oder vielleicht gerade wegen der prekĂ€ren wirtschaftlichen Lage der Familie war Graham ein MusterschĂŒler und Ausnahmestudent.
Er war ein BĂŒcherwurm und ein Kopfmensch und ĂŒbersprang mehrere Klassen. Ein Stipendium an der New Yorker Columbia University wurde ihm zunĂ€chst aufgrund einer Verwechselung nicht gewĂ€hrt. Ein Jahr spĂ€ter bekam er es doch noch und beschloss, das verlorene Jahr durch ein möglichst schnell absolviertes Studium wieder aufzuholen. Er schloss es bereits 1914 als Zweitbester seines Jahrgangs (Salutatorian genannt) nach zweieinhalb Jahren im Alter von nur 20 Jahren ab. Drei Angebote – die er schon vor seinem letzten Semester erhielt –, im Anschluss als Lehrbeauftragter fĂŒr die FakultĂ€ten Englisch, Mathematik oder Philosophie zu arbeiten, schlug er aus. Graham wollte lieber an die Wall Street – vielleicht um die Investmentfehler seiner Mutter auszubĂŒgeln. Letztlich empfahl ihm dies auch der Dekan der UniversitĂ€t, obwohl Graham nie einen wirtschaftswissenschaftlichen Kurs belegt hatte. Er erreichte sein Berufsziel dennoch scheinbar spielend.
Graham arbeitete zunĂ€chst bei Newburger, Henderson & Loeb, einer Investmentgesellschaft, die sich auf Anleihen spezialisiert hatte. Er war der Laufbursche. Nebenbei betrieb er jedoch Research und ĂŒberreichte eine seiner Analysen einem Partner von Bache & Company. Dort arbeitete er daraufhin als Statistiker, wie man Analysten seinerzeit nannte. Oft wird dieser Abschnitt seiner Karriere verkĂŒrzt dargestellt. Tatsache ist: Erst nach diesem Umweg stieg er anschließend wieder bei Newburger, Henderson & Loeb als Analyst ein und wurde Partner mit einem Jahresgehalt von rund 500.000 US-Dollar. Da war er gerade einmal 26 Jahre alt.
Er blieb drei Jahre lang und machte sich 1923 mit seiner eigenen Investmentfirma selbststĂ€ndig. Das Startkapital von 250.000 Dollar dafĂŒr kam unter anderem von Julius Rosenwald, dem MitgrĂŒnder des Versandhandelskonzerns Sears. 1925 beendete Graham jedoch sein Engagement, da er sich mit den EigentĂŒmern um Familie Rosenwald nicht ĂŒber die VergĂŒtung seiner Arbeit einigen konnte. 1926 grĂŒndete er daraufhin zusammen mit dem Broker Jerome (Jerry) Newman die Graham-Newman Corporation. Oft wird Graham-Newman auch als VorlĂ€ufer der ersten Investmentfonds bezeichnet. Die Firma ĂŒberlebte die Zeiten des großen Börsencrashs von 1929 bis 1932 mithilfe von Freunden und Geldspritzen aus dem privaten Vermögen der Partner. Zeitweise soll Grahams Frau als Tanzlehrerin gearbeitet haben. Graham selbst liebte das Tanzen. Einen heißen Tanz legte auch Grahams Gesellschaft hin. Sie musste in dieser Zeit einen Verlust von rund 70 Prozent hinnehmen. Viel zu frĂŒh, Ende 1930, stieg Graham zu 100 Prozent in Aktien ein. Nach dem Crash arbeitete er sogar fĂŒnf Jahre lang ohne VergĂŒtung, um den Verlust aufzuholen. Geld war ihm nie am wichtigsten, es war eher die intellektuelle Herausforderung und letztlich der Triumph, ganz zum Leidwesen von GeschĂ€ftspartner Newman.
Der Börsencrash im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise in den USA, die als Große Depression in die Geschichte einging, und die Weltwirtschaftskrise haben Graham und Grahams Generation geprĂ€gt. Der Crash war das zweite SchlĂŒsselerlebnis seines Lebens. Sein 1934 veröffentlichtes Wertpapieranalyse-Buch, an dem er vier Jahre gearbeitet haben soll und welches heute als Bibel der Value-Investoren gilt, steht stark unter dem Einfluss der damaligen Zeit. Das wichtigste Ziel: Verlust vermeiden. Das Buch war seinerzeit deshalb bahnbrechend, weil man damals noch eher intuitiv Geld anlegte, sich von GerĂŒchten und Insiderinformationen zu Spekulationen verleiten ließ. Kein Wunder also, dass Graham erfolgreich wurde.
Von 1936 bis 1956 hat Graham-Newman SchĂ€tzungen des Wall Street Journal-Autors Jason Zweig zufolge eine Rendite von jĂ€hrlich mindestens 14,7 Prozent erzielt, wĂ€hrend der Gesamtmarkt mit 12,2 Prozent pro Jahr rentierte. An anderer Stelle ist sogar die Rede von einer durchschnittlichen Rendite von Graham-Newman von jĂ€hrlich 17 Prozent und keinem einzigen Verlustjahr. Graham selbst spricht in seinem Buch von 1949 im Nachwort von 20 Prozent Jahresrendite. Genaue und nachprĂŒfbare Aufzeichnungen darĂŒber gibt es leider nicht. Einige Einzelinvestments sind allerdings bekannt.
Eine seiner ersten Entdeckungen war die Unterbewertung der Guggenheim Exploration Company. Das Unternehmen, eine Holding von Minengesellschaften, wollte sich 1915 auflösen und Graham fand heraus, dass die einzelnen Unternehmensteile viel mehr wert waren, als der Aktienkurs fĂŒr den Gesamtkonzern widerspiegelte – ein typisches Graham-GeschĂ€ft und bei Weitem nicht der einzige ĂŒberaus clevere Deal.
Geradezu legendĂ€r war etwa sein Investment in die Northern Pipe Line Company. Das Unternehmen entstand aus der Zerschlagung von John Rockefellers Standard Oil Company, die ein Monopol besaß und deshalb 1911 in nicht weniger als 34 Teile zerlegt wurde. 1925 arbeitete sich Graham durch die Berichte der Interstate Commerce Commission (ICC), einer Behörde zur Regulierung des Eisenbahnverkehrs. Dabei stieß er darauf, dass jene Northern Pipe Line Company hochwertige Anleihen von Eisenbahngesellschaften fĂŒr heruntergebrochen 95 Dollar je Aktie hielt, wĂ€hrend der Aktienkurs des Erdölpipeline-Betreibers lediglich bei 65 Dollar notierte. Zusammen mit dem grĂ¶ĂŸten AktionĂ€r, der Rockefeller Foundation, drĂ€ngte Graham das Management erfolgreich dazu, die Anleihen zu verkaufen und eine höhere Dividende zu zahlen. Drei Jahre spĂ€ter verkaufte er die Aktie zudem bei einem Kurs von 110 Dollar. Graham wunderte sich noch viele Jahre danach, dass diese Unterbewertung außer ihm niemand entdeckt hatte. Ein anderes Investment machte ihm allerdings spĂ€ter jemand nach.
1948 investierte Graham im großen Stil in den Versicherer Geico und erzielte in acht Jahren eine unglaubliche Rendite von 1.635 Prozent. Geico ist heute ein hundertprozentiges Tochterunternehmen von Warren Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway.
1926 kehrte Graham fĂŒr GastvortrĂ€ge an die Columbia University zurĂŒck. Von 1928 bis 1955 unterrichtete er dann nebenberuflich regelmĂ€ĂŸig an der UniversitĂ€t, an der er selbst als Student eingeschrieben gewesen war. Eine ganz neue Investoren-Generation ging durch seine Value-Schule. Einer seiner SchĂŒler war jener Warren Buffett, der einzige Student, der jemals in einem Graham-Kurs die Note A+ (entspricht einer 1+) bekommen hat. Ab 1954 arbeitete Buffett schließlich fĂŒr Graham in dessen Firma Graham-Newman, nachdem Graham seinen Partner Jerry Newman ĂŒberzeugen konnte, den jungen Buffett ...

Table of contents

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Inhalt
  5. Prolog
  6. Einleitung
  7. Ihr Buchautor Ulrich W. Hanke
  8. Kennzahlen kurz erklÀrt
  9. 1. Benjamin Graham: Der Altmeister
  10. 2. Warren Buffett: Der erfolgreichste Investor der Welt
  11. 3. Michael O’Higgins: Der Erfinder der Dividendenstrategie
  12. 4. Joel Greenblatt: Der Mann mit der magischen Formel
  13. 5. John Neff: Der SchnÀppchenjÀger
  14. 6. Peter Lynch: Das ChamÀleon
  15. 7. Ken Fisher: Der SuperaktionÀr
  16. 8. William O’Neil: Der Stilmischer
  17. 9. James O’Shaughnessy: Der quantitative Investor
  18. 10. Martin Zweig: Der Prophet
  19. 11. David Dreman: Der Querdenker
  20. 12. Anthony Gallea: Der Herr der Insiderdaten
  21. Deutsche Börsenstars
  22. 13. Max Otte: Der Königswegweiser
  23. 14. Uwe Lang: Der Trendfolger
  24. 15. Susan Levermann: Die Punkteverteilerin
  25. Beliebte Kennzahlen und ein Fazit
  26. Epilog

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