Normal passiert da nichts
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Normal passiert da nichts

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Normal passiert da nichts

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"Ich bin nicht sicher, ob Andi genau verstand, was wir ihm vorschlugen, als Gabriel ihm eröffnete, dass wir eine Mensa ĂŒberfallen wollten, und auch Speedy starrte er verstĂ€ndnislos an, als der lallte: "unnischbinderfluch 
 der Fluchtfarra.""Rafael aus Antwerpen heuert als Pizza-Entwickler bei TiefkĂŒhl-Wagner im Saarland an. In der WG von Mike und Gabriel ist ein Zimmer frei. Aber worauf hat er sich da eingelassen? Das Leben der beiden vaterlosen Cousins zirkuliert zwischen Partys, Trinkgelagen und einem kuriosen Wettkampf in Trier namens Mariathlon. Mike hat bei den Frauen den Dreh raus. Gabriel schreibt ĂŒber das BergwerksunglĂŒck von Luisenthal 1962, bei dem sein Vater starb. Anteilnahme findet er bei Johanna, die ihr Netz nach ihm schon lĂ€ngst ausgelegt hat. Eine Einkommensquelle der beiden Mittdreißiger sind Schmuggelfahrten ins benachbarte Luxemburg. Doch das Ultimatum des Dorfpolizisten und die bevorstehende EinfĂŒhrung des Euro - es ist das Jahr 1999 - lassen das Geld knapp werden. Die rettende Idee: bei einem RaubĂŒberfall auf die Trierer Unimensa kann eigentlich nichts passieren. Doch damit fangen die Probleme erst richtig an 
Frank P. Meyer erzĂ€hlt eine turbulente Geschichte vom spĂ€ten Erwachsenwerden und den ĂŒberraschenden Wendungen einer außergewöhnlichen Familienkonstellation.

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Information

Publisher
CONTE-VERLAG
Year
2014
eBook ISBN
9783956020247
Edition
1
Gabriel
10
Schorschis langes kurzes Leben
Unser Nachbar war ein Sonderfall, denn er war todkrank. Und das schon seit ĂŒber sechzig Jahren.
Aber der Reihe nach: Unser Nachbar war nicht der Einzige, den ich auf gar keinen Fall fĂŒr das Überfallteam eingeplant hĂ€tte.
WĂ€hrend Speedy, Herbie und Andi fĂŒr mich erste Wahl waren, zweifelte ich anfangs ein wenig an Rolf. Der hatte so etwas unberechenbar Aufrichtiges. Bei ihm sah ich die Gefahr, dass er im falschen Moment die Wahrheit sagte. Andererseits merkte ich frĂŒh, dass er mitdachte und konstruktive VorschlĂ€ge einbrachte. Außerdem war er ein enger Freund von Andi.
Ich war ĂŒbrigens ganz dankbar, als jemand – ich glaube, es war Raffi – die Frage aufwarf, worin genau eigentlich die kriminelle Expertise von Rolf und Andi bestĂŒnde. »Kriminelle Exper
 waaas?«, bellte Andi, und ich musste schlichtend eingreifen: »Raffi meint das doch gar nicht kritisch! Er ist einfach nur neugierig.« »Und ist damit nicht der Einzige hier«, hĂ€tte ich wahrheitsgemĂ€ĂŸ hinzufĂŒgen können, denn auch wir wussten nur, dass Rolf und Andi Ende der achtziger Jahre einmal einer irischen Schmugglerbande angehört und einige Erfolge im Transnordseehandel gefeiert hatten – und zwar mit Waren, die man sonst nur in der Apotheke oder anderen SpezialgeschĂ€ften bekam. Worum genau es sich dabei handelte, wurde nicht abschließend geklĂ€rt, aber Rolf und Andi befriedigten unsere Neugier mit der genauen Schilderung einer Aktion, bei der sie einer anderen Schmugglergruppe die Beute stibitzten – und zwar aus ihrem Haus in Dublin! Und da sie dabei ebenso viel Gewieftheit wie Wagemut bewiesen hatten, galten sie tatsĂ€chlich als Experten fĂŒr Raub und ÜberfĂ€lle in geschlossenen RĂ€umlichkeiten. VerstĂ€rkt wurde dies dadurch, dass Matti die Aktion bestĂ€tigen konnte, da er damals mit den beiden zusammen in Dublin war. Er beklagte sich lauthals darĂŒber, dass er dabei nicht selbst hatte mitmachen können: »Warum haben die beiden mich damals nicht eingeweiht? Ich hĂ€tte mich bestimmt nĂŒtzlich machen können«, schimpfte er bei verschiedenen Gelegenheiten. Aber dieser Irland-Schmuggel ist eine andere Geschichte und soll hier nicht erzĂ€hlt werden. Wichtig ist, dass feststand: Rolf und Andi sind brauchbare und zuverlĂ€ssige Gangster! Das hĂ€tte ich Rolf gar nicht zugetraut, um ehrlich zu sein. Der wirkte immer so langweilig und unbestechlich. Johanna fand ihn extrem zuverlĂ€ssig – und das war fĂŒr mich letztlich entscheidend.
Was Rolf und Andi – und ĂŒbrigens auch Johanna – gegen Matti hatten, verstand ich nicht. Gut, er war Zeit seines Lebens nicht der Mutigste gewesen. Unser Nachbar hatte einmal ĂŒber ihn gesagt: »Wenn es heißt: â€șFreiwillige vor!â€č, tritt dieser Matti zwei Schritte zurĂŒck, um die Freiwilligen vorzulassen.«
Es mag stimmen, dass Matti ein feiger Typ war, ich hatte allerdings den Eindruck, dass er dichthalten konnte, und außerdem fand ich das Versteck, das er fĂŒr die Beute anbot, sehr verlockend. Schade, dass er nur an den SchlĂŒssel fĂŒr die Motoryacht rankam und nicht auch noch einen BootsfĂŒhrerschein besaß. Ich hĂ€tte es sehr stilvoll gefunden, wenn wir die Flucht – deren minutiöse Planung und DurchfĂŒhrung wichtiger werden sollte als der Überfall selbst – wenigstens zum Teil auf einer Yacht hĂ€tten durchfĂŒhren können. Aber leider konnte man sich bei einem solchen Coup nicht an Stilfragen orientieren. Ich muss zugeben, dass man ja auch gleich Mattis Onkel hĂ€tte fragen können, ob er mitmacht; ihn so im wahrsten Sinne des Wortes »mit ins Boot zu holen«. Aber es hatte vor vielen Jahren einen Skandal gegeben, bei dem es um eine angebliche AffĂ€re mit Johanna ging. Damals war der Teufel los, was die GerĂŒchtekĂŒche im Dorf betraf, und der Spruch mit dem Apfel, der nicht weit vom Stamm fĂ€llt, wurde in den Wochen nach der AffĂ€re ĂŒber GebĂŒhr strapaziert – wie ich finde. Das war kurz nach Johannas Abitur, sie wartete darauf, zum Studienbeginn nach Mainz zu gehen und hatte sonst gerade nichts zu tun. Mattis Onkel und Johanna redeten nicht mehr miteinander. Das hatte Mattis Tante ihrem Mann verboten. Ich fand die Vorstellung ganz hĂŒbsch, bei ihm einen Batzen Geld zwischenzulagern, von dem ein Anteil Johanna gehörte.
Steff und vor allem RĂŒckbanks-Elfie waren die beiden Einzigen, die das Geld nicht nur wollten, sondern wirklich brauchten, glaube ich. Vor allem Elfie. Sonderbar. Ich wĂ€re nie auf die Idee gekommen, sie zu fragen, ob sie beim Überfall mitmachen wĂŒrde. Aber als Mike sie anschleppte, als sie plötzlich in der TĂŒr stand, dachte ich automatisch: Warum nicht? Die hat schon viel Ungehöriges mitgemacht, ohne groß darĂŒber zu quatschen oder unnötige Reue zu zeigen. Ihren Namen hatte sie sich immerhin schon zu Schulbuszeiten erworben, obwohl er ursprĂŒnglich ja nur daher rĂŒhrte, dass sie an der ersten Haltestelle einstieg und sich in dem noch leeren Bus ihren Stammplatz auf der RĂŒckbank, der »Rutsche« ganz hinten sicherte. Es war klar, dass Elfie zur Truppe passte.
Nicole und Lissie? Na ja. Sicher war es gut, ein paar Frauen dabei zu haben. Das stĂ€rkte die Moral. Die Jungs rissen sich mehr zusammen, wenn sie nicht unter sich waren. Allerdings befĂŒrchtete ich, dass Nicole und Lissie sich weniger fĂŒr die Ästhetik des Überfalls als fĂŒr Andi und Rolf interessierten. Es wurde Zeit, dass die beiden unter die Haube kamen. Nicole und Lissie, meine ich natĂŒrlich. Sie befanden sich in dieser gefĂ€hrlichen Übergangsphase von noch heiratsfĂ€higer Frau zur ewigen Junggesellin. Vielleicht war im Laufe der Überfallvorbereitungen auch endlich herauszufinden, wer von den beiden eigentlich hinter wem her war. Und ob Rolf und Andi dann auf diese Aufteilung anspringen wĂŒrden.
Ich weiß gar nicht, ob ich Raffi ursprĂŒnglich dabei haben wollte. Nicht, dass wir eine Wahl gehabt hĂ€tten. Er war ja automatisch von Anfang an dabei. Aber er hatte etwas so Naives, Kindliches, Trauriges an sich, dass ich befĂŒrchtete, ihm könnten die Nerven durchgehen, falls es zu Krisensituationen kam. Andererseits schien er die außergewöhnliche Lebenserfahrung zu schĂ€tzen und zu genießen, die so eine Überfallplanung versprach. Er war mit vollem Herzen dabei.
Am wichtigsten aber war natĂŒrlich, dass Johanna im Team war. Und zwar mit Leidenschaft und Überzeugung. Weiß der Teufel, wo das herkam. Von uns allen brauchte sie sicherlich die paar Kröten am wenigsten, die es zu erbeuten gab. Warum, verdammt noch mal, war sie so scharf darauf, mit dabei zu sein? Ich war natĂŒrlich froh drum. Ich hĂ€tte freiwillig meinen Anteil einer gemeinnĂŒtzigen Einrichtung versprochen, wenn mir nur jemand garantierte, dass mich der Coup bei Johanna gut aussehen ließ.
Insgesamt gesehen konnte ich mich mit der Zusammensetzung des Teams abfinden. Hatte ich denn eine andere Wahl? Nur dass Mike mit mir gemeinsam AnfĂŒhrer war, stank mir ein bisschen. Er machte keine konstruktiven VorschlĂ€ge und brachte – mal abgesehen von RĂŒckbanks-Elfie – nichts Brauchbares ein. Ich vermutete, dass er mich nur deshalb breitgeschlagen hatte, ihn als MitanfĂŒhrer zu benennen, weil er den Überblick ĂŒber den jeweils aktuellen Planungsstand behalten wollte. Oder hatte etwa auch er vor, Eindruck bei Johanna zu schinden? Immerhin war er neulich nachts mit einer Flasche Sekt in der Hand in Johannas Apartment verschwunden. Das hatte Raffi mir erzĂ€hlt. Dabei mag Johanna keinen Sekt, höchstes mit Orangensaft gemischt. Raffi versicherte mir aber, Mike sei nicht lange geblieben und habe die Flasche – immer noch verkorkt – unterm Arm getragen, als er wieder rauskam. Es bestand also die Hoffnung, dass Johanna nicht auf ihn reingefallen war und ihn einigermaßen unbehelligt wieder hatte loswerden können.
Genau wie damals. Das war noch in Mikes Anfangszeiten. Ja, tatsĂ€chlich, auch Mike hat mal klein angefangen. Mir erzĂ€hlte Mike damals gleich am nĂ€chsten Morgen, Johanna habe ihn irgendwann aus dem Bett geschmissen, weil sich das Vorspiel zu lange hingezogen hatte. So stellte Mike es jedenfalls dar. Fairerweise muss man dazu sagen, dass Mike zu der Zeit noch dabei war, seinen endgĂŒltigen Stil zu finden, bei den Frauen. Und man muss außerdem noch wissen, dass das Vorspiel heillos ĂŒberschĂ€tzt wurde – Ende der Siebziger bis Mitte der Achtziger. Jedenfalls kam er einfach nicht zu Potte, damals bei Johanna. Wahrscheinlich war er zu nervös, weil er dachte, er mĂŒsse ein Riesenprogramm abziehen. Seit er sich an seine Schnellfickermasche hielt und sich – außer bei SpezialwĂŒnschen – nicht lange mit kompliziertem sexuellem Herantasten aufhielt, lief es bei ihm rund mit den MĂ€dels. So jedenfalls stellte er das dar. Ich hoffte, Raffi hatte sich nicht darin getĂ€uscht, dass der Korken auf dem Flaschenhals noch fest verschlossen war, als Mike den RĂŒckzug aus Johannas Apartment antrat, neulich nachts.
»Und wo wĂ€re diese ominöse Flasche dann jetzt?«, fragte ich Raffi argwöhnisch, denn es war im kompletten Haus keine volle Sektflasche zu finden. Nur eine geleerte konnte ich beim DurchwĂŒhlen unserer umfangreichen Altglassammlung finden.
»Mach dir keine Sorgen«, beruhigte Raffi mich, »die habe ich spĂ€ter getrunken, als Mike sie nicht mehr fĂŒr Johanna brauchte.«
Ich finde, es war nicht richtig, dass Mike mitging. Als sich das Überfallteam in der Hexennacht nach dem Stuhlgang-Gag in verschiedene Richtungen trollte, schnappte ich mir Raffi, weil er mir helfen musste, noch etwas Wichtiges zu erledigen. Dass ich Raffi mitnahm, war okay, er war irgendwie keine Konkurrenz – bildete ich mir zumindest ein. Ich wurde zwar nicht schlau draus, was er dauernd mit Johanna hatte, aber es ging wohl tatsĂ€chlich nur ums gemeinsame Kochen und ums Quatschen und so eine sonderbare Mann-Frau-Freundschaft. Ja, Raffi war okay. Aber es war eigentlich nicht geplant gewesen, dass Mike mitbekam, wie wir in den letzten Nachtstunden mit dem Maibaum loszogen, den ich so schön vorbereitet und geschmĂŒckt hatte. Wenn Johanna genau hinsah, konnte sie in ihrem Vorgarten um den Baum herum vielleicht drei unterschiedliche FußabdrĂŒcke erkennen. Und ich fĂŒrchtete, sie wĂŒrde dann 1+1+1 zusammenzĂ€hlen. Es wĂ€re viel romantischer, wenn sie nicht wĂŒsste, dass wir 
 also dass ich 

Andererseits war Mike bei meinen frĂŒheren MaibĂ€umen auch immer dabei gewesen. Ich habe verschiedenen MĂ€dchen einen vor die TĂŒr gesetzt – das gebe ich zu. In unterschiedlichen Jahren natĂŒrlich. Maibaumsetzen ist ja kein AkkordgeschĂ€ft. Aber ehrlich gesagt, fĂŒr einige der MaibĂ€ume schĂ€me ich mich noch heute. Der ein oder andere war ja auch bis mittags wieder verschwunden. FrĂŒher haben wir die BĂ€ume mit echten, selbstgemachten Stofffetzen geschmĂŒckt. Aus dem dĂŒnnen Stoff ausgedienter VorhĂ€nge. In Orange und Blau. Schade, dass wir diesmal gekaufte PapierbĂ€nder nehmen mussten. Zu bunt.
Irgendwo hatten wir noch guten alten Vorhangstoff rumliegen, aber in unserem gepflegten Jungenclub-Chaos fand man nicht immer das, was man gerade suchte.
Ich wĂŒnschte, Raffi hĂ€tte mir das mit Mike gar nicht erzĂ€hlt. Wie der nachts zu Johanna schlich. Auch wenn Raffi mich wieder einigermaßen beruhigte, indem er mehrmals betonte, die Flasche sei ja noch verkorkt, und Mike sei ja auch nicht lange bei ihr gewesen. Bei Mike musste das nichts heißen. Bei dem ging es manchmal ganz schnell und unerwartet.
Vielleicht wĂ€re es manchmal besser fĂŒr mich, wenn ich nicht alles wĂŒsste. Was brachte es mir zum Beispiel, dass ich genaue Details ĂŒber den Tod meines Vaters kannte? Und was half es, wenn ich wusste, dass Mike es auf Johanna abgesehen hatte? Wenn auch bestimmt anders als ich. Was genau wollte der eigentlich von ihr? Den Patzer aus seiner Teenagerzeit wieder wettmachen? Das sah Mike nicht Ă€hnlich. Da musste etwas anderes dahinterstecken. Wie gesagt: vielleicht muss ich nicht alles wissen.
Der Stuhlgang-Gag mit dem Papst war eine wirklich gelungene Aktion, glaube ich. Den Jungs hat’s jedenfalls gefallen. Raffi schĂ€tzte solche antiklerikalen Scherze, beichtete er mir. Die Bibelspruchscherze der Jahre davor waren eigentlich gar nicht antiklerikal gemeint. Um ehrlich zu sein: ganz im Gegenteil. Auch der Stuhl-Gag war nicht böse gemeint, und es war klar, dass unser Pastor mich deswegen nicht gleich beim Papst verpfeifen und exkommunizieren wĂŒrde. Der Pastor, der – wie schon seine beiden VorgĂ€nger – stets schĂŒtzend seine Hand ĂŒber mich hielt, gestand mir spĂ€ter, dass es bei einigen der Kirchenratsmitgliedern eine Weile gedauert hatte, bis sie kapierten, was an dem Wortspiel eigentlich lĂ€sterhaft war. Ein Messdiener musste es ihnen erst erklĂ€ren. Unser Pastor verriet mir, dass er und der Bischof, den er kĂŒrzlich in Trier getroffen hatte, sehr ĂŒber den diesjĂ€hrigen Scherz gelacht hatten.
Was dachte Johanna wohl darĂŒber? Immerhin muss sie gemerkt haben, dass ich nicht geistlos irgendwelchen Mist mache. Aber sie war sehr zurĂŒckhaltend, als wir nachts in der Kirche waren. Das galt auch fĂŒr die Kommentare danach. Herrgott verdammt, ich durfte mir nichts vormachen, ich musste mir wohl etwas Erwachseneres einfallen lassen, um sie zu beeindrucken. Es wurde Zeit, dass ich mich auf diesen Überfall konzentrierte.
Mein Problem war vielleicht, dass ich zuviel Phantasie hatte. Schon als Kind hatte ich mir in allen möglichen Situationen vorgestellt, was mein Vater wohl sagen wĂŒrde, wenn er jetzt da wĂ€re. Er ist all die Jahre mit dabei gewesen, bei sĂ€mtlichem Unsinn, den ich anstellte, und er hat mir geraten, was ich seiner Meinung nach tun sollte, und wenn es ganz brenzlig wurde, hat er sogar eingegriffen – jedenfalls habe ich mir das vorgestellt. Mit dreißig fiel mir auf, dass ich ihn mir immer noch so vorstellte, wie er auf dem Schwarz-Weiß-Bild aussah, das ein paar Monate vor seinem Tod gemacht wurde. Auf der Primstaler Kirmes beim Hammeltanz. Manchmal sah ich in den Spiegel, hielt dieses Foto neben mein Gesicht und war enttĂ€uscht, dass ich kaum Gemeinsamkeiten in den beiden GesichtszĂŒgen fand. Auch meine Augen hatte ich eindeutig von meiner Mutter. Was hĂ€tte ich dafĂŒr gegeben, eine deutliche Ähnlichkeit zwischen den beiden Gesichtern im Spiegel zu entdecken. Ich wollte aussehen wie mein Vater. FĂŒr mich war er Ende der achtziger Jahre immer noch der lachende junge Mann auf dem Schwarz-Weiß-Foto....

Table of contents

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Widmung
  4. Prolog
  5. Rafael
  6. Johanna
  7. Gabriel
  8. Mike
  9. Rafael
  10. Epilog
  11. Nachbemerkungen
  12. Anhang
  13. Impressum
  14. Werbung

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