Die Faszination des Genres ist ungebrochen - von den Klassikern des Hollywood-Sandalenfilms, ĂŒber Ritter und Piratenfilme bis hin zu modernen Abenteurern wie Indiana Jones: Der Abenteurer lebt von Traum und Phantasie, von Eleganz und Stil, und was er erlebt, ist geprĂ€gt von seiner Lust an der Welt. Der Abenteurer ist der romantische Held, der sich ĂŒber Unfreiheit und Tragödie behende hinwegsetzt.In den letzten Jahren bereicherten Elemente der Karikatur und des Exotismus das Genre, etwa in den Piraten der Karibik-Sequels und den Martial Arts-Filmen.Aus dem InhaltSandalen und Muskeln: Der AntikfilmSchwerter und Magie: Der RitterfilmTotenkopf und weiĂe Segel: Der PiratenfilmEn garde! Der Mantel & Degen-FilmDie letzten AbenteurerDie Erbschaft des Kolonialismus1975-1995: Wiedergeburt aus dem Geist der PostmoderneIndiana Jones und die Suche nach der verlorenen Unschuld

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Popular Culture in Art1995â2012: Abenteuer im Irrealis
Indiana Jones und seine Epigonen
WĂ€hrend andere unsterbliche Helden der populĂ€ren Mythologie sich durch Neubesetzungen oder gleich einen «Relaunch» verjĂŒngten, durften wir einem Kerl mit Lederhut und Peitsche beim Ălterwerden zusehen: Indiana Jones alias Harrison Ford kehrte zwanzig Jahre nach seinem letzten Abenteuer, in dem ihm sein Vater â alias Sean Connery â zur Seite gestanden hatte, auf die Leinwand zurĂŒck. Und nicht nur in seiner körperlichen Erscheinung, auch im Hintergrund der Aktionen ist das Herrschen des Chronos abzusehen. Die Zeit, in der sich der abenteuerliche ArchĂ€ologe vor allem mit Nazis und ihren Verschwörer-Helfern herumschlagen musste, ist in Steven Spielbergs RĂŒckkehr zu seinem nostalgischen Pulp Fiction-Helden in Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull ( Indiana Jones und das Königreich des KristallschĂ€dels ) vorbei. Wir schreiben das Jahr 1957, wir sind auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Nachdem Indy und sein GefĂ€hrte Mac (Ray Winstone) mit knapper Not einer Rotte von sowjetischen Agenten entkommen sind, die unter der FĂŒhrung der PSI-fĂ€higen Irina Spalko (Cate Blanchett) die Abenteurer zwingen wollten, eine geheimnisvolle Reliquie zu suchen, kehrt Mr. Jones an seine UniversitĂ€t zurĂŒck. Aber auch da hat der besagte Kalte Krieg seine Spuren hinterlassen. Der Leiter des Marshall Colleges (Jim Broadbent) muss seinem Freund mitteilen, dass die jĂŒngsten Projekte von Professor Jones das Misstrauen der Regierung erweckt haben und man ihn unter Beobachtung gestellt hat. Gleichzeitig wurde die UniversitĂ€t unter Druck gesetzt, ihm die Professur zu entziehen. Indiana Jones verlĂ€sst zornig die Stadt und begegnet dem jungen Mutt (Shia Labeouf), der ihm eine gemeinsame Mission vorschlĂ€gt, bei der es fĂŒr den Professor um den wohl bedeutendsten archĂ€ologischen Fund seiner Karriere ginge: den KristallschĂ€del von Akator. NatĂŒrlich ist auch eine Gruppe sowjetischer Elitesoldaten unter FĂŒhrung der ehrgeizigen Irina Spalko hinter dem Schatz im peruanischen Dschungel her, wĂ€hrend Indy nun auch von seiner alten Freundin Marion (Karen Allen) UnterstĂŒtzung erhĂ€lt. Altes und Neues, Vertrautes und ZeitgemĂ€Ăes werden miteinander verwoben; es ist wie die Wiederbegegnung mit alten Bekannten, die zwar schon bessere Zeiten gesehen haben, aber den alten spirit nicht verloren haben.
Das Tempo des Films, wiewohl gespickt mit Wendungen, Verrat, Gadgets und Spezialeffekten, passt sich dann doch dem des Ă€lter gewordenen Helden an, und zugleich scheint es Spielberg, Lucas und Ford gerade darauf anzukommen, einen schön «altmodischen» Abenteuerfilm zu machen. Es ist die LĂ€ssigkeit Ă€lterer Herren am Werk, die nichts mehr beweisen mĂŒssen, durchaus vergleichbar den alten Meistern des Western im Herbst dieses Genres, und so wie dort kann sich auch hier der alternde Held im Wettstreit mit dem Jungen auf freundlichste Weise selbst parodieren und die Begleiterscheinungen des Alters ironisch zur Sprache bringen. Aber auch an Indiana Jones und seinen Abenteuern ist das Zeitalter der Digitalisierung nicht spurlos vorĂŒber gegangen. Auch in Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull gibt es die eine oder andere Szene, die direkt aus einem Computer Game zu entstammen scheint. So verlangten die Fans â und George Lucas und Stephen Spielberg versprachen es fĂŒr den fĂŒnften und nun «definitiv» letzten Teil â noch mehr zum «altmodischen» und «handgemachten» Actionstil des Abenteuers zurĂŒckzukehren.
Dem Entwicklungsstand der Filmsprache eher entsprach National Treasure ( Das VermĂ€chtnis der Tempelritter ; 2004, Regie: John Turteltaub), wenngleich auch hier auf eine Old School-Abenteuergeschichte fĂŒr die ganze Familie gesetzt wurde. Der Film erzĂ€hlt von dem ArchĂ€ologen Benjamin Franklin Gates (Nicolas Cage), der sich auf der Suche nach dem sagenhaften Schatz der Tempelritter befindet, weil seine Familie seit Generationen nach diesem Geheimnis jagt, den die amerikanischen GrĂŒndervater vergraben haben sollen. SchlieĂlich finden er und sein Freund Riley (Justin Bartha) den entscheidenden Hinweis: In einer Geheimschrift wurde er von den Pilgrim Fathers auf der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung verewigt. Doch die Urkunde wird streng bewacht, das war ja klar. Die Wissenschaftlerin Dr. Abigail Chase (Diane Kruger) vom Nationalarchiv in Washington kann zu dem Dokument gelangen, und das Ganze ergibt einen Wettlauf mit der Zeit, denn Gatesâ Erzfeind Howe (Sean Bean) ist dem Schatz ebenfalls auf der Spur. National Treasure scheint so etwas wie ein Abenteuerfilm ohne Seele und Dringlichkeit: Die persönliche Involvierung des Helden in das Abenteuer seines Lebens bleibt weitgehend eine Drehbuch-Behauptung, mehr dagegen scheint es um das Abarbeiten von Stationen und Effekten zu gehen. Und das Abenteuer hat seinen Geist der Ăberschreitung beinahe verloren, so sehr unterwirft es sich dem Schema von Aktion und Reaktion in einer VergnĂŒgungspark-Dramaturgie. Aber SpaĂ macht das Zusehen dennoch allemal, denn anders als in der leisen und ironischen Melancholie von Indiana Jones ist in National Treasure der groĂe Verlust des Abenteuers in der Postmoderne hinter Geschwindigkeit, Effekt und Verschwörungsschwurbel beinahe vollkommen verborgen.
Als Fortsetzung, nach einem Einspielergebnis von 350 Millionen Dollar des ersten Filmes unvermeidlich, entstand 2007 und wieder unter Turteltaubs Regie National Treasure: Book of Secrets ( Das VermĂ€chtnis des geheimen Buches ), und wieder geht es um die Verbindung von Schatzsuche, familiĂ€rer und nationaler Geschichte. Im Mittelpunkt steht nun die Ermordung von Abraham Lincoln durch den Schauspieler John Wilkes Booth. WĂ€hrend er auf dem Weg zum Ford Theatre ist, hat der Ur-UrgroĂvater des Helden, Thomas Gates, eine verschlĂŒsselte Nachricht erhalten: Thomas erkannte nach der Entzifferung, dass Booth und ein Komplize den Schatz aus finsteren politischen Motiven suchten, um der Sache der Konföderierten auch nach dem BĂŒrgerkrieg zum Sieg zu verhelfen. Er warf die Seiten des Tagebuchs ins Feuer und der zweite Mann erschoss ihn. Als Benjamin Gates die Geschichte seines Ur-UrgroĂvaters bei einer Konferenz der «Civilian Heroes» erzĂ€hlt, taucht der SchwarzmarkthĂ€ndler Mitch Wilkinson (Ed Harris) auf und behauptet, einer seiner Vorfahren sei Mitverschwörer des Attentats gewesen. Als Beweis prĂ€sentiert er eine der verschollenen achtzehn Seiten des Tagebuchs, auf der, der Name von Thomas Gates steht. So muss Benjamins Vorfahr als eigentlicher Drahtzieher hinter dem Attentat auf den PrĂ€sidenten erscheinen. Benjamin will den Namen seine Ahnen reinwaschen und macht sich mit seinem Freund Riley Poole und seiner Ex Abigail Chase an die Recherche. Mit Hilfe einer Spektralanalyse kommen sie auf die Spur von Ădouard RenĂ© Lefebvre de Laboulaye und finden in der Fackel der Replik der Freiheitsstatue in Paris einen Tisch, den einst Queen Victoria aus dem Holz des britischen Handelsschiffes Resolute machen lieĂ. Ein weiterer dieser Schreibtische befindet sich im Buckingham Palace. Ein wichtiger Hinweis wird auf einem prĂ€kolumbianischen HolzstĂŒck gefunden, das Ben auf einer wilden Verfolgungsjagd noch «blitzen» lassen kann, bevor es in Wilkinsons HĂ€nde gerĂ€t. Patricks Ex-Ehefrau Emily entziffert die olmekischen Zeichen und erkennt, dass sie unvollstĂ€ndig sind. So muss eine zweite der Planken gefunden werden, die sich mittlerweile im «Oval Office» befindet. Doch bei ihrem Einbruch findet Ben den Abdruck eines Stempels mit dem Siegel des Geheimen Buches des PrĂ€sidenten und darin Hinweise auf Informationen ĂŒber das Kennedy-Attentat oder die Watergate-AffĂ€re. Ben und seinen Freunden gelingt es durch einen Trick die Geburtstagsparty des PrĂ€sidenten am Mount Vernon stattfinden zu lassen. Bei den Feierlichkeiten lockt Ben den PrĂ€sidenten in einen geheimen Tunnel unter dem Haus, um Informationen ĂŒber das Buch zu erlangen. So erfĂ€hrt er, dass es sich in der Library of Congress befindet, und der PrĂ€sident bittet ihn, unbedingt die Seite 47 zu studieren. Verfolgt von den Behörden findet Ben heraus, dass PrĂ€sident Coolidge das Mount Rushmore National Memorial nur zu dem Zweck errichtete, die Entdeckung des Schatzes zu verhindern. Zu allem Ăberfluss hat Mitch unterdessen Bens Mutter entfĂŒhrt und weitere Hinweise aus einem Brief der Königin an einen seiner Vorfahren gefunden, so dass er den Eingang zu einer Höhle findet, den Eingang zur legendĂ€ren Goldstadt «Cibola» der prĂ€kolumbianischen Bewohner Amerikas. Die Freunde werden in der Höhle eingeschlossen und verlieren sich aus den Augen; jeder muss erst einmal auf sich allein gestellt um sein Leben kĂ€mpfen, und als sie endlich wieder beieinander sind, droht ein Wassereinbruch die Stadt und alle, die sich in ihr befinden, zu vernichten. Endlich finden sie die zentrale Pyramide und einen möglichen Ausgang. Doch um den offen zu halten, muss sich jemand opfern. GlĂŒcklicherweise aber ist Mitch Wilkinson zum richtigen Zeitpunkt am falschen Ort. Nachdem Ben sich und seine Familie rehabilitiert hat, kommen auch Ben und Abigail wieder zusammen.
So viele Drehbuch-Wendungen wie ein Mozart-StĂŒck Noten hat, und dennoch wirkt dieses kleine MeisterstĂŒck des post-postmodernen Abenteuerkinos mitsamt seiner einigermaĂen absurden Umdeutungen historischer Ereignisse ermattet, weil es die Unrast des Abenteuers, seinen Aufbruch nicht mehr erklĂ€ren kann, aber auch keinen Ton des Abschieds findet. Die National Treasure -Filme sind das reinste Popcorn-Kino mit vielen Attraktionen aber ohne die selbstironischen Kniffe der Indiana Jones -Serie; sie haben ein nur sehr loses VerhĂ€ltnis zum eigenen Medium und zum eigenen Genre. Zum Merchandising der Serie gehörte, neben den gewohnten Comics und Computergames, eine Serie von JugendbĂŒchern um die «Gates-Family Mysteries». Es war, als setzte sich die Rastlosigkeit des Stationen-Abenteuers in einem rastlosen Konsum ohne Folgen fort. John Turteltaub und Nicolas Cage taten sich (nach den eher flauen Rezensionen zu diesem Film und den gerade noch befriedigenden Einspielergebnissen) erneut zusammen, um mit The Sorcererâs Apprentice ( Duell der Magier ; 2010) einen nun mehr Mystery-orientierten Film vorzulegen, der indes in der Rhythmik und Gestaltung, aber auch was die etwas seelenlose Trick-Parade anbelangt, an die VorlĂ€ufer anschlieĂt. Cage ist nun Balthazar Blake, ein Magier im Manhattan von heute, der die Stadt gegen seinen Feind Maxim Horvath (Alfred Molina) verteidigen muss, und wieder schart der Held eine Gruppe von Freunden um sich, darunter den zunĂ€chst unscheinbaren Dave Stutler (Jay Baruchel), den er in die Kunst seiner Magie einfĂŒhrt.
Auf jeden Fall schien in diesen Jahren die Zeit fĂŒr Schatzsuche und geheimnisvolle GrĂ€ber mit mehr als einem Hauch von Nostalgie durchaus nicht ĂŒbel fĂŒr einen Publikumserfolg. Das Interesse am Dekorativen und an der einen oder anderen kleinen Anachronie aus dem Steampunk, der sich als nostalgischer Seitenzweig der Sciene-Fiction im Retro-Look entwickelt hatte, und die Lust am Abenteuer mit viel Action und Körpereinsatz vermischten sich zu Beginn des Jahrhunderts, das selber noch unentschieden schien, ob es ein «boring age» werden oder einfach den Weltuntergang auf Raten bringen sollte. Das Abenteuer als schöne Form der Welt- und Selbsterfahrung jedenfalls war eine Sache der Vergangenheit. Die Welt produziert keinen Ăberschuss an Suggestion mehr. Ihr ist vor allem mit einem Ăberschuss an kinetischer Energie zu begegnen. Und das schönste Abenteuer war immer gestern.
Diese Nostalgie des Abenteuers bestimmt auch schlichte Familienunterhaltung wie Hanuman ( Hanuman â Im Königreich der Affen ; 1998, Regie: Fred Fougea), der in französisch-indischer Gemeinschaftsproduktion entstand und die Geschichte des Sohnes eines ArchĂ€ologen erzĂ€hlt, der ins Land seiner Geburt zurĂŒckkehrt, in das Königreich des Affengottes in den Bergen SĂŒdindiens. Hier muss er das bedrohte Paradies gegen Wilddiebe und SchatzrĂ€uber verteidigen, wobei ihm ein einsamer Mönch und ein kleiner Affe beistehen. Deftiger und irrealer geht es in The Dinosaur Hunter ( Der Schatz der Dinosaurier ; 2000, Regie: Rick Stevenson) zu, der in die dreiĂiger Jahre zurĂŒckfĂŒhrt. Der PalĂ€ontologe Jack (Simon MacCorkindale) sucht in der kanadischen Provinz nach den Ăberresten der Saurier; auch sein Rivale Hump (Christopher Plummer) ist hinter den wertvollen Gebeinen her, und bald geraten sie gefĂ€hrlich aneinander.
Der schöne Nonsense des Abenteuers, der Mystery-Glamour versunkener Kulturen, und die neue Welle der populĂ€ren Wissenschaft («Edutainment») begegneten sich gelegentlich auf mehr oder weniger vergnĂŒgliche Art. Eine historisch-dokumentarische Version des archĂ€ologischen Abenteuer bietet etwa die TV-Serie Egypt (2005, Regie: Ferdinand Fairfax), der als Zweiteiler entstand. Der englische Wissenschaftler Howard Carter (Stuart Graham) reist, finanziert von Lord Carnarvon (Julian Wadham), nach Ăgypten, um das Grab des Pharaos Tutenchamun zu suchen; dabei scheint er bereit, einige eherne Regeln der ArchĂ€ologie und Diplomatie zu missachten. Nachdem er 1922 das Grab gefunden hat, will Carnavaron den Fund ökonomisch verwerten und trifft dabei auf den Widerstand der Ă€gyptischen Behörden. Aber natĂŒrlich wird auch hier nicht ernsthaft ĂŒber das VerhĂ€ltnis von ArchĂ€ologie und Kolonialismus nachgedacht. UnbekĂŒmmert bedient sich auch das B-Movie Riddles of the Sphinx ( Das RĂ€tsel der Sphinx ; 2008, Regie: George Mendeluk) sowohl an den Indiana Jones - und Lara Croft -Filmen als auch an den ArchĂ€ologie-Mysteries der Mummies -Art. Bei den ĂŒblichen Ausgrabungen wird die monströse Sphinx freigesetzt, und nur der Historiker Robert (Lochlin Meyer) und die Wissenschaftlerin Jessica (Dina Meyer) sowie deren Tochter Karen (Emily Tennant) können es stoppen: Die Sphinx, wie es so ihre Art ist, kann nĂ€mlich nur durch das Lösen komplizierter RĂ€tsel bezwungen werden.
Eine deutsche Variante der Mystery-History-Abenteuer durfte nicht fehlen. In Das Blut der Templer (2004, Regie: Florian Baxmeyer) erfĂ€hrt David (Mirko Lang), dass Robert von Metz (Harald Krassnitzer), GroĂmeister der Tempelritter, sein Vater ist. Und der verlangt von ihm, dass er selber als nĂ€chster GroĂmeister den Heiligen Gral beschĂŒtzen soll. Aber dazu muss er mit seiner Mutter Lucrezia (Catherine Flemming) brechen. Sie wird zur erbitterten Gegnerin der beiden MĂ€nner. Wenigstens teilweise zurĂŒck in die Wirklichkeit fĂŒhrt Der geheimnisvolle Schatz von Troja (2007, Regie: Dror Zahavi). Der Film verknĂŒpft die Geschichte der groĂen Entdeckungen Heinrich Schliemanns im Jahr 1868, der nur mit der Beschreibung der Ilias in der Hand das sagenhafte Troja finden will, mit Seitenblicken auf den Geist der Epoche. Mit bescheidenen Mitteln macht Schliemann sich mit seiner Expedition auf den Weg; er setzt dabei sein ganzes, ĂŒbrigens mit WaffengeschĂ€ften erworbenes, Vermögen ein, und nachdem er vorher in Athen noch die Tochter eines verarmten Kaufmanns geheiratet hat, damit eine griechische Frau an seiner Seite ist, kommt er seinem Ziel in der Tat nahe. Doch als sich sein Erfolg abzeichnet, tritt sein schĂ€rfster Widersacher, Oskar Naumann â im Gegensatz zu Schliemann akademischer ArchĂ€ologe und bei Kaiser Wilhelm in hoher Gunst stehend â auf den Plan. Die Fakten werden mit einigen abenteuerlichen Spekulationen verknĂŒpft, die etwas dĂŒrftige Handlung mit Postkarten-Bildern gestreckt. Aber Der geheimnisvolle Schatz von Troja wagt es wenigstens, am Bild der «unschuldigen» Suche nach den Monumenten an der «Wiege der europĂ€ischen Geschichte» zu kratzen.
Agathe contre Agathe ( Das Geheimnis der Pyramide ; 2007, Regie: Thierry Binisti) erzĂ€hlt, in der Form des Zweiteilers, von einer jungen Doktorandin (CĂ©cile Bois), die ĂŒber Geheimgesellschaften forscht, als eine Tote aus der Seine gezogen wird, die ihr aufs Haar gleicht, und in deren Wohnung dasselbe Manuskript gefunden wird, an dem auch Agathe arbeitete. Mit der Hilfe ihres Doktorvaters kommt sie auf die Spur einer uralten Freimaurerloge, von deren Existenz natĂŒrlich niemand etwas wusste. WĂ€hrenddessen versuchen die Polizisten Le Karvalec (Francois Vincentelli) und Emma Moretti (Constance DollĂ©) Licht in die AffĂ€re zu bringen, wĂ€hrend eine mysteriöse E-Mail Agathe den baldigen Tod voraussagt.
Held des TV-Zweiteilers El Dorado ( El Dorado â Auf der Suche nach der goldenen Stadt; 2009, Regie: Terry Cunningham) ist der ArchĂ€ologe Wilder (Shane West), der wieder einmal in den Besitz eines «alten, geheimnisvollen Buches» aus dem Nachlass eines verstorbenen Freundes gelangt, das den Weg zum Zentrum aller Schatzsucher â die Goldstadt El Dorado in Peru â weist. Ein Söldner (Luke Gross) und die peruanische Armee wollen seiner Suche ein blutiges Ende machen. Was immer die Helden dieser Serie unternehmen, es endet mit SchieĂereien und SchlĂ€gereien, so dass das Ganze zur Action-Nummernrevue wird; fĂŒr den Atem des Abenteuers bleibt da nur noch wenig Zeit. Das schreckliche Geheimnis (in Form von vier Amuletten des Gottes Baal) steht auch im Zentrum von Baâal ( Baâal â Das VermĂ€chtnis des Sturmgottes ; 2008, Regie: Paul Ziller), wo ein todgeweihter ArchĂ€ologe (Scott Hylands) mit einer gestohlenen Schatzkarte die gefĂ€hrlichen Kleinodien finden will, daran aber gehindert werden soll, weil wieder einmal die Welt untergehen soll, wenn die vier Elemente zusammengef...
Table of contents
- Sandalen und Muskeln: Der Antikfilm
- Schwerter und Magie: Der Ritterfilm
- Totenkopf und weiĂe Segel: Der Piratenfilm
- En garde! Der Mantel- und Degen-Film
- Die letzten Abenteurer
- Die Erbschaft des Kolonialismus
- 1975-1995: Wiedergeburt aus dem Geist der Postmoderne
- 1995-2012: Abenteuer im Irrealis
- Anhang
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