"Sind wir eigentlich schuldig geworden?"
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"Sind wir eigentlich schuldig geworden?"

Lebensgeschichtliche ErzÀhlungen von Tiroler Frauen der Bund-Deutscher-MÀdel-Generation

  1. 312 pages
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"Sind wir eigentlich schuldig geworden?"

Lebensgeschichtliche ErzÀhlungen von Tiroler Frauen der Bund-Deutscher-MÀdel-Generation

About this book

Die erste Monografie zum BUND DEUTSCHER MÄDEL IN TIROL bietet erhellende Einblicke in die Bedeutung und Funktionsweise dieser NS-Jugendorganisation und zeigt, wie manche Frauen dadurch im "Dritten Reich" Kariere machen konnten.CLAUDIA RAUCHEGGER-FISCHER wertete 30 LEBENSGESCHICHTLICHE INTERVIEWS mit Frauen der BDM-Generation in Tirol aus, darunter 13 BDM-FĂŒhrerinnen, zehn davon hatten sich bereits als Illegale engagiert. In der Studie werden zum einen die ANZIEHUNGSKRAFT DES NATIONALSOZIALISMUS auf junge Frauen und zum anderen die ERZÄHLMUSTER, ERINNERUNGSLOGIKEN und VERARBEITUNGSSTRATEGIEN der nun betagten Frauen dargestellt. Dies geschieht anhand mehrerer typischer biografischer Fallbeispiele und ausgewĂ€hlter Themen: Volksgenossinnen versus Juden/JĂŒdinnen; Beziehungen versus Ideologie; TĂŒchtigkeit versus Scheitern; soziale Deklassierung und Schuldabwehr, Hitlermythos; Entnazifizierung; Verlust der "Ideale", IdentitĂ€ten, "Sehnsucht nach Vergangenheit".

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Information

Publisher
StudienVerlag
Year
2018
Edition
1
eBook ISBN
9783706559430

Anmerkungen

1Irene G. selbst hat sich bereits 1945, wohl auch durch die Freundschaft mit einem amerikanischen Soldaten, von ihrer idealistischen Begeisterung distanziert und mit ihrer Tochter kritisch ĂŒber diese Zeit gesprochen. Da sie bereits 1992 verstarb, befindet sie sich nicht unter den Interviewten.
2Vom FrĂŒhjahr 2009 bis zum Herbst 2011 wurden 22 Frauen interviewt, außerdem standen sechs Interviews von Ruth Frömpter, die fĂŒr ihre Diplomarbeit „Wir waren alles Idealisten“ Ende der 1990er Jahre Frauen der BDM-Generation befragt hatte, zur VerfĂŒgung. Ruth FRÜMPTER, Wir waren alles Idealisten. Biographische Rekonstruktion: Innsbrucker FĂŒhrerinnen im Bund Deutscher MĂ€del, phil. Diplomarbeit, Innsbruck 2000. Zwei weitere Interviews fĂŒhrten Matthieu Koroknai und eine Verwandte von CĂ€cilia V. Von Ulla V./CĂ€cilia V. – es handelt sich um die gleiche Person – liegen also zwei unterschiedliche Interviews vor.
3Dana GIESECKE/Harald WELZER, Das Menschenmögliche. Zur Renovierung der deutschen Erinnerungskultur, Hamburg 2012, S. 27.
4Es geht um die Wirksamkeit von Erinnerungen, von Überlieferung, von Traditionen oder sogar von kollektiven Mythen. Vgl. Alexander von PLATO, Zeitzeugen als historische Zunft. Erinnerung, kommunikative Tradierung und kollektives GedĂ€chtnis in der qualitativen Geschichtswissenschaft; Ein Problemaufriss, in: Alexander von Plato (Hg.), BIOS Zeitschrift fĂŒr Biographieforschung und Oral History, Leverkusen–Opladen 2000, S. 5–29, S. 27.
5Ruth Frömpter, die mir sechs Interviews zur VerfĂŒgung stellte, hielt es bei den von ihr transkribierten Interviews ebenso, ich kenne daher die IdentitĂ€t dieser Frauen nicht. Ein Verzeichnis der Interviews findet sich auf S. 309.
6Diese Vorgangsweise orientiert sich an wichtigen Werken der österreichischen Erinnerungskultur- und Frauengeschichtsforschung: Margit REITER, Die Generation danach. Der Nationalsozialismus im FamiliengedĂ€chtnis, Innsbruck 2006; Gabriella HAUCH, Frauen im Reichsgau Oberdonau. Geschlechtsspezifische Bruchlinien im Nationalsozialismus (Oberösterreich in der Zeit des Nationalsozialismus 5), Linz 2006; Waltraud KANNONIER-FINSTER/Meinrad ZIEGLER (Hgg.), Exemplarische Erkenntnis. Zehn BeitrĂ€ge zur interpretativen Erforschung sozialer Wirklichkeit, Innsbruck 1998; Johanna GEHMACHER/Gabriella HAUCH (Hgg.), Frauen- und Geschlechtergeschichte des Nationalsozialismus. Fragestellungen, Perspektiven, neue Forschungen (Querschnitte 23), Innsbruck 2007; Johanna GEHMACHER, Jugend ohne Zukunft. Hitler-Jugend und Bund Deutscher MĂ€del in Österreich vor 1938, Wien 1994; Dagmar REESE, Straff, aber nicht stramm – herb, aber nicht derb. Zur Vergesellschaftung von MĂ€dchen durch den Bund Deutscher MĂ€del im sozialkulturellen Vergleich zweier Milieus (Ergebnisse der Frauenforschung 18), Weinheim 1989; Dagmar REESE (Hg.), Die BDM-Generation. Weibliche Jugendliche in Deutschland und Österreich im Nationalsozialismus (Potsdamer Studien 19), Berlin 2007; Almut LEH, Probleme der Archivierung von Oral-History-Interviews [http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/viewFile/1025/2210], eingesehen am 1.10.2018.
7Zitierweise der Interviews aus dem Privatarchiv der Verfasserin: Die Quellenangabe am Ende der zitierten Interviewpassage enthĂ€lt das Pseudonym und die Seitenangabe des Transkripts (z. B. Lotte M., 3), ebenso wurde bei Zitaten aus den Textdateien, die mir von der Schwiegertochter von CĂ€cilia V., von Matthieu Koroknai und Ruth Frömpter zur VerfĂŒgung gestellt wurden, verfahren.
8Fritz SCHÜTZE, Zur Hervorlockung und Analyse von ErzĂ€hlungen thematisch relevanter Geschichten im Rahmen soziologischer Feldforschung [http://nbn-resolving.de/urn:nbn: de:0168-ssoar-56350], MĂŒnchen 1976, eingesehen am 1.10.2018; Ralf BOHNSACK, Rekonstruktive Sozialforschung. EinfĂŒhrung in qualitative Methoden, Opladen 2010, S. 92.
9REITER, Die Generation danach; Olaf JENSEN, ...

Table of contents

  1. Cover
  2. Titel
  3. Inhaltsverzeichnis
  4. Vorwort des Herausgebers
  5. Einleitung
  6. Der BDM in Tirol – ein Abriss
  7. Das deutschnationale Milieu
  8. Die AttraktivitĂ€t einer Diktatur – sieben Einzelfallstudien
  9. „Sind wir eigentlich schuldig geworden?“
  10. „Wir waren die bösesten Menschen der Erde“ – Bindungen an die NS-Vergangenheit
  11. Anmerkungen
  12. AbkĂŒrzungsverzeichnis
  13. Literaturverzeichnis
  14. Verzeichnis der Interviews
  15. Bildnachweis
  16. Impressum

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