Eine Einführung in die Daltonplan-Pädagogik
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Eine Einführung in die Daltonplan-Pädagogik

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Eine Einführung in die Daltonplan-Pädagogik

About this book

Der Daltonplan ist ein modernes Instrument der Schulentwicklung und Schulerneuerung.Die wesentlichen Elemente des Daltonplans sind: - das selbst verantwortete Lernen nach Pensenblättern, - das Lernen in Freiheit, - das ergebnisorientierte Lernen innerhalb einer bestimmten Periode.Der Daltonplan ist eine Methode, von der wir noch viel lernen und die wir nach den regionalen Bedürfnissen immer wieder anpassen und aktualisieren können. Besonders für die Sekundarstufe und für die Hochschule bietet der Daltonplan Anleitungen zum individuellen Lernen und Studieren. Beim computerorientierten Lernen ist der Daltonplan ein wichtiges Hilfsmittel.Der Daltonplan ist ein "way of life" (Helen Parkhurst) - dieses Buch eine gelungene Übersicht dazu!

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Information

Year
2015
eBook ISBN
9783706557917

Georg Neuhauser/Helga Wittwer

Das COOL*-Projekt
Der Daltonplan in der Sekundarstufe II Ein Dalton-inspirierter Schulentwicklungsprozess an der BHAK/BHAS-Steyr

Wie alles anfing

„Horrortrip“ Handelsschule

Am Anfang stand ein gehöriges Maß an Unzufriedenheit und Frustration.
Einige von uns hatten die Nase voll. Nichts schien mehr zu gehen. Viele Kollegen bezeichneten die Unterrichtsarbeit speziell in den ersten Handelsschulklassen als „Horrortrip“.
Die dreijährige Handelsschule – früher einmal geachtet und begehrt – ist durch den Aufschwung der Handelsakademie scheinbar vielerorts zur ungeliebten Restschule verkommen. Trotz neu eingeführter Abschlussprüfung und damit verbundener Berufsberechtigungen ist diesem Schultyp offensichtlich eine klare Berufsaussicht abhanden gekommen. Die dadurch entstandene Orientierungslosigkeit wirkt sich – wie man sich denken kann – einigermaßen negativ auf Motivation, Einstellung gegenüber der Schule und Selbstbewusstsein bei den Schülern aus.
Die damit verbundene ausgesprochen schwierige Unterrichtssituation wurde durch folgende Probleme zusätzlich verschärft:
• Auf Grund der in der Region herrschenden Lehrstellenknappheit drängen viele Schüler in diese Schule, obwohl sie eigentlich gar nicht dorthin wollen.
• Die dreijährige Ausbildungsvariante erweist sich für Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache offensichtlich als besonders attraktiv. Diese Tatsache brachte uns Ausländeranteile pro Klasse von bis zu 40 %.
• Die Zahl der behinderten und verhaltensauffälligen Kinder, die u. a. aus den Integrationsklassen der Hauptschulen zu uns kommen, nimmt auffällig zu.
• Hohe Dropout-Quoten (von der ersten bis zur dritten Klasse oft über 50 %) und der große Anteil von Umsteiger (aus anderen Schultypen) und Repetenten steigern die Fluktuationsrate (pro Klasse und Jahr) enorm.
Wir Lehrer fühlten uns also zunehmend überfordert. Von „offizieller Seite“ (Schulleitung, Landesschulrat, Ministerium) wurden (bzw. werden) die Probleme kaum wahrgenommen oder einfach negiert. Frei nach dem Motto „Was nicht sein darf, das kann auch nicht sein“ gab/gibt es in unserem Schultyp kaum Fortbildungsangebote im pädagogisch-sozial-psychologischen Bereich (z.B. Supervisionsgruppen, Persönlichkeitsentwicklung für Lehrer, Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern, Ausländer- und Behindertenpädagogik), geschweige denn eine ernsthafte Auseinandersetzung mit alternativen, schüler- und problembezogeneren Formen der Unterrichts- und Erziehungsarbeit.
Im Vordergrund steht daher immer noch die reine Vermittlung von Fachwissen in Form von Frontalunterricht, womit man nicht nur im Fall der „schwierigen“ Handelsschule permanent an Grenzen stößt. Dass die Handelsschule und mit ihr ähnliche Schultypen (wie etwa HBLA, HTL) schneller in eine Krise geraten können oder – positiv gesagt – sensibler reagieren, liegt auf der Hand.
Unsere wichtigsten Erfahrungen kurz zusammengefasst:
• Durch die eklatanten Unterschiede im Hinblick auf das Leistungsniveau bzw. auf die Leistungsfähigkeit der Schüler war der traditionelle undifferenzierte Frontalunterricht nicht mehr aufrechtzuerhalten.
• Soziale Spannungen in den Klassen, die in offenen Konflikten, erhöhter Aggressionsbereitschaft und verstärkter Außenseiterproblematik ihren Ausdruck fanden, waren mit herkömmlichen Methoden immer schwerer in Griff zu bekommen.
• Mangelndes Verantwortungsbewusstsein der Schüler das eigene Lernen betreffend, gepaart mit zunehmender Hilflosigkeit auf Seiten der Lehrer und der Erziehungsberechtigten, ließ die Zahl der – teilweise unentschuldigten – Fehlstunden pro Klasse in Besorgnis erregendem Ausmaß ansteigen.
Besonders hilfreich im Hinblick auf die Reflexion unserer Unterrichtsarbeit und damit auch auf die Auseinandersetzung mit der Situation in der Handelsschule war die seit 1993 an unserer Schule existierende Supervisionsgruppe. Einmal im Monat trafen und treffen sich zehn bis zwölf Kollegen unter der Leitung eines außerschulischen Supervisors zur Aufarbeitung ihres schulischen Alltags. In vielen Berufen mit sozialen Aufgabenstellungen schon längst zur professionellen Routine und zum unverzichtbaren Bestandteil der Arbeit geworden, ist Supervision in österreichischen Schulen noch lange keine Selbstverständlichkeit.

Not macht erfinderisch

Es muss zu Beginn des Schuljahres 1995/96 gewesen sein, als wieder einmal das „Leiden an der Handelsschule“ im Mittelpunkt einer Besprechung stand. Sehr bald wurde uns klar, dass es nur zwei Möglichkeiten gab: Entweder – auf gut Österreichisch – weiterwursteln wie bisher oder mit einer gezielten Initiative etwas Neues ausprobieren. Weil von „oben“ keine Lösung zu erwarten war, gab es zu eigenen Ideen und eigenem Einsatz und Engagement keine Alternative. Dieses Neue musste einerseits auf die Veränderung der konkreten Unterrichtsarbeit im Hinblick auf die Stärkung des Verantwortungsbewusstseins bei den Schülern abzielen, andererseits die soziale Kompetenz der Klasse verbessern.
Und noch etwas war uns ganz wichtig: Es musste uns Lehrern den Spaß und die Lust an unserer Arbeit wiederbringen.
Die Grundidee war auf dem Tisch und die Grundsatzentscheidung zur gemeinsamen Umsetzung war gefallen. Was sich für den Erfolg unseres Projektes bald als besonders wesentlich herausstellen sollte:
1. Die Entscheidung wurde gemeinsam und nicht von einem hochmotivierten Individualisten im Alleingang getroffen.
2. Im Vordergrund stand nicht nur, etwas für die Schüler zu tun, sondern ebenso die Absicht, durch mehr Miteinander für uns selbst etwas zu erreichen.
Auf der Suche nach für uns brauchbaren Ansätzen, die ihre Bewährungsprobe im Schulalltag bereits bestanden hatten, stach natürlich sofort die breite Palette der reformpädagogischen Konzepte ins Auge. Einerseits kannten wir die verschiedenen Richtungen aus der Literatur, andererseits waren es die Erfahrungen mit reformorientierter Pädagogik in Kindergarten und Grundschule unserer eigenen Kinder, die uns auf diese Spur brachten. Offen war nur noch die Frage:Welches Modell passt am besten zu uns? Anders gesagt:Welcher reformpädagogische Ansatz lässt sich am erfolgreichsten in die pädagogische Wirklichkeit einer berufsbildenden mittleren Schule für 14- bis 17-Jährige integrieren?
Im Frühjahr des Jahres 1996 erreichte unsere Aufbruchstimmung ihren Höhepunkt. Gemeinsam – in der Zwischenzeit hatte sich ein Lehrerteam gebildet, das im Herbst in einer ersten Handelsschulklasse mit der „anderen“ Unterrichtsarbeit beginnen wollte – besuchten wir Gymnasien und Hauptschulen in ganz Österreich, an denen Projekte und Initiativen zu „Offenem Lernen“ durchgeführt wurden, fuhren zu diversen Seminaren, luden Kollegen zu schulinternen Fortbildungsveranstaltungen nach Steyr ein und studierten die Fachliteratur.
Ein Besuch am Drenthe College, einer berufsbildenden Schule in Meppel/Holland, den wir im Vorfeld eines eigens initiierten EU-Comenius-Projektes machten, gab uns dann den entscheidenden Impuls. Seit vielen Jahren wurde dort nach dem bei uns bislang wenig bekannten Daltonplan gearbeitet. Natürlich kannten wir Helen Parkhursts Arbeitsidee aus der Literatur, im Drenthe College konnten wir aber den Daltonplan erstmals in der Praxis erleben. Dass es sich beim Drenthe College um eine – nach Meinung der Öffentlichkeit auch noch recht erfolgreiche – berufsbildende Schule handelte, gab uns den nötigen Rückhalt für unser eigenes Vorhaben. Die österreichischen Reformpädagogikmodelle bezogen sich damals fast ausschließlich auf die Volksschule bzw. die Unterstufe (10- bis 14-Jährige) und erfassten ledig...

Table of contents

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Inhalt
  5. Vorwort
  6. Einführung A Way of Life
  7. Der Daltonplan – ein Überblick
  8. Zwischen Wahrheit und Legende
  9. Der Daltonplan Eine zukunftsfähige Unterrichtskonzeption für die Sekundarschule?
  10. Textstellen aus: „Education on the Dalton Plan“ von Helen Parkhurst
  11. Schulentwicklung am Beispiel einer Grundschulklasse
  12. Das COOL*-Projekt Der Daltonplan in der Sekundarstufe II Ein Dalton-inspirierter Schulentwicklungsprozess an der BHAK/BHAS-Steyr
  13. Die Freiheit „Daltonisieren“ nach den Prinzipien Freiheit, Kooperation und „Budgeting Time“
  14. Literaturhinweise
  15. Autorennotizen zum Daltonplanbuch