Die bisher erschienenen Ăsterreichischen WohnhandbĂŒcher 1995, 1997, 2004, 2007 und 2010 zeigen deutlich den raschen Wandel der Rahmenbedingungen im österreichischen Wohnbau. Im neuen Wohnhandbuch 2013 wird eine vertiefte Einsicht in die Situation des Wohnbaus in Ăsterreich geboten. Folgende Themen werden behandelt: - Demographische Rahmenbedingungen; starke Verschiebung der Alters- und Familienstruktur- Allgemeine Rahmenbedingungen- Analyse der WohnungsbestĂ€nde und der Wohnungskosten- Wohnungsfertigstellungen, Wohnungsbewilligungen- Wohnbauförderung, gemeinnĂŒtzige BautrĂ€ger

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Ăsterreichisches Wohnhandbuch 2013
About this book
Information
C. Analyse der WohnungsbestÀnde und der Wohnkosten
1. Entwicklung des Wohnungsbestandes und Analysen
Tabelle 12: Entwicklung des Wohnungsbestandes

Der Wohnungsbestand ist innerhalb von drei Jahrzehnten um ein Viertel gewachsen, die WohnflĂ€che sogar um ĂŒber 40 %. GrĂŒnde sind v.a. die Zunahme der Haushalte, aber auch zunehmender Leerstand bzw. Zweitwohnsitze. Die durchschnittliche WohnungsgröĂe wĂ€chst rasch an (Tabelle 17), insbesondere bei den Eigenheimen. Die österreichische Wohnrechtsentwicklung begleitet den Wohnbau seit ĂŒber 200 Jahren und war immer auch ein wesentlicher Einflussfaktor der Mengenentwicklung und der BauqualitĂ€t (Fuchs/Lugger, 2008).
Diagramm 8: Entwicklung des Wohnungsbestandes

Schön ersichtlich ist die signifikante AufwĂ€rtsentwicklung ab 1961. Seit 1971 wĂ€chst der Wohnungsbestand unter BerĂŒcksichtigung der AbgĂ€nge und Umnutzungen um ĂŒber 1 % pro Jahr.
Tabelle 13: Hauptwohnsitzwohnungen nach RechtsverhÀltnis

Ăsterreich weist eine stabile Struktur des Wohnungsbestands auf. Beim Neubau von GeschoĂwohnungen dominieren Mietwohnungen gegenĂŒber Eigentumswohnungen. Die stabile Eigentumsquote aufgrund des Eigenheim-Baus ist bemerkenswert. 2012 wohnten 50 % der Ăsterreicher im eigenen Haus oder in der eigenen Eigentumswohnung, Ăsterreich ist aus einem âMieterlandâ zu einem Land mit âWohneigentumâ geworden. Dies zeigt eine imposante Bilanz jener wohnungspolitischen KrĂ€fte, die sich seit Jahrzehnten um die Eigentumsbildung im Wohnbereich bemĂŒht haben.
Tabelle 14: Eigentumsquoten im europÀischen Vergleich 2011/12 (%)

Diagramm 9: Eigentumsquoten im europÀischen Vergleich 2011/12

Beachtenswert ist die Koinzidenz zwischen niedriger Eigentumsquote und wirtschaftlichem Entwicklungsstand.
Tabelle 15: Struktur des Wohnungsbestands 2012

Diagramm 10: Struktur des Wohnungsbestands 2012

Tabelle 16: Mietsektoren im europÀischen Vergleich

Diese Darstellung ist das Pendant zur Eigentumsquote. Hier ist eine ErklĂ€rung zur Datenbasis erforderlich: EU-SILC ist eine Haushaltsbefragung, die nicht auf die EigentumsverhĂ€ltnisse des Mietwohnhauses abstellt, sondern auf die Wahrnehmung der Bewohner. Nach EigentĂŒmer wĂ€re die Sozialwohnungsquote z.B. in Schweden oder Ăsterreich deutlich höher.
Diagramm 11: Mietsektoren im europÀischen Vergleich

Hier zeigt sich die soziale Wohnbaukultur Europas, die fĂŒr die Mittelstandssicherung und die ArmutsbekĂ€mpfung sehr wichtig ist. Ăsterreich liegt im Spitzenfeld.
Tabelle 17: Durchschnittliche Nm2 pro Hauptwohnsitzwohnung

Hier wird die QualitĂ€tsverbesserung betreffend FlĂ€chenanbot des österreichischen Wohnungsbestandes aufgezeigt. Es ist ein stark steigender WohnflĂ€chenkonsum pro Person um ein Drittel innerhalb von zwei Jahrzehnten erkennbar. So erfreulich diese Entwicklung fĂŒr den Einzelnen ist, bedeutet sie eine groĂe Herausforderung fĂŒr den Ressourcenverbrauch. Nicht unwichtig sind diese erhöhten FlĂ€chen fĂŒr das vermehrte Arbeiten zu Hause bzw. fĂŒr die Unterbringung von Pflegepersonal.
Tabelle 18: Personen pro Haushalt

Diagramm 12: Personen pro Haushalt

Derzeit bestehen die österreichischen Haushalte aus durchschnittlich 2,3 Personen. Hier erkennt man die erfolgte âVerdĂŒnnungâ in den Wohnungen. Der Abbau des gewaltigen Ăberbelages ist Ergebnis der eindrucksvollen WohnbautĂ€tigkeit nach 1945. Erhöhte Lebenserwartung, GeburtenrĂŒckgang, Scheidungen, also alle demographischen EinflĂŒsse, fĂŒhren zu einer Verkleinerung der HaushaltsgröĂen.
Tabelle 19: WohnflÀche pro Person

Diagramm 13: WohnflÀche pro Person

Bei der Zunahme der WohnflĂ€che pro Person zeigt Ăsterreich eine im europĂ€ischen Vergleich ĂŒberdurchschnittliche Dynamik. Der rĂŒcklĂ€ufige Wohnungsneubau in Deutschland ab den frĂŒhen 2000er Jahren fĂŒhrte dazu, dass Ăsterreich mittlerweile einen höheren WohnflĂ€chenkonsum pro Person als Deutschland hat.
Tabelle 20: Hauptwohnsitzwohnungen nach NutzflÀche

Die Steigerung der durchschnittlichen WohnungsgröĂe ist erheblich, v.a. aber auf das massive GröĂenwachstum der Eigenheime zurĂŒckzufĂŒhren. Waren diese frĂŒher noch in erheblichem AusmaĂ unter 130 m2 groĂ, ist dies heute fast gĂ€nzlich obsolet. Kleinwohnungen unter 45 m2 sind kaum mehr marktgĂ€ngig. Ihr RĂŒckgang in Absolutwerten ist auf Sanierungen und Wohnungszusammenlegungen zurĂŒckzufĂŒhren.
2. Die Entwicklung der AusstattungsqualitÀt
Tabelle 21: Die AusstattungsqualitÀt der Hauptwohnsitzwohnungen

Diese Einteilung entspricht dem § 15 a des Mietrechtsgesetzes:
Kategorie A: WC, Bad, Heizung, Warmwasseraufbereitung
Kategorie B: WC, Bad
Kategorie C: WC, Wasserentnahmestelle
Kategorie D: entweder keine Wasserentnahmes...
Table of contents
- Cover
- Widmung
- Titel
- Impressum
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort zur siebten Auflage
- AbkĂŒrzungsverzeichnis
- A. Kurzfassung
- B. Allgemeine Rahmenbedingungen
- C. Analyse der WohnungsbestÀnde und der Wohnkosten
- D. Wohnungsfertigstellungen, Baubewilligungen
- E. Wohnbauförderung, gemeinnĂŒtzige BautrĂ€ger
- F. CECODHAS
- Tabellenverzeichnis
- Diagrammverzeichnis
- Literaturverzeichnis
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