Apoll von Nichts
Der bevollmĂ€chtigte Minister Franz Georg Karl FĂŒrst von Metternich, des noch berĂŒhmteren Staatskanzlers Vater, hatte mit dem Erzeuger Apolls dieselbe Amme gemein. So konnte es nicht fehlen, dass spĂ€ter auch der Milchbruder zu hohen Ehren und WĂŒrden gedieh und im Sonnenglanze der barocken Exzellenz Ordensstern auf Ordensstern ansetzte, einen bunter und farbensprĂŒhender als den andren.
NatĂŒrlich wurde auch er mit schönen Titeln bedacht und in wohldotierte Ămter eingewickelt wie in ein Federbett, mollig gefĂŒllt mit den Daunen des Reichsadlers, der drĂ€uend seine HĂ€upter nach Aufgang und Untergang wendet, ein Schreck seiner Feinde. Doch wem es wohl wollte, auf den blickte dieses goldene Vieh gar gnĂ€dig herab; so auch auf den pflichttreuen jungen Beamten, dessen Leistungen seinem angesehenen Namen alle Ehre machten und der bei Hoch und Nieder im gleichen MaĂe beliebt war. Auf dem Pfade der Liebe blĂŒhte dem Sonntagskinde nicht minder das GlĂŒck.
Ein nicht mehr ganz junges EdelfrĂ€ulein war es, der der Ordenstrahlende in die trĂŒben Ăuglein stach; und wenn auch diese Ăuglein trĂŒb waren, so war doch ihr Name voll Glanz. MariĂ€ Heimsuchung schrieb sie sich, MariĂ€ Heimsuchung von Windhuth zu Scheuenpauch. Die sehr energischen alten WindhĂŒthe setzten bei hoher Stelle die Verlobung mit dem noch etwas zögernden Freier durch, und fĂŒnfzehn adelige Zeugen besiegelten in steifer WĂŒrde den Heiratskontrakt.
Allerdings, das LĂ€cheln Aphroditens umschwebte das BrĂ€utlein nicht; dafĂŒr erschien sie am Polterabend von sieben feuchtnasigen Nichtlein neckisch an Perlenketten gefĂŒhrt, deren Glieder StĂŒck fĂŒr StĂŒck groĂ waren wie böhmische Erbsen. Da schmunzelte der selige Nichts und zeugte bald darauf Apoll, unseren Helden.
Im prunkvollen Halbdunkel eines Wiener Palastes wuchs das KnÀblein heran.
Goldstaubendes Sonnenlicht huschte ĂŒber chinesisches Porzellan und lieĂ da den feisten Bauch einer Pagode aufleuchten, zeigte dort auf den Gobelins das bĂ€rtige Haupt eines TĂŒrken, einen mit Amoretten spielenden Panther oder das bunte Fleisch ĂŒppiger Nymphen.
Zwischen ragenden Schornsteinen, die wie kleine Ritterburgen auf den steilen DĂ€chern thronten, sah das Kind das Wundergestein des Stephansturmes einmal durchsichtig wie blauen, fernen Rauch, das andermal rosenrot oder pfirsichfarben, dass dem kleinen Mann der Mund nach dem vermeintlichen Zuckerwerk nur so wĂ€sserte. Waren doch die Kinder aus guten HĂ€usern damals fast noch dĂŒmmer als sie heute sind und ĂŒberaus genĂ€schig. So hockte Apollchen auch am liebsten in der schwarzgewölbten KĂŒche, wo die Köchin Bibiana aus goldroten Kupferformen Torten zauberte, ĂŒppig wie kleine Grabkapellen, wo es schmorte, rumorte und gar herrlich roch. Ein alter blinder Jagdhund drehte den BratspieĂ am Herde jahraus, jahrein; dieser traurige Betrieb stellte sein Gnadenbrot vor. Vom vielen Schleckerwerk ward dem kleinen Hosentrompeter manch ZĂ€hnlein schlecht. Dann musste man den grĂ€sslichen Gang zum Herrn Hofzahnarzt tun, der im zweiten Stockwerk des vornehmen Hauses wohnte und der sich Gelindus Knacker von Nussheimb schrieb.
Was fĂŒr schauerliche Stunden im Wartezimmer! Ein lebensgroĂer Heiland hing dort und daneben, gleichfalls altersgeschwĂ€rzt, ein Ălbild, wo zum Gaudium turbangeschmĂŒckter Heidenkönige der heiligen Lucia die ZĂ€hne von affenartigen Henkersknechten ausgebrochen wurden. Wenn dann die TĂŒre aufging und der geistliche Assistent erschien â ein schwarzbestoppelter Jesuit â welch ein Schreck! Der fĂŒhrte den Knaben mit vorgehaltenem Kruzifix zum Marterstuhl, wo der kleine Patient mit Gurten umstĂ€ndlich festgeschnallt wurde â welch ein Graus! Der kurzsichtige alte Herr tropfte ihm regelmĂ€Ăig zuerst mit dem Wachsstock in den Hals, als Vorspiel zu all den Schrecken barocker Zahnheilkunde.
Sonst floss seine Kindheit ruhig dahin. Auch ein Schwesterchen ward ihm spÀter dazubeschert, damit Apollchen eine Gespielin habe. Man nannte sie Radegunde.
Ward da das Leben schön! Wenn nur die irren, verzweifelten Schreie nicht gewesen wĂ€ren und das gedĂ€mpfte wilde Trampeln von Nussheimbs herĂŒber ... Dann klammerten sich die Kinder eng aneinander und schauten zum Fenster hinaus auf die StraĂe, wo Tag fĂŒr Tag verschwollene Hoheiten vorfuhren, die man kaum zum Verlassen der Equipagen bringen konnte.
Viele Jahre spĂ€ter, als die alten Nichtse in der bequemen Familiengruft ruhten und mit etwas sĂŒffisantem Ausdruck â sie waren balsamiert â dem JĂŒngsten Gerichte entgegenschlummerten, konnte man noch immer die Geschwister in derselben Wohnung beobachten, freilich bei grĂŒndlich verĂ€nderter Einrichtung.
Es, war ja durch das emsige Wirken unserer groĂen Geister der Klassizismus sogar bis Wien gedrungen! Man ersetzte im Zusammenhang damit alles, was man frĂŒher aus Silber oder Bronze zu formen pflegte, durch Gips und den neuentdeckten Zinkguss; die Gobelins und die vergoldeten Möbel verschenkte man an arme Leute und sorgte fĂŒr strenges, möglichst unbeholfenes Mobiliar in öden Zimmern. Die Schalmei des Rokoko wich der nussbaumenen Leier, der bebĂ€nderte Hirtenstab dem Spucknapf, und lange Schafsnasen ohne Hinterkopf verkörperten fĂŒr damals das Schönheitsideal der Antike.
Wie freute sich Apoll gerade jetzt seines stilvollen Namens und segnete die Eltern, die unter schweren KĂ€mpfen ihm dieses Gut erworben. Hatte sich doch die Geistlichkeit gegen die unerhörte Zumutung eines so götzendienerischen Namens aus LeibeskrĂ€ften gewehrt, im nie ermĂŒdenden Kampf gegen das immer wieder aufflackernde Heidentum, das wenige Dezennien spĂ€ter den dĂ€monischen Hintergrund zum â scheinbar! â so harmlosen Biedermeiertum abgeben sollte.
Der Taufakt erfolgte auch erst, als man den alle Romantik auslöschenden Namen âAloisâ mit in den Kauf nahm. Dieser Name, den wohl das verliebteste MĂ€dchen kaum jemals in den Blumenduft einer Mondnacht haucht oder auf dem Butterbrot isst, wirkte auch in unserem Fall Ă€hnlich wie ein leichter Zusatz von Abschöpffett zu Ambrosia und paralysierte alle Gefahren eines plötzlich ausbrechenden Olympiertums.
Apoll hieĂ aber nicht nur Apoll, sondern er sah spĂ€ter, als er die Mitesserepoche glĂŒcklich ĂŒberwunden hatte, ganz fabelhaft aus, so gipsern, dass um den Lebendabguss seiner BĂŒste sich jede Glyptothek gerauft haben wĂŒrde. Besonders stark wirkte sein leeres Auge. Nicht minder wĂ€re er auch die begehrte Zierde jedes bĂŒrgerlichen Wohnzimmerofens gewesen, was wir zur Steuer der Wahrheit beifĂŒgen mĂŒssen. Als Mensch war er feierlich und gemessen, von strengem Lebenswandel und ĂŒberaus verschlossen. Zuckerwerk naschte der nunmehr ganz erwachsene Apoll wohl nicht mehr; dafĂŒr aber trank er Karlsbader Wasser aus steinernen Plutzern. Tag fĂŒr Tag. Da dran war seine KĂŒche schuld, sicher die schlechteste im damaligen Wien.
Der Urheber dieses VerhĂ€ngnisses war, um es geradeheraus zu sagen, ein Bruder Metternichs, Prinz Wenzel Hasdrubal, der seinerzeit als Botschafter an den Hof zu Peking geschickt wurde, mit dem strengen Auftrag, den Kaiser Kiakhing zu bekehren und das dortige Polizeiwesen im Sinne Ăsterreichs zu organisieren, was beides misslang. Der hohe Herr wurde aus Langeweile zum leidenschaftlichen Amateurkoch und verfasste ein artiges BĂŒchlein: âDer erblĂ€ndisch Unterennsische Hof-Koch in Sinaâ, das er mit nach der Heimat brachte. Auf dem Totenbette â er hatte sich den Petschiliwurm eingewirtschaftet â legte er dieses sein Lebenswerk der spĂ€teren Erbtante Apolls ans Herz. Sie, eine ĂŒberspannte alte Jungfer, die den prunkvollen Prinzen Wenzel abgöttisch liebte, kochte nur noch danach, jubilierte aber bald â ein Opfer unbehebbarer Verdauungsstörungen â als buntbeflĂŒgeltes Engelein an den Stufen des Thrones Gottes.
Ihr sehr bedeutendes Erbe war durch eine geschickte Testamentsklausel mit einem bitteren Stachel versehen: dass Neffe und Nichte sich verpflichten mussten, ihr Leben lang ausschlieĂlich nach den Rezepten des Kochbuches zu essen.
Murrend, aber gefasst nahmen die Erben die Verpflichtung auf sich, weil ohnedies damals kein Testament als juridisch einwandfrei galt, das nicht irgendwelche peinliche, am liebsten aber unerfĂŒllbare Bestimmungen enthielt.
Man aĂ nicht nur schlecht; auch Personalmangel machte sich bald fĂŒhlbar, denn die weichherzigen Dienstboten von damals konnten die âarme Herrschaftâ einfach nicht so leiden sehen und kĂŒndigten, einer nach dem anderen.
Was Wunder, wenn die Geschwister reizbar und nach und nach etwas sonderbar wurden?
Ja, Geld allein macht nicht glĂŒcklich, das sieht man in unserem Falle besonders deutlich, wenn auch nicht geleugnet werden soll, dass es manche Miseren aus dem Weg rĂ€umen hilft. Und so eine Misere kam eines Tages ganz unvermutet.
An einem wundervollen Maienmittag war es.
Radegunde rief Apoll zum Essen. Er klappte den âWohlinstruierten Salonlöwenâ zu, ein Werkchen, das sich bei allen Kavalieren gröĂter Beliebtheit erfreute, und folgte der Schwester zu Tisch. Etwas bĂ€nglich wie immer; doch kaum saĂ er, sprang er wieder auf, angeblich um den Kanarienvogel Lili-pendi zu fĂŒttern.
âApollâ, klang es leise mahnend, âdie Suppe wird kalt.â
â âHasenpöpelchen in blauem Einlaufâ. Was zum Kuckuck ist das?â Verekelt griff er zum Menu. âUnd dann âBaumwanzen in Madeiraâ vor den âSchweinsembryonen mit KĂ€lberaugen in Aspikâ. Ei ja, ta, tata ... Was gibtâs denn wenigstens auĂertourlich als Dessert?â
â âFischschuppen in Rosenwasserâ!â
âWas? Das ist ja fast noch schlimmer als vorige Woche die âFalsche TrĂŒffelpastete aus Hundenasenâ! ... da soll doch der Teufel den verfluchten Prinzen Wenzel und die mannstolle ...!â
âAber Apoll, heut ist doch der Geburtstag vom lieben Tantchen!â
âAch so!â
âDas letzte Geburtstagserinnerungsessen ist ohnedies eine Blamage gewesen. Die MandrillgesĂ€Ăe, die wir uns um teures Geld verschrieben hatten, waren nicht mehr frisch und ganz farblos.â
âWeil du aber auch keinen Kren dazugegeben hast, Radegunde.â
âJa, damals haben auch bloĂ die âFalschen TeufelsschwĂ€nze in Geleeâ die Sache herausgerissen! Aber jetzt, Apoll, iss, es wird sonst alles kalt!â
Und wie gewöhnlich legten sich die Geschwister eifrig vor, und fast schien es, als ob sie in emsigem Schmausen begriffen wĂ€ren, als unerwartet die TĂŒre höchst unzeremoniell aufgerissen wurde und das StubenmĂ€dchen Portiunkula mit hervorgequollenen Augen zum Tische stĂŒrzte. Die Geschwister sprangen angstvoll auf und blickten fragend auf das MĂ€dchen. Portiunkula formte mit den Lippen klanglose Worte und glotzte zitternd auf die Herrschaft. Endlich kam es schluchzend heraus: Im Zimmer der verstorbenen Tante Adelgunde stehe ein splitternacktes FrĂ€ulein im Papierkorb.
âApoll, hast du Worte ...?â
âAber das ist doch unpassend!â
âSehr, sehr, lieber Bruder.â
âJa, Radegunde! Ob wir sie kennen? Vielleicht ein Besuch? Aber in der Toilette? â allzu lĂ©gĂšre, allzu lĂ©gĂšre ââ
âSehen wir einmal nach.â
Und sie gingen, Apoll das Haupt mit einer Serviette verhĂŒllt. Richtig. Es war genau so, wie es das MĂ€dchen berichtet. Ein pudelnacktes FrĂ€ulein stand im Papierkorb und musterte lange wortlos die Eingetretenen mit dem Lorgnon, das sie schlieĂlich gelangweilt zuklappte. Dann begann sie: âArethusa FreifrĂ€ulein von Fyrdraugh. Vor zehn Minuten verordnete mir ein dressierter Zeisig, der, Eigentum eines blinden Leiermannes, gegen geringes Entgelt Zettelchen zieht und sie einem ĂŒberreicht â ich bin etwas aberglĂ€ubisch â, FuĂbĂ€der in Papierschnitzeln. Als FrĂ€ulein der Tat erkundigte ich mich beim nĂ€chsten Polizisten, wo es in der NĂ€he reichlich Papierschnitzel, womöglich adeliger Provenienz geben dĂŒrfte, und da nannte man Ihre Adresse. Ein Schlosser öffnete, hier bin ich!â
Die Geschwister schwiegen wie versteinert. Die Augen Apolls hielt Radegunde noch immer verhĂŒllt. Sie war gerade im Begriff, gegen den jungen, nebenbei bemerkt ĂŒberaus hĂŒbschen Eindringling ein heftiges Wort des Vorwurfes zu richten, als unvermutet zwei stutzerhaft gekleidete Herren ins Zimmer getĂ€nzelt kamen. Beide hatten drapfarbene Beinkleider, bloĂ die FrĂ€cke waren verschieden. Abendrot der eine, resedagrĂŒn der andere. ZylinderhĂŒte aus feinstem Florentiner Geflecht schwangen beide zierlich in den HĂ€nden, je ein Paar GlacĂ©handschuhe dazugeklemmt. Die schnatterten um das FrĂ€ulein, ohne auch nur die geringste Notiz von den Geschwistern zu nehmen. Indigniert wehrte das junge MĂ€dchen die AnnĂ€herungen der Herren mit der Lorgnette ab.
Die Szene war im höchsten Grad anstöĂig; nur gut, dass der Papierkorb breite rote Flanellborten am Rande hatte, die mit viel GlĂŒck einen Wall gegen die schlimmste Verletzung der guten Sitten bildeten.
Die frech eingedrungenen Libertins beteuerten, endlich, endlich das GlĂŒck zu haben, ihr, der Herrlichsten, der sie schon seit Wochen nachstellten, nahen zu dĂŒrfen, und sie sĂ€hen selbstverstĂ€ndlich ĂŒber das Legere der Toilette hinweg ...
âNicht genieren, Katzi!â
Ein durchdringender Blick traf den ResedagrĂŒnen, der sich so weit vergessen hatte. Und der Zorn der nackten Baronesse wuchs sichtlich; endlich war er so gewachsen, dass sie drohend aus dem Korb sprang, dabei aber nicht auĂer Acht lieĂ, die ins Auge springenden BlöĂen mit einem rasch an sich gerissenen SchriftstĂŒcke zu bedecken. âUm des Himmels willen, mein Testament!â, kreischte im selben Momente Apoll verzweifelt auf, der die ganze Zeit hindurch durch die Finger Radegundes alles mitangesehen hatte. âDas geht doch zu weit, ich bin indigniert, ja, wirklich höchst indigniert ... Meine Herren! Man stellt sich wenigstens vor, wenn man jemanden besucht ... ich grolle ernstlich.â Doch die beiden Gecken, denen sich wĂ€hrend dieser Szene noch ein dritter in Königsblau angeschlossen hatte, sahen den Hausherrn eisig schweigend an und wendeten sich hochmĂŒtig von dem Nervösen ab, der wie besessen im Zimmer herumraste. Radegunde biss in ihr SpitzentĂŒchlein und klingelte, dem FrĂ€ulein beim Ankleiden zu helfen.
Ein Paravent mit groĂen Papageien, die gegen Reichsadler kĂ€mpften, wurde um den sonderbaren Badegast aufgestellt. Auch Radegunde und eine Zofe verschwanden hinter dem Gestell, um nach wenigen Minuten wieder hervorzutreten und das nunmehr ĂŒberflĂŒssige Testament dem Bruder auszuhĂ€ndigen.
Er wies es von sich: Jetzt sei das Testament entweiht, er wolle es nicht mehr haben, unter keinen UmstĂ€nden! WĂ€hrend Radegunde so mit dem sich eigensinnig immer mehr verrennenden Apoll stritt, war die junge Baronesse tadellos angezogen erschienen und verschwand, von den drei Kavalieren umkomplimentiert, aus der TĂŒre. Alle, ohne den geringsten Abschied von ihren Wirten zu nehmen. Vernichtet sank Radegunde in einen Fauteuil. Unweit von ihr legte Apoll das Testament mit einer Feuerzange auf den Schreibtisch, was dem nervös Zitternden nicht recht gelingen wollte.* Da ging abermals die TĂŒre auf, und ein vierter Kavalier erschien, marillenfarben mit StrauĂfederndreispitz, und fragte, ob nicht eben jetzt drei steirische Barone da gewesen wĂ€ren. Das war zu viel!
Apoll wies gurgelnd vor Wut auf das Testament und warf gegen den neugierigen Frager die Feuerzange, die leider nur zu gut traf. Mit dem Rufe âDu hast den letzten Montpreyss-Igelfing getötet!â sank der junge Edelmann blutĂŒberströmt zusammen. Die Geschwister sahen einander totenbleich an. Radegunde stand zitternd am Schreibtisch; ihre Hand irrte bald zum Rosenkranz, bald zum Riechsalz; ihre Augen waren angstvoll geweitet.
Dem Unseligen, der seines Letzten Willens wegen zum Mörder geworden, hatte sich das Haar vor Entsetzen gestrĂ€ubt. Irre Worte lallend, presste er den HandrĂŒcken auf die Stirne. Und jetzt ... was ist das? Das klagende Wimmern einer Glocke, das immer lauter, greller wird ... Sol...