Frei.Wild
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Frei.Wild

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Frei.Wild

About this book

Frei.Wild provoziert und polarisiert die öffentliche Meinung wie keine andere deutschsprachige Band, aber kaum eine andere ist derzeit auch so erfolgreich. Klaus Farin hat nicht nur die vier Musiker zwei Jahre lang immer wieder getroffen, sie auf Tour begleitet und in SĂŒdtirol besucht und interviewt, sondern auch mehr als 4.000 Fans der Band befragt, mit Historikern und Frei.Wild-Kritiker_innen gesprochen. So ist dieses Buch nicht nur eine Band-Biografie geworden, sondern zugleich auch eine der grĂ¶ĂŸten Fan-Studien, eine Auseinandersetzung mit dem neu erwachten Regionalismus in Europa und der Wirkung und Bedeutung von Musik, mit Mediendarstellungen und Vorurteilen. Eine Heimatgeschichte der besonderen Art zwischen Rock'n'Roll und Patriotismus, Freiheit und Faschismus, Glaube und Popkultur.

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Information

Publisher
Hirnkost
Year
2016
Print ISBN
9783945398531

DIE BAND

„Frei.Wild ist erfolgreich, weil sie die stumme Wut und gestockten GefĂŒhle von Millionen kanalisieren, ihre WĂŒnsche nach Ausbruch und Abtanzen bedienen. Sie schaffen Gemeinschaft wie ein großer Fußballclub, an dessen Riten sie bewusst andocken, sie sind die Borussia Dortmund des Deutschrock.“
Hans Heiss

Jochen „Zegga“ Gargitter

Jochen „Zegga“ Gargitter, geboren am 15. Mai 1973, ist der Oldie der Band. Der Einzige, der schon relativ frĂŒh sein Elternhaus verließ. Bereits mit 17 Jahren ging er fĂŒr ein Jahr zum Arbeiten nach Deutschland. „Und dann bin ich wieder zurĂŒck zu Mami.“ Mit 23 ist er dann endgĂŒltig ausgezogen – zwei Kilometer weiter.
Zegga war als kleiner Junge viel mit seinen Großeltern unterwegs. „Sie haben im Sommer immer eine AlmhĂŒtte gepachtet und bewirtschaftet, mit KĂŒhe melken, KĂ€se produzieren, Heu mĂ€hen usw. – das war eine Menge Arbeit. Ich war da immer mit dabei und habe ihnen geholfen. Vom Großvater hab ich sehr viel gelernt, vor allem, was das handwerkliche Geschick anbelangt, aber auch viele Lebensweisheiten.“ Der Großvater ist erst 2013 im Alter von 93 Jahren verstorben. Die Großmutter lebt noch und ist mit ihren inzwischen 86 Jahren noch sehr fit. FĂŒr Zegga war der Großvater „so was wie der Vaterersatz, hat die Vorbildfunktion ĂŒbernommen“. Denn Zeggas Vater starb bereits im Februar 1981 mit 33 Jahren bei einem Autounfall. Zegga war damals erst sieben Jahre alt. „Da wĂ€chst man natĂŒrlich etwas anders auf, es fehlt ein wichtiger Teil im Leben. Wohl auch deshalb habe ich die Zeit mit dem Großvater immer sehr genossen.“
Zegga hat eine zwei Jahre Ă€ltere Schwester und eine vier Jahre jĂŒngere. Und dann kam noch der kleine Bruder. Als der Vater starb, war die Mutter hochschwanger. Aber im Haus der Großeltern gab es noch weitere Kinder. Die Großmutter hat immer, damit zusĂ€tzliches Geld hereinkommt, tagsĂŒber Kinder zu sich genommen und betreut, behinderte Kinder. „Dann haben wir zusammen gegessen, und ich war den anderen Kindern beim Essen behilflich. Da hat man halt schon in frĂŒhem Alter gesehen, wie es so ist im Leben, dass es nicht allen Menschen gut geht, dass nicht alle Menschen gesund sind.“ Offenbar eine prĂ€gende Erfahrung fĂŒr Zegga, die mit dazu beitrug, sein sehr starkes soziales Denken und seine EmpathiefĂ€higkeit auszubilden. Ähnlich bei Föhre: Beide sind nicht unbedingt sehr politisch denkende Menschen, aber sie erkennen Unrecht und Ungerechtigkeit und sind in der Lage, sich darĂŒber zu empören.
Zegga hat seine Kindheit dennoch als eine glĂŒckliche Zeit in Erinnerung. „NatĂŒrlich, mit einem Vater wĂ€re es optimaler, aber es war schon auch so eine glĂŒckliche Kindheit. Ohne Vater wird man vielleicht selbstĂ€ndiger.“ Als er sich entscheiden muss, ob er nach den acht Pflichtschuljahren weiter zur Schule gehen oder eine Arbeit suchen soll, entscheidet er sich fĂŒr eine Ausbildung als GĂ€rtner – den Beruf, den auch schon sein Vater ausĂŒbte. „Meine Mutter hat mich in die Oberschule fĂŒr Landwirtschaft eingeschrieben und mich dann selbst entscheiden lassen, was ich machen möchte. Ich hab mich fĂŒrs Arbeiten entschieden, damit ich ihr finanziell unter die Arme greifen konnte und natĂŒrlich auch selbst etwas Geld hatte.“ Denn als der Vater ums Leben kam, schien es gerade mit der Familie finanziell aufwĂ€rts zu gehen. So hatte man beschlossen, die fĂŒr die fĂŒnfköpfige Familie sehr eng gewordene Wohnung bei Brixen aufzugeben und ein eigenes Haus zu bauen, mit eigenem Garten und viel Platz auch fĂŒr das bereits erwartete sechste Familienmitglied. Der Rohbau war schon fertig und der Einzugstermin rĂŒckte nĂ€her, als der Vater plötzlich nicht mehr da war. „NatĂŒrlich stand’s da finanziell nicht gut um uns. Und so hab ich mich entschieden, die Arbeit anzunehmen und die Familie zu unterstĂŒtzen. Beide Schwestern haben ja studiert, und da brauchten wir jeden Cent, den ich dazuverdienen konnte.“ Die Mutter konnte mit vier Kindern zwischen zehn Jahren und wenigen Monaten lĂ€ngere Zeit gar nicht arbeiten gehen und der spĂ€tere Job als Sekretariatshilfe in einer Schule brachte finanziell auch nicht sehr viel ein.
Aber Zegga fiel es auch nicht sonderlich schwer, der Schule adieu zu sagen. Ein besonders eifriger SchĂŒler war er ohnehin nie. „Ich wĂ€re ein guter SchĂŒler gewesen, aber ich machte immer nur das, was unbedingt sein musste“, erinnert er sich schmunzelnd. „Es gab FĂ€cher wie Deutsch, Grammatik, Mathe, da hatte ich ĂŒberhaupt keine Probleme, das waren meine LieblingsfĂ€cher. Hingegen andere FĂ€cher, wie zum Beispiel Geschichte, haben mich ĂŒberhaupt nicht interessiert. Heute interessiert mich das schon eher, merkwĂŒrdigerweise. Aber ich war froh, als ich dann die Schule verlassen und arbeiten gehen konnte.“ Und er bekommt auch sofort einen Ausbildungsplatz in der GĂ€rtnerei, in der sein Vater frĂŒher gearbeitet hatte. Seine beiden Schwestern hingegen schlagen einen anderen Weg ein: Sie werden Lehrerinnen. Der Bruder ist heute selbstĂ€ndiger Malermeister.
Zegga schließt seine Ausbildung zum GĂ€rtner mit 17 erfolgreich ab – doch die GĂ€rtnerei braucht keinen weiteren Gesellen. Die Arbeitslosigkeit wĂ€hrt jedoch nicht lange. Durch die Vermittlung seines bisherigen Arbeitgebers bekommt Zegga einen neuen Job im bayerischen Rosenheim. „Und das war fĂŒr mich natĂŒrlich ein super Leben: mit 17 alleine in einer Bude zu leben. Ich hatte ein eigenes kleines Zimmer mit Bad und KĂŒche und konnte da mein eigenes Leben fĂŒhren, mal ohne die ganzen Pflichten und Regeln von zu Hause. Ich hab auch schnell Anschluss gefunden, Leute kennengelernt, mit denen Partys gefeiert 
 Das war schon eine coole Zeit.“ – „Eine Zeit, die von neuen Freundschaften, Frauen und Alkohol geprĂ€gt ist, ihn jedoch auch reifen und neue Erfahrungen sammeln lĂ€sst“, heißt es dazu etwas sybillinisch in der 2011 erschienenen offiziellen Band-Biografie Allein nach vorne (Frei.Wild 2011: 17).
Ganz so pflegeleicht scheint Zegga aber auch schon in den Jahren vor seiner Sturmfreie-Bude-Zeit in Deutschland nicht gewesen zu sein. „Wenn du meine Mutter fragen wĂŒrdest, wĂŒrde die sagen, ich war schwierig. Klar, wenn man 14, 15, 16 ist und zu Hause die rauen Worte des Vaters fehlen 
“, erinnert er sich an seine (post)pubertĂ€ren Jahre. „In dem Alter denkst du ja, du bist der GrĂ¶ĂŸte und Beste, und willst deinen eigenen Weg gehen und lĂ€sst dir von deiner Mutter nichts mehr sagen. Man hat dann seinen Kumpelkreis, fĂ€hrt mit dem Moped durch die Gegend, baut sich eine HĂŒtte und feiert da drin, kommt drei Tage gar nicht nach Hause 
“
Zeggas Kumpels kommen alle aus demselben Ort, man kannte sich eben von der Schule und vom Fußballspielen, entdeckte gemeinsam das andere Geschlecht und viele andere Möglichkeiten, sich die Langeweile zu vertreiben, die die Alten allerdings weniger mochten. „Wir haben besonders gern das gemacht, was wir nicht machen sollten.“
Schon nach einem Jahr kehrt Zegga wieder aus dem deutschen Exil in seine Heimat zurĂŒck – und findet jetzt auch dort einen Job als GĂ€rtner in einem Gartencenter. Fast zwanzig Jahre lang sollte er an diesem Arbeitsplatz bleiben. Seit 2010 ist er wie die anderen drei Berufsmusiker.
Zegga ist nicht verheiratet, hat aber seit gut 18 Jahren eine Lebenspartnerin und zwei Kinder: eine fĂŒnfjĂ€hrige Tochter und einen Sohn im Alter von 15 Jahren. Sein Sohn fĂŒhrt Zegga heute vor Augen, wie er selbst frĂŒher war. „Er gibt mir jetzt alles zurĂŒck, was ein Vater eigentlich nicht will, aber meine Mutter mitmachen musste. Also die nĂ€chsten Jahre werden sicher noch interessant“, lacht er. Allerdings versucht er auch nicht, dem mit Verboten Herr zu werden. WĂ€hrend Philipp sich im Interview eher als autoritĂ€rer Vater outete, ist Zegga ĂŒberzeugt – und weiß es wohl auch aus eigener Erfahrung –, dass Verbote sowieso nichts bringen. „Ich versuche, ĂŒberhaupt nichts zu verbieten. Ich rede viel mit ihnen, probiere viel im offenen GesprĂ€ch zu klĂ€ren. Ich möchte, dass meine Kinder keine Geheimnisse vor mir haben mĂŒssen. Wenn mein Sohn die erste Zigarette probieren will, soll er mir das ruhig sagen können. Ich rauch ja auch und hab das frĂŒher auch heimlich machen mĂŒssen. Es gibt viele Familien, die verbieten den Fernseher, und wenn die Kinder dann bei uns zu Besuch sind, sind sie so fanatisch und geil auf den Fernseher 
 Wenn ich den anmache, hören und sehen die nichts anderes mehr. Und bei uns lĂ€uft der Fernseher eigentlich den ganzen Tag und die Kleinen sind das so gewohnt, dass es fĂŒr sie uninteressant ist. Die gehen lieber raus, als stundenlang am Fernseher zu sitzen. Aber alles, was du verbietest, wird interessant. Deshalb werde ich meinem Sohn nie sagen: Du darfst keinen Joint rauchen, du darfst keinen Alkohol trinken 
 Da muss er selbst drauf kommen und entscheiden, was er machen will. Zurzeit sagt er, er wird niemals rauchen. Beim Bier sagt er schon mal: So einen kleinen Radler könnte ich schon mal probieren. Mal schauen. Aber verbieten ist der falsche Weg. Ich rede mit ihm lieber darĂŒber, dass Rauchen zum Beispiel eine Sucht ist, die ich selbst nicht mehr losbekomme, und dass das wirklich scheiße ist.“
Philipp ĂŒber Zegga: „Die Geradlinigkeit ist Zeggas grĂ¶ĂŸte StĂ€rke. Das hat uns als Band oft den Umgang mit Veranstaltern, mit Crew-Mitgliedern und anderen erleichtert. Wenn er eine Meinung hat, sagt er sie. Auch stellenweise auf eine Art, die ich mich nie trauen wĂŒrde, weil ich dafĂŒr die Konsequenzen scheuen wĂŒrde. Diese sind ihm in dem Moment scheißegal. Das ist sicher eine StĂ€rke von ihm, die so kein anderer in dieser Band hat.“
„Ich hasse es, wenn einer zu viel spricht – und dann auch noch immer von sich.“

INTERVIEW MIT JOCHEN „ZEGGA“ GARGITTER

Die anderen in der Band waren sehr lange im ‚Hotel Mama‘. Wie lange hast du zu Hause gewohnt?
Ja, sind sie zum Teil ja heute noch. Ich war eigentlich schon frĂŒh selbstĂ€ndig. Mit 17 bin ich schon ein Jahr nach Deutschland zum Arbeiten gegangen. Und dann bin ich wieder zurĂŒck zu Mami [lacht]. Mit 23 bin ich dann endgĂŒltig ausgezogen.
Wie lebst du heute? Hast du eine eigene Familie?
Ich bin nicht verheiratet, habe aber eine Lebenspartnerin und zwei Kinder.
Heiraten wollt ihr nicht?
Ich finde das eher unwichtig, obwohl das Thema schon oft zur Debatte kommt. Aber wir haben jetzt keinen Stress deswegen, wir haben gesagt, irgendwann wĂŒrden wir uns schon dafĂŒr entscheiden, auch zur Absicherung der Familie. Aber fĂŒr mich ist das kein Muss fĂŒr eine funktionierende Partnerschaft.
Was macht deine Freundin?
Zurzeit kĂŒmmert sie sich um Kinder, Haus und Familie. Nebenbei besucht sie immer wieder Fortbildungskurse in verschiedenen Bereichen. FrĂŒher hat sie auch in der Floristik gearbeitet.
Bist du jemand, der leicht Freundschaften schließt?
FrĂŒher ging’s leichter, muss ich ehrlich sagen. Heute bin ich viel skeptischer, weil ich doch schon meine Erfahrungen gemacht und den einen oder anderen vermeintlichen Freund als falschen Freund erlebt habe. Aber ich bin froh, dass ich aus der Clique von damals noch zwei Kumpels habe, die sind mir sehr wichtig. Logisch verbringt man nicht mehr so viel Zeit miteinander wie frĂŒher, aber immer, wenn sich mal ein Tag oder ein Wochenende ergibt, machen wir was zusammen. Ich finde das schön und wichtig.
Bist du noch in irgendwelchen Vereinen?
Nein, nicht mehr. Ich war frĂŒher ein sehr vereinsfreudiger Mensch. Klar, mit 15, 16 muss man ja jeden Tag hinaus und was machen: Freiwillige Feuerwehr, Fußball, Musikkapelle, SchĂŒtzenkompanie, Dart-Verein, 1860er-Löwen-Fanclub 
 – also ich war fast ĂŒberall dabei. Aber erstens habe ich heute keine Zeit mehr dafĂŒr und ich bin abends auch lieber zu Hause, als immer wieder irgendwelche Verpflichtungen zu haben. Ich ĂŒberlege aber gerade, ob ich wieder zur Feuerwehr gehe, weil ich es fĂŒr wichtig halte, dass man in dem Dorf, in dem man lebt, auch etwas zum Gemeinwohl beitrĂ€gt.
Und Hobbys?
Radfahren, Wandern, Skifahren und noch viele andere 

Welche Eigenschaften sollten deine besten Freunde haben?
Das Wichtigste ist Vertrauen und Ehrlichkeit. Nicht hintenrum falsch sein, das ist das Wichtigste. Meine zwei besten Freunde wissen zum Beispiel, dass ich nicht immer Zeit habe, aber wenn, dann wissen sie auch, dass das Thema Frei.Wild in der Zeit, wo wir zusammen sind, nicht wichtig ist. Und das ist auch gut so, dass man mit besten Freunden nicht nur ĂŒber die Arbeit redet. Sonst, wenn ich in die Kneipe gehe oder sonst wo in der Öffentlichkeit bin, werde ich ja stĂ€ndig angesprochen: Was macht ihr gerade mit Frei.Wild usw. Die meinen es ja gut! Sie freuen sich ja, mehr von der Band zu hören, die sie mögen.
Hörst du selbst Frei.Wild?
Sehr selten. Wenn ich mit meinem Sohn unterwegs bin, lÀuft oft das Still-Album, weil er das gerne hört. Aber wenn ich alleine unterwegs bin, höre ich lieber was Anderes. Klar, wenn jetzt ein neues Album kommt, das höre ich zunÀchst rauf und runter.
Was wĂ€re ein echtes Handicap fĂŒr jemanden, der mit dir befreundet sein möchte?
[Überlegt lange.] Das ist echt schwierig. Ich hasse es, wenn einer zu viel spricht und dann auch noch immer von sich – das geht gar nicht. Ich gehe mit meinem Freund oft fischen, da spricht man nicht viel und jeder genießt einfach nur die Ruhe. Einfach dasitzen, ein Kasten Bier, die Angel rein und genießen. Man muss nicht immer reden. Ich mag es nicht, wenn einer immer Stress hat, immer in Action ist; ich mag in der Freizeit Menschen, die ruhig sind.
Und Freundinnen? Hast du eine beste Freundin?
Freundinnen habe ich eigentlich nicht. Auf meine Schwestern trifft das wohl am ehesten zu, aber ich wĂŒrde sie jetzt nicht so bezeichnen. Wir waren frĂŒher schon immer wie Kumpels zusammen und da hatten Frauen – also einheimische Frauen – einfach keinen Platz zwischen uns in der HĂŒtte. Nur deutsche Touristinnen. [Lacht.]
Frei.Wild ist ja auch eine reine MĂ€nner-Gang 

Klar. Das funktioniert auch nur so. Wenn du eine SĂ€ngerin hast, wird das alles gleich komplizierter. Wir sind ja mit einem Nightliner unterwegs, dann wĂ€re die immer dabei, da könnten sich GefĂŒhle entwickeln auch Abneigungen. Wenn MĂ€nner sich streiten, trinken die hinterher ein Bier zusammen und innerhalb einer Stunde ist alles wieder in Ordnung. Bei Frauen dauert das lĂ€nger, die verdauen das nicht so schnell, die sind nachtragender.
Was ist Frei.Wild fĂŒr dich: Freunde oder nur die Firma, in der du gut Geld verdienen kannst 
?
Nein, eine Firma sind wir ja erst seit ein paar Jahren. Wir sind wirklich zu Freunden geworden. Als wir angefangen haben, kannten wir uns nicht wirklich; wir kamen alle aus unterschiedlichen Orten und hatten keinen gemeinsamen Freundeskreis. Und das ist eigentlich auch gut so. Wenn du zusammen arbeitest und dann auch noch in der Freizeit so eng zusammen bist, wĂŒrde das auch nicht funktionieren. Wir sind viel zusammen bei der Arbeit – oder bei unserem Hobby, das wir zum Beruf gemacht haben, aber wenn wir zu Hause sind, geht jeder seinen eigenen Weg und bekommt ein wenig Abstand von dem Ganzen. Am Anfang war ja nichts da außer ein stinkender alter Probenraum, in dem wir uns dreimal die Woche zum Proben getroffen haben, weil wir Mucke machen wollten – und da wirst du zu Freunden. NatĂŒrlich hatten wir da auch schon im Kopf, wir machen das, um mal Konzerte zu spielen, etwas bekannter zu werden, aber dass wir so weit kommen, hat sich ja niemand gedacht. Und ĂŒber die vielen kleinen Schritte bis heute sind wir zusammengewachsen, also ich wĂŒrde uns schon als Freunde bezeichnen. Obwohl wir vier völlig verschiedene Charaktere sind.
Was sind deine wichtigsten Charaktereigenschaften?
PĂŒnktlichkeit, Ehrlichkeit, vertrauensvoll.
Was ist dir wichtig im Leben?
Gesundheit. Gesundheit ist das Wichtigste.
Hast du PlĂ€ne fĂŒr deine Zukunft?
Nein, ich lass mich jetzt erst einmal mittreiben. Wie es in zehn Jahren mit Frei.Wild aussieht, weiß ja keiner. Das kann sehr schnell vorbei sein. In der Musikbranche bist du schnell wieder weg vom Fenster. Das kann ich nicht planen.
Bist du jemand, der ger...

Table of contents

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Der Autor
  5. Inhalt
  6. VORWORT
  7. DIE BAND
  8. SÜDTIROL: „HEIMAT DES HERZENS“
  9. WARUM IST FREI.WILD SO POPULÄR? WER SIND DIE FANS?
  10. FAZIT
  11. VERWENDETE QUELLEN
  12. DANKE!
  13. Weitere E-Books von Archiv Jugendkulturen

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