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Soldatengeschichten
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Eine Sammlung indischer Militärerzählungen.Inhalt:Krischna Mulvaney.Der Deus ex machinaDie Geschichte des Gemeinen Learoyd.Das trunkene Heimatskommando.Der solide Muldoon.Auf der Hauptwache.In Angelegenheiten eines Gemeinen.
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Soldatengeschichten
Rudyard Kipling
Inhalt:
Rudyard Kipling – Biografie und Bibliografie
Soldatengeschichten
Krischna Mulvaney.
Der Deus ex machina
Die Geschichte des Gemeinen Learoyd.
Das trunkene Heimatskommando.
Der solide Muldoon.
Auf der Hauptwache.
In Angelegenheiten eines Gemeinen.
Soldatengeschichten, Rudyard Kipling
Jazzybee Verlag Jürgen Beck
Loschberg 9
86450 Altenmünster
ISBN: 9783849616052
www.jazzybee-verlag.de
Frontcover: © Vladislav Gansovsky - Fotolia.com
Rudyard Kipling – Biografie und Bibliografie
Namhafter engl. Schriftsteller, geb. 30. Dez. 1865 in Bombay als Sohn des Malers J. Lockwood K., der viele Jahre im indischen Staatsdienst tätig war (er veröffentlichte das illustrierte Werk »Beast and man in India«, 1891), wurde dort und in Allahabad erzogen und bildete sich auf größern Reisen, die er durch das Radschputenland nach Bengalen, Birma, China, Japan und Nordamerika unternahm. Seiner Erstlingsschrift: »Echoes« (Lahor 1884), folgten zunächst kurze Erzählungen, die ebenfalls in Indien erschienen und infolgedessen nur geringe Verbreitung fanden. Desto größer war ihr Erfolg, als sie (Anfang 1890) in England selbst bekannt wurden, wo K. bald der literarische Tagesheld ward. Er gibt die anschaulichsten Bilder aus dem Leben der anglo-indischen Gesellschaftskreise, im Zivil und Militär, im Krieg und Frieden, wie in den untern Schichten der Eingebornen. Von seinen Erzählungen, die meist auch ins Deutsche übersetzt sind, nennen wir: »Plain tales from the hills« (1887), »Soldiers three«, »In Black and White«, »Under the Deodars«, »Wee Willie Winkie«, »The phantom 'Rickshaw«, »The story of the Gadsbys« (1888–89), »Life's Handicap« (1890), »The light that failed« (1891), »Many inventions« (1893). Seine originellsten Schöpfungen sind: »The Jungle Book« (1894), »Second Jungle Book« (1895), worin er das intimste Verhältnis zur Natur gewinnt. Älteste literarische Tradition, die bis zum mittelalterlichen Bestiarium zurückführt, und der Mystizismus der Hindu verbinden sich hier mit modernstem Realismus zur Darstellung dieser kulturellen Tierfabeln. Auch in Versen hat sich K. versucht mit den »Departmental ditties« (1886) und »Barrack room ballads« (1892). Zu den letzten Erscheinungen gehören: »The Seven Seas« (1896), »Captains Courageous« (1897), »The Day's Work« (1898), »Stulky and Co.« (1899) und »Kim« (1901). Das große Interesse für K. beruht nicht bloß auf der buntschillernden Mannigfaltigkeit der uns meist fremden Stoffe, sondern vielleicht noch mehr auf seiner stilistischen Vielseitigkeit, mit der er der schärfsten Beobachtung wahren Lebens wie seinen schwungvollsten Phantasien zu gleichermaßen packendem Ausdruck verhilft. Sein Bildnis s. Tafel »Klassiker der Weltliteratur I«, bei Art. »Literatur«. Vgl. Monkshood, Rudyard K., the man and his work (3. Aufl., Lond. 1902); Le Gallienne, R. K., a criticism (das. 1900).
Soldatengeschichten
Krischna Mulvaney.
Anm.: Auf Wunsch des Übersetzers bemerken wir, daß diese Erzählung nicht von ihm verdeutscht wurde.
Einmal lebten sehr weit von England drei Männer, die einander so liebten, daß weder Mann noch Weib sie trennen konnte. Sie waren nichts weniger als fein, und nicht geeignet, in die Vorzimmer vornehmer Leute gelassen zu werden, denn sie waren gemeine Soldaten in Ihrer Majestät Armee; und der gemeine Soldat in englischen Diensten hat wenig Zeit für seine Vervollkommnung. Seine Pflicht ist, sich und seine Ausrüstung fleckenlos sauber zu halten, sich zu hüten, öfter betrunken zu sein, als unbedingt nötig, seinen Vorgesetzten zu gehorchen und um Krieg zu beten. Alles dies thaten meine Freunde; und als Zugabe vollführten sie noch einige Faustkämpfe, die nicht im Dienstreglement vorgesehen waren. Ihr Schicksal bestimmte sie zum Dienst in Indien, das kein goldenes Land ist, obgleich manche Dichter es als solches besungen haben. Die Menschen sterben dort mit großer Schnelligkeit, und die, welche leben bleiben, erfahren viele und merkwürdige Dinge. Ich glaube nicht, daß meine Freunde sich viel um die sozialen oder politischen Verhältnisse des Orients kümmerten. Sie nahmen an einem nicht unbedeutenden Kriege an der Nordgrenze teil, an einem andern an der Westgrenze und an einem dritten in Ober-Birma. Dann bezog ihr Regiment Quartier, um sich zu ergänzen, und die grenzenlose Eintönigkeit des Lebens in einer Militärstation ward ihr Teil. Sie wurden morgens und abends auf demselben Exerzierplatze gedrillt. Sie spazierten zwei lange Jahre hindurch dieselbe weiße, staubige Straße auf und ab, besuchten dieselbe Kirche und dieselbe Branntweinkneipe und schliefen in derselben weißgetünchten Kaserne. Einer war Mulvaney, der Vater der Truppe, der bei verschiedenen Regimentern von Bermuda bis Halifax gedient hatte, ein alter Krieger, narbenbedeckt, sorglos, in keiner Lage um ein Auskunftsmittel verlegen und in seinen frommen Stunden ein unvergleichlicher Soldat. An ihn wendete sich ein sechs und einen halben Schuh großer, schwerfälliger Yorkshirer, im Hügelland geboren, im Thale aufgewachsen und im wesentlichen zwischen den Wagen hinter dem Bahnhofe von York erzogen, um Rat und Hilfe. Sein Name war Learoyd und seine vornehmste Tugend eine unerschöpfliche Geduld, kraft deren er in den Faustkämpfen Sieger blieb, wie Ortheris, ein Foxterrier von einem Cockney, dazu kam, einer der drei zu werden, ist ein Rätsel, das ich bis heute nicht erklären kann, »Wir sind immer drei gewesen,« pflegte Mulvaney zu sagen. »Und mit Gottes Hilfe werden wir, solange wir dienen, immer drei bleiben. Es ist besser so.«
Sie verlangten keine Gesellschaft außer ihrer eignen, und es war für keinen Mann des Regiments geraten, sich mit ihnen in einen Streit einzulassen. An physische Beweisgründe war nicht zu denken, soweit Mulvaney und Learoyd in Betracht kamen, und ein Angriff auf Ortheris bedeutete eine kombinierte Attacke dieser beiden – ein Handel, wonach keine fünf Mann des Regiments vereint lüstern waren. Daher blühten und gediehen sie und teilten ihre Getränke, ihren Tabak und ihr Geld, Glück und Unglück, Kampf und Todesgefahr, Leben und Fröhlichkeit, von Calicut im Süden bis zu Peschawar im Norden Indiens.
Ohne jedes Verdienst meinerseits wurde mir das Glück zu teil, in gewissem Grade zu ihrer Freundschaft zugelassen zu werden – bereitwillig von Mulvaney von Anfang an, übellaunig und widerstrebend von Learoyd und mißtrauisch von Ortheris, der der Ansicht war, daß kein Richtmilitär mit einem Rotrock fraternisieren könne.
»Gleich und gleich,« sagte er. »Er ist ein vermaledeiter Zivilist, ich bin ein vermaledeiter Soldat. Es ist unnatürlich, und damit fertig.«
Aber damit waren wir nicht fertig. Sie tauten allmählich auf und erzählten mir mehr von ihrem Leben und ihren Abenteuern, als ich je niederschreiben werde.
Alles andre überspringend, beginnt diese Geschichte mit dem schrecklichen Durst, welcher der Ursprung aller Dinge war. Nie hat es einen solchen Durst gegeben, sagte mir Mulvaney. Sie wehrten sich gegen ihre unfreiwillige Tugend, aber nur einer war erfolgreich in seinen Anstrengungen, und das war Ortheris. Er, dessen Talente zahlreich waren, ging auf die Straße hinaus und stahl den Hund eines Zivilisten – das heißt irgend jemandes, er wußte nicht wessen, der nicht der Armee angehörte. Nun war der Zivilist aber erst vor kurzer Zeit durch Heirat mit dem Obersten verwandt geworden, es wurde von einer Seite Geschrei erhoben, von der Ortheris es am wenigsten erwartet hatte, und schließlich war er, um Schlimmeres zu vermeiden, gezwungen, gegen lächerlich geringes Entgelt sich von einem so vielversprechenden kleinen Terrier zu trennen, als je einer das Ende einer Hundeleine zierte. Der Erlös reichte kaum für einen einzigen kleinen Ausbruch hin, der ihn auf die Wachtstube brachte. Er kam jedoch mit einer scharfen Ermahnung und einigen Stunden Strafexerzieren davon. Nicht umsonst hatte er den Ruf erworben, »der beste Soldat seines Maßes« im Regiment zu sein. Mulvaney predigte persönliche Sauberkeit und Tüchtigkeit als die ersten Glaubensartikel ihres Freundschaftsbundes. »Ein Schmutzfink,« pflegte er zu sagen, »kommt ins Joch, weil er die Kniee nicht durchdrückt, und vors Kriegsgericht, weil ihm ein Paar Socken fehlen; aber ein sauberer Mann, so einer, der eine Zierde seiner Kompagnie ist, ein Mann, dessen Knöpfe Gold sind, dessen Rock wie angegossen sitzt, und der kein Fleckchen an sich hat, – ein solcher Mann darf, das sage ich Euch, thun, was er will, und sich auch einen Mordskanonenrausch antrinken. Das ist der Vorteil, wenn man proper ist.«
Wir saßen eines Tages weit von der Kaserne im Schatten einer Schlucht beisammen, durch die bei regnerischem Wetter ein Bach floß, Hinter uns lag der Busch-Dschungel, in dem Schakale, Pfauen, die grauen Wölfe der nordwestlichen Provinzen und zuweilen ein von Zentralindien hierher verschlagener Tiger wohnen sollten, vor uns lag die Kaserne blendend weiß in blendender Sonne; und nach beiden Seiten erstreckte sich die breite Straße, die nach Delhi führte.
Durch den Busch kam ich auf den Gedanken, daß es wohlgethan wäre, wenn Mulvaney sich einen Tag Urlaub nehmen würde, um einen Jagdausflug zu unternehmen. Der Pfau ist in ganz Indien ein heiliges Tier, und derjenige, der einen tötet, läuft Gefahr, von den Bewohnern des nächsten Dorfes mißhandelt zu werden; aber als Mulvaney das letzte Mal ausgezogen war, hatte er es zuwege gebracht, ohne die lokale religiöse Empfindlichkeit im geringsten zu verletzen, mit sechs prächtigen Pfauenbälgen zurückzukehren, die er gewinnbringend verkaufte. Es war deshalb nicht unmöglich – –
»Aber was hat es für einen Sinn, fortzugehen, ohne etwas zu trinken zu haben? Der Boden ist...
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- Rudyard Kipling – Biografie und Bibliografie
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