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Briefe 1828 - 1829
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Dieser Band enthält Goethes Briefe aus den Jahren 1828 - 1829. Goethe war ein sehr produktiver Briefeschreiber, was sich in diesem Werk ebenfalls widerspiegelt.
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Information
Topic
LittératureSubtopic
Classiques1828
43/156.
An P. A. Skerl
[Concept.]
[1. Januar 1828.]
Wenn ich jede wackre Künstler-Bemühung von meiner Seite gerne zu fördern trachte, so habe ich besonders auf diejenigen zu merken, die von einem freundlichen Wohlwollen gegen mich das Zeugniß ablegen. Hätte der junge Künstler bey seinem Hierseyn mich um Rath gefragt, so würde ich ihm einiges mitgetheilt haben, wodurch seine Blätter noch gefälliger geworden wären. Da sie sich indessen auf diese Weise auch gar wohl beschauen lassen, so hab ich Ihren Wunsch nicht ablehnen wollen und sende beyliegend was zur Unterschrift der Bilder wohl schicklich seyn möchte.
In solchen Fällen gereicht das Facsimile zu besonderer Empfehlung; deshalb lege ein Blättchen handschriftlich bey. Da der beengte Raum mich im Schreiben genirte, so finden Sie es doppelt. Ein geschickter Schriftstecher wird sich daraus das Charakteristische und zugleich besser in die Augen Fallende auszuwählen wissen.
Wollten Sie mir einige Abdrücke mit leichter bräunlicher oder bläulicher Farbe machen lassen, um die Blätter allenfalls hier illuminiren zu können, so würde es mir ganz angenehm seyn. Noch angenehmer, wenn Sie zugleich ein Exemplar durch einen Ihrer Dresdener geschickten Künstler illuminiren ließen, so daß ich ein Musterblatt zur Nachahmung erhielte.
Gegenwärtigem und allem übrigen guten Unternehmen das Beste Gedeihen wünschend.
Weimar den 31. December 1827.
43/157.
An Thomas Carlyle
In diesen Tagen, mein Theuerster, geht abermals eine Sendung über Hamburg; sie enthält die zweyte Lieferung meiner Werke, worin Sie nichts Neues finden werden, der ich aber die alte Gunst auf's frische wieder zuzuwenden bitte. Dabey liegen fünf Bände Kunst und Alterthum, welche schwerlich vollständig in Ihren Händen sind; auch das erste Heft des sechsten Bandes. In dieser Zeitschrift, welche seit 1818 langsam vorschreitet, finden Sie manches, was für Sie und wohl auch für Ihre Nation interessant ist. Das Foreign Quarterly Review, wovon zwey Bände in meinen Händen sind, wird solche Notizen wohl aufnehmen.
In das Kästchen lege noch einige literarisch-sittliche Bemerkungen, und füge nur die Anfrage wegen eines einzigen Punctes, der mich besonders interessirt, hier bey; sie betrifft Herrn Des Voeux, dessen Übersetzung des Tasso nun auch wohl in Ihren Händen ist. Er verwendete seinen hiesigen Aufenthalt leidenschaftlich auf das Studium einer ihm vorerst nicht geläufigen Sprache und auf ein sorgfältiges Übertragen gedachten Dramas. Er machte mir durch eine gedruckte Copie seines Manuscriptes die Bequemlichkeit, seine vorrückende Arbeit nach und nach durchzusehen, wobey ich freylich nichts wirken konnte als zu beurtheilen, ob die Übersetzung, insofern ich englisch lese, mit dem Sinn, den ich in meine Zeilen zu legen gedachte, übereinstimmend zu finden wäre. Und da will ich gern gestehen, daß nach einiger Übereinkunft zu gewissen Abänderungen ich nichts mehr zu erinnern wußte, was mir für das Verständniß meines Werkes in einer fremden Sprache wäre hinderlich gewesen. Nun aber möcht ich von Ihnen wissen, inwiefern dieser Tasso als Englisch gelten kann. Sie werden mich höchlich verbinden, wenn Sie mich hierüber aufklären und erleuchten; denn eben diese Bezüge vom Originale zur Übersetzung sind es ja, welche die Verhältnisse von Nation zu Nation am allerdeutlichsten aussprechen und die man zu Förderung der vor- und obwaltenden allgemeinen Weltliteratur vorzüglich zu kennen und zu beurtheilen hat.
An Ihre theure Gattin werden Sie mit meinen schönsten Grüßen das Adressirte gefällig abgeben.
Ferner habe ich sechs Medaillen beygelegt, drey weimarische, drey Genfer, wovon ich zwey Herrn Walter Scott mit meinen verbindlichsten Grüßen einzuhändigen, die andern aber an Wohlwollende zu vertheilen bitte.
Da ich die hier übrigen Seiten nicht leer abschicken möchte, so füge noch einige vorläufige Betrachtungen über das Foreign Quarterly Review hier bey:
In diesem gleich vom Anfang solid und würdig erscheinenden Werke finde ich mehrere Aufsätze über deutsche Literatur: Ernst Schulze, Hoffmann und unser Theater; ich glaube darin den Edinburger Freund zu erkennen, denn es wäre doch wunderbar, wenn das alte Britannien ein paar Menächmen hervorgebracht haben sollte, welche gleich ruhig, heiter, sinnig, sittig, gründlich und umsichtig, klar und ausführlich, und was dergleichen gute Eigenschaften sich noch mehr anschließen, eine fremde, geographisch, moralisch und ästhetisch abstehende Mittellandscultur liebevoll darstellen könnten und möchten. Auch die übrigen Recensionen, insofern ich sie gelesen habe, finde ich auf einem soliden Vaterlandsgrunde mit Einsicht, Umsicht und Mäßigung geschrieben. Und wenn ich z.B. Dupins weltbürgerliche Arbeiten...
Table of contents
- 1828
- 1829
- An Johann Friedrich Rochlitz
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