Briefe 1797 - 1799
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Briefe 1797 - 1799

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Briefe 1797 - 1799

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Dieser Band enthält Goethes Briefe aus den Jahren 1797 - 1799. Goethe war ein sehr produktiver Briefeschreiber, was sich in diesem Werk ebenfalls widerspiegelt.

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Information

Year
2012
eBook ISBN
9783849616465

1798

13/3702.
An Johann Friedrich Cotta
Mit vielem Dank zeige ich Ihnen, werthester Herr Cotta, hiermit an daß die verschiedenen Packete zur rechten Zeit bey mir eingetroffen sind. Sie haben, durch diese gütige Besorgung, die mancherlei Gefälligkeiten, die Sie auf meiner Reise für mich gehabt, ganz vollständig gemacht, und indem ich dasjenige mustere, was ich auf meinem Wege gesammelt, so finde ich gar vieles das ich Ihrer zukommenden Aufmerksamkeit schuldig bin, ich wünsche auch bald etwas dagegen übersenden zu können.
In einigen Tagen gedenke ich nach Jena zu gehen um mich von der Zerstreuung zu erholen, in welcher ich hier bisher gelebt habe, vielleicht bringt mir jene Einsamkeit etwas das Sie bey Ihrem Vorhaben brauchen können.
Mit Verlangen sehe ich den ersten Stücken der neuen Zeitung entgegen, die, so wie es scheint, auch in unsern Gegenden manchen Liebhaber finden wird. Es ist eine wahre Attention der Franzosen für dieses Blatt daß sie sowohl Erklärungen als Thaten bis ins neue Jahr aufgespart haben; für die erste Zeit wenigstens kann es an Stoff nicht fehlen.
Leben Sie recht wohl, gedenken Sie meiner und erneuern gelegentlich mein Andenken in Ihrem Kreise.
Weimar am 1. Januar 1798.
Goethe.
13/3703.
An Carl Ludwig von Knebel
Beyliegendes Blatt giebt nähere Auskunft was mit den Büchern und dem Gelde zu thun, du hast die Güte das nöthige zu besorgen.
Wir hatten um so mehr Ursache uns deines freundlichen Empfangs in Nürnberg zu freuen, da es das letzte Gute war das uns auf der Reise begegnete, Weg und Wetter fanden wir nachher abscheulich.
Seit meinem Hiersein habe ich mehr einiges vorbereitet als etwas gethan, in dieser Jahreszeit bin ich ohnedies nicht zu viel Gutem aufgelegt und die Reise hatte mich besonders zerstreut. Man ist in einem gewissen Alter an einen gewissen Ideengang gewöhnt, das neue was man sieht ist nicht neu und erinnert mehr an unangenehme als angenehme Verhältnisse, und ganz vorzügliche Gegenstände begegnen einem doch selten.
Ich will nun nach und nach wieder an irgend eine Arbeit gehen, denn wenn ein Jahr nicht lehr verlaufen soll so muß man beizeiten anfangen. Ich denke den Faust zuerst vorzunehmen, und zu gleicher Zeit meine physikalischen und naturhistorischen Arbeiten fortzusetzen. Wie weit wir kommen muß die Folge zeigen.
Wir haben jetzt ein Paar Elephanten hier, die, nebst ihrer übrigen Gesellschaft, unser altes und junges Publikum sehr in Bewegung setzen. Außer noch einigen wilden Tieren sind außerordentlich schöne Papageyen dabey.
In einiger Zeit denke ich nach Jena zu gehen und innerhalb deiner vier Wände mir Stimmung zu allerley Gutem zu holen. Lebe du auch indessen recht wohl, und laß mich von dir hören. Deine Freundin ist, wie ich höre zu den Ihrigen und so dein Wunsch für den Augenblick erfüllt. Möge die Zeit dir das beste bringen. Nochmals Dank für alles gute. Meyer ist sehr heiter, er grüßt und schreibt. W. d. 2. Jan. 98.
G.
Grüße die Freunde bestens.
Du hast ja wohl die Güte durch deinen Bedienten, oder sonst einen dienstbaren Geist, die Antwort auf inliegendes Blatt bey dem Mechanikus Behringer abholen zu lassen und mir solche zu melden. Ich habe den Mann selbst besucht und er versprach mir in einigen Monaten den angefangenen Globus zu liefern.
13/3703a.
An David Beringer
Der Herr Mechanikus Beringer zu Nürnberg wird hiermit ersucht: Überbringern dieses Nachricht zu geben wann der, an Endesunterzeichneten, versprochne Erdglobus fertig werden könnte? so wie auch was der Preis desselben sey? damit man wegen der Bezahlung die nöthige Ordre nach Nürnberg geben könne. Weimar am 2. Januar 1798.
J. W. v. Goethe.
13/3704.
An Friedrich Schiller
Es ist mir dabei ganz wohl zu Muthe, daß wir zum Neuenjahre einander so nahe sind, ich wünsche nur daß wir uns bald wieder sehen und einige Zeit in der Continuation zusammen leben. Ich möchte Ihnen manche Sachen mitteilen und vertrauen, damit eine gewisse Epoche meines Denkens und Dichtens schneller zur Reife komme.
Ich freue mich sehr darauf etwas von Ihrem Wallenstein zu sehen, weil mir auch dadurch eine neue Theilnahme an Ihrem Wesen möglich wird. Ich wünsche nichts mehr als daß Sie ihn dies Jahr vollbringen mögen.
Schon künftigen Sonntag gedachte ich zu Ihnen zu kommen, es scheint sich aber ein neues Hinderniß dazwischen zu stellen, auf den Sonnabend werde ich mehr sagen können. Sie erhalten alsdann auch eine Abschrift eines alten Gesprächs zwischen einem Chinesischem Gelehrten und einem Jesuiten, in welchem jener sich als ein schaffender Idealist, dieser als ein völliger Reinholdianer zeigt. Dieser Fund hat mich unglaublich amüsiert und mir eine gute Idee von dem Scharfsinn der Chineser gegeben.
Das Buch von Retif habe ich noch nicht gesehen, ich will es zu erhalten suchen.
Wenn uns als Dichtern, wie den Taschenspielern, daran gelegen sein müßte daß niemand die Art, wie ein Kunststückchen hervorgebracht wird, einsehen dürfte; so hätten wir freylich gewonnnen Spiel, so wie jeder, der das Publikum zum besten haben mag, indem er mit dem Strome schwimmt, auf Glück rechnen kann. In Hermann und Dorothea habe ich, was das Material betrifft, den Deutschen ihren Willen gethan und nun sind sie äußerst zufrieden. Ich überlege jetzt ob man nicht auf eben diesem Wege ein dramatisches Stück schreiben könnte? das auf allen Theatern gespielt werden müßte und das jedermann für fürtrefflich erklärte, ohne daß es der Autor selbst dafür zu halten brauchte.
Dieses und so vieles andere muß bis zu unserer Zusammenkunft verschoben bleiben. Wie sehr wünschte ich daß Sie in diesen Tagen bey uns wären, um eine der größten Unformen der organischen Natur, den Elephanten, und die anmuthigste der Kunstgestalten, die Florentinische Madonna des Raphaels, in Einer Stunde und also gleichsam nebeneinander zu sehen.
Schellings Ideen zu einer Philosophie der Natur bringe ich mit, es wird uns Anlaß zu mancher Unterhaltung geben.
Leben Sie recht wohl, und grüßen mir Ihre liebe Frau recht vielmals.
Friedrich Schlegel hat in ein Stück des Lyceums, da das J...

Table of contents

  1. 1797
  2. 1798
  3. 1799

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