Grundlagen der Finanzierung und Investition
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Grundlagen der Finanzierung und Investition

Mit Fallbeispielen und Übungen

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Grundlagen der Finanzierung und Investition

Mit Fallbeispielen und Übungen

About this book

Die jĂŒngste Finanzkrise zeigt es: Grundkenntnisse in Finanzierung und Investition gehören zum elementaren Handwerkszeug fĂŒr Studierende der Wirtschaftswissenschaften ebenso wie fĂŒr Manager, Unternehmer und Banker. Das Lehrbuch deckt die zentralen Themen der betrieblichen Finanzwirtschaft ab, wobei die wichtigsten Finanzierungsinstrumente ebenso erlĂ€utert werden wie die wesentlichen Investitionsrechenverfahren. Zahlreiche Fallbeispiele und Übungsaufgaben gewĂ€hrleisten einen hohen Praxisbezug.

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Information

Edition
3
Subtopic
Finance

1 Einleitung

Bedeutung der Finanzierung und Investition
Finanzwirtschaftliche Entscheidungen spielen in der Unternehmenspraxis eine zentrale Rolle, wobei das Entscheidungsspektrum von der Aufnahme eines Betriebsmittelkredites ĂŒber die Investition in eine neue Maschine bis zur Übernahme eines anderen Unternehmens reicht. Letztlich haben sĂ€mtliche unternehmerischen Entscheidungen finanzielle Auswirkungen. So nehmen Unternehmen finanzielle Mittel auf, um ihrer GeschĂ€ftstĂ€tigkeit nachgehen zu können, wĂ€hrend durch die betriebliche GeschĂ€ftstĂ€tigkeit wiederum neue Finanzmittel erwirtschaftet werden. Ein funktionierender Finanzmittelkreislauf ist die notwendige Voraussetzung fĂŒr eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung. Vor diesem Hintergrund befasst sich die betriebliche Finanzwirtschaft mit den Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen von Unternehmen. Finanzierungsentscheidungen beschĂ€ftigen sich mit der Beschaffung finanzieller Mittel und legen damit Art und Volumen der Kapitalaufnahme fest. DemgegenĂŒber betreffen Investitionsentscheidungen die im Hinblick auf die unternehmensspezifischen Ziele optimale Finanzmittelverwendung. In der Praxis haben Unternehmen eine Vielzahl an Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen zu treffen. Nachfolgend sind einige dieser Entscheidungssituationen exemplarisch skizziert:
  • – Der LebensmittelhĂ€ndler Karl Frisch nimmt bei seiner Hausbank einen kurzfristigen Kredit auf, um Waren von seinem GroßhĂ€ndler zu erwerben. Dieser Kredit soll mit Hilfe der durch den Warenverkauf erzielten Erlöse zurĂŒckgezahlt werden.
  • – Die Maschinenbau GmbH plant die Investition in eine neue Fertigungsanlage zur Herstellung von Spezialmaschinen. Zur Finanzierung dieser Investition erhöhen die Gesellschafter ihre Einlagen, indem sie dem Unternehmen aus ihrem Privatvermögen zusĂ€tzliches Eigenkapital zur VerfĂŒgung stellen.
  • – Infolge ihrer erfolgreichen GeschĂ€ftstĂ€tigkeit hat die Kellenhusener Immobilien-beteiligungsgesellschaft AG finanzielle ÜberschĂŒsse in Höhe von 10 Mio. Euro erwirtschaftet. Diese Finanzmittel werden in drei Monaten zur Finanzierung weiterer Expansionsschritte benötigt. In der Zwischenzeit legt das Unternehmen die Finanzmittel als Termingeld bei der Erfolgsbank AG an.
  • – Die Holzwurm GmbH fertigt hochwertige Holzspielwaren. Angesichts des ĂŒberzeugenden Markterfolges plant das Unternehmen die Anschaffung einer neuen Anlage zur Erhöhung der HerstellungskapazitĂ€ten. Nachdem das Unternehmen mehrere einschlĂ€gige Angebote eingeholt hat, stellt sich zunĂ€chst die Frage, ob sich die KapazitĂ€tserweiterung lohnt. Wenn diese Frage bejaht wird, ist darĂŒber hinaus eine Entscheidung zwischen den alternativen Anlagen zu treffen.
  • – Die Schnellbahn AG, ein erfolgreicher Anbieter schienengebundener Nahverkehrsleistungen, plant die Beschaffung neuer Triebwagen im finanziellen Volumen von 75 Mio. Euro fĂŒr die von diesem Verkehrsunternehmen betriebenen Stadtbahnstrecken. Da die Schnellbahn AG nicht ĂŒber die erforderlichen Finanzmittel verfĂŒgt, holt sie Kreditangebote von verschiedenen Banken ein. Als Alternative zur Kreditfinanzierung prĂŒft die Schnellbahn AG auch das Finanzierungsangebot einer Leasinggesellschaft.
  • – Der Online-VersandhĂ€ndler Salamando GmbH ist seit einigen Jahren am Markt tĂ€tig und in dieser Zeit stark gewachsen. FĂŒr die Gesellschafter hat Umsatz- und Marktanteilswachstum PrioritĂ€t vor der Gewinnerwirtschaftung. Um den aus dieser Strategie resultierenden Kapitalbedarf zu decken, plant das Unternehmen die Umwandlung in eine europĂ€ische Aktiengesellschaft (Societas Europaea [SE]) sowie den anschließenden Gang an die Börse.
  • – Die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Ökobau GmbH & Co. KG möchte das finanzielle Risiko des Unternehmens reduzieren. Hierzu schlĂ€gt sie der Gesellschafterversammlung vor, die Einlagen der Gesellschafter zu erhöhen. Mit den neuen Finanzmitteln soll ein Teil der Bankkredite getilgt und damit die Verschuldung des Unternehmens verringert werden.
  • – Die Apfel AG, ein börsennotierter Hersteller von Computern und Unterhaltungselektronik, beabsichtigt die Übernahme eines ebenfalls börsennotierten Softwareentwicklers. Die Finanzierung dieser Transaktion im Volumen von 3 Mrd. Euro, von der sich die Apfel AG erhebliche Synergieeffekte sowie eine StĂ€rkung ihrer Wettbewerbsposition verspricht, erfolgt zu zwei Dritteln aus einbehaltenen Gewinnen sowie zu einem Drittel durch den Kredit eines Bankenkonsortiums unter FĂŒhrung der EuropĂ€ischen Investbank AG.
  • – Die Eheleute HĂ€uslich planen den Erwerb der von ihnen genutzten Wohnung. WĂ€hrend sie 25 % des Kaufpreises aus eigenen Mittel aufbringen können, wollen sie fĂŒr den verbleibenden Betrag ein Darlehen aufnehmen. In diesem Zusammenhang ist zunĂ€chst die Frage zu beantworten, ob das Ehepaar die aus der Darlehensaufnahme resultierenden finanziellen Belastungen tragen kann. DarĂŒber hinaus mĂŒssen sie ein Angebot aus der Vielzahl an verfĂŒgbaren Darlehensalternativen auswĂ€hlen.
Die angesprochenen Beispiele verdeutlichen das breite Spektrum an finanzwirtschaftlichen Entscheidungssituationen, die in der Unternehmenspraxis auftreten. Zudem erkennen Sie die starken Interdependenzen zwischen Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen, da in fast allen Beispielen Aspekte der Finanzmittelbeschaffung und -verwendung zu beachten sind. Schließlich zeigt das Beispiel der privaten Darlehensaufnahme, dass bei unternehmerischen und privaten Finanzierungsentscheidungen grundsĂ€tzlich die gleichen Fragen zu beantworten sind. Im Mittelpunkt der weiteren AusfĂŒhrungen stehen privatwirtschaftliche Unternehmen, die finanzielle Mittel an den KapitalmĂ€rkten aufnehmen, um diese anschließend zur Verwirklichung der Unternehmensziele zu investieren. Doch auch wenn der Fokus des Buches auf Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen von Unternehmen liegt, sollten auch Ihre privaten Finanzen von den neu erworbenen Kenntnissen profitieren. In diesem Sinne erweist sich die Anschaffung des Buches hoffentlich als vorteilhafte Investition!
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Als unternehmerische Kernfunktionen sind Finanzierung und Investition grundlegende Bausteine der Betriebswirtschafts- und Managementlehre. UrsprĂŒnglich galt die betriebliche Finanzwirtschaft lediglich als Hilfsfunktion, deren Aufgabe die Sicherstellung der betrieblichen Leistungserstellung mit ihren Hauptfunktionen Beschaffung, Produktion und Absatz war (vgl. z. B. Steiner/Kölsch, 1989, S. 413 ff.; BĂŒschgen, 1976, Sp. 458 ff. oder Grochla, 1976, Sp. 413 ff.). Mit der entscheidungsorientierten Betriebswirtschaftslehre hat sich das VerhĂ€ltnis zwischen der Finanzwirtschaft und dem betrieblichen Leistungsbereich jedoch gewandelt. Heute ist die ÜberprĂŒfung der finanzwirtschaftlichen Vorteilhaftigkeit zwingender Bestandteil betrieblicher Entscheidungsprozesse. Die in der Praxis weit verbreiteten Konzepte wertorientierter UnternehmensfĂŒhrung stellen die Anforderungen der Kapitalgeber explizit in den Fokus unternehmerischer Entscheidungen (vgl. z. B. Pape, 2010, S. 143 ff.). Daher sind finanzwirtschaftliche Kenntnisse fĂŒr Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher StudiengĂ€nge ebenso unabdingbar wie fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte in der Unternehmenspraxis.
 
 
Zielsetzung und Aufbau des Buches
Das Ziel des vorliegenden Lehrbuches besteht darin, die fĂŒr das VerstĂ€ndnis der betrieblichen Finanzwirtschaft grundlegenden Fragestellungen zu erlĂ€utern. Nach der LektĂŒre des Buches sollen Sie, liebe Leserinnen und Leser, finanzwirtschaftliche Entscheidungen beurteilen und selbst treffen können. Das Themenspektrum umfasst die Grundprinzipen von Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen sowie die wesentlichen Finanzierungsinstrumente und Investitionsrechenverfahren. SĂ€mtliche finanzwirtschaftlichen Fragestellungen werden anwendungsorientiert erlĂ€utert und anhand von Fallbeispielen illustriert. Abgerundet werden die auch fĂŒr Leser ohne finanzwirtschaftliche Vorkenntnisse geeigneten AusfĂŒhrungen durch VerstĂ€ndnisfragen und praxisbezogene Übungsaufgaben.
In Kapitel 2 werden zunĂ€chst die finanzwirtschaftlichen Grundlagen erlĂ€utert. Darauf aufbauend folgen die an den KapitalmĂ€rkten zur Beschaffung finanzieller Mittel verfĂŒgbaren Finanzierungsinstrumente, wobei wir zunĂ€chst die Beteiligungsfinanzierung durch EigentĂŒmer (Kapitel 3), anschließend die Kreditfinanzierung durch GlĂ€ubiger (Kapitel 4) und schließlich die Innenfinanzierung aus laufender GeschĂ€ftstĂ€tigkeit (Kapitel 5) behandeln. ErgĂ€nzt werden die AusfĂŒhrungen zu den Finanzierungsinstrumenten durch eine EinfĂŒhrung in die finanzwirtschaftliche Unternehmensanalyse (Kapitel 6). Da jede finanzwirtschaftliche Entscheidung von der zugrunde liegenden Finanzierungssituation abhĂ€ngig ist, sollen Sie die nachfolgend erlĂ€uterten Finanzierungsinstrumente so weit kennenlernen, dass Sie deren Einsatzmöglichkeiten und -grenzen beurteilen können.
Im Anschluss an die Finanzierungsentscheidungen befassen wir uns mit Investitionsentscheidungen. Hierzu werden in Kapitel 7 zunÀchst die Grundlagen des Investitionsentscheidungsprozesses behandelt. Zentraler Bestandteil dieses Entscheidungsprozesses sind die Investitionsrechenverfahren, die die Vorteilhaftigkeit von Investitionsprojekten beurteilen. Statische Investitionsrechenverfahren (Kapitel 8) bewerten Investitionsprojekte auf Basis eines relevanten Durchschnittsjahres, wÀhrend dynamische Investitionsrechenverfahren (Kapitel 9) die Vorteilhaftigkeit von Investitionsprojekten auf Basis von finanzmathematischen Modellen (z. B. Barwerten) beurteilen. In AbhÀngigkeit von der KomplexitÀt der Investitionsentscheidung kommen in der Praxis sowohl statische als auch dynamische Rechenverfahren zum Einsatz, wobei die meisten Unternehmen mehrere Investitionsrechenverfahren verwenden. Daher sollten Sie die wesentlichen Rechenverfahren kennen und ihre AussagefÀhigkeit einschÀtzen können.
 
 
Didaktisches Konzept
Das vorliegende Lehrbuch macht Sie mit den Grundlagen der Finanzierung und Investition vertraut. Hierzu werden die finanzwirtschaftlichen Fragestellungen aus anwendungsorientierter Perspektive erlĂ€utert und durch eine Vielzahl von Abbildungen und Tabellen verdeutlicht. Zur Illustration dienen praxisbezogene Fallbeispiele. Querverweise erleichtern das VerstĂ€ndnis von ZusammenhĂ€ngen zwischen den verschiedenen finanzwirtschaftlichen Fragestellungen. Da die Inhalte aufeinander aufbauen, sollten Sie die Kapitel grundsĂ€tzlich in der vorliegenden Reihenfolge lesen. Es ist allerdings möglich, die AusfĂŒhrungen zu den Investitionsentscheidungen (Kapitel 7 bis 9) vor den Finanzierungsentscheidungen (Kapitel 3 bis 6) durchzuarbeiten. In jedem Fall sollten Sie zunĂ€chst das grundlegende Kapitel 2 lesen.
Am Ende eines jeden Hauptkapitels finden Sie VerstĂ€ndnisfragen zur Kontrolle des Lernfortschritts sowie Übungsaufgaben zur selbstĂ€ndigen Wiederholung des Stoffes. Nach LektĂŒre eines Kapitels sollten Sie dazu in der Lage sein, die entsprechenden Fragen zu beantworten und die zugehörigen Übungsaufgaben zu lösen. Zur Kontrolle ihrer Rechenergebnisse können Sie sich eine PDF-Datei mit den Lösungen von der Homepage des Verlages De Gruyter Oldenbourg (www.degruyter.com) herunterladen. Auf der Verlagshomepage finden Sie zudem eine Formelsammlung sowie Zinstabellen, die Ihnen bei der Lösung finanzwirtschaftlicher Fragestellungen ebenfalls gute Dienste leisten.
In den nachfolgenden AusfĂŒhrungen spiegeln sich die relevanten Erkenntnisse der modernen Finanzierungstheorie wider. Mit Bezug auf die Zielsetzung des Buches wird allerdings auf die explizite Darstellung finanzierungstheoretischer Modelle verzichtet und stattdessen auf die einschlĂ€gige Literatur verwiesen. Die Literatur- und Quellenangaben weisen darĂŒber hinaus auf vertiefende Veröffentlichungen zur Finanzwirtschaft, auf verwandte Teildisziplinen der Betriebswirtschaftslehre (z. B. das Rechnungswesen) sowie auf praxisbezogene Informationsmöglichkeiten (z. B. relevante Internetseiten) hin.
FĂŒr Ihren Einstieg in die betriebliche Finanzwirtschaft wĂŒnsche ich Ihnen viel Erfolg und neben dem Erkenntnisfortschritt auch Spaß bei der BeschĂ€ftigung mit den Grundlagen der Finanzierung und Investition!

2 Finanzwirtschaftliche Grundlagen

Kapitel 2 fĂŒhrt Sie in die grundlegenden Themen der betrieblichen Finanzwirtschaft ein. Hierzu befassen wir uns einleitend mit den Begriffen, Zielen und Aufgaben der betrieblichen Finanzwirtschaft (Kapitel 2.1), anschließend mit der Systematisierung der wesentlichen Finanzierungsformen (Kapitel 2.2) und abschließend mit den fĂŒr Finanzierungs- und Investitionsrechnungen unentbehrlichen finanzmathematischen Grundlagen (Kapitel 2.3). Abgerundet wird das Kapitel durch VerstĂ€ndnisfragen und Übungsaufgaben (Kapitel 2.4).

2.1 Begriffe, Ziele und Aufgaben der betrieblichen Finanzwirtschaft

Die Kenntnis der einschlĂ€gigen begrifflichen Grundlagen ist eine notwendige Voraussetzung fĂŒr das VerstĂ€ndnis von Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen. Daher lautet das Lernziel von Kapitel 2.1, die grundlegenden Begriffe, Ziele und Aufgaben der betrieblichen Finanzwirtschaft zu verstehen sowie die grundlegenden Charakteristika von Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen kennenzulernen.

2.1.1 Grundbegriffe

Die betriebliche Finanzwirtschaft befasst sich sowohl mit Finanzierungs- als auch mit Investitionsentscheidungen. Das vorliegende Lehrbuch folgt damit dem international ĂŒblichen VerstĂ€ndnis, nach dem Finanzierung und Investition die beiden interdependenten Teilgebiete der betrieblichen Finanzwirtschaft bilden.


Untersuchungsobjekte
Untersuchungsobjekte der betrieblichen Finanzwirtschaft sind sĂ€mtliche Fragestellungen, die sich in Zusammenhang mit der Beschaffung und Verwendung finanzieller Mittel durch Unternehmen ergeben. Im Fokus der betrieblichen Finanzwirtschaft stehen Unternehmen, die sich finanzielle Mittel auf KapitalmĂ€rkten beschaffen und diese Finanzmittel auf GĂŒter- oder DienstleistungsmĂ€rkten einsetzen, um die Ziele des Unternehmens zu verfolgen. Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen werden allerdings nicht nur durch die Unternehmensziele beeinflusst, sondern auch durch das Umfeld, in dem diese Entscheidungen getroffen werden. Das Entscheidungsumfeld wird durch verschiedene finanzwirtschaftliche Institutionen geprĂ€gt, deren Funktionen ebenfalls zu den Untersuchungsobjekten der betrieblichen Finanzwirtschaft zĂ€hlen (siehe auch Abbildung 2.1). Wesentliche finanzwirtschaftliche Institutionen sind Finanz- und KapitalmĂ€rkte sowie FinanzintermediĂ€re (z. B. Banken oder Versicherungen).
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Abb. 2.1: Untersuchungsobjekte der betrieblichen Finanzwirtschaft.
Im Rahmen ihrer GeschĂ€ftstĂ€tigkeit agieren Unternehmen auf unterschiedlichen MĂ€rkten, wobei Austauschbeziehungen zu Beschaffungs- und AbsatzmĂ€rkten bestehen (siehe Abbildung 2.2). Auf den BeschaffungsmĂ€rkten werden GĂŒter und Dienstleistungen erworben, die in den betrieblichen Leistungserstellungsprozess eingehen. Ergebnis der Leistungserstellung sind wiederum GĂŒter bzw. Dienstleistungen, die das Unternehmen auf seinen AbsatzmĂ€rkten anbietet.
Zur Realisierung des Leistungserstellungsprozesses benötigen Unternehmen finanzielle Mittel, die an den Finanz- bzw. KapitalmĂ€rkten aufgenommen werden. Bei der betriebswirtschaftlichen Analyse wird daher zwischen Leistungs- und Finanzbereich unterschieden (vgl. Peters/BrĂŒhl/Stelling, 2005, S. 32–35). Der Leistungsbereich umfasst den gesamten Prozess der Leistungserstellung und damit sĂ€mtliche GĂŒter- bzw. Dienstleistungsströme, die durch das Unternehmen fließen.
In die Verantwortung des Finanzbereiches fallen die durch das Unternehmen fließenden Zahlungsströme, die entgegengesetzt zu den GĂŒter- und Dienstleistungsströmen verlaufen. Damit ist die betriebliche Finanzwirtschaft fĂŒr die finanzwirtschaftlichen Prozesse verantwortlich, z. B. fĂŒr die Aufnahme eines neuen Kredites oder fĂŒr die Investition in eine neue Maschine. Angesichts vielfĂ€ltiger Interdependenzen zwischen den beiden Teilbereichen mĂŒssen die Konsequenzen finanzwirtschaftlicher Entscheidungen auf den Leistungsbereich des Unternehmens in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Umgekehrt sind allerdings auch die Auswirkungen der leistungswirtschaftlic...

Table of contents

  1. Titel
  2. Impressum
  3. Vorwort zur dritten Auflage
  4. Vorwort zur ersten Auflage
  5. Inhaltsverzeichnis
  6. Übersicht der Zeichnungen
  7. Übersicht der Tabellen
  8. AbkĂŒrzungsverzeichnis
  9. 1 Einleitung
  10. 2 Finanzwirtschaftliche Grundlagen
  11. 3 Beteiligungsfinanzierung
  12. 4 Kreditfinanzierung
  13. 5 Innenfinanzierung
  14. 6 Finanzwirtschaftliche Unternehmensanalyse
  15. 7 Grundlagen von Investitionsentscheidungen
  16. 8 Statische Investitionsrechenverfahren
  17. 9 Dynamische Investitionsrechenverfahren
  18. Literatur
  19. Stichwortverzeichnis