Diese Sammlung von handfesten und alltagserprobten Hacks ist weniger fĂŒr Profis gedacht als vielmehr fĂŒr Leute, die gerne fotografieren und immer mal wieder an einen Punkt kommen, an demes nicht so recht weitergeht. Dann helfen die 99 Foto-Hacks der KreativitĂ€t auf die SprĂŒnge: Sie lernen Tricks kennen, die zu neuen Herangehensweisen anregen, die Augen fĂŒr neue Wege öffnenoder Ihnen das Leben als MotivjĂ€ger ganz einfach erleichtern. Egal, ob Ihre Lieblingsmotive Menschen, Landschaften, Urlaubsansichten, Tiere, Pflanzen oder Stillleben sind â die allermeisten Hacks lassen sich nicht nur fĂŒr ein Genre, sondern fĂŒr mehrere nutzen. Und sie vermitteln ganz nebenbei eine riesige Menge fotografischen Grundlagenwissens. Denn eigentlich sind es technische und gestalterische Basics, die man nur neu und kreativ anzuwenden braucht, um ein langweiliges Motiv in einen echten Hingucker zu verwandeln. Lassen Sie sich von den Hacks inspirieren und zeigen Sie der Welt, wie man sie noch interessanter fotografiert.

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Photography1. HACK: SCHARFE AUGEN
Normalerweise ist nichts so falsch in der Fotografie wie Motive, die nicht im Fokus sind. Fotografieren Sie Menschen und wollen ausdrucksstarke PortrĂ€ts, sollten Sie immer auf die Augen achten. Sie sind meistens der wichtigste Blickfang fĂŒr den Betrachter und sollten dementsprechend scharf abgebildet sein. Man könnte sich nun auf die diversen Automatismen wie Gesichtserkennung oder sogar Augenerkennung moderner Kameras verlassen. Hundertprozentig zuverlĂ€ssig sind diese Automatikfunktionen beim Fokussieren aber auch nicht. Gerade bei PortrĂ€ts mit begrenzter SchĂ€rfentiefe ist das Scharfstellen essenziell wichtig.
Manuell fokussieren
Stellen Sie also den Autofokus mal ab und fokussieren Sie von Hand. Dazu bieten die Kameras meistens ein paar Hilfestellungen. Es gibt das sogenannte Peaking, bei dem farbige Konturen eingeblendet werden, um zu zeigen, wo die SchĂ€rfe liegt. Oder es gibt eine Bildschirmlupe, bei der das Vorschaubild auf dem Monitor oder im Sucher stark vergröĂert wird. Welche Hilfe auch immer Sie in Anspruch nehmen â konzentrieren Sie sich auf zumindest eines der Augen. Denn wenn der Mensch vor der Kamera nicht absolut parallel zur Kamera steht und die Entfernung beider Augen zur Kamera unterschiedlich ist, wird meistens nur ein Auge scharf zu sehen sein, wĂ€hrend das andere bereits mehr oder weniger unscharf ist. Machen Sie sich deswegen keine Sorgen! Hauptsache ist, dass zumindest ein Auge scharf gestellt ist.

Wenn man auf die Augen fokussiert, kann eigentlich kaum etwas schiefgehen.
ISO 100 :: 31 mm :: f/5.6 :: 1/50 s
2. HACK: KREATIV MIT WEISSABGLEICH
In den meisten Situationen wird der automatische WeiĂabgleich die Farben eines Motivs mit hoher Wahrscheinlichkeit ganz gut erfassen. Ein Rest Unsicherheit bleibt aber, und bei manchen Motiven geht es eben um genau dieses letzte QuĂ€ntchen Kontrolle. Soll ein Bild eine bestimmte Farbstimmung haben und weiĂ man nicht, wie man die Farben am besten fotografiert, gibt es schnell Probleme in Sachen realer Farbwiedergabe.
Jede Digitalkamera ist ab Werk so konfiguriert, dass der WeiĂabgleich automatisch vorgenommen wird. Ist man sich nicht sicher, ob der automatische WeiĂabgleich die gewĂŒnschten Ergebnisse bringt, oder hat man in einer Testaufnahme schon gesehen, dass die Farben nicht gut reproduziert werden, kann man sich an den WeiĂabgleichsvorgaben â auch als Presets bezeichnet â der Kamera orientieren. Was aber, wenn man die Farben absichtlich »falsch« haben möchte?
Kreativer Umgang mit dem WeiĂabgleich
Ein Beispiel: Fotografiert man bei Kerzenschein, der ziemlich warm (rot, gelb) ist, kann man den WeiĂabgleich fĂŒr Tageslicht (kaltes, blaues Licht) einstellen. Was passiert? Die Kamera gleicht den vermeintlichen Blaustich des Tageslichts aus, indem sie die Farben in Richtung Gelb/Rot verschiebt. Die Fotos werden also eine extrem warme Lichtstimmung bekommen. Noch interessanter wird es, wenn man drauĂen farbige Lichtquellen einsetzt und z. B. eine orangefarbene Folie vor das Blitzlicht hĂ€lt.
Steht der WeiĂabgleich auf Kunstlicht, wird die Farbe eines Menschen in Reichweite des orangefarbenen Blitzes in Richtung Blau korrigiert und damit mehr oder weniger neutral wiedergegeben. Doch die Umgebung hinter dem Menschen wird aufgrund des falschen WeiĂabgleichs blau wiedergegeben.

Die Aufnahme wurde zwar mit Blitzlicht gemacht, der WeiĂabgleich war jedoch auf Schatten eingestellt, was die Rottöne im Bild noch verstĂ€rkte.
ISO 100 :: 70 mm :: f/8 :: 1/125 s
3. HACK: GRAUKARTEN FĂR EXAKTE FARBEN
Produktfotografen brauchen Graukarten wie die Luft zum Atmen. Korrekte Farben sind wichtig, wenn man Stoffe, Lackierungen oder OberflĂ€chen genau wiedergeben möchte. Aber auch als Foto-Enthusiast ohne kommerzielle Interessen sollte man wissen, wie man mit einer Graukarte und dem manuellen WeiĂabgleich umgeht.
Will man Farben ganz genau reproduzieren, muss man den WeiĂabgleich manuell vornehmen. Dazu braucht die Kamera allerdings etwas Hilfe in Form einer FlĂ€che, die farblich völlig neutral ist. Das kann eine weiĂe FlĂ€che, aber auch eine graue sein, die keinen Farbstich enthĂ€lt. Das Problem bei weiĂen FlĂ€chen ist, dass die meisten infrage kommenden einfachen FlĂ€chen wie Papier, eine Wand oder ein weiĂes Hemd eben doch einen minimalen Farbstich haben, der dem Auge nicht auffĂ€llt. Man muss sich nur einmal weiĂes Papier verschiedener Hersteller und unterschiedlicher Grammatur ansehen und erkennt im direkten Vergleich das Problem.
Profis nutzen fĂŒr den exakten WeiĂabgleich eine graue oder weiĂe Referenzkarte (sie gibt es z. B. in DIN A5 oder DIN A4 im Fotofachhandel). Diese Karte wird ins Motiv gehalten und so groĂ wie möglich abfotografiert. AnschlieĂend wĂ€hlt man ĂŒber das entsprechende MenĂŒ der Kamera den manuellen WeiĂabgleich aus und stellt als Referenz das eben gemachte Foto von der Graukarte ein. Ăndert sich die Lichtsituation, muss man die Graukarte neu fotografieren. Bei einem Livekonzert oder im Theater, wo die Beleuchtungsfarbe stĂ€ndig wechselt, hat ein manueller WeiĂabgleich also keinen Sinn. Dort sollte man sich auf die Automatik verlassen.

In der professionellen Produktfotografie â hier der Innenraum eines Wohnwagens â geht nichts ohne genormte Farbtafeln. FĂŒr Amateure genĂŒgt im Zweifel auch eine Graukarte ohne die Farbreferenzen der hier gezeigten Karte.
ISO 100 :: 23 mm :: f/11 :: 1/125 s
4. HACK: MIT OFFENBLENDE ZU SANFTEM BOKEH
Jetzt wirdâs zunĂ€chst technisch: Die LichtstĂ€rke â ĂŒbrigens neben der Brennweite der entscheidende Faktor fĂŒr den Preis eines Objektivs â wird bestimmt durch das ĂffnungsverhĂ€ltnis, das sich aus dem VerhĂ€ltnis von maximaler Blendenöffnung (D) und Brennweite (f) des Objektivs nach der folgenden Formel errechnet:
ĂffnungsverhĂ€ltnis = D / f
Der Kehrwert des ĂffnungsverhĂ€ltnisses ist die Blendenzahl, die auf jedem Kameraobjektiv vermerkt ist. Steht auf dem Rand einer Optik z. B. der Wert f/2 (alternative Schreibweisen sind 1:2, 1/2, f/2), bedeutet das, dass Sie an Ihrer Kamera maximal Blende f/2 einstellen können.
LichtstÀrke = Bokeh?
FĂŒr die Praxis bedeutet das konkret: Je kleiner der mögliche Blendenwert (z. B. f/2 oder f/1,4), desto mehr Licht fĂ€llt bei gleicher Belichtungszeit durch das Objektiv und desto knapper wird der SchĂ€rfebereich (die SchĂ€rfentiefe). Alles vor und hinter der Fokusebene wird mehr oder weniger harmonisch unscharf. Ob diese UnschĂ€rfe (Bokeh) ansprechend ist oder nicht, hĂ€ngt neben der LichtstĂ€rke von der QualitĂ€t des Objektivs ab.

Die Blende von f/2,8 und eine relativ lange Brennweite von 150 mm sorgen dafĂŒr, dass der Hintergrund in UnschĂ€rfe verschwimmt. Aus Lichtflecken werden dadurch runde, weiche Formen.
ISO 200 :: 150 mm :: f/2.8 :: 1/250 s
BOKEH
Unter Bokeh versteht man die Art der UnschĂ€rfe, die ein Objektiv in den Bildbereichen erzeugt, die nicht in der SchĂ€rfeebene liegen. Je weiter weg ein Motivbereich von der SchĂ€rfeebene ist, desto unschĂ€rfer wird er, und es treten fĂŒr jedes Objektiv typische UnschĂ€rfekreise auf. Je nachdem, wie sanft und definiert diese UnschĂ€rfekreise sind, spricht man von schönerem oder nicht so schönem Bokeh. Das klingt zwar ein wenig emotional, wird Ihnen aber sicher deutlich, wenn Sie das UnschĂ€rfeverhalten verschiedener Objektive vergleichen.
Bokeh bei PortrÀts
Die SchĂ€rfentiefe lĂ€sst sich mit groĂer Blendenöffnung dramatisch verkleinern, um z. B. bei einem PortrĂ€t den Hintergrund in UnschĂ€rfe verschwimmen zu lassen. Wie oben schon angedeutet: Je höher die LichtstĂ€rke, desto höher ist auch der Preis eines Objektivs. Das liegt vor allem daran, dass die GlĂ€ser eines hochgeöffneten Objektivs deutlich gröĂer und besser sein mĂŒssen als bei einer weniger lichtstarken Konstruktion. Und leider ist der Bokeh-Effekt umso ausgeprĂ€gter, je besser (teurer) ein lichtstarkes Objektiv ist. Kleiner Tipp: Verwenden Sie fĂŒr Fotos mit ausgeprĂ€gtem Bokeh am besten Festbrennweiten. Die haben in dieser Hinsicht immer eine bessere QualitĂ€t als Zoom-Objektive.

Abendliche oder nĂ€chtliche Kulissen mit Lichtern im Hintergrund sind ideal fĂŒr PortrĂ€ts mit ausgeprĂ€gten Bokeh-Effekten. Sie können so testen, wie sich Ihre Objektive in dieser gestalterischen Disziplin schlagen. (Foto: Shutterstock)
ISO 200 :: 85 mm :: f/1.8 :: 1/60 s
5. HACK: VASELINE FĂR WEICHZEICHNER
Ein ganz alter Trick, der aber immer noch funktioniert: Vaseline oder eine andere Art von transparentem Fett kann m...
Table of contents
- Cover
- Titel
- Impressum
- Der Autor
- INHALT
- 1. Hack: Scharfe Augen
- 2. Hack: Kreativ mit WeiĂabgleich
- 3. Hack: Graukarten fĂŒr exakte Farben
- 4. Hack: Mit Offenblende zu sanftem Bokeh
- 5. Hack: Vaseline fĂŒr Weichzeichner
- 6. Hack: Gegenlicht und Silhouetten
- 7. Hack: Belichtungsreihen
- 8. Hack: Schwarze Schatten einfach aufhellen
- 9. Hack: Reflektorformen nutzen
- 10. Hack: Belichtung messen leicht gemacht
- 11. Hack: Kunst mit Kunstlichtquellen
- 12. Hack: Nachts in der Stadt
- 13. Hack: Aufsteckblitz indirekt
- 14. Hack: Blitzen auch am Tag
- 15. Hack: Die Schokoladenseite suchen
- 16. Hack: Blitzen im Dunkeln mit Taschenlampe
- 17. Hack: Beleuchten mit der Taschenlampe
- 18. Hack: Lange Brennweite zum Freistellen
- 19. Hack: Kurze Brennweite â skurrile PortrĂ€ts
- 20. Hack: Bessere Bilder mit Festbrennweiten
- 21. Hack: Lensflares bewusst einsetzen
- 22. Hack: KĂŒnstliche Lens-Flares mit CD
- 23. Hack: Von Bauchnabel- und anderen Perspektiven
- 24. Hack: Gruppen in GrĂŒppchen einteilen
- 25. Hack: Mit UnschÀrfe gestalten
- 26. Hack: Schwarzer Hintergrund ohne Hilfsmittel
- 27. Hack: Action mit dem Sportprogramm
- 28. Hack: Noch mehr Action: Mitziehen
- 29. Hack: Lichterspuren
- 30. Hack: Makromotive fokussieren
- 31. Hack: Kontinuierlicher Autofokus
- 32. Hack: Ultrakurze Verschlusszeiten
- 33. Hack: SonnenuntergÀnge
- 34. Hack: Die Drittel-Regel
- 35. Hack: Mit FĂŒhrungslinien den Blick lenken
- 36. Hack: Mehr Blau durch Polfilter
- 37. Hack: ReisefĂŒhrer als Ideengeber
- 38. Hack: Manuell belichten lernen
- 39. Hack: High-ISO verwenden
- 40. Hack: Lange Verschlusszeiten und Blitz
- 41. Hack: Kompakte Kameras mit Zoomobjektiv
- 42. Hack: Menschen verschwinden lassen
- 43. Hack: Weiches Wasser mit langer Belichtung
- 44. Hack: Schwarzweià ist ausdrucksstÀrker
- 45. Hack: Tobende Kinder
- 46. Hack: VertrÀumte PortrÀts aus der Deckung
- 47. Hack: Spielzeug fĂŒr groĂe und kleine Kinder
- 48. Hack: Kreative Geschwisterbilder
- 49. Hack: Niedrige Perspektive
- 50. Hack: Hohe Perspektive
- 51. Hack: RĂ€umliche Tiefe erzeugen
- 52. Hack: Bunte Bilder
- 53. Hack: Sanfte Farben
- 54. Hack: Spiegelungen im Wasser
- 55. Hack: Schaufenster mit Spiegelung des Streetlife
- 56. Hack: Doppelbelichtungen
- 57. Hack: Serien schieĂen
- 58. Hack: Familienfotos in einer Spiegelung
- 59. Hack: SĂ€ttigung verringern fĂŒr moderne PortrĂ€ts
- 60. Hack: AuĂermittige Motive fokussieren und belichten
- 61. Hack: Eine Strumpfhose als Soft-Fokus-Filter
- 62. Hack: Glitzerlicht mit Stahlschwamm
- 63. Hack: Panoramen ganz einfach
- 64. Hack: Babys fotografieren
- 65. Hack: Posing fĂŒr Babys
- 66. Hack: Neugeborene mit Familienmitgliedern
- 67. Hack: Hochzeitsfotografie â Beispielfotos sammeln
- 68. Hack: Hochzeiten â viel Zeit, keine Hektik
- 69. Hack: Auf Hochzeiten lieber mehr Fotos
- 70. Hack: Indoor-Fotografie: Fenster auf, Lichter an, Blitz ausschalten
- 71. Hack: HintergrĂŒnde sammeln
- 72. Hack: Kleine Kinder zum Lachen bringen
- 73. Hack: Details einer Hochzeit fotografieren
- 74. Hack: Schatten fotografieren
- 75. Hack: Wenn Insekten noch schlafen
- 76. Hack: Vögel mit Futter ködern
- 77. Hack: Automatische Nahaufnahmen
- 78. Hack: Hund, Katze, Maus
- 79. Hack: Intensiver Blickkontakt mit Tieren
- 80. Hack: Tiere beim Schlafen erwischen
- 81. Hack: Bohnensack fĂŒr lange Brennweiten
- 82. Hack: Gewohnheiten von Tieren studieren
- 83. Hack: Tarnnetz im Garten
- 84. Hack: GĂŒnstige lange Brennweiten durch ISO
- 85. Hack: Wildtiere â FĂŒtterung abwarten, frĂŒh da sein
- 86. Hack: Gitter im Zoo
- 87. Hack: Fensterlicht und Transparentpapier
- 88. Hack: Dauerlicht fĂŒr automatische Belichtung
- 89. Hack: Lichtzelt selber machen
- 90. Hack: Food beleuchten
- 91. Hack: Architekturfotos mit Linien und FlÀchen
- 92. Hack: Menschen als GröĂenreferenz
- 93. Hack: StĂŒrzende Linien vermeiden
- 94. Hack: StĂŒrzende Linien als Gestaltungselement
- 95. Hack: BlĂŒten zum Ăben
- 96. Hack: Eigene Bokeh-Formen
- 97. Hack: Sternenspuren
- 98. Hack: Tilt-Shift-Fake
- 99. Hack: 500/Brennweite
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