FĂŒr den Einsteiger
Im ersten Teil dieses kleinen Handbuchs geht es um die Grundlagen. Fortgeschrittenere Anwender können ihn also getrost ĂŒberspringen â und gleich zum zweiten oder gar dritten Teil schreiten.
Die erste Inbetriebnahme und die Grundeinrichtung des Androiden erlaube ich mir, an dieser Stelle zu ĂŒberspringen: Zum einen unterscheiden sie sich je nach Hersteller ein wenig, zum anderen liegt dem GerĂ€t zumindest dafĂŒr in der Regel eine Kurzanleitung bei. Wer dennoch Starthilfe benötigt, findet sie z. B. in einem Workshop bei chip.de â folge er also dem QR-Code.
Wie soll Steve Jobs am Ende seiner Vorstellung des ersten iPhones gesagt haben: »Ach ja, telefonieren kann man damit auch.« NatĂŒrlich sind wir mit Android in einem »ganz anderen Lager« (fĂŒr Stevie in der Schmuddelecke â aber wir wissen es natĂŒrlich besser). Dennoch gehe ich hier Ă€hnlich vor und klammere das Telefonieren zunĂ€chst aus. Stattdessen steige ich mit den Anwendungen ganz allgemein ein:
Grundlegendes zur Bedienung des Androiden.
Wie bekomme ich die Apps auf meinen Androiden â und gegebenenfalls auch wieder runter?
Wie organisiere ich sie, sodass ich mich auch nach der fĂŒnfzigsten installierten App noch darin zurechtfinde?
Und wie erstelle ich Sicherungen meiner Daten, falls es denn doch einmal »knallt«?
1.1Grundlegendes zur Bedienung des Androiden
Zuallererst einige grundlegende Bedienhinweise.
1.1.1Knöpfe
Auch wenn ein Androide ĂŒberwiegend ĂŒber den Touchscreen bedient wird, gibt es da doch noch ein paar Knöpfe, die sich drĂŒcken lassen. Allen voran der »Power-Knopf«: Was so ein richtiger Power-Riegel ist, der verfĂŒgt auch ĂŒber einen gleichnamigen Knopf. Kein GerĂ€t kommt ohne diesen. Und was lĂ€sst sich damit Besonderes anstellen, dass er an dieser Stelle extra erwĂ€hnt werden muss?
Bild 1.1: Bei langem DrĂŒcken auf den Power-Knopf öffnet sich ein MenĂŒ, das unter anderem einen Neustart des GerĂ€ts ermöglicht.
ZunĂ€chst das Triviale: Das GerĂ€t lĂ€sst sich damit anschalten. War es zuvor komplett ausgeschaltet, muss der Power-Knopf dafĂŒr ein wenig lĂ€nger gedrĂŒckt werden. Anders sieht es aus, wenn nur das Display ausgegangen ist (das tut es, um Strom zu sparen) â dann genĂŒgt ein kurzes Antippen, um es wieder zu aktivieren. Das Gleiche noch einmal, und der Bildschirm geht wieder aus. Noch immer trivial! Allerdings wird der Bildschirm dabei auch gleich gesperrt â sodass man ihn bei erneutem Anschalten zunĂ€chst auch wieder entsperren muss. Das verhindert zum einen die unbeabsichtigte Bedienung in der Hosentasche, kann aber â sofern die Sperre mit einer PIN, einem Entsperrmuster oder einem Kennwortschutz versehen wurde â auch vor unbefugtem Zugriff schĂŒtzen.
Interessanter wird es, drĂŒckt man diesen Knopf bei aktivem Display ein wenig lĂ€nger, denn dann kommt plötzlich ein MenĂŒ zum Vorschein. Je nach Android-Version lassen sich hier verschiedene Dinge auswĂ€hlen: »GerĂ€t herunterfahren« (Ausschalten) oder »Neustarten« (Reboot) sind fast immer dabei. Spannendere Dinge gibt es gelegentlich auch: SpĂ€testens ab Android 4.0 lĂ€sst sich bei den meisten GerĂ€ten ĂŒber dieses MenĂŒ ein Bildschirmfoto (Screenshot) auslösen. Und manche GerĂ€te bieten an dieser Stelle auch einen schnellen Profilwechsel an â beispielsweise um auf lautlos zu stellen oder in den Flugmodus zu wechseln.
Doch auch weitere wichtige »Knöpfe« bietet das Android-GerĂ€t â die zur LautstĂ€rkeregelung seien nur kurz erwĂ€hnt. Auch zum Auslösen der eingebauten Kamera ist gelegentlich ein Knopf reserviert. Und dann sind da oft noch drei bis vier weitere, die meist nicht ganz so offensichtlich sind: Auf neueren Androiden handelt es sich nĂ€mlich nicht um »Hardwareknöpfe«, sondern um sogenannte Softkeys, die meist bei eingeschaltetem Display auch beleuchtet (und bei ausgeschaltetem Display ohne Funktion) sind.
Symbole sollen diese Knöpfe intuitiv bedienbar machen. In den meisten FĂ€llen ganz rechts auĂen findet sich eine Lupe â zwar ohne Hut, aber der Detektiv steht anbei: Hiermit steht vielerorts eine Suchfunktion zur VerfĂŒgung. Dann gibt es da ein Haus: Dies ist der sogenannte Homekey, der von ĂŒberall sofort auf den »Homescreen« fĂŒhrt. Die gerade genutzte Anwendung wird dabei nicht beendet, sondern wartet im Hintergrund. Und damit muss auch die zweite Belegung dieser Taste sofort erwĂ€hnt werden: Ein langes DrĂŒcken öffnet eine Liste der zuletzt gestarteten Apps, sodass man auch wieder zur wartenden App zurĂŒckgelangen kann.
Weiterhin wĂ€re da noch der gebogene Pfeil, der fast schon »Bitte wenden!« zu rufen scheint. In MenĂŒstrukturen hat er die Funktion »ZurĂŒck«, was auch bei vielen Apps gilt: Wenn Letztere nicht explizit einen Knopf zum Beenden bieten, soll diese Taste das erledigen. Gelegentlich hilft hier ein langer Druck, um eine App auch wirklich zu beenden â doch in der Regel ist so etwas speziellen Custom-ROMs vorbehalten.
Bild 1.2: Softkeys in Android (unten: Version 4.*).
Einen haben wir noch â einen Knopf, meine ich. Mal eine Liste, mal vier Quadrate, von denen eines ausgemalt ist. Nein, das ist nicht der Knopf, um schnell Yahtzee (oder ein anderes WĂŒrfelspiel) zu starten, sondern der MenĂŒknopf (so vorhanden â denn ab Android 4.0 und mit EinfĂŒhrung des Holo-Designs verliert er langsam seine Bedeutung). Bei vielen Apps (und auch auf dem Homescreen) lassen sich damit Zusatzfunktionen aufrufen.
Ab Android 4.0 haben sich die Softkeys ein wenig verĂ€ndert. In aktuellen GerĂ€ten sind sie nun nicht mehr fest integriert, sondern werden dynamisch vom System behandelt: Steht beispielsweise keine MenĂŒfunktion zur VerfĂŒgung, wird die MenĂŒtaste erst gar nicht angezeigt. Auch die Funktion hat sich im Vergleich zu frĂŒheren Versionen leicht geĂ€ndert:
Die ZurĂŒck-Taste ist geblieben und funktioniert wie gehabt.
Die Taste mit dem Haus fĂŒhrt nach wie vor zum Homescreen. Bei langem DrĂŒcken öffnet sich jedoch nicht mehr die Liste zuletzt geöffneter Apps â stattdessen poppt ein Google-Kreis auf, ĂŒber den man zu Google Now gelangt.
Neu ist die Taste mit den zwei Rechtecken, die man »Multitasking-Taste« nennen könnte: DarĂŒber öffnet man nun die Liste der zuletzt genutzten Apps. UnerwĂŒnschte Kandidaten lassen sich mit einer Wischbewegung aus der Liste entfernen (wobei das System sie höflich bittet, sich doch gleich ganz zu beenden).
Die MenĂŒtaste ist jetzt ein senkrechter Strich und (wie beschrieben) nur sichtbar, wenn MenĂŒfunktionen zur VerfĂŒgung stehen.
1.1.2Der Touchscreen
Android-GerĂ€te werden in der Regel ĂŒber einen Touchscreen bedient â nur wenige bieten zusĂ€tzlich eine Tastatur. WĂ€hrend es noch offensichtlich ist, dass sich eine App durch einfaches Antippen des zugehörigen Icons starten lĂ€sst, sind viele Interaktionen fĂŒr den AnfĂ€nger ein wenig »versteckt«. Da wĂ€ren zum einen die MenĂŒs, die sich â sofern vorhanden â ĂŒber die MenĂŒtaste aktivieren lassen. Und oftmals fördert ein langes DrĂŒcken auf ein Objekt ein KontextmenĂŒ zutage. In vielen Apps finden zusĂ€tzlich Wischgesten Verwendung: So gelangt man beispielsweise durch waagerechtes Wischen zu weiteren Bildschirmen (bei einer E-Boo...