1Die Theorie
Dieser Teil des Buchs orientiert sich an den zwölf Lernfeldern fĂŒr den Unterricht an der Berufsschule. Dabei werden immer wieder Fachbegriffe verwendet, die fĂŒr Kaufleute im E-Commerce zum Alltag gehören. Die Basics:
âąB2B â Business to Business. Die AbkĂŒrzung B2B steht fĂŒr GeschĂ€ftsbeziehungen zwischen zwei Unternehmen. Beispiel: Ein EinzelhĂ€ndler kauft 100 Sonnenschirme bei einem GroĂhĂ€ndler.
âąB2C â Business to Customer. Die AbkĂŒrzung B2C steht fĂŒr GeschĂ€ftsbeziehungen zwischen einem Unternehmen und einem Endkunden. Beispiel: Ein Endkunde kauft einen Sonnenschirm bei einem EinzelhĂ€ndler.
âąBGB â BĂŒrgerliches Gesetzbuch. Das BGB regelt viele Bereiche des Zusammenlebens, darunter auch das Kauf- und Schuldrecht.
âąHGB â Handelsgesetzbuch. Das HGB wird auch als das Gesetzbuch der Kaufleute bezeichnet. Bei Abweichungen zwischen den Gesetzen des BGB und des HGB gilt: Das HGB bricht das BGB.
âąStationĂ€rer Handel â Die traditionellen LadengeschĂ€fte und Einkaufszentren.
âąWebseite â Eine einzelne Seite einer Website. Beispiel: www.mustershop-online.de/sonnenschirme.
âąWebsite â SĂ€mtliche Webseiten einer InternetprĂ€senz.
1.1Das Unternehmen prÀsentieren und die eigene Rolle mitgestalten
Ob im stationĂ€ren Handel oder im E-Commerce: In der Marktwirtschaft entscheiden die Kundinnen und Kunden darĂŒber, welche Unternehmen Waren und Dienstleistungen umsetzen und damit Gewinne erzielen. Aufgabe der Kaufleute ist es, die WĂŒnsche der Verbraucher zu erkennen und zu erfĂŒllen.
1.1.1Das Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung
Stetig wandelt sich die Wirtschaft. Mit der Digitalisierung sind Informationen ĂŒber Waren und Dienstleistungen stĂ€ndig verfĂŒgbar. Neue GeschĂ€ftsmodelle, Prozesse und Aufgabenbereiche entstehen, alte Arbeitsmethoden verschwinden. Unternehmen, die sich nicht anpassen, mĂŒssen den Platz rĂ€umen.
Die Website hat den Katalog ersetzt
Die dicken Kataloge des Traditionshauses Quelle, der letzte erschien 2009, lagen frĂŒher auf jedem Wohnzimmertisch. Seit der Insolvenz, die heutige Quelle GmbH ist Teil des Baur-Versands, besitzen sie nur noch nostalgischen Wert.
Mit dem Siegeszug der Onlineshops wurden die meisten gedruckten Kataloge unattraktiv und vom Wohnzimmertisch verbannt. An ihre Stelle getreten sind PCs, Laptops, Tablets und Smartphones. Davor sitzen nun die Familienmitglieder, um in Shops zu stöbern, Waren einzukaufen und Reisen und Dienstleistungen zu buchen.
FĂŒr HĂ€ndler und Dienstleister bietet die Digitalisierung viele Vorteile. Die Erstellung und Versendung eines gedruckten Katalogs war mit einem groĂen logistischen Aufwand und mit hohen finanziellen Risiken verbunden. OnlinehĂ€ndler mĂŒssen weder Kataloge versenden noch LadenhĂŒter horten. Alle Waren können schnell angeboten und auch wieder aus dem Sortiment entfernt werden.
Merke: FĂŒr die flexible Gestaltung des Sortiments bietet der E-Commerce mehr Möglichkeiten als der stationĂ€re Handel.
Einkaufen ohne Ladenschluss
In den USA gibt es sie in jeder Kleinstadt: stationĂ€re Shops, die rund um die Uhr geöffnet sind. In Deutschland sorgt das Ladenschlussgesetz dafĂŒr, dass in der Nacht und an Sonntagen nur an ausgesuchten Orten wie Bahnhöfen, FlughĂ€fen und Tankstellen verkauft werden darf.
Gedacht waren die Sonderregelungen zur Versorgung von Reisenden, tatsÀchlich kauft lÀngst die Nachbarschaft ein. Die Kundinnen und Kunden möchten sich nicht vorschreiben lassen, wann sie shoppen oder eine Reise buchen.
OnlinehĂ€ndler dĂŒrfen sich darĂŒber freuen, denn ihr GeschĂ€ft kennt keine SchlieĂzeiten.
Merke: Im E-Commerce gelten unbeschrÀnkte, im stationÀren Handel beschrÀnkte GeschÀftszeiten.
Ein riesiges Kundenpotenzial nutzen
Die Absatzmöglichkeiten des stationÀren Handels sind durch das Einzugsgebiet begrenzt. Ganz andere Möglichkeiten bieten sich im E-Commerce. Die meisten Produkte und eine Vielzahl von Dienstleistungen, zum Beispiel Reisen, können einer wesentlich höheren Anzahl von Kaufinteressenten prÀsentiert werden.
Merke: Im E-Commerce ist das Kundenpotenzial umfangreicher als im stationÀren Handel.
Der Stellenwert des Marketings
Ein groĂer Unterschied zwischen dem stationĂ€ren und dem Onlinehandel liegt beim Stellenwert des Marketings. Ein GeschĂ€ft in guter Lage zieht immer Laufkundschaft an. FĂŒr einen Onlineshop, der in den Weiten des Internets wahrgenommen werden möchte, ist Marketing dagegen unverzichtbar.
Merke: Im E-Commerce ist Marketing wichtiger als im stationÀren Handel.
Die rechtliche Ebene
Die Entwicklung neuer GeschĂ€ftsmodelle, denken Sie an Social-Media-Netzwerke, Airbnb oder Uber, findet in einer juristischen Grauzone statt. Die Rechtsetzung, also die Verabschiedung von Gesetzen, erfolgt erst mit einer gewissen Verzögerung. Leider weisen die meisten neuen Gesetze noch handwerkliche Fehler auf und mĂŒssen stĂ€ndig nachgebessert werden.
Merke: Gesetze, die den E-Commerce betreffen, Àndern sich hÀufig.
Kaufleute im E-Commerce ersetzen nicht die Rechtsabteilung eines Unternehmens. Es gehört aber zu ihren Aufgaben, sich ĂŒber die wichtigsten Anforderungen und Ănderungen in diesen Bereichen zu informieren:
âąInformationspflicht im E-Commerce.
âąWettbewerbsrecht.
âąMarkenschutz.
âąUrheberrecht.
âąDatenschutz.
Hinzu kommen spezifische Gesetze und Verordnungen, die fĂŒr bestimmte Unternehmen...