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Information

eBook ISBN
9781589062498
Year
2003

Kapitel 1: Die Überwachung durch den IWF in der Praxis

Das IWF-Übereinkommen erteilt dem Internationalen Währungsfonds den Auftrag, das internationale Währungssystem zu beaufsichtigen, um dessen effiziente Arbeitsweise zu gewährleisten und eine strenge Überwachung („surveillance”) der Wechselkurspolitik seiner Mitgliedsländer auszuüben. Die Überwachung beinhaltet Aufsicht einschließlich Beobachtung und Analyse. Gemäß einem Beschluss des Exekutivdirektoriums muss sich die Bewertung der Wechselkurspolitik eines Landes auf eine umfassende Analyse der wirtschaftlichen Situation und der Wirtschaftspolitik des Landes stützen, die sowohl die binnenwirtschaftliche als auch die außenwirtschaftliche Politik einbezieht.
Der IWF übt seine Verantwortung für die Überwachung - sowohl für das System als auch die Wirtschaftspolitik der einzelnen Länder - auf verschiedene Weise aus:
  • Länderüberwachung (oder bilaterale Überwachung). Gemäß dem Auftrag in Artikel IV des IWF-Übereinkommens führt das Exekutivdirektorium mit jedem Mitgliedsland regelmäßig „Artikel-IV-Konsultationen” über dessen Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie über die internationalen Auswirkungen dieser Politik durch. Diese Artikel-IV-Konsultationen, die sich auf Stabsberichte stützen, sind als bilaterale oder Länderüberwachung bekannt. Durch diese Formen der Überwachung kann der IWF Schwächen der Wirtschaftspolitik identifizieren, am Horizont auftauchende Gefahren anzeigen und Länder im Hinblick auf Korrekturmaßnahmen beraten. Die Konsultationen werden durch eine ständige Beobachtung und Analyse der Wirtschafts- und Finanzentwicklungen durch den Mitarbeiterstab des IWF, durch informelle Kontakte zwischen dem Mitarbeiterstab und den nationalen Behörden sowie bei Bedarf durch informelle Aussprachen im Direktorium ergänzt.
  • Globale (oder multilaterale) Überwachung. Das Exekutivdirektorium des IWF überprüft regelmäßig die wesentlichen internationalen Wirtschafts- und Finanzmarktentwicklungen. Die Überprüfungen basieren zum Teil auf den Berichten über die weltwirtschaftlichen Aussichten (World Economic Outlook), die gewöhnlich zweimal jährlich vom Mitarbeiterstab des IWF erstellt werden, und auf dem Bericht zur Stabilität des globalen Finanzsystems (Global Financial Stability Report) über die Solidität des internationalen Finanzsystems, der ebenfalls zweimal jährlich vorgelegt wird. Darüber hinaus erörtert das Direktorium häufig informell die internationalen Wirtschafts- und Finanzmarktentwicklungen. Alle Direktoren und Mitarbeiter erhalten zudem einen täglichen Bericht über wichtige Finanzentwicklungen an den fortgeschrittenen und aufstrebenden Märkten.
  • Regionale Überwachung. Als Ergänzung zu den Länderkonsultationen untersucht der IWF auch die im Rahmen von regionalen Vereinbarungen verfolgte Wirtschaftspolitik. Es finden regelmäßig Diskussionen mit regionalen Wirtschaftsinstitutionen wie der Europäischen Union, der Europäischen Zentralbank, der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion, der Zentralafrikanischen Wirtschafts-und Währungsgemeinschaft und der Ostkaribischen Währungsunion statt.
Die Geschäftsleitung und der Mitarbeiterstab des IWF nehmen darüber hinaus an wirtschaftpolitischen Diskussionen der Finanzminister, Zentralbankgouverneure und anderer offizieller Vertreter von Ländergruppen, wie der Gruppe der sieben großen Industrieländer (G7), der G-24, dem Forum für asiatischpazifische wirtschaftliche Zusammenarbeit, der Neuen Partnerschaft für die Entwicklung Afrikas, dem Golf-Kooperationsrat und den mit der Europäischen Union assoziierten Maghreb-Staaten, teil.
Der Ansatz des IWF zur Durchführung der Überwachung hat sich weiterentwickelt, um mit neuen Herausforderungen Schritt zu halten. Eine umfassende Diskussion der unternommenen Schritte zur Stärkung der Überwachungstätigkeit des IWF findet sich in Kapitel 2.

Länderüberwachung

Zur Durchführung der Länderüberwachung im Einklang mit Artikel IV besucht ein Mitarbeiterteam des IWF das Mitgliedsland, trifft sich mit Vertretern der Regierung und der Zentralbank und sammelt Wirtschafts- und Finanzinformationen. Gegenstand dieser Konsultationen sind die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen und die in dem jeweiligen Land durchgeführte Geld- und Finanzpolitik sowie relevante Maßnahmen im Bereich der Strukturpolitik. Der für das Land zuständige Exekutivdirektor nimmt in der Regel als Beobachter teil. Das Team trifft sich im Allgemeinen auch mit anderen Gruppen, wie Gewerkschaften, Arbeitgeberorganisationen, Akademikern, Gesetzgebern und Finanzmarktakteuren. Das Mitarbeiterteam des IWF erstellt gewöhnlich eine abschließende Erklärung oder ein Memorandum, in dem die Feststellungen und wirtschaftspolitischen Empfehlungen des Mitarbeiterteams zusammengefasst werden. Diese Erklärung wird den nationalen Behörden übergeben, die die Möglichkeit haben, es zu veröffentlichen.
Nach der Rückkehr in die Zentrale verfassen die IWF-Mitarbeiter einen Bericht, in dem die wirtschaftliche Situation in dem Land und der Inhalt der wirtschaftspolitischen Diskussionen mit den Behörden des Landes beschrieben werden und eine Bewertung der Wirtschaftspolitik des Landes vorgenommen wird. Der Bericht wird dann vom Exekutivdirektorium erörtert. Die Ansichten der Behörden des betreffenden Landes werden vom jeweiligen Exekutivdirektor des Landes dargestellt. Die während der Sitzung von den Exekutivdirektoren geäußerten Auffassungen werden vom Vorsitzenden oder amtierenden Vorsitzenden des Direktoriums zusammengefasst, und es wird eine schriftliche Zusammenfassung erstellt. Wenn das betreffende Land zustimmt, wird der gesamte Bericht über die Artikel-IV-Konsultation zusammen mit einer Öffentlichen Informationsmitteilung (PIN), die eine schriftliche Zusammenfassung der Direktoriumsaussprache sowie Hintergrundmaterial enthält, veröffentlicht. Die Behörden des Landes können die Veröffentlichung einer PIN auch dann genehmigen, wenn sie die Veröffentlichung des gesamten Berichts nicht wünschen. Im Geschäftsjahr 2003 hat das Direktorium 136 Artikel-IV-Konsultationen in Mitgliedsländern durchgeführt (siehe Tabelle 1.1). Alle PINs und die Berichte über Artikel-IV-Konsultationen, deren Veröffentlichung die Behörden gebilligt haben, sind auf der Webseite des IWF veröffentlicht.
Tabelle 1.1 Im Geschäftsjahr 2003 abgeschlossene Artikel-IV-Konsultationen
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1 Mit Wirksamkeit vom 4. Februar 2003 wurde der Name Bundesrepublik Jugoslawien geändert zu Serbien und Montenegro.
Darüber hinaus nimmt das Direktorium eine Bewertung der Wirtschaftslage und -politik in Mitgliedsländern vor, die Mittel vom IWF ausleihen. Dies erfolgt im Rahmen der Diskussionen über die Kreditvereinbarungen, mit denen die Wirtschaftsprogramme von Mitgliedsländern unterstützt werden.

Globale Überwachung

Die Durchführung der globalen Überwachung durch das Exekutivdirektorium stützt sich im Wesentlichen auf zwei Berichte des Mitarbeiterstabs - den Bericht über die weltwirtschaftlichen Aussichten und den Bericht zur Stabilität des globalen Finanzsystems - sowie regelmäßige Aussprachen über die internationalen Wirtschafts- und Marktentwicklungen.

Weltwirtschaftliche Aussichten

Die Berichte über die weltwirtschaftlichen Aussichten (World Economic Outlook) beinhalten umfassende Analysen über die Perspektiven und wirtschaftspolitischen Maßnahmen für die Weltwirtschaft, für einzelne Länder und für Regionen. Sie untersuchen auch aktuelle Fragestellungen. Diese Berichte werden vom Mitarbeiterstab erstellt und vom Exekutivdirektorium in der Regel zweimal jährlich erörtert (und später veröffentlicht). Sie können aber auch häufiger angefertigt und erörtert werden, wenn rasche Veränderungen der weltwirtschaftlichen Lage dies notwendig erscheinen lassen.
Im Geschäftsjahr 2003 hat das Direktorium zwei Berichte über die weltwirtschaftlichen Aussichten diskutiert. Dies geschah im September 2002 und im März 2003. (Siehe Kasten 1.1, der eine Chronologie von wichtigen wirtschaftlichen Entwicklungen im Geschäftsjahr 2003 enthält.)

Weltwirtschaftliche Aussichten: Die Sitzung im September 2002

Bei seiner Sitzung im September 2002 stellte das Exekutivdirektorium fest, dass die wirtschaftliche Entwicklung und die Tendenzen an den Finanzmärkten seit dem Frühjahr gemischt seien. Die Direktoren sahen ungünstige Entwicklungen in verschiedenen Bereichen. Hierzu zählten der starke Kursrückgang an den internationalen Aktienmärkten seit Ende März 2002, die Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen für die meisten Schuldner in den aufstrebenden Volkswirtschaften, insbesondere in Lateinamerika, sowie die Abschwächung bei einer Reihe von gleichlaufenden und vorausschauenden Indikatoren in den Vereinigten Staaten, Europa und mehreren anderen Regionen. Diese Tendenzen seien besonders enttäuschend vor dem Hintergrund der seit Ende 2001 zu verzeichnenden Verbesserung einer Reihe von internationalen Wirtschaftsindikatoren, einschließlich des Handels und der Industrieproduktion, und des Wachstums im ersten Quartal, das die Erwartungen in mehreren Regionen übertroffen habe.
Die Direktoren stellten fest, dass die Weltwirtschaft und die Finanzmarktaktivitäten angesichts mehrerer Schocks eine beträchtliche Widerstandsfähigkeit gezeigt hätten und dass mit Blick nach vorne verschiedene Faktoren eine stetige Verstärkung des internationalen Wachstums unterstützen dürften. Zu nennen sei hier der anhaltende Stimulus durch die Lockerung der makroökonomischen Politik in vielen Regionen, das Auslaufen der Lageranpassungen sowie jüngste Anzeichen, dass sich die internationalen Finanzmärkte stabilisierten. Ungeachtet dessen äußerten sich die Direktoren besorgt hinsichtlich der Stärke und der Tragfähigkeit des Aufschwungs und stimmten darin überein, dass die Aussichten für den Rest des Jahres 2002 und für 2003 wahrscheinlich trüber sein würden, als in dem Bericht über die weltwirtschaftlichen Aussichten vom April vorhergesagt wurde.
Das Direktorium beurteilte die Risiken für die kurzfristigen Aussichten als vorwiegend abwärts gerichtet. Die Direktoren wiesen insbesondere daraufhin, dass die Aktienkursverluste deutlichere Auswirkungen als erwartet auf die inländische Nachfrage haben könnten, insbesondere in den Vereinigten Staaten, die den globalen Aufschwung angeführt hätten. Die Direktoren bemerkten ferner, dass die Veränderungen der Wechselkurse bei einer mittelfristigen Beurteilung angemessen seien, wenngleich auf kurze Sicht negative Folgen für den Aufschwung in Japan und im Eurogebiet, der von der ausländischen Nachfrage angeregt worden sei, nicht ausgeschlossen werden könnten. Viele Direktoren beurteilten das anhaltend hohe Leistungsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten und den noch immer hohen Wert des US-Dollars als mögliche Risiken für eine plötzliche und ungeordnete Anpassung. Darüber hinaus könnten die schwierigen Finanzierungsbedingungen für aufstrebende Volkswirtschaften die Wachstumsaussichten weiter schwächen und die Anfälligkeit einer Reihe von Ländern erhöhen. Die Direktoren verwiesen auch auf eine mögliche stärkere Volatilität der Ölpreise, wenn sich die Sicherheitslage im Nahen Osten verschlechtere.

Weltwirtschaftliche Aussichten: Die Sitzung im März 2003

Das Tempo der globalen Erholung hatte sich bis zum Zeitpunkt der zweiten Sitzung über die Weltwirtschaftlichen Aussichten im März 2003 verlangsamt. Hierzu trugen die zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Irak, die anhaltend ungünstigen Auswirkungen der Folgen des Platzens der Blase an den Aktienmärkten sowie die sich rasch verändernden wirtschaftlichen Verhältnisse bei.
Die Direktoren stellten fest, dass sich die Weltwirtschaft als widerstandsfähig erwiesen habe und dass die Fundamentalfaktoren in vielen Industrieländern solide geblieben seien. Die Direktoren stimmten darin überein, dass sich der globale Aufschwung langsam festigen werde und dass das globale Wachstum des BIP ausgehend vom Basisszenario der Weltwirtschaftlichen Aussichten im Jahr 2003 eine Rate von etwas über 3 % erreichen werde. Ein solches Ergebnis werde unterstützt durch eine Zunahme des Vertrauens, das Nachlassen der durch das Platzen der Aktienkursblase ausgelösten Bremswirkungen auf das Wachstum, die Wirkung der bevorstehenden wirtschaftspolitischen Impulse sowie durch den Lagerzyklus. Darüber hinaus könnten Investitionen vor dem Hintergrund des relativ hohen Bestands an liquiden Mitteln bei den Unternehmen in den Vereinigten Staaten und in Europa relativ rasch erfolgen. Ungeachtet dessen räumten die Direktoren ein, dass erhebliche Unsicherheiten und Risiken Anlass zur Sorge hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten böten, wenn man die Labilität des globalen Aufschwungs und die Möglichkeit in Betracht ziehe, dass die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft gegenüber Schocks nachgelassen haben könnte. Besonders aufmerksam müssten die Entwicklungen an den Erdölmärkten beobachtet werden.
Die Direktoren stellten fest, dass eine Quantifizierung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts im Irak sehr schwierig sei. Sie gingen davon aus, dass bei einer Abwägung aller übrigen Risiken die Risikobalance für die wirtschaftlichen Aussichten grundsätzlich abwärts gerichtet sei und dass die Wachstumsschwäche auch ohne einen Krieg anhalten könne. Drei Elemente stützten diese vorsichtige Einschätzung: Erstens sei der globale Aufschwung nach wie vor stark von den Vereinigten Staaten abhängig und es gebe keinen eindeutigen Kandidaten, der diese Rolle übernehmen könnte, wenn das Wachstum in den Vereinigten Staaten ins Stocken gerate. Eine ungeordnete Anpassung als Reaktion auf die globalen Ungleichgewichte mit einer starken Abwertung des US-Dollars stelle nach wie vor ein Risiko dar. Zweitens könne die Möglichkeit weiterer Kursrückgänge an den entwickelten Aktienmärkten nicht ausgeschlossen werden, da die Gewinnerwartungen relativ optimistisch seien und eine Anpassung der Immobilienpreise in verschiedenen Industrieländern ebenfalls möglich sei. Drittens bleibe eine Reihe von aufstrebenden Volkswirtschaften trotz Fortschritten anfällig für eine Verschlechterung des weltwirtschaftlichen Umfelds. Trotz dieser Abwärtsrisiken sahen die Direktoren eine anhaltende globale Deflation als unwahrscheinlich an, obwohl sie Preisniveaurückgänge in einzelnen Ländern nicht ausschlossen.
Vor dem Hintergrund des insgesamt geringen Inflationsdrucks stimmten die Direktoren darin überein, dass es notwendig sei, dass die Geldpolitik in den großen Industrieländern weiterhin einen akkommodierenden Kurs verfolge. Im Hinblick auf die Haushaltspolitik sei dagegen die Situation in verschiedenen Ländern unterschiedlich. Auf kurze Sicht sei der Spielraum für eine Straffung der Haushaltspolitik durch die konjunkturelle Lage eingeschränkt, so die Direktoren. Die automatischen Stabilisatoren bei den öffentlichen Finanzen solle man im Allgemeinen wirken lassen, wenngleich die Haushaltskonsolidierung auf mittlere Sicht in vielen Industrieländern mit hoher öffentlicher Verschuldung und zunehmenden, auf die alternde Bevölkerung zurückzuführenden Belastungen weiterhin Priorität habe. Die Direktoren mahnten eine Beschleunigung der Strukturreformen an, damit das Vertrauen und das Wachstum der inländischen Nachfrage angeregt werde, insbesondere in Europa und in Japan, um die weltweite Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten abzubauen und eine geordnete Verringerung der globalen Ungleichgewichte zu fördern.
Kasten 1.1 Wichtige Wirtschafts- und Finanzentwicklungen im Zeitraum April 2002 bis Mai 2003
Das Wachstum der Weltwirtschaft lag im Jahr 2002 nur geringfügig über dem des Jahres 2001. Einem relativ starken Wachstum im ersten Quartal 2002 folgte eine graduelle Abschwächung, die bis zum Ende des Geschäftsjahres 2003 anhielt. Das Volumen des Welthandels nahm wieder zu, nachdem es im Jahr 2001 stagniert hatte, gleichwohl wurde das schwächste Wachstum seit der weltweiten Rezession zu Beginn der achtziger Jahre verzeichnet (siehe Schaubild 1.1). Der Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen in die Entwicklungsländer ging im Jahr 2002 zurück. Allerdings war gleichzeitig eine Verlangsamung bei den Abflüssen von Portfolioinvestitionen und Bankfinanzierungen aus den Entwicklungsländern festzustellen, was zu einem Nettoanstieg der privaten Kapitalzuflüsse in die Entwicklungsländer führte. Mehrere aufstrebende Volkswirtschaften nutzten die sich verbessernden Marktbedingungen und den Rückgang der Zinsaufschläge in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2003, um öffentliche Anleihen zu begeben.
Unter den Industrieländern zeigte sich anfangs eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in den Vereinigten Staaten, im Eurogebiet und in Japan, die in den Vereinigten Staaten auf dem privaten Konsum, im Eurogebiet auf den Nettoexporten und in Japan auf der Kombination dieser beiden Faktoren basierte. Allerdings nahmen die Unternehmensinvestitionen nicht zu und konnten daher den Aufschwung nicht unterstützen. Die Folgeerscheinungen der Blase an den Aktienmärkten belasteten weiterhin die Real Wirtschaft. Wegen des nahenden Krieges im Irak gegen Ende 2002 und Anfang 2003 nahmen die geopolitischen Besorgnisse zu, und die Ölpreise verzeichneten einen starken Anstieg. Das Verbraucher- und Unternehmensvertrauen ging während des ersten Quartals 2003 bis zum Beginn des Krieges am 20. März 2003 stetig zurück. Das BIP-Wachstum war im ersten Quartal 2003 in allen drei Wirtschaftsgebieten schwach, wobei die Wirtschaftsaktivitäten im Eurogebiet und in Japan praktisch stagnierten. Auch die Lage an den Arbeitsmärkten verschlechterte sich; die Arbeitslosigkeit stieg in allen drei Gebieten an. Die Beendigung des militärischen Konflikts Mitte April 2003 führte zu einer Verringerung der geopolitischen Unsicherheiten, und die Ölpreise gingen deutlich zurück. Dennoch gab es zum Ende des Geschäftsjahres 2003 nur wenige Anzeichen für eine Verstärkung des Aufschwungs.
Die aufstrebenden Volkswirtschaften wuchsen in recht uneinheitlichem Tempo. Im Allgemeinen war das Wachstum im Vergleich zu den Industrieländern höher, die Abschwächung trat etwas später ein und war weniger stark ausgeprägt.
Das Wachstum in Lateinamerika war sehr unterschiedlich. Argentinien begann, die tiefste Rezession seit 20 Jahren zu überwinden, während politische Unruhen in Venezuela im Spätjahr 2002 zu einem Rückgang der Produktion führten. Am Ende des Geschäftsjahres 2003 war das Wachstum im Allgemeinen niedrig, die Finanzierungsbedingungen waren jedoch in der gesamten Region etwas stabiler.
Die aufstrebenden Marktwirtschaften in Asien stellten einen Lichtblick dar - sie verzeichneten über das ganze Jahr 2002 hin ein robustes Wachstum, das im Wesentlichen von der Exportentwicklung getragen wurde. Insbesondere China expandierte erneut kräftig und stellte in zunehmendem Maße ein wichtiges Abnehmerland für Exporte aus anderen Volkswirtschaften in der Region dar. Die Ausbreitung des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS), die Anfang 2003 festgestellt wurde, hatte jedoch negative Folgen für die Region; dies gilt vor allem für die Volkswirtschaften, die von Tourismusdienstleistungen und den Ausgaben der Touristen abhängig sind. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2003 hatte sich die Zunahme von neuen SARS-Fällen ver...

Table of contents

  1. Cover Page
  2. Title Page
  3. Copyright Page
  4. Contents
  5. Höhepunkte
  6. Botschaft des Geschäftsführenden Direktors
  7. Exekutivdirektorium
  8. Leitendes Personal
  9. Führung des IWF und Jahresbericht
  10. Begleitschreiben
  11. 1. Die Überwachung durch den IWF in der Praxis
  12. 2. Stärkung der Überwachung und der Krisenprävention
  13. 3. Ein besseres Regelwerk für die Überwindung von Krisen
  14. 4. Verbesserung der Kreditpolitik und -praktiken
  15. 5. Armutsbekämpfung in einkommensschwachen Ländern
  16. 6. Technische Hilfe und Ausbildung
  17. 7. Transparenz, Rechenschaftspflicht und Zusammenarbeit
  18. 8. Finanzielle Aktivitäten und Politikmaßnahmen im Geschäftsjahr 2003
  19. 9. Organisation, Haushalt und Humanressourcen
  20. Abkürzungsverzeichnis
  21. Kästen
  22. Footnotes