INTERNATIONALER WÄHRUNGSFONDS : Jahresbericht 2004
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INTERNATIONALER WÄHRUNGSFONDS : Jahresbericht 2004

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INTERNATIONALER WÄHRUNGSFONDS : Jahresbericht 2004

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Information

eBook ISBN
9781589063747
Year
2004

1. IWF-Überwachung: Förderung von Wachstum und Stabilität

Eine der Hauptaufgaben des Internationalen Währungsfonds besteht darin, mit den Mitgliedsländern einen Dialog über die nationalen und internationalen Auswirkungen ihrer Wirtschafts-und Finanzpolitik zu führen. Dieser Prozess der Beobachtung und Beratung, der als Überwachung („surveillance”) bezeichnet wird, basiert auf dem in Artikel IV des IWF-Übereinkommens enthaltenen Auftrag und stellt den Kern der Bemühungen des IWF dar, Krisen zu verhindern.
Der IWF übt seine Verantwortung im Bereich der Überwachung auf verschiedene Weisen aus (siehe Kasten 1.1). Zu den Höhepunkten der Überwachungstätigkeiten im Geschäftsjahr 2004 gehören die Folgenden:
  • Im August 2003 und im März 2004 führte das Exekutivdirektorium im Rahmen der Überwachung der Weltwirtschaft durch den IWF seine zweimal jährlich stattfindende umfassende Beurteilung des Weltwirtschaftsausblicks (World Economic Outlook) durch. Angesichts der Aussichten für eine schrittweise, wenn auch mäßige Erholung der Weltkonjunktur sprachen sich die Direktoren im August 2003 für einen weiterhin angemessenen unterstützenden wirtschaftspolitischen Kurs und für eine Verstärkung der strukturpolitischen Maßnahmen aus. Im März hatte sich der einsetzende Aufschwung gefestigt und an Breite gewonnen, und die Direktoren kamen überein, dass sich die Wirtschaftspolitik auf mittelfristige Maßnahmen konzentrieren sollte, die einen dauerhaften Aufschwung unterstützen und gleichzeitig Spielraum für Reaktionen auf mögliche zukünftige Schocks schaffen. Des Weiteren verwiesen sie auf die zentrale Herausforderung, den Übergang zu einem Umfeld mit höheren Zinssätzen zu bewerkstelligen.
  • Im August 2003 und im März 2004 erörterte das Direktorium außerdem die Entwicklungen auf den weltweiten Finanzmärkten. Es stützte sich dabei auf den vom Stab erstellten Bericht zur Stabilität des globalen Finanzsystems (Global Financial Stability Report). Im August 2003 stellten die Direktoren fest, dass die Finanzmärkte trotz der andauernden Wachstumsschwäche robust geblieben sind, sie äußerten sich jedoch besorgt über mehrere Abwärtsrisiken und betonten die wirtschaftspolitischen Auswirkungen dieser Marktentwicklungen. Im März 2004 hatten sich die Aussichten für Finanzstabilität aufgehellt und die Direktoren wiesen unter anderem darauf hin, dass das relativ günstige Umfeld in den entwickelten und aufstrebenden Märkten eine gute Gelegenheit bietet, den Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik auf einige wesentliche Strukturreformen zu legen.
  • Nach Maßgabe von Artikel IV des IWF-Übereinkommens führte das Direktorium 115 Konsultationen mit einzelnen Mitgliedsländern durch.
  • Die Exekutivdirektoren erörterten mehrfach die regionalen Entwicklungen. Sie diskutierten dabei insbesondere über die Politikmaßnahmen im Euroraum (September 2003), die Einführung des Euro in einigen EU-Mitgliedsländern in Mitteleuropa (Februar 2004) sowie über die Entwicklungen und Politikmaßnahmen in der Zentralafrikanischen Wirtschafts-und Währungsgemeinschaft (November 2003).

Länderüberwachung

Zur Durchführung der Länderüberwachung auf der Basis des Artikels IV besucht ein Mitarbeiterteam des IWF jedes Mitgliedsland und trifft sich mit Vertretern der Regierung und der Zentralbank, um Wirtschaftsund Finanzinformationen zu sammeln und zu analysieren. Gegenstand dieser Konsultationen sind die aktuelle Wirtschaftsentwicklung und die in dem jeweiligen Land durchgeführte Geld-, Wechselkurs-und Finanzpolitik sowie relevante Maßnahmen im Bereich der Strukturpolitik. Der für das Land zuständige Exekutivdirektor nimmt in der Regel als Beobachter teil. Das Team trifft sich im Allgemeinen auch mit anderen Gruppen wie Mitgliedern von Gremien der Legislative, Vertretern von Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisationen, Wissenschaftlern und Finanzmarktteilnehmern. Das Mitarbeiterteam des IWF fertigt gewöhnlich eine abschließende Erklärung oder ein Memorandum an, in dem die Feststellungen und wirtschaftspolitischen Empfehlungen des Mitarbeiterteams zusammengefasst werden. Diese Erklärung wird den nationalen Behörden übergeben, die die Möglichkeit haben, sie zu veröffentlichen.
Kasten 1.1 Formen der IWF-Überwachung
Mit seiner nahezu den ganzen Globus abdeckenden Mitgliedschaft von 184 Ländern dient der IWF den Mitgliedern als internationales Forum zur Beobachtung der wirtschaftlichen Entwicklung auf globaler, länderbezogener und regionaler Ebene. Die IWF-Überwachung hat drei Hauptformen:
  • Lãnderbezogene (oder bilaterale) Überwachung. Gemäß dem Auftrag in Artikel IV des Übereinkommens führt der IWF mit jedem Mitgliedsland regelmäßig Konsultationen über dessen Wirtschafts-und Finanzpolitik sowie über die internationalen Auswirkungen dieser Politik durch. Im Rahmen dieser „Artikel-IV-Konsultationen”, die sich auf Berichte des Mitarbeiterstabs stützen, zielt der IWF darauf ab, Stärken und Schwachstellen der Wirtschaftspolitik festzustellen, mögliche Anfälligkeiten anzuzeigen und die Länder im Hinblick auf angemessene Korrekturen ihrer Wirtschaftspolitik zu beraten. Der IWF führt die bilaterale Überwachung außerdem im Rahmen seines Programms zur Bewertung des Finanzsektors (Financial Sector Assessment Program -FSAP) durch (siehe Kapitel 2).
  • Globale (oder multilaterale) Überwachung. Das Exekutivdirektorium des IWF überprüft regelmäßig die wesentlichen internationalen Wirtschafts-und Finanzmarktentwicklungen. Die Überprüfungen basieren zum Teil auf den Berichten über die weltwirt schaftlichen Aussichten und den Berichten zur Stabilität des globalen Finanzsystems, die jeweils zweimal jährlich vom Mitarbeiterstab des IWF erstellt werden. Darüber hinaus erörtert das Direktorium häufiger auf informeller Basis die Entwicklung der Weltwirtschaft und der internationalen Finanzmärkte. Die Tendenzen an den entwickelten und aufstrebenden Finanzmärkten werden ständig beobachtet und u. a. in einem täglichen internen Bericht des Mitarbeiterstabs dargestellt.
  • Regionale Überwachung. Als Ergänzung zu den Länderkonsultationen untersucht der IWF auch die im Rahmen von regionalen Vereinbarungen verfolgte Wirtschaftspolitik. Es finden regelmäßig Diskussionen mit regionalen Wirtschaftsinstitutionen wie der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank, der Zentralafrikanischen Wirtschafts-und Währungsunion, der Ostkaribischen Währungsunion und der Westafrikanischen Wirtschafts-und Währungsgemeinschaft statt.
Der IWF ist darüber hinaus beteiligt an wirtschaftspolitischen Diskussionen von Finanzministern. Zentralbankgouverneuren und anderen offiziellen Vertretern in verschiedenen Gruppen wie der Gruppe der sieben führenden Industrieländer, der Gruppe der 24 und dem Forum für asiatisch-pazifische wirtschaftliche Zusammenarbeit (siehe auch Kapitel 6 zu Fragen der Führung des IWF).
Nach der Rückkehr in die Zentrale verfassen die IWF-Mitarbeiter einen Bericht, in dem die wirtschaftliche Situation in dem betreffenden Land und der Inhalt der wirtschaftspolitischen Diskussionen mit den Behörden des Landes beschrieben werden und eine Bewertung der Wirtschaftspolitik vorgenommen wird. Der Bericht wird dann vom Exekutivdirektorium erörtert. Die Standpunkte der Behörden werden vom Exekutivdirektor des jeweiligen Landes vertreten. Die Äußerungen der Exekutivdirektoren während der Sitzung werden vom Vorsitzenden (oder dem amtierenden Vorsitzenden) des Direktoriums zusammengefasst und es wird ein schriftliches Resümee erstellt. Wenn das betreffende Land zustimmt, wird der gesamte Bericht über die Artikel-IV-Konsultation zusammen mit einer Öffentlichen Informationsmitteilung (PIN) veröffentlicht. Diese enthält eine schriftliche Zusammenfassung der Direktoriumsaussprache und Hintergrundmaterial. Die Behörden des Landes können die Veröffentlichung einer PIN auch dann genehmigen, wenn sie die Veröffentlichung des gesamten Berichts nicht wünschen. Im Geschäftsjahr 2004 hat das Direktorium 115 Artikel-IV-Konsultationen mit den Mitgliedsländern durchgeführt (siehe Tabelle 1.1). Alle PINs und die Berichte über Artikel-IV-Konsultationen, deren Veröffentlichung die Behörden gebilligt haben, werden auf der Webseite des IWF veröffentlicht.
Tabelle 1.1 Im Geschäftsjahr 2004 abgeschlossene Artikel-IV-Konsultationen
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Darüber hinaus bewertet das Direktorium die Wirtschaftslage und die Wirtschaftspolitik der Mitgliedsländer, die Finanzmittel vom IWF ausleihen. Dies erfolgt im Rahmen der Diskussionen über die Kreditvereinbarungen, mit denen die Wirtschaftsprogramme von Mitgliedsländern unterstützt werden. Das Direktorium setzt auch häufig informelle Treffen an, um die Entwicklungen in einzelnen Ländern zu erörtern.

Globale Überwachung

Die Durchführung der globalen Überwachung durch das Exekutivdirektorium stützt sich im Wesentlichen auf zwei Berichte des Mitarbeiterstabs – den Weltwirtschaftsausblick und den Bericht zur Stabilität des globalen Finanzsystems – sowie auf regelmäßige Aussprachen über die Weltwirtschaftund über die Entwicklungen an den Finanzmärkten.

Weltwirtschaftsausblick

Die zweimal pro Jahr stattfindenden Überprüfungen im Rahmen des Weltwirtschaftsausblicks sind integraler Bestandteil der Überwachung der Wirtschaftsentwicklung und -politik in den Mitgliedsländern sowie des Weltwirtschaftssystems durch den IWF. Diese Untersuchungen über die Aussichten und Politikmaßnahmen sind das Ergebnis einer umfassenden Überprüfung der weltwirtschaftlichen Entwicklungen und sie analysieren die kurz-und mittelfristigen Aussichten der Weltwirtschaft sowie der einzelnen Länder und Ländergruppen. Sie stützen sich im Wesentlichen auf die Informationen, die in den Stabskonsultationen mit den Mitgliedsländern gesammelt werden, und bieten einen Rahmen für die Beurteilung der Auswirkungen der wirtschaftspolitischen Maßnahmen der IWF-Mitglieder.
Im Geschäftsjahr 2004 hat das Direktorium zwei Berichte über die weltwirtschaftlichen Aussichten diskutiert. Dies geschah im August 2003 und im März 2004. (Siehe Kasten 1.2, der eine Chronologie von wichtigen wirtschaftlichen Entwicklungen im Geschäftsjahr 2004 enthält.)

Weltwirtschaftsausblick -August 2003

Zum Zeitpunkt der Erörterung des Berichts über die weltwirtschaftlichen Aussichten im August 2003 deuteten Konjunkturdaten in verschiedenen Ländern und vorausschauende Indikatoren, insbesondere an den Finanzmärkten, auf eine Stärkung des globalen Wachstums in der zweiten Jahreshälfte von 2003 und im Jahr 2004 hin. Die Exekutivdirektoren stellten fest, dass Aussichten auf einen graduellen, wenngleich moderaten Aufschwung bestünden.
Vor diesem Hintergrund sprachen sich die Direktoren für einen weiterhin angemessen unterstützenden wirtschaftspolitischen Kurs und für eine Verstärkung der strukturpolitischen Maßnahmen aus, um das Vertrauen zu verbessern und auf mittlere Sicht die Anfälligkeiten zu vermindern. Dabei solle insbesondere die Geldpolitik in den Industrieländern vorläufig akkommodierend bleiben. Die Direktoren waren zudem der Meinung, dass in den meisten Regionen angesichts des sehr moderaten Inflationsdrucks Spielraum für weitere Lockerungen vorhanden sei, falls der Aufschwung ins Stocken gerate oder der Preisanstieg die Inflationsziele deutlich unterschreite. Die geordnete Abwertung des US-Dollars wurde allgemein begrüßt. Des Weiteren stimmten die meisten Direktoren darin überein, dass der kooperative Ansatz, der zur Unterstützung des globalen Anpassungsprozesses erforderlich sei, durch Wechselkursanpassungen auf breiter Basis erleichtert würde und dass einige aufstrebende asiatische Volkswirtschaften eine größere Wechselkursflexibilität nach oben vergleichsweise gut verkraften könnten.
Die Direktoren stimmten darin überein, dass die Fiskalpolitik über einen sehr viel kleineren Handlungsspielraum verfügt. Sie betonten, dass die automatischen Stabilisatoren zwar allgemein zur Wirkung kommen sollten, dass jedoch einer glaubwürdigen und effektiven Haushaltskonsolidierung eine höhere Priorität eingeräumt werden müsse, um der jüngsten Verschlechterung der Haushaltsperspektiven in den größten Volkswirtschaften und den bevorstehenden Belastungen durch die Alterung der Gesellschaften zu begegnen. Die Direktoren riefen ferner die Industrieländer und die aufstrebenden Volkswirtschaften dazu auf, weitere Fortschritte bei der energischen Umsetzung von laufenden Strukturreformen anzustreben.
Die Direktoren hoben die besondere Bedeutung eines erfolgreichen Abschlusses der WTO-Konferenz auf Ministerebene in Cancún im September 2003 hervor, um protektionistische Bestrebungen einzudämmen und eine weiter gehende Handelsliberalisierung zu erreichen. Dies würde dazu beitragen, das Vertrauen in die wirtschaftliche Erholung zu stärken. Fortschritte bei Agrarreformen, insbesondere in den größten Industriestaaten, seien besonders wichtig, um die Wachstumsperspektiven der Entwicklungsländer zu verbessern und Fortschritte bei der Armutsverringerung zu erzielen. Die Direktoren betonten in diesem Zusammenhang ihre entschlossene Unterstützung für die Initiativen von IWF und Weltbank, die darauf abzielen, die Anstrengungen der Entwicklungsländer zur Liberalisierung ihrer Handelssysteme stärker zu fördern.

Weltwirtschaftsausblick -März 2004

Zum Zeitpunkt der zweiten Aussprache des Exekutivdirektoriums über den Weltwirtschaftsausblick hatte der Mitte 2003 einsetzende Aufschwung begonnen sich auszuweiten Die Direktoren begrüßten die Verstärkung und Verbreiterung der globalen Konjunkturerholung und verwiesen insbesondere auf den raschen Aufschwung in den Vereinigten Staaten und in den aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften, den kräftigen Anstieg der Industrieproduktion und des Welthandels, das gestärkte Vertrauen von Unternehmen und Konsumenten sowie auf das Wachstum der Investitionen in den meisten Regionen. Dieser Aufschwung werde unterstützt durch breit angelegte Kursgewinne an den Finanzmärkten, einschließlich eines Anstiegs der Aktienkurse, einen Rückgang der Anleihespreads und durch einen Wiederanstieg der privaten Kapitalströme in die aufstrebenden Märkte. Das Wachstum habe zwar zugenommen und die Erdöl-und Rohstoffpreise seien gestiegen, die weltweite Inflation bleibe jedoch verhalten. Dies sei zurückzuführen auf nach wie vor bestehende Überkapazitäten, unausgelastete Arbeitsmärkte und eine wettbewerbsorientierte Preisgestaltung auf den inländischen und globalen Märkten.
Kasten 1.2 Wichtige Wirtschafts-und Finanzentwicklungen im Zeitraum Mai 2003 -April 2004
Im Verlauf des Jahres 2003 verstärkte sich die Erholung der Weltwirtschaft und das Wachstum erreichte nahezu seine langfristige Trendrate (siehe Schaubild 1.1). Durch den unterstützenden wirtschaftspolitischen Kurs in den Industrieländern und die Aufhellung des Vertrauens seit Beginn des zweiten Quartals 2003 beschleunigte und verbreiterte sich das Wachstum. Die Expansion des Welthandelsvolumens erreichte ebenfalls ein höheres Tempo, gestützt auf den zunehmenden intraregionalen Handel in Asien. Dazu trugen besonders China und Japan bei. Die Nettokapitalzuflüsse in die aufstrebenden Märkte und die Entwicklungsländer nahmen zu. da Portfolioinvestitionen wieder anstiegen und auch die ausländischen Direktinvestitionen (FDI) zulegten. Die Zinsaufschläge für Anleihen aus den aufstrebenden Märkten gingen zurück, und viele Regierungen aus diesen Ländern nutzten die angesichts der niedrigen Zinssätze günstige Gelegenheit Anleihen zu begeben.
Schaubild 1.1 Reales Wachstum des Welt-BIP und Handelsvolumen
(Güter und Dienstleistungen)
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Die Basis des Aufschwungs verbreiterte sich zwar zunehmend, es gab jedoch deutliche Unterschiede im Hinblick auf Tempo und Struktur. Im Verlauf des Geschäftsjahres fiel das Wachstum in den aufstrebenden marktwirtschaftlichen Ländern Asiens, insbesondere in China, sowie in den Vereinigten Staaten am stärksten aus. Im Eurogebiet war es am schwächsten. Die Erholung in den Vereinigten Staaten und in Japan beschleunigte sich. Dies war zurückzuführen auf eine Zunahme des privaten Verbrauchs und einen Anstieg der Unternehmensinvestitionen in den Vereinigten Staaten sowie auf eine Zunahme der Nettoexporte, der Untemehmensinvestitionen und des Verbrauchs in Japan. Das Wachstum der Beschäftigung verlief in den Vereinigten Staaten jedoch über weite Strecken des Geschäftsjahres gedämpfter als in vergleichbaren Phasen früherer Konjunkturzyklen und zog erst zum Ende des Geschäftsjahres an. Im Eurogebiet waren erstmals im zweiten Halbjahr 2003 Anzeichen für einen Aufschwung erkennbar. Das Wachstum blieb aber deutlich unter der Potenzialrate und die Zunahme der inländischen Nachfrage war schwach. Der kon junkturbedingte Verlust von Arbeitsplätzen war im Eurogebiet zwar weniger ausgeprägt, der graduelle Aufschwung reichte jedoch nicht aus. um die Arbeitslosenquote unter den Stand von fast 9 % sinken zu lassen.
Im Geschäftsjahr 2004 verbreiterte sich die Erholung, und das Wirtschaftswachstum erhöhte sich in allen Regionen mit aufstrebenden Marktwirtschaften. In vielen Fällen wurde der Aufschwung zunächst vom Export getragen, allmählich nahm jedoch auch die inländische Nachfrage zu und trug zum Wachstum bei.
In den meisten Ländern Lateinamerikas verstärkte sich das Wachstum. In Argentinien war nach der tiefsten Rezession seit 20 Jahren eine kräftige Erholung des Wachstums zu verzeichnen. Die Expansion in Brasilien belebte sich während des Geschäftsjahres, aber in einer Reihe anderer Staaten, insbesondere in Venezuela und Bolivien, beeinträchtigten politische Unsicherheiten weiterhin das Wachstum. Zum Ende des Geschäftsjahres 2004 wurde die wirtschaftliche Entwicklung, die anfangs vom Export getragen wurde, zunehmend von der inländischen Nachfrage gestützt.
Die aufstrebenden Marktwirtschaften in Asien verzeichneten nach wie vor das stärkste Wachstum, wobei sich diejenigen Länder, die zu Beginn des Geschäftsjahres von der Epidemie des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (Severe Acute Respiratory Syndrom -SARS) betroffen waren, rasch erholten. Der Region ist etwa die Hälfte der globalen Produktionssteigerung im Jahr 2003 zuzurechnen. Dies verdeutlicht ihre Rolle als Motor der Weltkonjunktur. In China hielt die starke Expansion an, wobei zum Ende des Geschäftsjahres erste Anzeichen für eine Überhitzung erkennbar wurden. Das Wachstum in Indien beschleunigte sich, was sowohl auf konjunkturelle als auch auf strukturelle Faktoren zurückzuführen war.
Mittel-und Osteuropa verzeichnete trotz der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung des größten Handelspartners, nämlich desEuro raums, ein relativ kräftiges Wachstum. Inein zelnen Ländern stiegen die Leistungsbilanzdefizite an, da ein starkes Kreditwachstum und eine expansive Haushaltspolitik die Importe stimulierten. Die Netto-FDI-Zuflüsse trugen weniger als in früheren Jahren zum Wachstum bei, die Risiken für eine Umkehr der Kapitalströme blieben jedoch in d...

Table of contents

  1. Cover Page
  2. Title Page
  3. Copyright
  4. Contents
  5. Höhepunkte
  6. Botschaft des Geschäftsführenden Direktors
  7. Exekutivdirektorium
  8. 1 IWF-Überwachung: Förderung von Wachstum und Stabilität
  9. 2 Stärkung des internationalen Finanzsystems
  10. 3 IWF-Kredite: Verbesserung von Politiken und Praktiken
  11. 4 Armutsbekämpfung in einkommensschwachen Ländern
  12. 5 Technische Hilfe und Ausbildung
  13. 6 Führung, Zusammenarbeit und Transparenz
  14. 7 Finanzaktivitäten und Geschäftspolitik
  15. 8 Haushalt, Personalwesen und Organisation
  16. Anhang
  17. Footnotes