Jahresbericht 2006 : Die vorteile der weltwirtschaft fĂŒr alle sichern
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Jahresbericht 2006 : Die vorteile der weltwirtschaft fĂŒr alle sichern

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Information

eBook ISBN
9781589065642
Year
2007

Kapitel 1: Überblick

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Das von diesem Jahresbericht erfasste IWFGeschĂ€ftsjahr 2006 war bedeutsam, denn es stellte einen wichtigen Wendepunkt in der Art dar, wie der Fonds sein Mandat ausĂŒbt. Die mittelfristige strategische ÜberprĂŒfung, die 2004 vom GeschĂ€ftsfĂŒhrenden Direktor Rodrigo de Rato eingeleitet worden war, kam zum Abschluss und wurde durch das Exekutivdirektorium des Fonds sowie im Anschluss daran auf Ministerebene durch den Internationalen WĂ€hrungs- und Finanzaus-schuss (IMFC) gebilligt. Dabei forderte der IMFC den Fonds auf, die Umsetzung zĂŒgig einzuleiten. Als Reaktion darauf nahm der IWF einige weit reichende Änderungen in seiner GeschĂ€ftstĂ€tigkeit und VerwaltungsfĂŒhrung vor.
In den folgenden Kapiteln dieses Jahresberichts wird die Arbeit des Fonds im GeschĂ€ftsjahr 2006 eingehend beschrieben. Diese Einleitung gibt einen kurzen Überblick und setzt die Arbeit des Fonds wie auch die vorgenommenen Änderungen in den Kontext der weltwirtschaftlichen Entwicklungen.

Die Weltwirtschaft

Das Wachstum der Weltwirtschaft erreichte 2005 4,8 Prozent und lag damit im dritten Jahr in Folge ĂŒber vier Prozent (Schaubild 1.1). Dieses Ergebnis wurde trotz hoher Ölpreise, Naturkatastrophen und andauernder geopolitischer Unsicherheiten erzielt. Diese Expansion ist bemerkenswert wegen ihres Tempos, ihrer Dauer und ihrer zunehmenden Breite. Jede Region war im Berichtszeitraum von schnellem Wachstum gekennzeichnet, wobei die aufstrebenden Marktwirtschaften besonders rasch wuchsen. GĂŒnstige Finanzbedingungen, verbesserte politische Rahmenbedingungen und in vielen FĂ€llen hohe Rohstoffpreise trugen hierzu bei. Die EntwicklungslĂ€nder wiesen ebenfalls ein solides Wachstum auf, wobei die Wachstumsrate in Afrika sĂŒdlich der Sahara im zweiten aufeinander folgenden Jahr die FĂŒnfprozentmarke ĂŒberschritt. Das Welthandelsvolumen wuchs weiterhin rasch. Gleichzeitig weiteten sich die Leistungsbilanz-Ungleichgewichte in einer Anzahl wichtiger Volkswirtschaften zunehmend aus (Schaubild 1.2). Das Leistungsbilanzdefizit erreichte im letzten Quartal des Jahres 2005 in den Vereinigten Staaten den Rekordwert von sieben Prozent des BIP, wĂ€hrend die Ölexporteure, Japan, eine Reihe von kleinen IndustrielĂ€ndern, China und einige andere aufstrebende LĂ€nder in Asien weiterhin betrĂ€chtliche ÜberschĂŒsse aufwiesen.
Schaubild 1.1 Reales BIP-Wachstum
(Prozentuale VerĂ€nderung gegenĂŒber dem Vorjahr)
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Schaubild 1.2 Saldo der Leistungsbilanz
(Prozent des Welt-BIP)
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Das Wachstum in den Vereinigten Staaten blieb im zweiten und dritten Quartal von 2005 stark. Im vierten Quartal verlangsamte es sich auf Grund einer schwachen Inlandsnachfrage vorĂŒbergehend, was teilweise auf hohe Benzinpreise nach dem Orkan Katrina zurĂŒckzufĂŒhren war, und erholte sich im ersten Quartal des Jahres 2006, weil starker Konsum und hohe Unternehmensinvestitionen den deutlichen RĂŒckgang bei den Investitionen im Wohnungsbau ausglichen. Das Wachstum im Euroraum blieb 2005 gedĂ€mpft. Indikatoren hoher Frequenz lassen jedoch darauf schließen, dass ein investitionsgetriebener Aufschwung Anfang 2006 insbesondere in Deutschland an Zugkraft gewonnen hat.
Japans Volkswirtschaft wies 2005 ein robustes Wachstum auf. Die konjunkturelle Erholung wurde zunehmend angetrieben durch eine robuste Inlandsnachfrage, die durch BeschĂ€ftigungszuwachs und ansteigende Unternehmensgewinne gestĂŒtzt wurde. Als wichtiger Faktor ist die positive Wende bei Verbraucherpreisanstieg und Bankkreditwachstum zu werten, die sich nach einer langen Abschwungphase gegen Jahresende einstellte.
Chinas rasche Expansion setzte sich unvermindert fort, wobei die Wachstumsrate 2005 annÀhernd zehn Prozent betrug. Die Wirtschaftsleistung der letzten Zeit wirkte nach der Revision der BIP-Daten sogar noch beeindruckender und zeigte, dass das durchschnittliche jÀhrliche Wirtschaftswachstum von 1993 bis 2004 einen halben Prozentpunkt höher lag und fast zehn Prozent betrug. Die Expansion verlief jedoch unausgewogen, da sie hauptsÀchlich von Investitionen und Nettoexporten getragen wurde.
Das Wirtschaftswachstum in Lateinamerika verlangsamte sich 2005 zwar etwas (von 5,6 Prozent auf 4,3 Prozent), blieb jedoch eindeutig ĂŒber dem langfristigen Durchschnitt, der weniger als drei Prozent betrĂ€gt. Die zwei grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften der Region – Brasilien und Mexiko – sind als Hauptverursacher des Abschwungs zu betrachten, denn Investitionen in Brasilien fielen verhalten aus, und in Mexiko zeigte sich in der Landwirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe eine AbschwĂ€chung. Im Gegensatz dazu blieb das Wachstum in Argentinien, Paraguay und Uruguay sowie in der Andenregion trotz der politischen Unsicherheiten in einigen LĂ€ndern – vor allem Bolivien und Ecuador – solide oder legte sogar noch zu.
Das Wachstum in den aufstrebenden Marktwirtschaften Asiens ohne China und Indien ließ im Berichtszeitraum leicht nach, blieb aber insgesamt sehr stark. In den kĂŒrzlich industrialisierten Volkswirtschaften (SVR Hongkong, Korea, Singapur und Taiwan, Provinz Chinas) konzentrierte sich der Abschwung auf das zweite Quartal von 2005, als der Sektor Informationstechnologie die letzte Phase einer Korrektur durchlief. Im Anschluss daran beschleunigte sich das Wachstum wieder, was durch höhere Investitionen in den IndustrielĂ€ndern gestĂŒtzt wurde. Die ASEAN-4-Volkswirtschaften (Indonesien, Malaysia, die Philippinen und Thailand) haben sich trotz finanzieller Turbulenzen in Indonesien und politischer Unsicherheiten in den Philippinen und Thailand ebenfalls erholt. Das Wachstum in Indien blieb sehr schnell und besitzt im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor eine hohe Dynamik. Trotz der positiven Entwicklung bei den Exporten wies die Leistungsbilanz 2005 ein Defizit auf, da eine starke Inlandsnachfrage und hohe Ölpreise zu einem rapiden Anstieg der Importe fĂŒhrten.
In Mittel- und Osteuropa hat das Wachstum etwas nachgelassen, wobei die einzelnen Unterregionen jedoch bedeutende Unterschiede aufwiesen. Einem sehr schnellen Wachstum in den baltischen Staaten – fast neun Prozent im Jahr 2005 – stand eine zurĂŒckhaltendere Expansion in Mittel- und SĂŒdosteuropa gegenĂŒber. Trotz aufwertender Wechselkurse ging das durchschnittliche Leistungsbilanzdefizit der Region leicht zurĂŒck. In den baltischen LĂ€ndern und einigen LĂ€ndern SĂŒdosteuropas blieb das Leistungsbilanzdefizit allerdings auf Grund starker privater Inlandsnachfrage und raschen Kreditwachstums sehr hoch. Ein betrĂ€chtlicher Teil dieser Defizite wurde zwar durch auslĂ€ndische Direktinvestitionen finanziert, der Anteil von Schuldenfinanzierung hat jedoch zugenommen. In der Gemeinschaft unabhĂ€ngiger Staaten ging das Wachstum 2005 zurĂŒck, wofĂŒr großenteils ein starker Abschwung in der Ukraine verantwortlich war. Das Wachstum in Russland wurde dagegen durch hohe Ölpreise unterstĂŒtzt.
Der Nahe und Mittlere Osten profitierten ebenfalls von steigenden Ölpreisen. Hohe Einnahmen aus Ölexporten fĂŒhrten in den ölexportierenden LĂ€ndern zu einem durchschnittlichen Wachstum von fast sechs Prozent und einem LeistungsbilanzĂŒberschuss von fast 20 Prozent des BIP. Obwohl der Zuwachs an Öleinnahmen großenteils gespart wurde, nahm die Binnennachfrage zu. Geld- und Kreditwachstum expandierten stark, und Immobilien-und Aktienpreise stiegen betrĂ€chtlich an, obwohl viele AktienmĂ€rkte in der Region im ersten Quartal von 2006 betrĂ€chtliche Korrekturen hinnehmen mussten.
Die WirtschaftsaktivitĂ€t in Afrika wies weiterhin ein robustes Wachstum auf. UnterstĂŒtzt wurde diese Entwicklung durch allgemein höhere Rohstoffpreise und die positiven Auswirkungen von Reformen, die in den 1990er Jahren durchgefĂŒhrt worden waren. Einige LĂ€nder waren allerdings von einer AbschwĂ€chung der Preise fĂŒr Nahrungsmittel und landwirtschaftliche Rohstoffe sowie vom Abbau der Textilquoten betroffen.
Die Ölpreise blieben wĂ€hrend des Berichtszeitraums hoch und volatil. Sie erreichten Höchstwerte im Anschluss an die Orkane Katrina und Rita im August 2005 und dann wieder im April 2006, was auf die geopolitischen Unsicherheiten in Bezug auf den Iran und auf eine GefĂ€hrdung der Ölproduktion in Nigeria zurĂŒckzufĂŒhren war. Die Preise fĂŒr Nicht-Energie-Rohstoffe, insbesondere fĂŒr Metalle, gingen ebenfalls stark nach oben. Die Auswirkungen steigender Rohstoffpreise und sich schließender ProduktionslĂŒcken auf die globale Inflation blieben allerdings ĂŒberraschend gering. Die Gesamtinflation der Verbraucherpreise legte etwas zu, die Kerninflation blieb jedoch gedĂ€mpft, und die Inflationserwartungen waren eindeutig unter Kontrolle.
Die Geldpolitik wurde in den meisten IndustrielĂ€ndern gestrafft, was zu einer teilweisen Abschöpfung der weltweit reichlich vorhandenen LiquiditĂ€t fĂŒhrte. Tempo und Zeitpunkt der monetĂ€ren Straffung unterschieden sich allerdings je nach Position der einzelnen LĂ€nder im Konjunkturzyklus. In den Vereinigten Staaten setzte die Zentralbank Federal Reserve ihren Zinserhöhungszyklus fort und erhöhte den Tagesgeldsatz wĂ€hrend des Berichtszeitraums um 175 Basispunkte. Die EuropĂ€ische Zentralbank begann Ende 2005 mit der Anhebung der Zinsen, und die Japanische Zentralbank beendete ihre seit geraumer Zeit durchgefĂŒhrte Politik der massiven Ausweitung der Geldmenge (quantitative easing) im MĂ€rz 2006, wobei die MĂ€rkte von einer Erhöhung der Leitzinsen gegen Ende 2006 ausgehen. Die Fiskalpolitik war unterschiedlich, doch mit Ausnahme von Kanada und Japan wurden in den IndustrielĂ€ndern nur geringe Fortschritte bei der Verbesserung des mittelfristigen Haushaltssaldos erzielt (und Japans Haushaltsdefizit ist nach wie vor sehr groß).
Trotz des zunehmenden Leistungsbilanzdefizits in den Vereinigten Staaten wertete der US-Dollar handelsgewichtet leicht auf: eine Abwertung gegenĂŒber den WĂ€hrungen der aufstrebenden MĂ€rkte wurde durch eine Aufwertung gegenĂŒber dem Euro und dem Yen ausgeglichen. Der Dollar erfuhr durch die anhaltend hohe Auslandsnachfrage nach in Dollar nominierten Finanzvermögenswerten (insbesondere Anleihen) weiterhin UnterstĂŒtzung, unter anderem von Seiten der Ölexporteure. Gegen Ende des GeschĂ€ftsjahres schwĂ€chte sich der Dollar jedoch gegenĂŒber anderen wichtigen WĂ€hrungen ab. Denn es wurde offensichtlich, dass der Renditevorteil von auf Dollar lautenden Vermögenswerten zurĂŒckgeht, und der öffentliche Sektor wies darauf hin, dass fĂŒr eine stĂ€rkere Anpassung der globalen Ungleichgewichte eine grĂ¶ĂŸere WĂ€hrungsflexibilitĂ€t erforderlich ist.
Die Bedingungen in den reifen und aufstrebenden FinanzmĂ€rkten blieben gĂŒnstig, denn sie profitierten von einem anhaltenden und expandierenden Wachstum sowie von einer verhaltenen Inflation. Trotz der restriktiven Geldpolitik fĂŒhrender Zentralbanken und Anzeichen, dass die Geldpolitik weiter gestrafft wird, hielt das Renditestreben auf Grund der hohen LiquiditĂ€t an. Die langfristigen ZinssĂ€tze stiegen langsamer, was vor allem in den Vereinigten Staaten zu einer deutlichen Verflachung der Zinsertragskurven fĂŒhrte. Die langfristigen Renditen wurden außerdem durch die große Nachfrage der institutionellen Anleger nach langfristigen festverzinslichen Vermögenswerten gestĂ€rkt. Vor diesem Hintergrund blieben die FinanzmarktvolatilitĂ€t, die Renditen von Staatsanleihen in reifen MĂ€rkten sowie die globalen ZinsaufschlĂ€ge im historischen Vergleich niedrig.
Die globalen AktienmĂ€rkte erholten sich, weil hohe Unternehmensgewinne die Bilanzen weltweit weiter stĂ€rkten. In Japan fĂŒhrten anhaltende Anzeichen einer Konjunkturerholung wĂ€hrend des GeschĂ€ftsjahres zu einem Anstieg des Nikkei-Index um 53,6 Prozent. Die europĂ€ischen Aktienkurse stiegen ebenfalls kontinuierlich und erhöhten sich wĂ€hrend des GeschĂ€ftsjahres um 29,9 Prozent. In den Vereinigten Staaten stieg der S&P 500 um 13,1 Prozent (Schaubild 1.3). Die tatsĂ€chliche MarktvolatilitĂ€t und die in den Optionspreisen implizierte erwartete VolatilitĂ€t blieben niedrig. Es gab Anzeichen, insbesondere gegen Ende des Zeitraums, dass der Firmenkreditzyklus sich zu wenden begann. Die Unternehmen begannen mit dem Abbau ihrer reichlichen BarbestĂ€nde und der Erhöhung des Verschuldungsgrads der Bilanzen, wobei sie die relativ niedrigen langfristigen Renditen und ZinsaufschlĂ€ge ausnutzten. Diese Entwicklung fĂŒhrte unter anderem zu einer betrĂ€chtlichen Zunahme an globalen UnternehmenszusammenschlĂŒssen und -ĂŒbernahmen.
Schaubild 1.3 Entwicklung der AktienmÀrkte
(Mai 2005 = 100)
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Quelle: Bloomberg.
Die aufstrebenden Marktwirtschaften profitierten wĂ€hrend des Berichtszeitraums weiterhin von einem außergewöhnlich gĂŒnstigen wirtschaftlichen und finanziellen Umfeld. Ein solides globales Wachstum fĂŒhrte zu einem Anstieg der Exportnachfrage und der Rohstoffpreise. Die ZinssĂ€tze und die AufschlĂ€ge auf den Kreditzins blieben niedrig.
Dabei gingen die AufschlĂ€ge zurĂŒck, obwohl die Renditen in den reifen MĂ€rkten anstiegen. Da die reichlich vorhandene LiquiditĂ€t fĂŒr weiteres Renditestreben sorgte, fiel das Interesse der Anleger an Neuemissionen von Kreditnehmern aus den aufstrebenden MĂ€rkten außergewöhnlich stark aus. Gleichzeitig nahm die Anlegerbasis fĂŒr Vermögenswerte der aufstrebenden Marktwirtschaften weiter zu, was auf die höheren Renditen und die verbesserte KreditqualitĂ€t der Kreditnehmer aus den aufstrebenden Marktwirtschaften zurĂŒckzufĂŒhren war. Der Markt wurde außerdem gestĂŒtzt durch das anhaltend aktive Schuldenmanagement der aufstrebenden Volkswirtschaften, mit dem die AnfĂ€lligkeit ihrer Schuldenstruktur reduziert werden soll. Der Zinsaufschlag auf den EMBIG-Index ging wĂ€hrend des IWF-GeschĂ€ftsjahres um 205 Basispunkte zurĂŒck, wodurch der Zeitraum mit einem historischen Niedrigwert von 179 Basispunkten endete (Schaubild 1.4). Die Anleiheemissionen der aufstrebenden Volkswirtschaften auf dem PrimĂ€rmarkt erreichten 2005 Rekordwerte und beliefen sich im Zeitraum von Januar bis April 2006 auf etwa 28 Mrd. $. Fast die HĂ€lfte der gesamten in diesem Zeitraum begebenen Anleihen wurde von nichtstaatlichen Einheiten emittiert. Die PrimĂ€remissionen von Aktien waren wĂ€hrend des GeschĂ€ftsjahres in den aufstrebenden Marktwirtschaften ebenfalls stark und wurden nach wie vor von Asien, insbesondere China, beherrscht.
Schaubild 1.4 Aufschlag auf Staatsanleihen
(Basispunkte)
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Source: JPMorgan Emerging Markets Bond Index Global.

Weltwirtschaftliche Risiken

Das Wachstum zeigte sich 2005 zwar weiterhin stark, die Risiken fĂŒr das globale Wachstum blieben auf Grund steigender Ölpreise, anhaltender Zahlungsbilanz-Ungleichgewichte und anderer Probleme jedoch nach unten gerichtet. Das Problem der globalen Ungleichgewichte, das im Jahresbericht 2005 erörtert wurde, war in Bezug auf die Nachhaltigkeit des globalen Wachstums auch weiterhin ein Grund zur Besorgnis. Die nur geringen Fortschritte in der Doha-Runde multilateraler HandelsgesprĂ€che gaben Anlass zu der Sorge, dass die Vorteile fĂŒr die Weltwirtschaft, die ein erfolgreiches und ehrgeiziges Verhandlungsergebnis mit sich bringen wĂŒrde, nur schwer zu erreichen sind. Und es entstanden zunehmend Bedenken ĂŒber die möglichen Auswirkungen, die ein flĂ€chendeckender Ausbruch von Vogelgrippe auf die Weltwirtschaft haben könnte. Diese Fragen bildeten den Schwerpunkt sowohl in den Diskussionen des IWF mit den einzelnen MitgliedslĂ€ndern als auch in der multilateralen ÜberwachungstĂ€tigkeit des Fonds, bei denen mögliche globale Auswirkungen beurteilt wurden. Die Tatsache, dass diese Risiken das globale Wachstum wĂ€hrend des GeschĂ€ftsjahres nicht beeintrĂ€chtigt haben, hat die Besorgnis keineswegs verringert.
Da die globalen Zahlungsbilanz-Ungleichgewichte wĂ€hrend des GeschĂ€ftsjahres 2006 weiter zunahmen, wurden die Diskussionen ĂŒber einen Abbau dieser Ungleichgewichte vertieft. Mehrere Faktoren sind fĂŒr die sehr großen Ungleichgewichte verantwortlich, die die Weltwirtschaft wĂ€hrend des Berichtszeitraums prĂ€gten: niedriger Konsum und steigende Leistungsbilanz-ÜberschĂŒsse in weiten Teilen Asiens, das große und steigende Leistungsbilanzdefizit der USA, schleppendes Wachstum in Europa sowie die rasch zunehmenden ÜberschĂŒsse in den fĂŒhrenden ölexportierenden LĂ€ndern.
Der IWF argumentiert bereits seit einigen Jahren, dass diese Ungleichgewichte ein globales Problem d...

Table of contents

  1. Cover Page
  2. Title Page
  3. Copyright Page
  4. Contents
  5. Botschaft des GeschĂ€ftsfĂŒhrenden Direktors und Vorsitzenden des Exekutivdirektoriums
  6. Exekutivdirektorium
  7. 1. Überblick
  8. 2. Die mittelfristige Strategie
  9. 3. Die ÜberwachungstĂ€tigkeit im GeschĂ€ftsjahr 2006
  10. 4. StĂ€rkung von Überwachung und KrisenprĂ€vention
  11. 5. StĂ€rkung von ProgrammunterstĂŒtzung und Krisenlösung
  12. 6. Die Rolle des IWF in einkommensschwachen LĂ€ndern
  13. 7. Technische Hilfe und Ausbildung
  14. 8. FinanzaktivitÀten und GeschÀftspolitik
  15. 9. Verwaltungs- und GeschĂ€ftsfĂŒhrung des IWF
  16. Anhang
  17. Footnotes