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Reise nach dem Geiser, Hekla, u. s. w.
Das Wetter hatte sich bald wieder aufgeheitert, und ich trat schon am 24. Juni meine Reise nach dem Geiser und Hekla an. â Der erste Tag, an dem wir nach Thingvalla ritten, bot an Gegenden zwar nichts Neues, aber dafĂŒr eine Ă€uĂerst schöne atmosphĂ€rische Erscheinung.
Als wir nĂ€mlich in die NĂ€he des See's kamen, senkten sich einige zarte Nebelwolken ĂŒber den See und auch zur Erde, daĂ es den Anschein hatte, als ob es regnen wĂŒrde. â Ein Theil des Himmels erglĂ€nzte im schönen Hellblau, wĂ€hrend der andere mit dichten Wolken bedeckt war, aus denen gerade die Sonne hervor brach. Einige ihrer Strahlen erreichten nun die Nebelwolken, und beleuchteten den Dunstkreis auf eine wunderbare Art. Der zarteste Farbenschmelz war ĂŒber diese Stellen gehaucht; da schien ein Regenbogen aufgelöst; seine glĂŒhendsten Farben waren da verschmolzen, und traten doch wieder einzeln aus dem Ganzen. Dieses Farbenspiel blieb so ĂŒber eine halbe Stunde, dann ward es immer schwĂ€cher und schwĂ€cher, bis es ganz verschwand, und die gewöhnliche AtmosphĂ€re an seine Stelle trat. â Es war dieĂ eine der reitzendsten Erscheinungen, die ich je gesehen.
25. Juni.
Eine viertel Meile hinter dem Oertchen Thingvalla trennen sich die Wege; links reitet man nach Reikholt, rechts nach dem Geiser. â Wir hatten noch lange den See zur Seite, und fanden am Ende des Thales eine Ă€hnliche schauerliche Felsenkluft, wie jene von Almannagiau, die wir auf einem grĂ€Ălichen Wege passiren muĂten.
Das daran stoĂende Thal glich viel jenem von Thingvalla; dagegen sah das dritte wieder schrecklich aus. Da war die Lava niedrig, und ganz mit jenem weiĂlichen Moose ĂŒberwuchert, das sich wunderschön ausnimmt, wenn es nur die untern Theile der Lava bedeckt, und wenn schwarze Massen und Figuren darĂŒber hinaus ragen, so aber einen höchst einförmigen und öden Anblick gewĂ€hrt.
Wir kamen auch an zwei Grotten vorĂŒber, die sich zu unsern FĂŒĂen öffneten. Am Eingange der einen stand ein Felsenpfeiler, als StĂŒtze einer ungeheuern Lavaplatte, welche ein schauerliches Portale bildete. Leider hatte ich von diesen beiden Höhlen nichts gewuĂt, und daher auch keine Vorbereitungen getroffen, sie besuchen zu können. â Wenigstens hĂ€tte ich Fackeln dazu benöthiget. So viel ich aber spĂ€ter erfuhr, sollen sie gar nicht tief reichen, und nichts Interessantes bieten.
Im Verlaufe dieses Tages kamen wir durch ThĂ€ler, wie ich deren in ganz Island noch keine gesehen hatte. Schöne Wiesenteppiche, und zwar ohne jene zahllosen Erhöhungen, bedeckten oft mehrere meilenlange Strecken. â NatĂŒrlich waren diese futterreichen ThĂ€ler auch ziemlich bewohnt; wir ritten hĂ€ufig an 3-4 beisammen stehenden Kothen vorĂŒber, und sahen Pferde, KĂŒhe und Schafe in ziemlicher Anzahl auf den Wiesen weiden.
Die Berge, die diese ThĂ€ler auf der linken Seite begrĂ€nzten, erschienen mir sehr merkwĂŒrdig; â sie waren zwar auch braun, schwarz oder dunkelblau, allein die Massen, aus welchen sie bestanden, hielt ich, meinen geringen mineralogischen Kenntnissen zu Folge, fĂŒr feine Lehmschichten. Einige dieser Berge hatten auch AufsĂ€tze von groĂen, einzeln stehenden Lavafelsen, wirklichen Kolossen, von denen es mir unbegreiflich war, wie sie sich auf diesen weichen Schichten halten konnten.
In einem dieser ThĂ€ler lag auch ein ziemlich bedeutender See, an und um welchen einige Dampfwolken empor wirbelten, die von unbedeutenden heiĂen Quellen aufstiegen.
Nun aber, nachdem wir schon bei 5-6 Meilen zurĂŒckgelegt hatten, kam das MerkwĂŒrdigste das mir noch je vorgekommen ist; â es war dieĂ ein Strom mit einem ganz eigenthĂŒmlichen FluĂbette.
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