Das Unternehmen von morgen wird ganz anders sein als heute. Digitalisierung und Vernetzung zwingen Unternehmen dazu, sich anzupassen. Tun sie es nicht, droht Deutschland seine FĂŒhrerschaft in Technologie und Entwicklung zu verlieren. Aber die Bereitschaft, in neue Technik zu investieren und neue GeschĂ€ftsprozesse zu etablieren, ist nicht erst seit der Wirtschaftskrise begrenzt. Wenn der Mittelstand die nĂ€chste Stufe der Internet-Revolution verschlĂ€ft, werden die "DrittweltlĂ€nder" an uns vorbei ziehen. Es geht um die Sicherung des Standorts Deutschland.Das Buch beantwortet die Frage: Wie sehen Unternehmen in 10-20 Jahren aus und was muss ich als Unternehmer oder Manager heute tun, um die richtigen Weichen fĂŒr die Zukunft zu stellen.Auf den Unternehmer und/oder Manager prasseln in letzter Zeit eine Vielzahl von Trends, Thesen und Innovationen ein, die ihn verwirren und verunsichern. Wichtige Entscheidungen werden deshalb verschoben oder hintangestellt, weil die Verantwortlichen in kleinen und mittleren Unternehmen das Potenzial nicht begreifen - weil es ihnen keiner in ihrer Sprache erklĂ€rt. Technik wird in der Wirtschaft zwar immer wichtiger, das weiĂ jeder, aber die meisten Manager verstehen zu wenig davon. Sie merken aber, dass das Fortschrittstempo rasant zunimmt und sie haben Angst davor, von der Technik ĂŒberrollt zu werden.Dieses Buch will die wichtigsten EntwicklungsstrĂ€nge in Technik und Wirtschaft entwirren und aufzeigen, wohin die Reise in den nĂ€chsten 10 bis 20 Jahren gehen wird - und gehen muss. Es soll gleichzeitig konkrete Handlungsempfehlungen und DenkanstöĂe geben, die den Manager in die Lage versetzen, die gewonnen Erkenntnisse auf die spezielle Situation in seiner eigenen Branche anzuwenden.
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Vinton Cerf ist ein netter, etwas altvĂ€terlich aussehender Mann mit einem weiĂen Spitzbart und schĂŒtteren Haaren. Wenn er redet, beschreiben seine HĂ€nde bedĂ€chtige Gesten, die irgendwie beruhigend wirken. Sein Tonfall ist eher leise, seine Worte sind gewĂ€hlt. Alles andere also als ein Revoluzzer. Und doch hat dieser Mann die vielleicht gröĂte Revolution in der modernen Geschichte angezettelt. Wenn einer den Nobelpreis verdient hat, dann er â aber wenn Sie ihm auf der StraĂe begegnen wĂŒrden, wĂŒssten Sie vermutlich nicht einmal, wer er ist.
Vinton Cerf hat zusammen mit seinem Kollegen Bob Kahn Anfang der 70er-Jahre das TCP/IP-Protokoll erfunden. Bis dahin mussten digitale Daten stets ĂŒber eine feste Leitungsverbindung zwischen zwei Computern hin und her geschickt werden. Dank TCP/IP werden die Daten fĂŒr den Transport in kleine Pakete verschnĂŒrt. Diese können auf unterschiedlichen Wegen und unabhĂ€ngig voneinander versendet und vom EmpfĂ€nger wieder zusammengesetzt werden.
Das Internet hatte gleich zwei VĂ€ter
Ein bisschen erinnert das an den berĂŒhmten Satz von Neil Armstrong bei der ersten Mondlandung: âEin kleiner Schritt fĂŒr mich, aber ein groĂer Schritt fĂŒr die Menschheit.â Denn mit den beiden fĂŒr Laien kaum verstĂ€ndlichen AbkĂŒrzungen (sie stehen fĂŒr âTransmission Control Protocolâ und âInternet Protocolâ) stieĂen Cerf und Kahn die TĂŒr auf fĂŒr eine neue Epoche: das Internet-Zeitalter. Und damit haben sie alles verĂ€ndert.
Wie umwĂ€lzend die Erfindung der beiden US-Amerikaner gewesen ist, wird immer klarer. Sie hat die Art verĂ€ndert, wie wir kommunizieren, wie wir arbeiten und wie wir uns informieren. Aber nirgendwo hat sich das VerĂ€nderungspotenzial so deutlich gezeigt wie in den groĂen und kleinen Unternehmen der Wirtschaft.
FĂŒr die Ălteren unter uns genĂŒgt es, kurz innezuhalten und sich die Frage zu stellen: âWie haben wir das eigentlich frĂŒher gemacht?â FĂŒr die JĂŒngeren hingegen ist es selbstverstĂ€ndlich, dass Briefe und GeschĂ€ftsunterlagen mit Lichtgeschwindigkeit um die halbe Welt sausen, dass Bilder und Videos nach wenigen Mausklicks wie von Geisterhand gemalt auf dem Computerbildschirm auftauchen, dass Menschen an entgegengesetzten Enden der Erde gemeinsam an Dokumenten arbeiten oder komplizierte Genehmigungsverfahren in Minutenschnelle ĂŒber Netzwerke laufen, dass Manager in FlughĂ€fen oder in Bahnabteilen ihre Arbeit so erledigen, als seien sie im BĂŒro, oder die gar kein BĂŒro mehr haben, weil das Internet feste ArbeitsplĂ€tze ĂŒberflĂŒssig gemacht hat.
Die VerÀnderungen, die Unternehmen in den letzten zehn bis 15 Jahren umgeformt haben, sind tiefgreifender als alles, was zuvor an Beschleunigung und Vereinfachung auf uns eingeströmt ist, aber wir bemerken es kaum, weil wir so sehr mit dem Augenblick beschÀftigt sind. TatsÀchlich war es keine Revolution, die das Internet ausgelöst hat, sondern eher eine Evolution, ein langsamer, schrittweiser Wandel, der den privaten und beruflichen Alltag erfasst und verÀndert hat. Und die VerÀnderung geht weiter. Was wird zum Beispiel in den nÀchsten zehn Jahren alles auf uns zukommen? Wie sieht das Unternehmen 2020 aus?
Der Internet-KĂŒhlschrank
Nun, es wird anders aussehen. Das Problem ist nĂ€mlich, dass sich die VerĂ€nderung nicht aufhalten lĂ€sst. Warum das so ist, hat Vinton Cerf dem Schreiber dieser Zeilen vor ein paar Jahren einmal am Rande der CeBIT, der in Hannover stattfindenden gröĂten Technikmesse der Welt, zu erklĂ€ren versucht, und er hat dazu ein ganz einfaches Beispiel verwendet. âStellen Sie sich einen KĂŒhlschrank mit Internet-Anschluss vorâ, sagte er, und er beeilte sich zu sagen, dass es solche KĂŒhlschrĂ€nke natĂŒrlich schon lĂ€ngst gibt. Sie werden von Firmen wie LG oder Samsung in Korea seit Jahren gebaut, und sie verfĂŒgen ĂŒber einen kleinen eingebauten Computer, einen Webserver und einen Scanner, mit dem sie die Barcodes an den Lebensmittelpackungen lesen können, um beispielsweise festzustellen, ob die Milch schon sauer ist. Der Besitzer kann seinen KĂŒhlschrank programmieren und ihm sagen, was er alles gerne vorfinden möchte, wenn er abends heimkommt. Der KĂŒhlschrank kann die gewĂŒnschten Dinge per Internet beim Supermarkt um die Ecke bestellen. Und in LĂ€ndern, in denen die Servicekultur etwas ausgeprĂ€gter ist als hier bei uns, da werden die Waren ins Haus geliefert und sogar, wenn das gewĂŒnscht wird, in den KĂŒhlschrank gerĂ€umt.
So weit, so gut. Das ist keine Science-Fiction, sondern lĂ€ngst RealitĂ€t, auch wenn die Wenigsten unter den geneigten Lesern vermutlich schon einen solchen KĂŒhlschrank in der KĂŒche stehen haben. Aber was wĂ€re, fragte Cerf, wenn es eine Personenwaage mit Internet-Anschluss gĂ€be. Vorstellbar wĂ€re so was ja: Krankhaft ĂŒbergewichtige Menschen könnten sich morgens draufstellen, und die Waage wĂŒrde das Gewicht an den behandelnden Arzt ĂŒbermitteln, der daraufhin die Medikamentierung entsprechend einstellen oder den Patienten in die Praxis bestellen könnte.
Was aber, wenn der Internet-KĂŒhlschrank auf einmal anfangen wĂŒrde, mit der Internet-Waage zu kommunizieren? Was kĂ€me dabei heraus? Schwer zu sagen. Vielleicht fĂ€nde der Besitzer abends lauter DiĂ€tkost im KĂŒhlschrank vor, oder vielleicht lieĂe sich die KĂŒhlschranktĂŒr eine Zeit lang nicht mehr öffnen, weil die beiden das so beschlossen haben. Sicher ist nur: Es wĂ€re nicht mehr alles so wie frĂŒher. âUnd warum?â, fragte Cerf und lĂ€chelte triumphierend. âWeil die Vernetzung automatisch immer auch VerĂ€nderung bedeutet. Egal was Sie vernetzen oder wie Sie das tun. Es kommt am Ende etwas anderes heraus, etwas Unvorhergesehenes, etwas Ăberraschendes!â
Wenn man bedenkt, dass wir seit mehr als 20 Jahren dabei sind, die Wirtschaft zu vernetzen, darf es eigentlich niemanden ĂŒberrasehen, wenn dadurch stĂ€ndig massive VerĂ€nderungen in den Unternehmen, in den Behörden, in den Schulen und Wohnzimmern der Welt ausgelöst werden. Und dennoch schĂŒtteln wir manchmal kollektiv den Kopf und fragen uns: âWie konnte das nur passieren?â
Der Netzwerkeffekt â und die Folgen
Die Antwort lautet: Digitalisierung und Vernetzung. Beide hĂ€ngen eng miteinander zusammen, beide ergĂ€nzen und verstĂ€rken sich gegenseitig, beide tragen ein hohes VerĂ€nderungspotenzial in sich. Es ist wie bei Goethes Zauberlehrling, der die Geister, die er rief, nicht mehr loswurde: Es gibt, wenn die Vernetzung erst einmal eine kritische Masse erreicht hat, kein ZurĂŒck mehr.
Seit etwa 20 Jahren ist die technische Vernetzung gelebte Wirklichkeit in Unternehmen und Behörden, in Schulen und KrankenhĂ€usern und vor allem in den Wohnzimmern und sogar in den Schlafzimmern von Millionen von Menschen. Diese Vernetzung hat die Welt bereits so sehr verĂ€ndert wie kaum eine andere Technik zuvor, und dabei stehen wir eigentlich erst am Anfang. Bis zum Jahr 2020 â und weiter wollen wir als fehlbare Menschen in diesem Buch lieber nicht blicken â ist noch mit viel gravierenderen VerĂ€nderungen zu rechnen. Aber es liegt im Wesen dieser durch Vernetzung ausgelösten VerĂ€nderungen, dass keiner ganz genau sagen kann, wann und wo sie stattfinden werden. Woraus wir die erste und wichtigste Regel fĂŒr Entscheider im Unternehmen 2020 ableiten können: Seien Sie auf der Hut vor VerĂ€nderung! Und haben Sie sie erkannt, dann reagieren Sie schnell â wenn möglich schneller als die Konkurrenz.
Es liegt nĂ€mlich leider auch im Wesen der Vernetzung, dass sich das Tempo der durch sie ausgelösten VerĂ€nderungen stĂ€ndig beschleunigt. Schuld daran ist der sogenannte âNetzwerkeffektâ. Er besagt, dass der Nutzen an einem Netzwerk fĂŒr den Einzelnen wĂ€chst, wenn dessen Nutzerzahl gröĂer wird. Der Erste, der diesen Effekt beschrieben hat, war Theodore Vail, der seit 1878 die von Alexander Graham Bell, dem Erfinder des Telefons, gegrĂŒndete American Bell Telephone Company leitete. Ihm gelang es 1919, die US-Regierung davon zu ĂŒberzeugen, dass es sinnlos wĂ€re, mehrere konkurrierende Telefonsysteme im Land zuzulassen, weil dadurch der Nutzen fĂŒr die Teilnehmer und folglich auch das Interesse der Kapitalanleger gering wĂ€ren, in ein solches fĂŒr das Land so wichtige System zu investieren. Vail nannte sein Konzept âone system, one policy, universal serviceâ, und er hat damit eines der gröĂten Monopole der Wirtschaftsgeschichte geschaffen, die American Telephone & Telegraph Company, AT&T. Auch nach der Zerschlagung durch die Kartellbehörde im Jahr 1982 ist AT&T immer noch eine der gröĂten Telekomfirmen der Welt.
Wissenschaftlich formuliert wurde der Netzwerkeffekt Anfang der 80er durch den Kalifornier John Metcalfe, dem Chef der Firma Ethernet. Er ging als âMetcalfeâs Lawâ in die Technikgeschichte ein, hat aber weit darĂŒber hinaus GĂŒltigkeit und Bedeutung. In seiner Kurzform lautet das Gesetz: Der Nutzen eines Netzwerks steigt im Quadrat zur angeschlossenen Teilnehmerzahl.
Das Gesetz ist universell, es gilt aber insbesondere fĂŒr Unternehmen, in denen die seit Jahren fortschreitende, oft ziemlich willkĂŒrliche und vor allem nach wie vor lĂŒckenhafte Vernetzung zwar einerseits schon spĂŒrbaren Nutzen gestiftet hat, andererseits aber zu einer verwirrenden KomplexitĂ€t von GeschĂ€ftsprozessen und Beziehungen, zum Beispiel zwischen Anbieter und Kunden, gefĂŒhrt hat. Wenn heute mancherorts von der âvollstĂ€ndigen Vernetzung der Wirtschaftâ gesprochen wird, so bleibt das bis heute leider noch ein ziemlich leeres Versprechen, oder, wie die Angelsachsen sagen wĂŒrden, âwork in progressâ â wir arbeiten noch daranâŠ
Das Zeitalter der digitalen Transformation
VerĂ€nderung, die auf DigitalitĂ€t und Vernetzung basiert, wird von Fachleuten inzwischen hĂ€ufig als digitale Transformation bezeichnet. Je nachdem, welche Definition des Begriffs Sie heute hören, werden Ihnen auch verschiedene StoĂrichtungen und verschiedene Endziele dieser Entwicklung begegnen. Dem einen geht es um Verbesserung der Prozesseffizienz, dem anderen um die Senkung von Prozesskosten, der Dritte sieht darin die UnterstĂŒtzung wertschöpfender UnternehmensaktivitĂ€ten, wieder ein anderer eher die elektronische Abstimmung und Steuerung von GeschĂ€ftsaktivitĂ€ten oder die Weiterentwicklung vorhandener Einzellösungen fĂŒr Unternehmen durch konsequente Vernetzung.
Die Wirtschaftsberater von McKinsey haben digitale Transformation als ein komplexes, individuelles System zur Schaffung von Transparenz bezeichnet, das die unternehmensspezifischen SchwĂ€chen beseitigen beziehungsweise ihre StĂ€rken unterstĂŒtzen soll, um sie effektiver nutzbar zu machen.
DigitalitĂ€t und Vernetzung sind wie gesagt die zwei treibenden KrĂ€fte beim aktuellen Wandel in der Unternehmenswelt. Nur ist nicht immer sofort offensichtlich, wo sie stattfinden und wie groĂ ihre Tragweite sein wird. Die groĂe Herausforderung an Manager in einer digitalisierten Wirtschaft wird darin bestehen, die VerĂ€nderung fĂŒr das Unternehmen, fĂŒr sein GeschĂ€ftsmodell und fĂŒr sie persönlich zu erkennen und darauf zu reagieren. Wer das am besten und am schnellsten kann, wird zu den Gewinnern zĂ€hlen. Die Langsamen werden unter die RĂ€der kommen.
Es gibt heute kein Unternehmen, das nicht in irgendeiner Form schon von der digitalen Transformation erfasst worden ist. Es gibt kaum einen BĂ€ckermeister in Deutschland, der nicht zumindest einen Internet-Anschluss hat. Ăber 80 Prozent der mittelstĂ€ndischen Unternehmen sind inzwischen online. Bald werden es alle sein.
GroĂunternehmen insbesondere haben viel Geld in âInsellösungenâ gesteckt â in einen teureren Webauftritt, zum Beispiel, in einen Online-Shop, ins Intranet, in Customer Relationship Management, in E-Procurement oder Demand Chain Management. Die meisten dieser Lösungen sind dezentral entstanden, oft aufgrund von Eigeninitiative einzelner Abteilungen oder Fachbereiche. Nun stehen Unternehmen hĂ€ufig vor der schweren Aufgabe, diese Inseln miteinander verbinden zu mĂŒssen, damit sie sich endlich rentieren. Hier wird digitale Transformation zu voll vernetzten Systemen fĂŒhren, bei denen bereits bestehende Lösungen mit den neuen verzahnt sind, um das Versprechen, das sich aus der DigitalitĂ€t der Vernetzung ergibt, tatsĂ€chlich einlösen zu können.
Es geht darum, die Voraussetzungen zu schaffen, damit Information und Wissen im Unternehmen auch wirklich benutzt werden können. Unsere Systeme sind zwar teilweise schon digital, aber nicht ausreichend vernetzt. Wir können nicht wirklich auf diese Informationen, die heute einen wichtigen Teil unseres Firmenvermögens darstellen, in dem Augenblick zugreifen, wo wir sie eigentlich benötigen, weil immer irgendwo ein Schnittstellenproblem oder ein KompatibilitĂ€tsproblem besteht. So kommt es immer wieder zu MedienbrĂŒchen und Blockaden, die Zeit, Geld und Ărger kosten. Die digitalen ZahnrĂ€der greifen nicht ineinander, irgendwo klemmen immer ein paar Bits und Bytes.
E-Enabling: Startschuss zur totalen Vernetzung
Der erste Schritt auf dem Weg zur notwendigen digitalen Transformation der Unternehmen heiĂt âE-Enablingâ, also das Unternehmen fit zu machen fĂŒr die digitale Zukunft. Das ist heute die gröĂte Aufgabe, vor der die Wirtschaft steht. Es beginnt damit, dass ProzessablĂ€ufe ĂŒberhaupt digitalisiert werden mĂŒssen. Das ist keine triviale Aufgabe, denn um ProzessablĂ€ufe zu digitalisieren, muss man nicht nur etwas von Computern und von Software verstehen, sondern etwas von Prozessen. Gleichzeitig muss man seine Wertschöpfungsketten anzusehen und versuchen, durch EntbĂŒndelung und Neugestaltung, durch Outsourcing und Insourcing schlagkrĂ€ftiger zu werden. Das sind keine typischen IT-Aufgaben, sondern Aufgaben des Topmanagements. Digitale Transformation ist Chefsache.
Die drei Ziele von digitaler Transformation kann man heute relativ gut beschreiben: Prozessoptimierung, Konzentration auf Kernkompetenzen und fokussiertes Wachstum. Bei Ersterem steht die operative Verbesserung im Mittelpunkt. Hier geht es um webbasierte Anwendungen, die sich modular erweitern lassen, die nach den BedĂŒrfnissen und Erkenntnissen des Unternehmens wachsen können. So lassen sich schnell operative Verbesserungen und weitgehende Transparenz schaffen. Das gilt auch bei kleineren Firmen, die bisher nicht in der Lage waren, die Möglichkeiten von EDI (Electronic Data Interchange â Austausch von strukturierten Daten zwischen GeschĂ€ftspartnern) etwa zur Anbindung von Lieferanten, Kunden oder Vertriebspartnern zu nutzen, weil es fĂŒr sie nicht wirtschaftlich gewesen wĂ€re. Damit sind sie in der Lage, ihre Prozesskosten teilweise dramatisch zu senken, etwa durch ein webgestĂŒtztes Beschaffungswesen, aber auch durch flexible, situationsgerechte Anpassung der Prozesse.
Das zweite Element, die Konzentration auf die Kernkompetenzen, ist spĂ€testens seit der Veröffentlichung von âBack To The Coreâ durch Autoren der US-Unternehmungsberatung Bain & Company ein zentrales Thema in der Wirtschaft. Es wird zunehmend offensichtlich, dass wir uns in der Hochphase des Goldrauschs hĂ€ufig verzettelt haben. Unternehmen wollten Wachstum um jeden Preis und in jeder Richtung, und irgendwie ging es ja auch lange gut: Man konnte als Manager ja fast keine Fehler machen. Man eröffnete nur irgendwo etwas Neues, und dann boomte es auch schon. Heute stellen wir plötzlich fest, dass wir uns hĂ€ufig ĂŒbernommen haben und uns mit Dingen belasten, die gar nicht zu unserer Kernkompetenz gehören. Diese unrentablen NebenkriegsschauplĂ€tze wirken sich aber belastend auf das Unternehmensergebnis aus. Deswegen wird alles wieder dichtgemacht, womit wir aber natĂŒrlich auch Chancen vergeben, nĂ€mlich zur Neukonfiguration von Wertschöpfungsketten. Digitale Transformation bietet hier die Möglichkeit, durch effizientes und einfaches In- oder Outsourcing die Chancen auf fokussiertes Wachstum z...
Table of contents
Ăber das Buch
Danksagung
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
KAPITEL 1: Die vernetzte Wirtschaft
KAPITEL 2: Das Unternehmen von morgen
KAPITEL 3: Wie â und wo â wir 2020 arbeiten
KAPITEL 4: Unternehmen im Wandel
KAPITEL 5: Der neue Kunde
KAPITEL 6: E-Marketing: Neue Töne aus dem Netz
KAPITEL 7: Die neue Rolle der IT im vernetzten Unternehmen
KAPITEL 8: Vertrauen gegen Kontrolle
KAPITEL 9: MitarbeiterfĂŒhrung 2020
Nachwort: Schirrmachers Kopf, oder warum das Internet an allem schuld ist
Index
Impressum
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