Wie der Osterhase das Grün der Hoffnung findet
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Wie der Osterhase das Grün der Hoffnung findet

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Wie der Osterhase das Grün der Hoffnung findet

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Die Hasen im Hasenland haben es gut: Frische, grüne Kräuter in Hülle und Fülle, tolle Versetcke, und immer ein schattiges Plätzchen zum Ausruhen. Anders in der Osterzeit: viel Trubel, nie Ruhe, jede Pfote wird gebraucht. Der Osterhase hat zwar im Prinzip alles im Griff, doch gibt es manchmal unerwartet Schwierigkeiten: Erst streiken die Chemiearbeiter, so dass die bunten Farben für das Eierfärben fehlen. Anschließend überschwemmt ein übermütiges Bächlein die Hasen-Produktionswerkstätten und kurz vor Ostern bedeckt eine dicke, weiße Schneedecke die grünen, blühenden Wiesen. Der Osterhase lässt verzweifelt die Löffel hängen, da ist "Guter Rat teuer" und "Das Gelbe vom Ei" nicht zu finden.Noch dazu nimmt die Osterhäsin vor dem ganzen Trubel Reißaus (sie ist zuständig für die kaufmännische Abwicklung) und flieht für ein paar Tage nach Afrika. Ob am Ende noch alles gut geht?Die Autorin schrieb die Geschichten erstmals 2012 für ihre Enkelin.

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Information

Year
2021
Print ISBN
9783752899702
Edition
1
eBook ISBN
9783753429939
Subtopic
Poetry
Hasenohren
Das Hasenland ist ein ausgesprochen sonniges Land, und alle Hasen, die darin leben dürfen, wollen niemals daraus fortgehen. Fast immer ist der Himmel blau und klar, höchstens ein weißes Wölkchen hängt verträumt daran, ohne die Sonne zu hindern, ihre warmen, goldenen Strahlen zur Erde zu schicken.
Im Frühling hat das Hasenland seine Pforten weit geöffnet, um alle Gasthasen aus den benachbarten Wäldern hereinzulassen, die bei der Produktion der Ostergeschenke helfen wollten. Zu dieser Zeit zeigt sich das Hasenland besonders schön. Schneeglöckchen und Traubenhyazinthen blühen, und das duftende Veilchen streckt sein blaues Antlitz der Sonne entgegen. Die Bienen summen und haben ihre kleinen Beinchen voll gelbem Blütenstaub gepackt. Die dicken Hummeln summen und brummen mit den Bienen um die Wette. Vergnügt schlagen die Hasenkinder Purzelbäume, naschen hier und dort ein wenig von jungen Pflanzen und spielen Fangen hinter den dichten Büschen.
In diesem wunderbaren Land lebte der Hase Schnurz. Er war jung und unbeschwert, voller Tatendrang, und jeder im Hasenland erkannte ihn schon an seinem fröhlichen Lachen. Außerdem hatte er besonders wohlgestaltete Ohren, lang, schlank und von einem zarten Hellbraun. Wenn sie irgendwo aus dem hohen Gras lugten, wusste jeder sofort, dass hier Schnurz unterwegs war.
Der Osterhase hatte in dieser Zeit sehr viel zu tun. Es gab eine Menge zu bedenken und einzuplanen, dass er oft gar nicht mehr wusste, wo ihm der Kopf stand. So musste er wohl oder übel auch wichtige Aufgaben delegieren. Der eine Hase sollte sich um die Beschaffung der Eier kümmern, der andere Hase um den Einkauf von Ostergras.
Schnurz hatte eigentlich gar keine Lust, irgendetwas zu tun. Aber in der Osterzeit wurde jede Pfote gebraucht. Deshalb beauftragte ihn der Osterhase, in die umliegenden Dörfer zu hüpfen, um dort genau auszukundschaften, welche Wünsche die Kinder in diesem Jahr zu Ostern hatten.
An einem strahlenden Frühlingsmorgen machte sich Schnurz auf den Weg. Er durchquerte den Wald, lief über eine sonnige Wiese, dann den Bach entlang. Endlich erreichte er die Straße, die schnurstracks in das Dorf führte. Schon von Weitem sah er den Kirchturm weiß leuchten.
Als Schnurz die ersten Häuser erreicht hatte, musste er sich in acht nehmen, dass er nicht gesehen wurde. Erblickten ihn Kinder, erscholl sofort ein Geschrei nach Ostereiern, oder die Kinder rannten hinter ihm her. Er versteckte sich bei einem Johannisbeerbusch. Allerdings musste er aufpassen, dass ihn seine langen Ohren nicht verrieten.
In diesem Moment verließen einige Kinder das Haus. Sie rannten sichtlich vergnügt in den Garten, um dort zu spielen. Plötzlich blieb ein Junge stehen und rief einem Mädchen zu: „Sag mal, wo sind meine Hasenohren, hast du sie vielleicht aufgegessen?“
Schnurz erschrak bei diesen Worten so sehr, dass er die Antwort gar nicht hörte. Beinahe wäre ihm das Herz stehen geblieben. Momentan konnte er sich kaum mehr bewegen. Wie angewurzelt hockte er am Boden. Es wurde ihm schwarz vor den Augen. Aßen die Kinder etwa Hasenohren? Wie schrecklich! Unglaublich!
War das der Dank für all die Mühe der Hasen, die den Kindern zu Ostern die Nester füllten, mit bemalten Eiern und sonstigen Überraschungen? Er musste sofort nach Hause und diese Horrorgeschichte erzählen.
Als Schnurz sich etwas von seinem Schreck erholt hatte, schlich er heim, nicht länger fröhlich und unbeschwert, sondern voll Angst und Entsetzen. Jedem Hasen, den er traf, schaute er sofort auf die Ohren, ob sie sich wirklich noch auf seinem Kopf befanden.
Der Osterhase war sichtlich irritiert, als Schnurz ihm sein Erlebnis erzählte. Sollte er die Osteraktion abblasen? Wenn diese Geschichte wirklich stimmte, blieb ihm keine andere Wahl. Denn ohne Ohren sollte keiner seiner Hasen herumlaufen.
Nach längerem Überlegen kam er zu dem Schluss, dass ja noch gar nichts bewiesen sei und vorläufig alles beim Alten bleiben sollte. Er gebot Schnurz, er solle kein Sterbenswörtchen
über die grauenvolle Geschichte verlauten lassen.
Schnurz fiel das Schweigen sehr schwer. Zitternd hoppelte er hinter eine junge Birke. Das Hüpfen war ihm vergangen. Je länger er dort saß, umso mehr kroch wieder die Angst in ihm hoch. Und mit keinem Hasen durfte er die Sache besprechen. Es war nicht auszuhalten. Immer wieder fasste er sich an seine langen, wohlgeformten Ohren, um sich zu überzeugen, dass sie noch an der richtigen Stelle saßen.
Der Osterhase indessen wollte so schnell wie möglich die Angelegenheit geklärt haben. Er nahm sein IPhone in die Pfote und wählte die Nummer der Hasen-SOKO. Diese nahm sofort ihre Ermittlungen auf. Als Chef im Hasenland ließ der Osterhase auch seine Verbindungen mit der Menschenwelt spielen. Das erleichterte der SOKO die Arbeit, sie musste nicht lange recherchieren bis sich alles aufgeklärt hatte. Lachend übermittelten die Kriminalisten dem Osterhasen ihr Ergebnis:
„Was die Menschen essen, sind keine echten Hasenohren, sondern in Butterschmalz gebackene Nudeln, die lediglich den Namen „Hasenohren“ tragen, weil sie so ähnlich aussehen.“- Eine schnelle Lösung dieses Kriminalfalls.
Dem Osterhasen fielen Steine vom Herzen. Er legte sein IPhone beiseite und bedankte sich sehr bei der Hasenpolizei. Anschließend rief er Schnurz, der immer noch zitternd hinter der jungen Birke saß. Wie froh war Schnurz bei dieser Nachricht. Er hüpfte und tanzte und warf seine langen Ohren von hinten nach vorn und von vorne nach hinten.
Obwohl der Osterhase wirklich sehr viel zu tun hatte, ließ es ihm keine Ruhe, bis er das Rezept für die „Hasenohren“ besorgt und sein Koch ihm diese Köstlichkeit zubereitet hatte. Die in Butterschmalz gebackenen „Hasenohren“ schmeckten ihm wirklich vorzüglich.
Schnurz durfte natürlich auch probieren.
Seitdem gibt es jedes Jahr zum Ostersonntag, wenn der ganze Osterstress vorbei ist, gebackene „Hasenohren“ im Hasenland. Dazu serviert der Koch frische Kräuter und „Hasentrunk“.
Vom „Hasentrunk“ gibt es leider kein Rezept.
Köstliche Hasenohren
(„Hasenöhrl“)
Gibt es erst, wenn alle Nester gefüllt sind!!!
500g Mehl
Prise Backpulver
Prise Salz
abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
vermengen
50g Butter in Pfanne leicht bräunen,
abkühlen lassen
zugeben
50 ml kaltes Wasser
1 Ei
6 Essl. saure Sahne
zugeben
  • Glatten Teig herstellen (Rührgerät).
  • In Folie packen. Im Kühlschrank 15 Minuten. ruhen lassen.
  • Teig in 20 Stücke teilen.
  • Messerdick ausrollen.
  • Mit Teigrad zuschneiden.
  • Ausbacken in Butterschmalz
  • (goldbraun, ca. 4 Minuten)
  • Servieren mit herzhaftem Salat oder Sauerkraut
ODER
Süß mit Zimt und Zucker
Die Eierfarben
Den Osterhasen quälten Sorgen. Große Sorgen. Ostern stand kurz bevor, und er hatte Schwierigkeiten mit der Produktion.
Nicht, was die Eier betraf. Hier hatte er längst die Initiative ergriffen und sich einen eigenen Hühnerstall zugelegt. Denn dass Hasen Eier legen, ist ja nur ein Märchen. Seine Hennen legten die Eier in makellosem Weiß. Außerdem rochen diese Eier nicht nach Fischmehl, sondern nach würzigen Kräutern. Nein, daraus ergaben sich die Schwierigkeiten nicht.
Aber seit Jahren schon bestanden Engpässe bei den Eierfarben: er bekam nicht genügend Nachschub. Und heuer streikten zusätzlich die Chemiearbeiter. So sehr sich der Osterhase auch bemühte, welche Argumente er zugunsten der Kin...

Table of contents

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Frühlingsfrische
  3. Vom Schneeglöckchen, das nicht schlafen wollte
  4. Das Bächlein
  5. Hasenohren
  6. Die Eierfarben
  7. Sechs extra zarte Lammkoteletts
  8. Das Grün der Hoffnung
  9. Schnee-Chaos
  10. Der stolze Gockel Kasimir
  11. Zerline und Ferdinand
  12. Das Gerücht
  13. Die Osterhäsin nimmt eine Auszeit
  14. Der Osterhase, gibt`s den? (Eine wahre Geschichte)
  15. Frohe Ostern
  16. Über die Autorin
  17. Impressum

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