Nachdem ich zum Abschluss meines Geschichtestudiums an der Karl Franzens Universität Graz bei Univ. Prof. Dr. Reinhard Härtel meine Dissertation Gründungslegenden der bis zum Jahre 1200 gestifteten Klöster und Abteien Österreichs geschrieben hatte, wurde eine erste Auflage davon durch Dr. Norbert Kernbichler gedruckt.Nun ist es aufgrund vielfacher Nachfrage an der Zeit eine Neuauflage bzw. einen Aspekt daraus gesondert zu veröffentlichen.Ich habe mich hierbei für die Weisenden Tiere in den Gründungslegenden entschieden, da diese besonders häufig auftreten. Nun ist hierbei zu beachten, dass ein Tier auch eine eigene Symbolik besitzt, die in den früheren Jahrhunderten erheblich variieren konnte. Somit ergibt sich ein buntes Mosaik, welches im Laufe von mehreren Jahrhunderten ein farbenfrohes Bild über die Gründung der Klöster präsentiert. Manchmal ist man verleitet zu schmunzeln oder das Dargestellte als völligen Humbug abzutun. Hierbei sollte man die Mentalität vergangener Zeiten jedoch nicht völlig außer Acht lassen.

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Weisende Tiere in Gründungslegenden Österreichischer Klöster
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Weisende Tiere in Gründungslegenden Österreichischer Klöster
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Information
Vorstellung der Weisenden Tieren
in Gründungslegenden Österreichischer Klöster
Im Folgenden werden jene Klöster Österreichs vorgestellt, die in ihren Klostergründungslegenden Motive um Weisende Tiere, die bei der Entstehung eine wesentliche Rolle spielen, aufweisen. Daneben wird auch auf die kulturelle und intellektuelle Situation zur Zeit der Entstehung der jeweiligen Gründungslegende eingegangen.
Augustinerchorherrenstift St. Florian bei Linz:
Gegründet um das Jahr 800 wird das Augustinerchorherrenstift St. Florian bei Linz im Jahre 823 urkundlich als Niederlassung von Chorherren genannt. Patron ist der legendäre Heilige Florian von Lorch, dessen Heiligenlegende vom Ende des achten Jahrhunderts datiert.
Er wurde mit einem Mühlstein um den Hals um das Jahr 304 von der Ennsbrücke gestoßen und sein Leichnam wurde bis zur Auffindung durch eine fromme Matrone von einem Adler bemantelt, um diesen zu schützen. Der Adler, der sich über der Leiche in der Form eines Kreuzes niederließ, ist ein Symbol für Christus. Durch weisende Tiere, ein Paar ungelernter Ochsen, die ein Gespann an den Ort der nachmaligen Stiftung des Chorherrenstiftes, ziehen sollen.
Der Adler als König der Lüfte (sein Äquivalent an Land ist der Löwe als König der Landtiere) besticht bei der Bewachung des teuren Leichnams besonders. Die ungelernten Ochsen fanden den gottgefälligen Bauplatz für das Klosters aufgrund ihrer animalischen Wildheit und ihrer Unbekümmertheit.
Die Handschrift, welche das Martyrium des Heiligen Florian enthält, wurde um das Jahr 820 in einem Brüsseler Skriptorium vollendet. In der Zeit zwischen 1250 und 1350 wirkten im Skriptorium von St. Florian eine Gruppe hervorragender Illustratoren, welche auch für die Klöster von Kremsmünster, Wilhering und St. Nikola bei Passau anfertigten.
Benediktinerinnenabtei St. Georgen am Längsee nahe St. Veit an der Glan:
Das von Kaiser Joseph II. im Jahre 1783 aufgehobene Benediktinerinnenstift St. Georgen am Längsee wurde um das Jahr 1000 von Gräfin Wichburg von Sonnenburg gestiftet. Eine Gründungslegende, welche im Wortlaut jedoch nirgends aufzufinden war, berichtet von einem einst im Längsee hausenden Drachen; nach dessen Tötung durch den Heiligen Georg, wurde am Seeufer durch Gräfin Wichburg das gleichnamige Benediktinerinnenstift errichtet.
Der Drache erscheint hierbei als Symbol für die Gefahren des Wassers und als Untier, welches die Menschen am Längsee bedroht hat. Ob ein eigenes Skriptorium in der Kärntner Benediktinerinnenabtei am Längsee überhaupt je existiert hat, darf zu Recht bezweifelt werden. Die bei der Aufhebung im Jahre 1783 im Stift aufgefundenen Bücher, ca. 600 Stück, beinhalteten zumeist die Themen Mystik und Askese und befinden sich heute in der Kärntner Landesbibliothek in Klagenfurt.
Benediktinerabtei St. Georgenberg – Fiecht bei Vomp:
Die Anfänge des Benediktinerklosters St. Georgenberg bei Vomp im Inntal bildete die Einsiedelei des Eremiten Rathold III. von Aibling, der um das Jahr 950 verstarb. Diese Eremitage wurde im Jahre 1130 durch Bischof Reginbert von Brixen in eine Benediktinerabtei umgewandelt.
Die Gründungslegende zur Abtei von St. Georgenberg datiert aus der Amtszeit des humanistisch gebildeten Abtes Kaspar II. Augsburger, der von 1469 bis 1491 dem Kloster als Leiter vorstand. Die Legende berichtet über einen Adligen aus dem Geschlecht derer von Aibling (der Name Rathold wird gar nicht explizit genannt), der sich in die Einsamkeit zurückzog, um ein gottgefälliges Leben zu führen. Sein Bruder und dessen Freunde bauten ihm eine kleine Einsiedelei, indes gingen die Arbeiten nur schleppend und langsam voran. Zudem verletzten sich die Arbeiter häufig.
Da trug sich Folgendes zu: Es kamen zwei weiße Tauben und trugen zwei abgeschlagene Späne, die sie mit ihren Schnäbeln aneinander hielten wie ein Dach und setzten diese an die Stelle, wo die nachmalige Abtei von St. Georgenberg nach Gottes Willen erbaut werden sollte. Die weiße Taube gilt als Symbol der Unschuld und zudem als Mittler von göttlicher Weisheit (beim Heiligen Papst Gregor den Großen oder der Heiligen Scholastika).
Die Gründungslegende von St. Georgenberg wurde offenbar direkt vom aus Freiburg im Breisgau nach Tirol berufe...
Table of contents
- Vorwort
- Inhaltsverzeichnis
- Die Stiftung eines Klosters Gründung und Erinnerung
- Zu Historiographie und Geschichtsschreibung etwas Anders als heute üblich
- Vorstellung der Weisenden Tieren in Gründungslegenden Österreichischer Klöster
- Weisende Tiere in Gründungslegenden von Klöstern in Österreichs Nachbarländern St. Gallen – Schweiz
- Zusammenfassung
- Bildteil
- Literaturquellen
- Bilder
- Weitere Bücher von Marcus E. Levski und Dr. Peter Kneissl
- Impressum
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