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Selbstbewusst MANN sein in einer modernen Gesellschaft, 2. Auflage

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Selbstbewusst MANN sein in einer modernen Gesellschaft, 2. Auflage

About this book

Da bin ich nun 59 Jahre Mann und habe irgendwie nicht gemerkt, dass das mit dem Zusammenleben zwischen den Geschlechtern nicht so einfach lĂ€uft. Ich habe immer etwas geahnt. Naja, so etwas, wie es jeder kennt und was sich unecht anfĂŒhlt: Geschlechterprozesse drohen sich allmĂ€hlich ins Gegenteil zu verkehren!Überall wird die Frauenkarte gespielt. PolitikerInnen können auf die Frauen als WĂ€hlerinnen nicht verzichten und mimen die heimlichen oder auch offenen FeministInnen! Und die Folge?Jungen und MĂ€nner fallen gesellschaftlich zurĂŒck, treten in die zweite Reihe und degenerieren zum höflichen TĂŒraufhalter......aber wie wichtig wĂ€re es - außer einem starken Frauenbild - auch ein starkes MĂ€nnerbild zu propagieren. Daher ist gleichzeitig in den aufgeklĂ€rten, westlichen Gesellschaften auch kein konsistentes und tragfĂ€higes Frauenbild jenseits von Quoten entstanden, weil es eben nicht im Spiegel eines ebenso gleichberechtigten MĂ€nnerbildes entwickelt wurde, sondern nur durch dessen einseitigen RĂŒckbau und Auflösung, weil nun alles MĂ€nnliche vermeintlich als traditionell, archaisch und toxisch gilt......auch fĂŒr die mĂ€nnlichen Migranten aus anderen Kulturkreisen ist dieses MĂ€nnerbild so nicht anschlussfĂ€hig und Alternative! NatĂŒrlich will ich Leser und Leserin am Ende nicht zurĂŒcklassen, ohne dass ich meine Vorstellung von einem tragfĂ€higen MĂ€nnerbild darlege. Wer kritisiert sollte auch Visionen haben und Problemlösungen darlegen können!Es geht nicht ohne den Respekt zwischen MĂ€nnern und Frauen!

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Information

Year
2021
Print ISBN
9783752620337
Edition
1
eBook ISBN
9783753483900

Ein Beitrag zur Genderforschung?

1. Ein Beitrag zur Genderforschung?
„Man kommt nicht als Frau auf die Welt, man wird es.“2
Simone de Beauvoir
Wenn man ein Buch ĂŒber die Rolle von MANN in der modernen Gesellschaft plant, lĂ€uft man Gefahr vereinnahmt oder verurteilt zu werden. Man spĂŒrt bei Diskussionen schnell den Druck, sich fĂŒr »Gender-Mainstreaming« oder dessen Kritiker positionieren zu sollen. Deswegen habe ich mich, als das Buch schon fast fertig war, dazu entschlossen, dieses kurze Kapitel vorauszusetzen und meine eigene Position zu beschreiben! Dabei fiel mir auf, dass es schwierig ist, einen Mittelweg, eine ausgleichende Linie, zu beschreiten. Die KĂ€mpfe um die Deutungshoheit in diesem Bereich werden erbittert gefĂŒhrt und an den Fronten wird nicht einmal mehr ĂŒber die SchĂŒtzengrĂ€ben hinaus geschaut. So erscheinen »Gender-Mainstreaming« und Genderforschung genauso emotional-ideologisch geprĂ€gt wie seine Kritiker. Auf beiden Seiten entstehen dogmatische GedankengebĂ€ude, die offensichtlich die RealitĂ€t des gesellschaftlichen Zusammenlebens der Geschlechter nicht mehr treffen oder abbilden können.
So will ich mich zu Beginn nach zwei Seiten absichern. Wenn ich die Situation von MANNsein in den modernen und aufgeklĂ€rten, westlichen Gesellschaften durchdenken will, möchte ich mich sowohl von den derzeit querschnittmĂ€ĂŸig und multidisziplinĂ€r betriebenen »Gender-Studies«, als auch von deren Kritikern abgrenzen. Auffallend ist, dass »Gender-Mainstreaming« heute ein Begriff ist, der in vieler Munde zu Tode gekaut wird und dass »Gender-Studies« in allen Disziplinen Einzug halten. Beide Seiten mĂŒssten viel selbstkritischer an Ihren Grundlagen arbeiten! So möchte ich nicht zu Beginn schon im »friendly fire« oder »enemy fire« umkommen.
Betrachte ich »Gender-Mainstreaming« und die »Gender-Studies«, beobachte ich, dass viele Menschen mittlerweile allergisch auf dieses allgegenwĂ€rtige Dauerthema reagieren. Das betrifft auch junge Menschen – und mich auch.
Keine Ahnung ob es damit zusammenhÀngt, dass wir hier in Europa schon so viele SelbstverstÀndlichkeiten im Zusammenleben der Geschlechter erreicht haben

Und wir mĂŒssen uns die kritische Frage stellen, ob das mantrahafte Wiederkauen eines von den gesellschaftlichen Vordenkern – nicht ganz zu Unrecht – fĂŒr wichtig erachteten Themas nicht doch zu einer ÜberdrĂŒssigkeit fĂŒhren kann? 
und vielleicht auch zu einer gefĂ€hrlichen Gegenreaktion?!
Die – von mir nicht im geringsten angezweifelte – notwendige Erinnerungskultur zu den GrĂ€ueltaten der Nationalsozialisten und der berechtigt geforderte Scham der deutschen Folgegenerationen angesichts des Holocausts konnte das Erstarken rechts-nationaler und radikaler Parteien und Bewegungen in jĂŒngerer Zeit nicht verhindern
 Hat sie dies vielleicht sogar begĂŒnstigt und herausgefordert? WarÂŽs eine Überdosis?
Vielleicht sollte man sich – im Hinblick auf die Geschlechtergerechtigkeit – auch einmal mit dem Erreichten zufrieden geben und die Errungenschaften in eine Welt exportieren, die es natĂŒrlich bitter gebrauchen könnte. DĂŒrfen wir – besonders in Deutschland – nicht auch stolz auf unsere Lebenskultur sein?
Trotzdem: »Gender-Mainstreaming« ist „offizielles Politikziel in Berlin und den meisten anderen westlichen HauptstĂ€dten.“3 Kritiker sagen, dass die Akteure der »Gender-Studies« den Unterschied zwischen der politischen Forderung nach Gleichheit und den Inhalten der Wissenschaft verwischten.4 Es wird unterstellt, dass ihre Grundannahme sei, dass das Geschlecht „eine von der Biologie unabhĂ€ngige soziale Konstruktion“5 sei.
Geschlechterforschung wolle gesellschaftliche VerhÀltnisse und MissstÀnde mit dem Ziel kritisieren, Ungerechtigkeiten und Hierarchien zu verÀndern.6
Sie negierten vollkommen, dass gesellschaftlich etablierte Rollenzuschreibungen und Normen naturgegeben, gottgewollt oder evolutionsbiologisch begrĂŒndet sein könnten. Hiermit verfolge die akademische Genderforschung normative Ziele, die sie zur fundamentalistisch, feministischen Ideologie mache7.
Dabei sollten die »Gender-Studies« eine interdisziplinĂ€re Wissenschaft sein, die nach der Rolle der Geschlechter fĂŒr Kultur, Gesellschaft und Wissenschaften fragt.
„In den Gender Studies (
) wird Geschlecht als ein Mechanismus begriffen, ĂŒber den soziale Positionen, Arbeit, Macht, Ressourcen und Anerkennung different und hierarchisch zugewiesen werden.“8 (
) Sie beschĂ€ftigen „sich mit der gedanklichen Durchdringung und theoretischen Analyse der GeschlechterverhĂ€ltnisse in der Geschichte und Gegenwart sowie mit der Frage nach ihren wesentlichen Formen und BegrĂŒndungen; sie vermitteln Kenntnisse zur Geschichte und Theorie von Geschlecht und GeschlechterverhĂ€ltnissen.“9
„Angesichts einer Vielfalt unterschiedlicher Erfahrungen könne man nicht sagen, das alles komme ‚ganz genuin aus dem Körper, aus den Fortpflanzungsorganen‘. Zu Recht wollten sich weder Frauen und MĂ€nner darauf reduzieren lassen, ‚SchwanztrĂ€ger oder GebĂ€rmuttertrĂ€ger zu sein‘. Unsere organische Ausstattung sei zwar ein Teil unserer Erfahrung, aber immer eingebettet in ein kulturelles Umfeld und nicht dieser vorgĂ€ngig oder ‚außerhalb‘ dieser zu verstehen.“ 10
Ist beim Gesagten jedoch die alleinige GrundprĂ€misse, dass Geschlechterrollen nur erlernt und kulturell bedingt seien und wenn negiert wird, dass es biologische Unterschiede gebe, so halte ich das nicht fĂŒr akzeptabel. Eine moderne, ernst zu nehmende Genderforschung und Gleichstellungspolitik kann niemals davon ausgehen, „dass wir immaterielle Wesen sind, die sich gĂ€nzlich nach Gusto selbst konstruieren, oder dass es keine körperliche, biologische, materielle Grundlage fĂŒr die Menschen, so wie sie sind, “11 gebe.
Somit kann es fĂŒr die Genderforschung keine Berechtigung geben, Menschen und Kritikern, die behaupten, MĂ€nnlichkeit und Weiblichkeit seien auch genetisch, biologisch verankert, automatisch zu unterstellen, dass sie „die Frauen „zu ihrer angestammten Rolle im Bett und in der KĂŒche zwingen“12 wollten. Das wĂ€re dann tatsĂ€chlich feministische Ideologie! Denn man muss zur Kenntnis nehmen: „Alle erzieherischen Versuche, aus Jungen und MĂ€dchen geschlechtsneutrale Wesen zu machen, sind gescheitert. Gegen die Natur kommt nur an, wer sie akzeptiert.“13
Das Schicksal eines David Reimer14 sollte uns eine Lehre sein. „Man kann nicht sein, was man nicht ist.“ 15
Letztere Erkenntnis gilt umgekehrt natĂŒrlich auch fĂŒr Transgender. Sie zeigt aber auch, dass Menschen einem spezifischen Geschlecht zugehören wollen!
Vielleicht ist es eine zu akzeptierende Tatsache, dass die Unterscheidung zwischen MĂ€nnern und Frauen in unserer Gesellschaft eine gravierende Rolle spielt. In ihr aber eine „allmĂ€chtige Kategorie der Selbstdeutung in unserer Welt“16 erkennen zu wollen und daraus die hauptsĂ€chliche Notwendigkeit einer GesellschaftsverĂ€nderung abzuleiten, ist nicht nur ideologisch, sondern missachtet auch die immanente Sinnhaftigkeit, die eine solche Ordnung haben kann! Die Frage ist stattdessen:
Wie beleben und fĂŒllen wir diese nur bedingt verĂ€nderbare Ordnung mit egalitĂ€ren Inhalten in einer (post)modernen Gesellschaft?
Eine dogmatische, „aktive und planmĂ€ĂŸige Dekonstruktion der Geschlechtsrollen“17 erscheint mir – ehrlich gesagt – nicht nur keine Lösung, sondern auch unmöglich zu sein. Die GrundprĂ€misse fĂŒr einen neuen ‚egalitĂ€ren Inhalt‘ des Zusammenlebens ist die Akzeptanz der biologischen und soziologischen Verschiedenheit der Geschlechter bei gleichzeitiger Toleranz gegenĂŒber ihrer individuellen Rollenwahl und ihrer ungezwungenen Chancengleichheit in der Gesellschaft.
Wer Kinder erzogen hat, kann – trotz mancher BemĂŒhung zur geschlechtersensiblen PĂ€dagogik – davon berichten: Eben nicht nur der »kleine Unterschied« trennt MĂ€dchen und Jungen.
„Die klare Vorstellung von der Geschlechterdifferenz und der eigenen Zugehörigkeit ist offenbar eine gute Basis fĂŒr einen spĂ€teren freien Umgang mit Stereotypen. Man kann sich dann Interesse und sogar Fre...

Table of contents

  1. Über den Autor
  2. Motto
  3. Inhaltsverzeichnis
  4. Vorwort
  5. 1. Ein Beitrag zur Genderforschung?
  6. 2. Die Zweigeschlechtlichkeit der Welt und Frage nach dem MĂ€nnlichen
  7. 3. MANN im Schatten der Frau? – Grundriss einer Problemlage
  8. 4. Hemmnisse (selbst)bewussten MANNseins
  9. 5. „
nur noch kurz die Welt retten“ - Die ganzheitlichen Änderungen
  10. 6. Gebrauchsanweisung fĂŒr MĂ€nnlichkeit
.
  11. Literaturverzeichnis
  12. Impressum

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