Das Nibelungenlied
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Das Nibelungenlied

Eine Heldensage

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Das Nibelungenlied

Eine Heldensage

About this book

Die große Heldensage über den Helden Siegfried, der nach dem Bad in Drachenblut als unverwundbar galt. Über seine geliebte Krimhild, die burgundische Königstochter, über Hagen, den Mörder Siegfrieds und den versunkenen Nibelungenschatz. Das Epos ist das Werk eines unbekannten Dichters. Entstanden ist es vermutlich gegen Ende des 12. Jahrhunderts, Anfang des 13. Jahrhunderts.Hier nachzulesen ist die Fassung de. Nibelungenliedes in der Übersetzung von Karl Simrock.

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Information

Year
2021
Print ISBN
9783753407319
Edition
1
eBook ISBN
9783753467375

Zwanzigstes Abenteuer.

Wie König Etzel um Kriemhilden sandte.

Das war in jenen Zeiten, / als Frau Helke starb,
Und der König Etzel / um andre Frauen warb,
Da rieten seine Freunde / in Burgundenland
Zu einer stolzen Witwe, / die war Frau Kriemhild genannt.
Seit ihm die schöne Helke / erstarb, die Königin,
Sie sprachen: »Sinnt ihr wieder / auf edler Frau Gewinn,
Der höchsten und der besten, / die je ein Fürst gewann,
So nehmet Kriemhilden; / der starke Siegfried war ihr Mann.«
Da sprach der reiche König: / »Wie ginge das wohl an?
Ich bin ein Heide, / ein ungetaufter Mann;
Sie jedoch ist Christin; / sie tut es nimmermehr.
Ein Wunder müßt es heißen, / käm sie jemals hierher.«
Die Schnellen sprachen wieder: / »Vielleicht, daß sie es tut
Um euern hohen Namen / und euer großes Gut.
Man soll es doch versuchen / bei dem edeln Weib:
Euch ziemte wohl zu minnen / ihren wonniglichen Leib.«
Da sprach der edle König: / »Wem ist nun bekannt
Unter euch am Rheine / das Volk und auch das Land?«
Da sprach von Bechlaren / der gute Rüdiger:
»Kund von Kindesbeinen / sind mir die edeln Könige hehr,
Gunther und Gernot, / die edeln Ritter gut;
Der dritte heißt Geiselher: / ein jeglicher tut,
Was er nach Zucht und Ehren / am besten mag begehn;
Auch ist von ihren Ahnen / noch stets dasselbe geschehn.«
Da sprach wieder Etzel: / »Freund, nun sage mir,
Ob ihr wohl die Krone / ziemt zu tragen hier?
Und hat sie solche Schöne, / wie man sie zeiht,
Meinen besten Freunden / sollt es nimmer werden leid.«
»Sie vergleicht sich an Schöne / wohl der Frauen mein,
Helke der reichen: / nicht schöner könnte sein
Auf der weiten Erde / eine Königin:
Wen sie erwählt zum Freunde, / der mag wohl trösten den Sinn.«
Er sprach: »So wirb sie, Rüdiger, / so lieb als ich dir sei.
Und darf ich Kriemhilden / jemals liegen bei,
Das will ich dir lohnen, / so gut ich immer kann;
Auch hast du meinen Willen / mit großer Treue getan.
Von meinem Kammergute / laß ich so viel dir geben,
Daß du mit den Gefährten / in Freude mögest leben;
Von Rossen und von Kleidern / was ihr nur begehrt,
Des wird zu der Botschaft / euch die Genüge gewährt.«
Zur Antwort gab der Markgraf, / der reiche Rüdiger:
»Begehrt' ich deines Gutes, / das ziemte mir nicht sehr.
Ich will dein Bote gerne / werden an den Rhein
Mit meinem eignen Gute; / ich hab es aus den Händen dein.«
Da sprach der reiche König: / »Wann denkt ihr zu fahren
Nach der Minniglichen? / So soll euch Gott bewahren
Dabei an allen Ehren / und auch die Fraue mein;
Und möge Glück mir helfen, / daß sie uns gnädig möge sein.«
Da sprach wieder Rüdiger: / »Eh wir räumen dieses Land,
Müssen wir uns rüsten / mit Waffen und Gewand,
Daß wir vor den Königen / mit Ehren dürfen stehn:
Ich will zum Rheine führen / fünfhundert Degen ausersehn,
Wenn man bei den Burgunden / mich und die Meinen seh,
Daß dann einstimmig / das Volk im Land gesteh,
Es habe nie ein König / noch so manchen Mann
So fern daher gesendet, / als du zum Rheine getan.
Und wiß, edler König, / stehst du darob nicht an,
Sie war dem besten Manne, / Siegfrieden untertan,
Siegmundens Sohne; / du hast ihn hier gesehn;
Man mochte ihm große Ehre / wohl in Wahrheit zugestehn.«
Da sprach der König Etzel: / »War sie dem Herrn vermählt,
So war so hohes Namens / der edle Fürst erwählt,
Daß ich nicht verschmähen / darf die Königin.
Ob ihrer großen Schönheit / gefällt sie wohl meinem Sinn.«
Da sprach der Markgraf wieder: / »Wohlan, ich will euch sagen,
Wir heben uns von hinnen / in vierundzwanzig Tagen.
Ich entbiet es Gotelinden, / der lieben Fraue mein,
Daß ich zu Kriemhilden / selber wolle Bote sein.«
Hin gen Bechelaren / sandte Rüdiger
Boten seinem Weibe, / der Markgräfin hehr,
Er werbe für den König / um eine Königin:
Der guten Helke dachte / sie da mit sehnlichem Sinn.
Als die Botenkunde / die Markgräfin gewann,
Leid war es ihr zum Teile, / zu sorgen hub sie an,
Ob sie wohl eine Herrin / gewänne so wie eh.
Gedachte sie an Helke, / das tat ihr inniglich weh.
Nach sieben Tagen Rüdiger / ritt aus Heunenland,
Worüber frohgemutet / man König Etzeln fand.
Man fertigte die Kleider / in der Stadt zu Wien;
Da wollt er mit der Reise / auch nicht länger mehr verziehn.
Zu Bechlaren harrte / sein Frau Gotelind,
Und die junge Markgräfin, / Rüdigers Kind,
Sah ihren Vater gerne / und die ihm untertan.
Da ward ein liebes Harren / von schönen Frauen getan.
Eh der edle Rüdiger / aus der Stadt zu Wien
Ritt nach Bechlaren, / da waren hier für ihn
Kleider und Gewaffen / auf Säumern angekommen.
Sie fuhren solcherweise, / daß ihnen wenig ward genommen.
Als sie zu Bechlaren / kamen in die Stadt,
Für seine Heergesellen / um Herbergen bat
Der Wirt mit holden Worten: / die gab man ihnen da.
Gotelind die reiche / den Wirt gar gerne kommen sah.
Auch seine liebe Tochter, / die Markgräfin jung,
Ob ihres Vaters Kommen / war sie froh genung.
Aus Heunenland die Helden, / wie gern sie die sah!
Mit lachendem Mute / sprach die edle Jungfrau da:
»Willkommen sei mein Vater / und die ihm untertan.«
Da ward ein schönes Danken / von manchem werten Mann
Freundlich geboten / der jungen Markgräfin.
Wo...

Table of contents

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Erstes Abenteuer
  3. Zweites Abenteuer
  4. Drittes Abenteuer
  5. Viertes Abenteuer
  6. Fünftes Abenteuer
  7. Sechstes Abenteuer
  8. Siebtes Abenteuer
  9. Achtes Abenteuer
  10. Neuntes Abenteuer
  11. Zehntes Abenteuer
  12. Elftes Abenteuer
  13. Zwölftes Abenteuer
  14. Dreizehntes Abenteuer
  15. Vierzehntes Abenteuer
  16. Fünfzehntes Abenteuer
  17. Sechzehntes Abenteuer
  18. Siebzehntes Abenteuer
  19. Achtzehntes Abenteuer
  20. Neunzehntes Abenteuer
  21. Zwanzigstes Abenteuer
  22. Einundzwanzigstes Abenteuer
  23. Zweiundzwanzigstes Abenteuer
  24. Dreiundzwanzigstes Abenteuer
  25. Vierundzwanzigstes Abenteuer
  26. Fünfundzwanzigstes Abenteuer
  27. Sechsundzwanzigstes Abenteuer
  28. Siebenundzwanzigstes Abenteuer
  29. Achtundzwanzigstes Abenteuer
  30. Neunundzwanzigstes Abenteuer
  31. Dreissigstes Abenteuer
  32. Einunddreissigstes Abenteuer
  33. Zweiunddreissigstes Abenteuer
  34. Dreiunddreissigstes Abenteuer
  35. Vierunddreissigstes Abenteuer
  36. Fünfunddreissigstes Abenteuer
  37. Sechsunddreissigstes Abenteuer
  38. Siebenunddreissigstes Abenteuer
  39. Achtunddreissigstes Abenteuer
  40. Neununddreissigstes Abenteuer
  41. Titelliste Taschenbuch-Literatur-Klassiker
  42. Weitere Informationen
  43. Impressum

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