Das deutsche Dampflokerbe
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Das deutsche Dampflokerbe

Geschichte, Geschichten und Verbleib aller im Ausland erhaltenen deutschen Normalspurdampflokomotiven

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Das deutsche Dampflokerbe

Geschichte, Geschichten und Verbleib aller im Ausland erhaltenen deutschen Normalspurdampflokomotiven

About this book

Denkt man an deutsche Dampflokomotiven im Ausland, fallen einem sofort die Niederlande ein. PrĂ€chtig aufgearbeitete Maschinen ziehen dort im teilweise fast tĂ€glichen Museumsverkehr Zug um Zug voller Touristen unter den staunenden Augen deutscher Museumseisenbahner.Im zweiten Gedankenschritt kommt man meist auf die ehemaligen strategischen Dampflokreserven im Ostblock. Da gab es doch mal Reihen an betriebsfĂ€higen 52ern? Doch Recherchen im Internet ergeben erstaunliches: Vielerorts ist die unvollstĂ€ndige Datenlage aus den Jahren 1993 und 1994. Und RumĂ€nien? Polen? Italien, Frankreich, Thailand? In insgesamt 34 LĂ€ndern werden 367 Normalspurdampflokomotiven mit deutschen Einsatzwurzeln museal erhalten.Alle diese Lokomotiven werden mit Wort und Bild in diesem Buch vorgestellt. Sei es als betriebsfĂ€hige Museumslokomotive, als stationĂ€res Denkmal oder gar zugewachsen als Wrack auf einem weitab gelegenen Lokfriedhof. Oder als bis heute im Regeldienst eingesetztes, unverzichtbares Zugpferd vor GĂŒterzĂŒgen.Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Wegen, auf denen die Lokomotiven in ihre neue Heimat gelangten. Dieses Buch ist Nachschlagewerk und ReisefĂŒhrer zugleich. Es soll Ihnen auch ohne bahntechnische Vorkenntnisse als Einladung zum Besuch der alten Dampfrösser dienen, Ihnen die Standorte der Lokomotiven zeigen, deren aktuellen Zustand dokumentieren und die Geschichte wie auch die Geschichten der Fahrzeuge erzĂ€hlen. Entstanden ist dabei ganz bewusst keine eisenbahnhistorische Zusammenstellung von Tabellen und Daten, sondern die Geschichte von vielen Lokleben.Über 530 Fotos von gestern und heute lassen Sie in die Vergangenheit und Gegenwart der Lokomotiven eintauchen. Manch ein Bild wĂŒrde vielleicht keinen Platz in einem Hochglanz-Fotobuch finden. Doch werden auch solche Bilder hier ganz bewusst gezeigt - als ungestellter Einblick in den Alltag des Dampfbetriebs. Bei der Zusammenstellung von Material und Bildern haben ĂŒber 100 Menschen aus 34 LĂ€ndern mitgewirkt. So trĂ€gt manch ein hier vorgestelltes Exponat Jahrzehnte nach seinem oftmals kriegerischen Einsatz nun zur VölkerverstĂ€ndigung bei.Lernen Sie am Ende des Buches zudem die in Deutschland erhaltenen auslĂ€ndischen Dampflokomotiven, die ZurĂŒckkehrer, die erhaltenen fast deutschen Dampfloks sowie einige ungelöste RĂ€tsel kennen.

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Information

Year
2021
Print ISBN
9783753419992
Edition
1
eBook ISBN
9783753485898

1.1 Definition: Deutsche Dampflokomotiven im Ausland

Deutsche Dampflokomotiven im Ausland – was auf den ersten Blick eine ganz klare Definition nach sich zieht, bereitet beim nĂ€heren Hinsehen durchaus Kopfzerbrechen.
ZurĂŒckblickend bis ins Jahr 1835 ist die Definition „Was ist Deutschland?“ nun mal nicht ganz einfach, wenn man eine ĂŒber alle Generationen hinweg einheitliche Antwort finden möchte.
Weiter gehen die Fragen bei der Technik: Ist eine deutsche Dampflokomotive eine solche, weil sie in Deutschland gebaut wurde? Dann wĂ€re dieses Buch ungefĂ€hr 10-mal so dick. Auch weitere Fragen tauchen auf: Wie geht man mit den so perfide genannten „AnschlĂŒssen“ zwischen 1933 und 1939 um? Sortiert man es nach Baureihen, die „typisch Deutsch“ sind? Was ist mit Kriegseroberungen der beiden Weltkriege, die dann je nach Sichtweise auch kurzzeitig „deutsche Loks“ wurden?
Jede Sichtweise hat dabei Recht, ist allerdings eher fĂŒr Historiker interessant als fĂŒr Auslandsreisende und den technikgeschichtlich „normal“ interessierten Eisenbahnfreund. Um diesen Punkt erweitert hat sich eine Definition ergeben, die als am Meisten sinnhaft angesehen wurde:
Eine „Deutsche Dampflokomotive“ und damit Basis fĂŒr dieses Buch ist unter AbwĂ€gung aller Einzelargumente eine Dampflokomotive, die an eine im Gebiet Deutschlands in seiner jeweiligen Ausdehnung gelegene Eisenbahngesellschaft ausgeliefert und von dieser eingesetzt wurde.
Damit sind die fĂŒr deutsche Eisenbahnfreunde durchaus ungewohnten kleinen 3-achsigen Tenderloks der Reichseisenbahn Elsass-Lothringen „drin“. Die nach 1945 im Ausland zu Ende gebauten 52er jedoch beispielsweise ebenso wenig wie auslĂ€ndische Nachbauten Deutscher Fahrzeuge, denen aber im hinteren Abschnitt des Buches eigene Übersichtskapitel gewidmet sind. Auch nicht dazu gehören per Definition die Reparationsleistungen aus deutschen Fabriken vor allem aus der Zeit zwischen 1920 und 1925. Doch auch diese werden im hinteren Abschnitt angerissen und geraten nicht in Vergessenheit.
Zwischen „an deutsche Eisenbahngesellschaft ausgeliefert und durch diese eingesetzt“ liegen manchmal nur Momente der Weltgeschichte. Ein gutes Beispiel hierfĂŒr ist 52 4567. Die Lok stand 1945 in Posen in der Werkhalle, dann kam die Rote Armee. Die nicht fertige Lok wurde auf Flachwagen geladen, machte eine wilde Fluchtreise durch das besetzte Polen und geriet dann doch in die Finger der sowjetischen „Befreier“. Die brachten sie nach Posen zurĂŒck, ließen sie dort fertigbauen und wollten sie eigentlich der polnischen Staatsbahn als Ty42-32 zur VerfĂŒgung stellen.
Warum das nie geschah, weiß man nicht. Die Lok ging statt fĂŒr zivile Zwecke in Polen zu bleiben in die Sowjetunion und steht heute als Denkmal im litauischen RadviliĆĄkis. Somit bildet gerade sie die Grenze. Deutsche Bauart, durch die Deutsche Reichsbahn bestellt, aber am Ende nicht dort eingesetzt und somit keine „Deutsche Dampflok im Ausland“ per hiesiger Definition.
Abb.: Der „ÜbeltĂ€ter“ im Bild: Die links zu sehende 52 4567 ist keine deutsche Lok mehr, die baugleiche 52 313 rechts daneben sehr wohl. Foto: Dr. GĂŒnther Barths

1.2 Auslandsverbleibe durch Kriege

Der Erste und der Zweite Weltkrieg brachten die LokbestĂ€nde deutscher Eisenbahnen mĂ€chtig durcheinander. Der sinnlose Eroberungsfeldzug deutscher Soldaten wĂ€re ohne die LeistungsfĂ€higkeit der Eisenbahn so kaum bzw. wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen. Das Ende beider Kriege ist uns allen hinlĂ€nglich bekannt. Neben unendlichem Leid blieben trotz umfangreicher EvakuierungsbemĂŒhungen der Eisenbahn und Eisenbahner aber in den nun wieder fremden LĂ€ndern zahllose Lokomotiven und Wagen zurĂŒck. Die einen zerschossen und nur noch als Metallschrott verwertbar, die anderen beim fluchtartigen Verlassen zurĂŒckgelassen und sofort fĂŒr die Gegenseite militĂ€risch nutzbar. Noch wichtiger als fĂŒr den Krieg wurden die oftmals fast nagelneuen deutschen Lokomotiven fĂŒr den Wiederaufbau in den zerstörten LĂ€ndern. So hatten insbesondere die Dampflokomotiven der Baureihe 52 in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkrieges mit dem Wiederaufbau eine weitaus glorreichere Aufgabe zu bewĂ€ltigen.
Wie viele deutsche Dampflokomotiven nach dem ersten Weltkrieg im Ausland verblieben sind ist bis heute nicht einmal ansatzweise erfasst. Als Gradmesser gelten die UmzeichnungsplĂ€ne der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft aus den Jahren 1923 und 1925 sowie BestandsĂŒbersichten ĂŒber die BestĂ€nde der LĂ€nderbahnen zumeist aus den Vorkriegszeiten verbunden mit den vorhandenen Lieferlisten ĂŒber Loklieferungen wĂ€hrend des Krieges. Hinter Hunderten von Lokomotiven stehen jedoch Fragezeichen. Man weiß, dass es die jeweilige Lok gegeben hat und sie 1923 nicht mehr da war. Über die Verbleibe ist vielfach nichts bekannt. So ist es auch heute noch möglich und passiert immer wieder, in weit entfernten Gegenden auf stillgelegten Industriebrachen Lokomotivreste zu finden von Fahrzeugen, die seit 1918 als verschollen galten.
Immerhin dokumentiert sind weitestgehend die nach 1918 erfolgten Überstellungen von Lokomotiven an auslĂ€ndische Eisenbahngesellschaften. Grund hierfĂŒr waren die gemĂ€ĂŸ des Versailler Vertrages zu leistenden Reparationszahlungen, die die junge Reichsbahn mit etwa 660 Millionen Reichsmark jĂ€hrlich belasteten. Sowohl uralte Lokomotiven mit ihrem Schrottgegenwert wie auch fast neue oder ganz neue Loks mit ihrem Zeitwert konnten dort gegengerechnet werden.
Ähnlich war es nach Ende des zweiten Weltkriegs. Doch wer meint, dass hierĂŒber eine vollstĂ€ndige Dokumentation auf dem Tisch liegen mĂŒsste, irrt leider. Gelang der Wehrmacht bzw. der Deutschen Reichsbahn bis Juni 1944 in verlorenen Frontabschnitten noch ein kontrollierter RĂŒckzug ohne nennenswerten Verlust von fahrfĂ€higem Lokomotivmaterial, begann ab 19. Juni 1944 das Chaos: Weißrussische Partisaneneinheiten schnitten den deutschen Einheiten im Osten mit etwa 7.000 explodierten Sprengladungen den Nachschub von, wie auch den RĂŒckzug nach Westen ab. Die aus dem Osten angreifende Rote Armee konnte so erstmals in nennenswertem Ausmaß betriebsfĂ€hige deutsche Lokomotiven erobern und sofort fĂŒr sich selbst zum Einsatz bringen.
Noch ein langes Jahr sollte bis zum Kriegsende vergehen, verbunden mit dem Verlust tausender Dampflokomotiven in Nord, SĂŒd, Ost und West. Der mit Sicherheit geringste Preis wĂŒrde man es vergleichen mit dem unendlichen Leid der Menschen. Die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 08. Mai 1945 war jedoch bahntechnisch nicht die Stunde null. Deutsche Lokomotiven waren zu dem Zeitpunkt ĂŒber ganz Europa verstreut. Teilweise erobert. In betrĂ€chtlichem Ausmaß waren es aber auch an die ehemaligen VerbĂŒndeten ausgeliehene Fahrzeuge, denen erst der Fluchtweg versperrt war, und die dann durch die jeweiligen Staatsbahnen dankend in den Bestand aufgenommen wurden. Manchmal unter Anrechnung auf erneute Reparationsforderungen, manchmal sogar in Gold bezahlt als Kauf – oftmals aber auch nach dem Prinzip des „einfach Behaltens“.
Die weitere Geschichte der kriegsversprengten Dampflokomotiven muss man bei der Betrachtung zwischen Ost und West teilen, wenngleich diese Schubladen auch nicht eindeutig sind.
In den westlichen Besatzungszonen begann kurz nach Kriegsende ein reger Tauschhandel. Die westdeutsche(n) Eisenbahn(en) unter ihren BesatzungsmĂ€chten bzw. ab September 1949 mit Ausnahme des Saarlandes die Deutsche Bundesbahn pflegten schon bald einen engen Kontakt zu ihren Nachbarbahnen und arbeiteten wie auf einem tĂŒrkischen Basar: Zahllose im Ausland stehen gebliebene Loks wurden eingetauscht gegen solche aus dem Ausland, die auf westdeutschem Gebiet stehen geblieben waren. So ergaben sich in den ersten Nachkriegsjahren teils massive Lokomotivbewegungen quer durch Europa zur Vereinheitlichung der jeweiligen Landesfahrzeugflotten. Noch 1952 gab es letzte Austauchprogramme, 1957 erst fanden diese mit der Eingliederung der Eisenbahn des Saarlandes ihr Ende. So ist zu erklĂ€ren, dass in den westeuropĂ€ischen LĂ€ndern vergleichsweise wenig deutsche Lokomotiven mit Kriegsverbleib heute museal erhalten werden.
Im neu entstehenden „Ostblock“ incl. Österreich sah die Lage in der Nachkriegszeit ganz anders aus: Statt Tauschhandel war die Fahrzeugverteilung auch der Beutelokomotiven zum Großteil der WillkĂŒr ausgesetzt. Zahllose Geschichten sind ĂŒberliefert, in denen sowjetische MilitĂ€rs spontan in Bahnbetriebswerken oder Lokfabriken auftauchten und gerade im Einsatz oder in der Endfertigung befindliche Lokomotiven kurzerhand beschlagnahmten. Oftmals sah man diese Fahrzeuge danach nie wieder. Auch in den Satellitenstaaten sah es nicht besser aus: Man nahm, was man dachte zu gebrauchen. Der „große Bruder“ bestimmte, welche Lokomotiven wo zum Einsatz kamen. Den Höhepunkt erreichte der Hohn in den Jahren 1962 – 1966: Insgesamt 725 vorher erbeutete bzw. beschlagnahmte Lokomotiven der Baureihe 52 wurden an diverse Staats- oder Werkbahnen in den Bruderstaaten verkauft. Teilweise genau dorthin, wo man sie 15 Jahre zuvor beschlagnahmt hatte.
NatĂŒrlich suchte man nicht die besten Loks aus. Vielfach kamen zum horrenden, zwangsweise zu entrichtenden Kaufpreis noch „angebotene“ nicht ganz billige Hauptuntersuchungen der Lokomotiven hinzu, die von der AusfĂŒhrungsqualitĂ€t teilweise grotesk schlecht gewesen sein sollen. Viele dieser ZwangskĂ€ufe sind in ihren neuen HeimatlĂ€ndern gar nicht oder nur fĂŒr wenige Jahre noch in den Einsatz gekommen. Trotzdem: Viele Dampflokomotiven wĂŒrden ohne diesen Verkauf wahrscheinlich heute nicht mehr existieren. Aus Eisenbahnfreundesicht darf man sich also freuen!
Leider nicht erhalten und somit nicht Bestandteil dieses Buches wurden die 1945 in die USA verschifften KriegstrophĂ€en 19 1001, 42 1597 und 52 2006. Der Sinn dieser ÜberfĂŒhrung ist durchaus strittig und liegt irgendwo zwischen technischer Begutachtung und der VorfĂŒhrung von Beuteobjekten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Lokomotiven Anfang der 1950er Jahre der breiten Masse in einer Art Dampflok-Disney-World prĂ€sentiert wurden mit doch eigenwilliger Lackierung und Darstellung. Um wenigstens ein bisschen Platz fĂŒr Spekulationen zu lassen: Eine offizielle BestĂ€tigung ĂŒber die vermeintliche Verschrottung dieser Lokomotiven gibt es bis heute nicht

Foto links: Vielfach bestimmten im 2. Weltkrieg auch Partisanen ĂŒber den Verbleib von Lokomotiven – sehr einbzw. nachdrĂŒcklich. Foto: SlgBK

1.3 Auslandsverbleibe: Museen

Eisenbahnfreunde. Eine Spezies, die es fast weltweit gibt, wobei die Konzentration durchaus sehr unterschiedlich ist. In manchen LÀndern kennen sich alle Eisenbahnfreunde persönlich, so wenig sind es. In Deutschland ging eine Erhebung aus dem Jahr 2000 von bis zu 2 Millionen Eisenbahninteressierten aus, wobei die Zahl doch sehr durch eine rosarote Brille betrachtet scheint.
Auch in manch anderen LĂ€ndern ist das Hobby sehr populĂ€r, unter Anderem in den USA, der Schweiz, dem Eisenbahn-Mutterland Großbritannien und in den Niederlanden. Die USA sind weit weg, die Schweiz hat schon frĂŒh mit einer eigenen Sammlung zu ihrer Historie begonnen. Großbritannien hat technische Hindernisse beim Einsatz deutscher Dampflokomotiven. Es bleiben die Niederlande als großes Land der Fans deutscher Dampflokomotiven.
Doch bereits 1958 hatte die niederlĂ€ndische Staatsbahn NS als erste europĂ€ische Eisenbahngesellschaft den Traktionswandel abgeschlossen und den Dampfbetrieb vollstĂ€ndig eingestellt. Eine Zeit, wo noch (fast) niemand an die museale Erhaltung von Dampflokomotiven dachte, somit konnte fast keine eigene Dampflok gerettet werden. Das Eisenbahnhobby wurde in den Niederlanden erst in den 1970er Jahren so richtig populĂ€r. Was machte man also? Es blieb fĂŒr die vielen Eisenbahnfreunde mit dem Wunsch nach eigenen „Museums“eisenbahnen gar keine andere Möglichkeit, als im Ausland einzukaufen. In den 1970er und 1980er Jahren fanden so dutzende deutsche Dampflokomotiven ihren Weg ins Nachbarland. Ein Weg, ohne den sie in Deutschland mit Sicherheit im Alteisen gelandet wĂ€ren. Es war nicht alles Gold was glĂ€nzt. Auch in den Niederlanden waren mancherorts die Eisenbahnfreunde mit ihren Projekten völlig ĂŒberfordert. Doch zusammenfassend hat sich unser Nachbarland große Verdienste im Erhalt deutscher Dampfloktechnik erworben. Besonders bemerkenswert ist, dass eine Vielzahl dieser Lokomotiven bis heute betriebsfĂ€hig ist oder sogar erst in den letzten Jahren ĂŒberhaupt betriebsfĂ€hig wurde.
Etwas spĂ€ter zu den kauffreudigen LĂ€ndern stieß Österreich. Lange Zeit wurde die Eisenbahnhistorie im Land durch einflussreiche Gruppen geprĂ€gt, die in einer Art Altherrenrunde ĂŒber die Art und Weise entschieden, wie und was im Land museal erhalten wird. Noch heute finden sich in zahlreichen Publikationen aus externer Sicht sicherlich unpassende kritische Seitenhiebe auf manche dort getroffene Entscheidung. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs ĂŒberschwemmte plötzlich eine nicht mehr fĂŒr möglich gehaltene Zahl an Dampflokomotiven den Markt. Teilweise fĂŒr 5.000 DM waren zahlreiche 5 Jahre vorher noch zu utopischen Summen angebotene Lokomotiven plötzlich zu haben. Österreichische Eisenbahnfreunde nutzten das, konnten sie doch endlich recht frei ihren TrĂ€umen nachgehen. So gelangten viele Lokomotiven aus fremden LĂ€ndern in den kleinen Alpenstaat, wo sie bis heute immerhin bewahrt werden. Noch viel Arbeit wartet, bis mancher Rosthaufen wieder eine echte Lokomotive ist.
Bei alle dem darf man nicht vergessen, dass auch in Deutschland etwa 1.000 Dampflokomotiven museal erhalten sind. Manch ein Eisenbahnfreund Ă€ußert den Gedanken, dass die NachbarlĂ€nder „uns“ die eine oder andere Lokomotive „geklaut“ hĂ€tten. Das Wort „gerettet“ passt dabei aber sicherlich besser, da vielerorts i...

Table of contents

  1. Vorwort
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Anmerkung zu verwendetem Bildmaterial:
  4. Hinweise
  5. 1. Grundlegendes
  6. 2. Die Verteilung
  7. 3. Erhaltene Lokomotiven – Schnellzug-Lokomotiven
  8. 4. Erhaltene Lokomotiven – Personenzug-Lokomotiven
  9. 5. Erhaltene Lokomotiven – GĂŒterzug-Lokomotiven
  10. 6. Erhaltene Lokomotiven – Personenzug-Tenderlokomotiven
  11. 7. Erhaltene Lokomotiven – GĂŒterzug-Tenderlokomotiven
  12. 8. Erhaltene Lokomotiven – Lokalbahn / Privatbahn
  13. 9. Erhaltene Lokomotiven – Werkbahn
  14. 10. RĂŒckholer: Einmal Deutschland – Ausland und retour
  15. 11. Andersherum: AuslÀndische Dampflokomotiven in Deutschland
  16. 12. Wie findet man Dampflokomotiven im Ausland – ein Fallbericht
  17. 13. Fast erhalten - SchneepflĂŒge & Co
  18. 14. UngeklĂ€rte FĂ€lle – verschwundene Lokomotiven
  19. 15. Fast deutsche Loks – die RasterausfĂ€lle
  20. 16. Danksagung
  21. Impressum

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