Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern: Die Sprache der Harmonie in der Kindererziehung
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Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern: Die Sprache der Harmonie in der Kindererziehung

Wie Sie Ihr Kind ohne Schimpfen und Schreien erziehen und eine liebevolle Eltern-Kind-Beziehung aufbauen

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Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern: Die Sprache der Harmonie in der Kindererziehung

Wie Sie Ihr Kind ohne Schimpfen und Schreien erziehen und eine liebevolle Eltern-Kind-Beziehung aufbauen

About this book

Ein weiterer Tag ist vergangen, Ihr Kind liegt endlich im Bett und Sie fühlen sich ausgelaugt, frustriert, einfach erschöpft. Kleine Kämpfe, Diskussionen und harsche Worte sind an der Tagesordnung - wie sollte man auch sonst sein Kind bändigen? Vielleicht kommt Ihnen dieses Szenario sehr bekannt vor. Doch keine Sorge, damit sind Sie nicht allein. Vor allem gibt es Wege, die zu einer gewaltfreien Kommunikation und somit zu einer harmonischen Atmosphäre in Ihrem Heim führen. Lernen Sie die theoretischen Grundlagen der gewaltfreien Kommunikation kennen, die auf der Theorie des Psychologen Marshall B. Rosenberg beruhen. Reflektieren Sie mithilfe dieses Buchs anschließend Ihre eigenen Verhaltensweisen und die Ihres Kindes. Der letzte Teil des Ratgebers bietet einen schnellen Überblick über Fragen, die die meisten Eltern häufig beschäftigen. Hierbei werden anhand lebensnaher Beispiele Probleme illustriert, aber auch mögliche Lösungsansätze diskutiert. Nicht nur auf die Eltern-Kind-Beziehung wird eingegangen, sondern auch auf das Geschwisterverhältnis, das zum ganzheitlichen Konzept der gewaltfreien Kommunikation gehört. Zudem stellt der Ratgeber praktische Hilfsmittel vor, die Ihren Alltag vereinfachen und einen bewussteren Umgang in der Familie fördern.Das erwartet Sie: -Was ist gewaltfreie Kommunikation?-Worte können wehtun, Worte können heilen-Lehrreiche Praxisbeispiele-Hilfsmittel im Alltag-Eine Atmosphäre der Harmonie-und vieles mehr...

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Information

Year
2021
Print ISBN
9783753425016
eBook ISBN
9783753468143

Was tun, wenn …

Ein Ratgeber lässt vieles sehr einfach wirken. Er leitet an, gibt uns hilfreiche Hinweise und erklärt, was sinnvoll ist und was eher nicht. Dennoch fällt es oft schwer, einen Zusammenhang zwischen dem gerade gelesenen Text und unseren Problemen im Alltag herzustellen. Das wirkliche Leben ist nun einmal nicht schwarz auf weiß gedruckt, sondern auch bunt, laut, chaotisch und wild. Dies trifft vor allem auf ein Leben mit Kindern zu, die unseren Alltag auf unterschiedliche Art und Weise bereichern, aber nicht unbedingt einfacher machen.
Häufig ist es so, dass wir uns in konkreten Situationen überfordert fühlen und Orientierung brauchen. Wir haben Angst, Fehler zu machen, und wissen häufig nicht, wie wir am ehesten einen Zugang zu unserem Kind finden. Wir versuchen, das richtige Maß und eine Balance zwischen Freiraum und Regeln zu finden. Das gelingt uns nicht immer.
Natürlich ist jedes Kind unterschiedlich und Sie als Eltern wissen um die Besonderheiten Ihrer Kinder wohl am besten. Es ist immer ein Abwägen, ein Ausloten, wie Sie jedem Kind begegnen und mit ihm kommunizieren. Das eine braucht vielleicht mehr Bestätigung, um sich sicher und wohlfühlen zu können, das andere hingegen benötigt Kontinuität und fest geregelte Gewohnheiten. Die universellen Bedürfnisse der Menschen unterscheiden sich jedoch kaum voneinander. Mit Einfühlsamkeit, Verständnis und Liebe kommen Sie in jedem Fall weiter, insbesondere im verbalen Umgang mit Ihrem Kind.
Das Konzept der gewaltfreien Kommunikation stammt zwar von einem Psychologen und liegt damit einer wissenschaftlichen Theorie zugrunde, vergessen Sie jedoch nicht, dass es tatsächlich ein zutiefst menschliches und nahbares Konzept ist, das auf Empathie und Respekt beruht. Wenn Sie diese Grundhaltung erst einmal verinnerlicht haben, werden Sie die unten beschriebenen Situationen konfliktfrei und friedlich lösen können.

… KINDER SCHWIERIGKEITEN
HABEN , ÜBER IHRE GEFÜHLE ZU
REDEN?

Was wir nicht beschreiben können, können wir nicht richtig erfassen. Aus diesem Grund haben Kinder gelegentlich Probleme damit, ihre Gefühle zu begreifen, in Worten auszudrücken und damit zu reflektieren.
Ein Beispiel:
Die vierjährige Lucy muss sich von ihrer älteren Schwester verabschieden, die einige Tage bei den Großeltern verbringt. Die Schwestern stehen sich sehr nahe. Als es zum Moment des Abschieds kommt, rennt Lucy weg und schreit: „Ich will mich nicht verabschieden, ich will dich gar nicht sehen! Ich mag dich nicht!“
Wäre es gerechtfertigt, mit dem Mädchen zu schimpfen? Immerhin hat sie gemeine und verletzende Dinge zu ihrer Schwester gesagt. Doch es lohnt sich, etwas tiefer zu blicken. Manchen Kindern fällt es schwer, insbesondere negative Gefühle wie Wut und Trauer voneinander zu trennen. Dies tritt vor allem auf, wenn sie noch sehr jung und nicht geübt darin sind, ihre Gefühle klar zu benennen. In diesem Falle sollten die Eltern das Kind bei der Gefühlsfindung und -beschreibung unterstützen. „Kann es sein, dass du in Wirklichkeit gar nicht wütend bist, sondern traurig?“ Lucys Mutter beugt sich zu ihr hinunter. „Ich habe mich auch schon einmal so gefühlt, als ich meine Schwester vermisst habe. Ich habe sie nämlich lieb, so wie du deine Schwester lieb hast.“
Die Mutter schafft es, die Gefühle des Kindes in Worte zu fassen und befreit es so aus der Ohnmacht, die entsteht, wenn man den eigenen Emotionen ausgeliefert ist. Sie beginnt mit elementaren und gut bekannten Gefühlen (Wut, Trauer), bevor sie zum komplexeren Gefühl des Vermissens übergeht. Zudem schafft die Mutter Verbundenheit und Verständnis durch gemeinsame Erfahrungen, indem sie die Parallele zu ihrer eigenen Schwester zieht: Lucy ist nicht allein mit ihren Gefühlen.
Es klingt simpel, aber ein Gefühl ist etwas, das eingeübt werden muss, so wie zu schwimmen oder Fahrrad zu fahren. Dieses vergessen wir häufig und nehmen es als selbstverständlich hin, als etwas, das man „einfach kann“. Bedenken Sie auch, dass jedes Kind anders ist, insbesondere bei Geschwisterkindern. Dem einen Kind fällt es leichter als dem anderen, über Gefühle zu reden und sie zu benennen. Glücklicherweise können Sie den Umgang mit Emotionen trainieren. Selbstverständlich können Sie Ihren Kindern das komplexe Feld der Emotionen spielerisch beibringen, stellen Sie beispielsweise verschiedene Fragen zu dem Thema. Gehen Sie auf positive und negative Gefühle ein und starten Sie mit wohlbekannten Gefühlen wie Wut. Scheuen Sie sich nicht, anschließend auch komplexere Emotionen wie Schadenfreude oder Erleichterung ansprechen.
  • „Wenn ich diesen Gesichtsausdruck mache, wie fühle ich mich dann?“
  • „Wie würde ich mich fühlen, ließe ich mein Eis versehentlich fallen?“
  • „Ich bin glücklich / traurig /…, wenn ich dieses und jenes tue. Und du?“

… ICH DOCH EINMAL NEIN
SAGEN MUSS?

Das Wort „nein“ ist nicht verboten, ebenso müssen Sie Ihre Elternrolle nicht von aller Autorität befreien, wenn Sie dies nicht möchten. Diese Autorität muss jedoch möglichst klar und transparent sein. Es kommt also darauf an, wie Sie Ihr Nein transportieren.
Ein Beispiel:
Daniels fünfzehnjährige Tochter möchte abends mit Freunden ausgehen. Die Eltern kennen nicht alle dieser Freunde, zudem kann das Mädchen nur schwammige Antworten geben. Es weiß nicht genau, wo sich ihre Freunde treffen und wann sie heimkommt. Daniel entscheidet sich dafür, seiner Tochter das Treffen zu verbieten. Er wägt genau ab, was dafür und dagegen spricht, hat jedoch die berechtigte Sorge, dass seiner Tochter etwas zustößt.
Es ist unsere Pflicht als Eltern, unsere Kinder vor möglichen Gefahren zu schützen. Besonders Jugendliche mögen mit den Augen rollen, aber eine gewisse Weitsicht und Lebenserfahrung kann man einer Mutter oder einem Vater in der Regel nicht absprechen. Häufig löst ein Verbot Streit oder Diskussionen aus und der Haussegen hängt schief. Es geht aber definitiv nicht darum, von nun an keine berechtigten Verbote mehr auszusprechen. Stattdessen erklären wir unseren Kindern, warum wir uns für oder gegen etwas entscheiden.
„Würde ich alle deine Freunde kennen, hätte ich dir das Treffen möglicherweise erlaubt. Außerdem möchte ich genau wissen, wohin du gehst und wann du heimkommst. Das kannst du bestimmt nachvollziehen, oder? Alternativ kann ich dir aber anbieten, dass du ein paar deiner Freunde zu uns nach Hause einlädst. Wie findest du das?“
Ein Nein erscheint Kindern schnell zu willkürlich und autoritär, unabhängig davon, wie begründet ein Verbot sein mag. Allerdings ist es möglich, ein Verbot so zu kommunizieren, dass es möglichst positiv von Ihrem Kind aufgenommen wird. Sagen Sie nicht zu schnell und reflexartig nein, sondern fragen Sie sich selbst, welche Ängste und Vorbehalte Sie hegen.
  • Warum möchte ich nicht, dass mein Kind dieses und jenes tut?
  • Sind meine Bedenken berechtigt?
Können Sie diese Fragen für sich selbst beantworten, können Sie Ihr Verbot auch vor Ihrem Kind rechtfertigen. Ein „weil ich es so sage“ wird ein Kind niemals überzeugen, stimmige Argumente schon. Unterschätzen Sie auch Ihr eigenes Kind nicht: Es mag zwar weniger Lebenserfahrung als Sie haben, ist aber durchaus in der Lage, andere Standpunkte zu verstehen. Es verspricht also immer...

Table of contents

  1. Hinweise
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Das erwartet Sie in diesem Buch
  4. Was ist gewaltfreie Kommunikation?
  5. Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern
  6. Über den eigenen Schatten springen
  7. Was tun, wenn …
  8. Hilfsmittel im Alltag
  9. Eine Atmosphäre der Harmonie
  10. Impressum

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