Wie in vielen anderen Sprachen der Welt hat sich auch im Deutschen der Definitartikel aus einem adnominal gebrauchten Demonstrativum herausgebildet. In der vorliegenden Arbeit wird dieser funktionale Wandel, der sich vornehmlich in der althochdeutschen Sprachperiode (750â1050 n. Chr.) abspielte, erstmals computergestĂŒtzt und mit korpuslinguistischen Methoden anhand der fĂŒnf gröĂten ahd. TextdenkmĂ€ler aus dem Referenzkorpus Altdeutsch rekonstruiert. Dabei wird die Entwicklung des Definitartikels als Konstruktionalisierung der Struktur [dĂ«r + N] begriffen: Das ursprĂŒngliche Demonstrativum dĂ«r verliert seine zeigende Bedeutung und erschlieĂt neue Gebrauchskontexte, in denen die eindeutige Identifizierbarkeit des Referenten auch unabhĂ€ngig von der GesprĂ€chssituation gewĂ€hrleistet ist. In der Arbeit wird gezeigt, dass diese Kontextexpansion maĂgeblich von der kognitiv-linguistischen Kategorie Belebtheit beeinflusst wird.

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Die Entwicklung des Definitartikels im Althochdeutschen : Eine kognitiv-linguistische Korpusuntersuchung
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Information
Publisher
Language Science PresseBook ISBN
9783961102594
Year
2020Table of contents
- Contents
- 1 Einleitung
- 2 Theoretischer Rahmen
- 3 Von einer artikellosen Sprache zu einer Artikelsprache
- 4 Demonstrativ- vs. Definitartikel
- 5 Belebtheit
- 6 Untersuchungsmethode
- 7 Ergebnisse
- 8 Die Konstruktionalisierung von [Definitartikel+N]
- 9 Zusammenfassung und Ausblick
- Literaturverzeichnis
- Register