Das Zeitalter der Renaissance stellt im GedĂ€chtnis der Menschen eine Zeit dar, welche durch die Wiederentdeckung antiken Wissens gekennzeichnet ist, so auch in der Medizin. Die Medizin ist facettenreich sowie AnknĂŒpfungspunkt verschiedener Wissenschaften, die medizinische Versorgung ein wichtiger Bestandteil im gesellschaftlichen Leben. Dies fĂŒhrte dazu, dass die Heilkunst zeitlichen VerĂ€nderungen unterlag. Zwischen der Antike und der Renaissance liegt ein langer Ăbergang, das Mittelalter. Inwieweit sich die Medizin von der Antike ĂŒber das Mittelalter zur Renaissance im Bereich Mitteleuropas gewandelt hatte, will in dieser Hausarbeit anhand von Beispielen beleuchtet werden. Dazu stellt der Autor zunĂ€chst die antike römische sowie die byzantinische Medizin da, welche als Quelle fĂŒr die mittelalterliche sowie fĂŒr die Heilkunst in der Renaissance diente, auch wird der Ăbergang von der Antike zum Mittelalter untersucht. SpĂ€ter werden die Phasen in der Medizin des Mittelalters und der Wandel der Medizin beispielhaft dargestellt. Zum Schluss wird die Medizin in der Renaissance beleuchtet und im Fazit werden die bedeutsamsten Wandlungen im Ăbergang von der antiken Medizin zur Medizin in der Renaissance dargestellt. Auch ist zu fragen, ob die Medizin der Renaissance nur die Wiederentdeckung der antiken Medizin ist oder eine bloĂe Weiterentwicklung der mittelalterlichen Medizin.

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Medizin im mitteleuropÀischen Mittelalter und Renaissance
Eine Wissenschaftliche Hausarbeit aus dem Fachbereich der Geschichte
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Eine Wissenschaftliche Hausarbeit aus dem Fachbereich der Geschichte
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Information
Phasen der Medizin des Mittelalters
Monastische Medizin
Die monastische Medizin, Mönchsmedizin oder auch Klostermedizin genannt, ist eine Phase der medizinischen Heilkunst im 5. â 12. Jahrhundert des Mittelalters. Sie entwickelte sich aus der römischen Medizin und stammt aus der Zeit nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches. Die Zeit war geprĂ€gt von politischer Unsicherheit, Klöster nahmen sich in dieser Zeit dem Erhalt des medizinischen Wissens an und versuchten, das römische medizinische Wissen zu retten, welches in lateinischer und griechischer Sprache vorhanden war.[1]
Mit der Abspaltung des griechischsprachigen Oströmischen Reiches und dem Zerfall des Weströmischen Reiches wurde aber der direkte Zugang zur griechischen Sprache fĂŒr die Bevölkerung schwieriger. Die in gröĂer werdenden Zahl entstehenden Klöster spielten bei der Ăbersetzung der griechischen Werke eine wichtige Rolle, dabei ĂŒbersetzten sowie interpretierten Mönche medizinische Texte und verĂ€nderten diese nicht selten im Sinne der christlichen Vorstellung.[2] Auch breitete sich das Wissen durch die Mönche nördlich der Alpen aus, so zeigen die volkstĂŒmlichen Namen mancher KrĂ€uter wie Salbei und Kamille noch heute ihre lateinische Herkunft.[3]
Im Frankenreich in der karolingischen Zeit gediehen die Klöster zunehmend zu Standorten der Bildung und Wissenschaft. Pipin, der Sohn Karl Martells, welcher 751 n. Chr. an die Macht kam, setzte vom Papst Gregor im Jahr 712 n. Chr. verabschiedete christliche Normen durch und verfestigte christliche Normen im Frankenreich.[4]
Die Klöster des Mittelalters sicherten und vermittelten das antike medizinische Wissen und bewahrten Teile der antiken Kultur vor dem Vergessen.
So schreibt auch Le Goff ĂŒber das Kloster:
âDer groĂe KulturtrĂ€ger im FrĂŒhmittelalter ist doch das Kloster, und zwar im zunehmenden MaĂe das abgelegene lĂ€ndliche Kloster. In seinen WerkstĂ€tten leben die handwerklichen und kĂŒnstlerischen Traditionen fort, in seinen Bibliotheken [âŠ] wird die Geisteskultur gepflegt.â[5]
In der Regierungszeit Karls des GroĂen wurde Armenpflege sowie Krankenpflege Teil vom Staatswesen des Frankenreiches und wurde nicht mehr nur noch von Einzelnen oder der Kirche betrieben. So legte Karl der GroĂe in Verordnungen im Jahr 802 fest, was die Pflicht von jedem gegenĂŒber seinem NĂ€chsten sei:[6]
âLiebet euren NĂ€chsten wie euch selbst, und reicht nach euren KrĂ€ften den Armen Almosen dar. Die Fremden nehmen in eure HĂ€user auf, besucht die Kranken, ĂŒbt den Gefangenen Barmherzigkeit."[7]
Die Reformen Karls des GroĂen nahmen aber auch die Klöster in die Pflicht, so sollten diese den Mönchen medizinische Kenntnisse vermitteln und in der Krankenpflege schulen. Daneben galt es, KrĂ€uter- und HeilgĂ€rten fĂŒr die Behandlung anzulegen.[8] Damit waren die Anweisungen Kassiodors auch von staatlicher Seite verbindlich gemacht. In dieser Zeit blĂŒhte ein Teil des antiken Wissens kurz auf, sodass man hier auch von der karolingischen Erneuerung spricht.
Trotz des Engagements der Mönche und der karolingischen Erneuerung konnte nur ein Bruchteil der medizinischen Werke ĂŒberdauern und viele Kenntnisse gerieten vollstĂ€ndig oder temporĂ€r in Vergessenheit, so beispielsweise die Narkose. Hier lĂ€sst sich in der Antike bei Plinus dem Ălteren finden, dass Wein mit Alraune zur Schmerzstillung bzw. Schmerzlinderung bereits im Jahr 79 n. Chr. in einer effektiven AnĂ€sthesie eingesetzt wurde. Im Mittelalter geriet dieses Wissen zunĂ€chst in Vergessenheit und wurde erst wieder um 880 im sogenannten Bamberger Antidotarium beschrieben.[9] Dabei kam ein sogenannter Schlafschwamm als Narkosemittel zum Einsatz, diesen durchtrĂ€nkte man mit bestimmten Inhaltsstoffen und legte ihn dem Patienten zum Inhalieren vor Mund und Nase, sodass man aus der Retroperspektive von einer oral applizierten Analgesie sprechen kann, welche in der Gegenwart in anderer Form noch Anwendung findet. Ein Codex aus Monte Cassino aus dem 9. Jahrhundert beschreibt verwendete Inhaltsstoffe, so wurde ein Aufguss aus Opium angefertigt, in diesen wurden Stechapfel, Maulbeersaft, Hand, Mandragora und Eisenhut getaucht. Der Aufguss wird dann getrocknet und soll vom Patienten bei erneuter Anfeuchtung zur Schmerzstillung inhaliert werden. Dabei ist zu sehen, dass es sich mehr um eine Resorptionsanalgesie und weniger um eine Inhalationsanalgesie handelt, da die Wirkungsstoffe bevorzugt im Nasen- und Rachenraum absorbiert werden.[10] Dennoch waren bis ĂŒber 1846 die Operationen schnell und blutig, Narkosemittel wurden nicht flĂ€chendeckend angewendet und erst am 16. Oktober 1846 fand in Boston die erste bekannte AllgemeinanĂ€sthesie statt.[11]
Ein markanter Punkt der Entstehung der monastischen Medizin war die erste KlostergrĂŒndung im SĂŒden Italiens, Monte Cassino im Jahr 527 n. Christus. Hier entstand durch Benedikt von Nursia die Regula Benedicti, diese etablierten sich als Grundpfeiler im klösterlichen Leben und enthielten die FĂŒrsorge um Kranke und Schwache als eine fundamentale Pflicht. Die FĂŒrsorge erstreckte sich nicht nur ĂŒber OrdensbrĂŒder, sondern umfasste alle Menschen, die Heilung und Versorgung benötigten.[12] Dabei verstand man im Mittelalter arm und krank als synonym,[13] wobei man aus heutiger Sicht we...
Table of contents
- Medizin im mitteleuropÀischen Mittelalter und Renaissance
- EinfĂŒhrung
- Ăbergang der antiken in die mittelalterliche Medizin
- Byzantinische Medizin
- Phasen der Medizin des Mittelalters
- Die Medizin der Renaissance
- Fazit
- Anlagen
- Quellen- und Literaturverzeichnis
- Impressum
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