"Ideal fĂŒr Suchende und Neueinsteiger in die keltische Mythologie." â Erynn Rowan LaurieALLE GRUNDLEGENDEN INFORMATIONEN ĂŒber die MorrĂgan, erstmals so zusammengefasst, dass die Göttin hinter dem Mythos hervortritt. Begegnen Sie auf schattigen FlĂŒgeln und unter dem Ruf des Raben der "Hohen Königin" Irlands, der Schutzpatronin der Priesterinnen und Hexen, der Göttin der Prophezeiung, der Schlacht und Magie. Sie gehört zu den TĂșatha DĂ© Danann, dem "Volk der Göttin Danu" und gilt als die "Drei-in-Einer". Manchmal erscheint sie als junge Schönheit und manchmal als hĂ€ssliche Alte, sie kann sich aber auch in einen Raben verwandeln. Hier tritt ihr wahrer Ursprung hervor.DIE MORRĂGAN ist in der heutigen Welt so aktiv wie niemals zuvor, aber auf ihren Ruf zu antworten bedeutet, die Herausforderung anzunehmen, ihre Geschichte und ihren Mythos neu zu entdecken â in einem Meer von Fehlinformationen, MutmaĂungen und schwer zu findenden alten Texten. Dieses Buch verbindet detailgetreu ermittelte historische Tatsachen mit modernen Erkenntnissen und spiritueller Betrachtungsweise. So entsteht eine ausgezeichnete Balance zwischen Recherche und Praxis.MORGAN DAIMLER ist Bloggerin, Dichterin, Couch fĂŒr spirituelle Themen, Hexe und Priesterin der Daoine Maithe, der "Guten Leute", wie das Feenvolk in der irischen Folklore gern genannt wird. Sie hat sich auf nicht monotheistische, sogenannte heidnische Religionen spezialisiert und ist eine der weltweit fĂŒhrenden Expertinnen fĂŒr irische Folklore. Sie hat bereits mehr als dreiĂig BĂŒcher veröffentlicht.

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Die MorrĂgan
Hohe Königin und Schicksalsgöttin Irlands, BeschĂŒtzerin des Feenvolkes
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Die MorrĂgan
Hohe Königin und Schicksalsgöttin Irlands, BeschĂŒtzerin des Feenvolkes
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Historia irlandesa
»Badb, Macha und die GröĂte des Reichtums,
Morrigu: Quellen des Könnens,
Ursprung bitterer KĂ€mpfe,
waren die drei Töchter der Ernmas.«
(Macalister, 1941)
Morrigu: Quellen des Könnens,
Ursprung bitterer KĂ€mpfe,
waren die drei Töchter der Ernmas.«
(Macalister, 1941)
MorrĂgan ist ein Titel, aber auch ein Personenname, dem gewöhnlich der bestimmte Artikel vorangestellt wird. Er erscheint in verschiedenen Formen, unter anderem Morrigu, Morrigna und Morrighan; die moderne irische Variante ist MĂłrrĂoghain. Sind alle drei Göttinnen gemeint, die gemeinsam den Titel MorrĂgan tragen, ist von den Morrignae die Rede, aber zur Vereinfachung werde ich in diesem Buch dann einfach die Bezeichnung »die MorrĂgans« verwenden.
HISTORISCHE QUELLEN
Im Lebor Gabala Erenn erfahren wir: »Delbaeth ⊠hat drei Töchter, die berĂŒhmten Kriegsfurien Badb, Macha und MĂłrrĂgu. Letztere wird manchmal Anand oder Danand genannt.« (Macalister, 1941) Diesem Text zufolge ist sie die Tochter der Ernmas: »Ernmas hat andere Töchter, Badb und Macha und MĂłrrĂgu, die den Namen Anand trĂ€gt.« (Macalister, 1941) Ihre Mutter Ernma wird als BĂ€uerin und Zauberin der TĂșatha DĂ© Danann beschrieben, und der Vater der MorrĂgan, Delbaeth, ist einer der Götterkönige. Durch ihre Eltern besteht also eine Verbindung zu verschiedenen Aspekten von Herrschaft und Magie. Auch erfahren wir, dass Badb und Macha ihre Schwestern sind, die in verschiedenen Quellen ebenfalls als MorrĂgan bezeichnet werden, und alle zusammen heiĂen trĂ Morrignae, die drei MorrĂgans. Es gibt noch drei weitere Schwestern: Banba, Fotla und Eriu, die drei SouverĂ€nitĂ€ts-Göttinnen Irlands.
Im Lebor Gabala Erenn lesen wir, dass die MorrĂgan eigentlich Anand oder Danand geheiĂen haben könnte (oder Anu oder Danu).1 TatsĂ€chlich werden fĂŒr sie in verschiedenen Teilen des Textes diese beiden Namen verwendet. Zum Beispiel wird sie in Vers 62 als eine der Schwestern von Badb und Macha erwĂ€hnt: »Badb, Macha und Anand, von der die BrĂŒste der Anu in Luachar stammen, waren die drei Töchter der BĂ€uerin Ernmas.« (Macalister, 1941) Neben der Bezeichnung Anu wird die MorrĂgan manchmal auch Ăine genannt, von der in einem spĂ€teren Kapitel noch die Rede sein wird (Berresford Ellis, 1987; Jones, 2009). Die Verbindung zu Danu beruht auf der Vorstellung, dass es sich bei Anu und Danu um dieselbe Göttin handelt; das wĂŒrde sie zur Urmutter oder Matriarchin der TĂșatha DĂ© Danann machen. Im Lebor Gabala Erenn findet sich folgende Stelle: »Die Morrigu, Tochter Delbaeths, war die Mutter von Brian, Iucharba und Iuchair, den anderen Söhnen Delbaeths: Der zusĂ€tzliche Name der Morrigu lautete âșDanannâč, und danach sind die BrĂŒste der Ana in Luachair benannt, und ebenso die TĂșatha DĂ© Danann.« (Macalister, 1941).
Allerdings werden in vielen Quellen, unter anderem im Cath Maige Tuired, die MorrĂgan und Danand als unterschiedliche Personen gelistet, was es unwahrscheinlich macht, dass Danu oder Danand eine der drei MorrĂgans sein könnte. TatsĂ€chlich ist Danand laut einer Version des Lebor Gabala Erenn kein Kind der Ernmas, sondern Tochter der Göttin Flidais (Macalister, 1941). Der Beweis, dass es sich bei der Morrigu um Anu oder Anand handelt, ist wesentlich ĂŒberzeugender. Allerdings ist Anu eine ziemlich mysteriöse Göttin; dem Sanas Cormaic zufolge ist sie, Anand, die Mutter der Götter Irlands (Jones, 2009). Dass Anand der Name der Morrigu ist, erscheint wahrscheinlich, wĂ€hrend ich ihre Verbindung zu Danand weit weniger ĂŒberzeugend finde, unter anderem weil Anand und Danand sehr unterschiedliche Bedeutungen haben. Der erste Name bedeutet »FĂŒlle«, der zweite »FlieĂen«. Daher halte ich es fĂŒr wesentlich wahrscheinlicher, dass es sich um zwei verschiedene Göttinnen handelt, die man spĂ€ter wegen ihrer NamensĂ€hnlichkeit vereinte. Auch lassen sich meiner Meinung nach manche Namensvarianten und Verwechslungen damit erklĂ€ren, dass bei der spĂ€teren schriftlichen Aufzeichnung der ErzĂ€hlungen unterschiedliche regionale Glaubensvorstellungen und -praktiken miteinander verschmolzen wurden.
VERWANDTSCHAFTLICHE BEZIEHUNGEN
Manchmal liest man, die Morrigu sei die Ehefrau des Dagda. Im Buch von Lecan erfahren wir: »Anand .i. in MorrĂgan ⊠bean aile doân Dagda«, ĂŒbersetzt: »Anand, das ist die MorrĂgan ⊠sie ist die Frau des Dagda.« (Heidja, 2007) Es heiĂt von ihr, der Dagda hĂ€tte mit ihr die Tochter Adair gezeugt, und sie hĂ€tte auĂerdem, mit einem oder mehreren namentlich nicht genannten VĂ€tern, 26 Töchter und 26 Söhne gehabt, allesamt Kriegerinnen und Krieger (Gray, 1983; Gulermovich Epstein, 1998). Fairerweise sei darauf hingewiesen, dass anderen Interpretationen zufolge diese ZweiundfĂŒnfzig keine leiblichen Kinder gewesen sein sollen, sondern Menschen, die einen Eid auf die Göttin geleistet hatten.
Ihr bekanntestes Kind ist vermutlich ihr Sohn Meche, von einem unbekannten Vater. In Meches Herz hausten drei Schlangen, die imstande waren, ganz Irland zu vernichten. Daher wurde er erschlagen und sein Herz verbrannt. Man streute die Asche in einen Fluss, in dem daraufhin alle Fische verendeten (Gray, 1983). In den Mythen ĂŒber die Landnahme hatte die Morrigu die drei Söhne Glon, Gaim und Coscar von einem namentlich nicht erwĂ€hnten Vater, und ihr eigener Vater Delbaeth zeugte mit ihr Brian, Iucharba und Iuchair (Macalister, 1941).
ERSCHEINUNGSFORMEN
Die MorrĂgan kann in vielen Gestalten erscheinen. Oft manifestiert sie sich in Form einer KrĂ€he oder eines Raben. Das ist eine ihrer hĂ€ufigsten Erscheinungsformen. Im TĂĄin BĂł CĂșailgne (âșRinderraub von Cooleyâč) und möglicherweise in der ErzĂ€hlung von der Halle Da Dergas (Togail Bruidne Da Derga) erscheint sie als Kuh, und in vielen Sagen wird sie mit ViehdiebstĂ€hlen in Verbindung gebracht. Sie kann als schöne junge Frau oder schreckliche alte Hexe, Vogel, Wölfin, Aal oder Kuh auftreten. Sie erscheint in der Luft schwebend, auf festem Grund oder im Wasser. Anders als viele andere irische Gottheiten wird sie in den historischen Texten mindestens zwei Mal ausdrĂŒcklich als Göttin bezeichnet, und es ist ein an sie gerichtetes Gebet ĂŒberliefert. In dem Gebet wird sie von einem Mann angerufen, der sagt, sie hĂ€tte ihm schon frĂŒher Gutes getan. Er bittet sie um Hilfe beim Erwerb einer Rinderherde (Gulermovich Epstein, 1998).
ASSOZIATIONEN
Die MorrĂgan ist eine Göttin, die ĂŒber viele FĂ€higkeiten und KrĂ€fte verfĂŒgt. Sie erscheint dem Dagda und Cu Chulain und bietet beiden an, ihnen zum Sieg zu verhelfen, wenn sie mit ihr Sex haben. Im TĂĄin BĂł CĂșailgne weist Cu Chulain sie ab, worauf sie sich gegen ihn wendet; die beiden kĂ€mpfen miteinander. Er fĂŒgt ihr drei Wunden zu, und spĂ€ter erreicht sie durch einen Trick, dass er diese Verletzungen heilt. Im Cage Maige Tuired schlĂ€ft sie mit dem Dagda, und nachdem er das Nachtlager mit ihr geteilt hat, verspricht sie, in der bevorstehenden Schlacht gegen die TĂșatha DĂ© Danann an seiner Seite zu kĂ€mpfen.
In der Mythologie hilft die MorrĂgan den TĂșatha DĂ© Danann im Kampf gegen die Fir Bolg und die Formoren, indem sie mit Hilfe ihrer magischen FĂ€higkeiten Feuer, Blut und Nebel auf die Feinde herabregnen lĂ€sst und einen der gegnerischen Könige verhext oder tötet (Gray, 1983; O hOgain, 2006). Bei diesen Schlachten benutzt sie Hexerei ebenso wie physische Mittel, um die Feinde der TĂșatha DĂ© Danann zu besiegen. In der zweiten Schlacht von Maige Tuired werden die drei MorrĂgans als Druidinnen bezeichnet und im Banshenchas als Hexen (Gray, 1983; Banshenchas, o.J.). Vor der Schlacht von Mag Rath erschien sie als dĂŒnne, grauhaarige Alte, die ĂŒber das Schlachtfeld flog und bei allen Kriegern, die im Kampf siegen wĂŒrden, von Speerspitze zu Schild sprang (Smyth, 1988).
Die MorrĂgan wird eindeutig mit Krieg, Kampf und Tod assoziiert, aber auch mit Sieg, Strategie, Magie und möglicherweise mit Macht und Herrschaft. Sie kann Mut verleihen und ebenso in Schrecken versetzen. Sie ist eine Göttin ruhmreicher Schlachten und raffinierter ViehdiebstĂ€hle. Letztere spielten in der frĂŒhen irischen Kultur eine wichtige Rolle. Viele Autoren vertreten die Auffassung, dass ihre Verbindung zum Vieh aus ihrer Rolle als SouverĂ€nitĂ€tsgöttin zu erklĂ€ren ist. O hOgain geht hier am weitesten, indem er argumentiert, sie sei, wegen ihrer möglichen Assoziation mit Danu, Landgöttin und Muttergöttin (O hOgain, 2006).
Auch wenn man den Begriff Muttergöttin sehr weit fasst, ist es unwahrscheinlich, dass die MorrĂgan zu diesen gezĂ€hlt werden kann. Eindeutig verfĂŒgt sie aber als Göttin, die das KriegsglĂŒck und den Ausgang von Schlachten und Machtkonflikten beeinflusst, ĂŒber die Eigenschaften einer SouverĂ€nitĂ€tsgöttin. Sie erscheint oft in der NĂ€he von oder in Verbindung zu FlĂŒssen, und ihre Assoziation mit den BrĂŒsten der Anu, brustförmigen HĂŒgeln im County Kerry, und anderen markanten Orten in der Landschaft spricht dafĂŒr, dass es sich bei ihr um eine Landgöttin handelt. Ich selbst neige eher nicht zu dieser Interpretation, ĂŒberlasse es aber den Leserinnen und Lesern, sich auf Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse eine eigene Meinung zu bilden. Am stĂ€rksten wird die MorrĂgan jedenfalls mit dem Krieg und dem Schicksal assoziiert, weshalb manche eine Verbindung zu den nordischen WalkĂŒren sehen (Jones, 2009; Gulermovich Epstein, 1998).
Mehrere Orte sind nach ihr benannt, unter anderem der Corryveckan-Strudel, der auch als MorrĂganâs Cauldron, Kessel der MorrĂgan, bezeichnet wird. Die Furt, die als »Bett des Paares« [Bed of the Couple] bekannt ist, verdankt ihren Namen dem Samh...
Table of contents
- Cover
- Titel
- Impressum
- Inhalt
- Einige Worte vorab
- EinfĂŒhrung: Auf schattigen FlĂŒgeln
- 1 Morrigu â Göttin der Schlachten
- 2 Macha â die SouverĂ€nitĂ€tsgöttin
- 3 Badb â Göttin der Weissagung
- 4 Andere Namen fĂŒr die MorrĂgan
- 5 Die MorrĂgan in der Mythologie
- 6 Tiere und die MorrĂgan
- 7 Die MorrĂgan in der modernen Welt entdecken
- Schlusswort
- Anmerkungen
- Danksagung
- Bibliografie
- Stimmen zum Buch
- Ăber die Autorin
- Weitere E-Books von Amra
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