Kapitalismus Forever
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Kapitalismus Forever

Über Krise, Krieg, Revolution, Evolution, Christentum und Islam

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Kapitalismus Forever

Über Krise, Krieg, Revolution, Evolution, Christentum und Islam

About this book

In einem Rundumschlag kommentiert Wolfgang Pohrt die Angst der Kommunisten vor dem Crash und andere Aspekte der aktuellen Diskussion. Dabei weiß er wie immer mit originellen Gedanken zu brillieren. Die Linken klagen den Kapitalismus auf moralische Weise an, in Wirklichkeit jedoch wollen sie ihn retten, dabei ist er auf ihre Hilfe gar nicht angewiesen, denn der Kapitalismus ist ein System, das sich stĂ€ndig neu erfindet und unkaputtbar ist und das aus jeder Krise gestĂ€rkt hervorgeht."Überhaupt kann man den Kapitalismus nur bewundern, je lĂ€nger man sich mit ihm befasst. Marx ging es wohl ganz Ă€hnlich, er hat am Ende auch nicht mehr gewusst, durch was man ihn ersetzen könne. Das Kapitel ĂŒber den Kommunismus am Ende vom dritten Band des Kapitals ist ganz kurz. Und bestimmt nicht deshalb, weil Marx zu frĂŒh gestorben ist, um das Werk zu vollenden. Auch wenn er noch weitere 100 Jahre gelebt hĂ€tte, wĂ€re ihm das nicht gelungen." | Wolfgang Pohrt

Information

Publisher
Fuego
Year
2012
Print ISBN
9783893201662
eBook ISBN
9783862870325
Noch eine Weltuntergangssekte: Verzweifelte Marxisten
Jetzt noch mal ganz ernst und ohne Blödelei die Frage: Was bedeutet es denn nun, wenn ein Schirrmacher von der FAZ einer Sahra Wagenknecht von der Linkspartei Avancen macht und wenn die Zeit »Alternativen zum Kapitalismus« sucht?
Ganz einfach: Es bedeutet, dass die MeinungsfĂŒhrer fĂŒhlen, was ich weiß: Es gibt keine Alternative zum Kapitalismus. Sie schwatzen darĂŒber, weil es nur GeschwĂ€tz ist. Wie wĂŒrden die Zeitungen wohl aussehen, wenn das Kapital tatsĂ€chlich bedroht wĂ€re, wenn ein kommunistischer Umsturz auch nur als vage Möglichkeit am Horizont erschiene? Dann wĂŒrde pausenlos »Die freie Gesellschaft und ihre Feinde« gedudelt, die Presse schösse aus allen Rohren.
Mit solchen Formulierungen handelt man sich nur Ärger ein. Wenn sie »kommunistischer Umsturz« hören, denken manche Leute sofort an die Partei, die immer Recht hat. Aber kommunistische Parteien sind heute nostalgische Traditionsvereine, eigentlich Folklore. Vor denen braucht sich niemand fĂŒrchten. Vielleicht erbarmen sich die ArtenschĂŒtzer dieser KPs, oder sie kommen ins Weltkulturerbe der UNESCO.
Jedenfalls wer­den sie nie wieder eine Massenbasis haben, weil es die Massen einfach nicht mehr gibt. Das Indus­trieproletariat ist heute in der BRD eine Minderheit, nicht umsonst heißt das Ding, worin wir leben, »Dienstleistungsgesellschaft«.
Andere Leute sind richtig gemein. Sie fassen mit der vollen Patschhand in die offene Wunde und fragen, was denn ein kommunistischer Umsturz eigentlich wĂ€re. Genau das weiß ich nĂ€mlich auch nicht, und sie haben es gerochen. Ich weiß nur, was keiner ist. Aber wenn ich mal einen zu sehen bekĂ€me, also so ein Ding, was ich nicht kenne, nĂ€mlich den kommunistischen Umsturz, dann, glaube ich, wĂ€re es eine Offenbarung.
Stellen wir es uns wie bei Bildern vor. Könnte man, wenn man die Mona Lisa noch nie gesehen hat, sagen und beschreiben, wie das Bild aussehen muss? Unmöglich. Aber wenn man das Bild siehst, dann weiß man: Das ist es. Ähnlich bei aller wirklichen Kunst: Man sieht, hört, liest etwas, was man sich nie ausgemalt hatte, worauf man selbst nie gekommen wĂ€re – und man versteht es sofort.
Das ist ĂŒbrigens ein weiterer Grund, warum ich Marxisten wie Robert Kurz – der aus Marx einen Unheilspropheten macht, und der wie alle Sektenpriester ein baldiges Eintreten der geweissagten Katastrophe verkĂŒndet, ohne sich auf ein Datum festzulegen – fĂŒr TotengrĂ€ber der Revolution halte, harmlose TotengrĂ€ber, denn die Leiche modert seit vielen Jahren im Grab. Wenn man erst mal zehn Jahre fulltime Marx bĂŒffeln muss, um gegen die bestehende Gesellschaft rebellieren zu wollen, wird die Rebellion nie stattfinden. Wer kann sich denn diesen Luxus leisten?
Und wenn er es kann, hat er sich nach zehn Jahren im BĂŒffeln eingerichtet und bĂŒffelt einfach weiter. Was dabei rauskommt, hat man in Konkret (12/2011) nachlesen können. Das Blatt hatte eine Expertenkommission zusammengetrommelt und druckte nun AuszĂŒge aus dem »StreitgesprĂ€ch ĂŒber den Kapitalismus in der Krise mit Thomas Ebermann, Michael Heinrich, Robert Kurz und Joseph Vogl.« Gremliza löcherte die Runde mit der Frage, wie man sich den großen Kladderadatsch denn vorzustellen hĂ€tte, ob die Versorgung mit Lebensmitteln zusammen­brĂ€che etc. Das hĂ€tte mich auch interessiert, aber die Wirtschaftsweisen schwiegen eisern. Mit solchen TrivialitĂ€ten geben sich Marxisten nicht ab. Stattdessen klang es so: »Der Kapitalismus, und da wĂŒrde ich auch Robert Kurz recht geben, ist ein gerichteter Prozess.« Ich weiß nicht, wen dies sinnfreie akademische GeschwĂ€tz aufrĂŒtteln soll, mir fallen dabei die Augen zu.
Betrachten wir lieber die Tatsachen: Seit das Kapital existiert, stolpert es von einer Krise in die nÀchste. Dabei gedeiht es prÀchtig, UntergÀnge wirken aufs Kapital wie ein Jungbrunnen. Immer dann, wenn man meint, es sei am Verenden, ist es gerade dabei, neue KrÀfte zu sammeln.
Wunderbar, dieses Kapital, einfach wunderbar. Sein einziger Daseinszweck besteht darin, sich zu vermehren – wie das Leben selbst. Und wie das Leben selbst schöpft es aus der VergĂ€nglichkeit alles Irdischen seine ewige Kraft. Alles geht und ging irgendwann zu Bruch, wann und wo steht in den GeschichtsbĂŒchern. Das scheint unvermeidlich. Aber als das Römische Reich kollabierte, da war es auch wirklich kaputt und weg, aus und vorbei. Wenn hingegen das Kapital zusammenbricht, was es wie alles Irdische von Zeit zu Zeit und sogar ziemlich oft tut, steht es danach umso besser da.
Die »zweite Natur«, wie Marx das KapitalverhÀltnis gelegentlich auch nannte, weil es den Menschen mit der Macht einer fremden, undurchschauten und ungebÀndigten Naturgewalt entgegentritt, diese »zweite Natur« also gleicht der ersten auch in dem Sinne, dass ihr jedes Ende ein Anfang ist und das, was den Menschen als eine Katastrophe erscheint, nur ein verschwindendes Moment im unendlichen Prozess, welcher aus der Abfolge solcher Momente besteht.
Manche werden vielleicht einwenden: Trotzdem sind Konjunktur- und Krisenprognosen wichtig. Man muss schließlich wissen, was einem blĂŒht. Wozu? Krisenprognosen sind so nĂŒtzlich wie etwa die Diagnose, man sei unheilbar an Krebs erkrankt, oder wie die Vorhersage, der nĂ€chste Sommer werde Dauerregen bringen. Je spĂ€ter man das weiß, desto besser. Denn tun kann man dagegen nichts, das Wissen verdirbt einem nur im Voraus schon die Laune. Es gibt eben Dinge, die man besser nicht so genau weiß. Möchte jemand zum Beispiel heute schon sein genaues Sterbedatum kennen? Er hĂ€tte am Leben dann vermutlich nicht mehr viel Spaß.
Das einzig Gute an dem Krisengequatsche ist, dass es kein Mensch mehr ernst nimmt. Verglichen mit Konjunkturforschung ist Astrologie exakte Wissenschaft. Manche sagen auch: Aber Krisenprognosen sind sinnvoll, weil sie die Bevölkerung gegen das System mobilisieren, das solche Krisen hervorbringen.
Ach woher! Es ist doch so: In der Krise zeigt das Kapital den Menschen seine Krallen. Es zeigt ihnen, wie restlos abhĂ€ngig von ihm sie sind. Nur das Kapital kann sie vor der Verelendung bewahren, nur das Kapital kann sie retten. Und wenn es zum ganz großen Kladderadatsch kommt, werden sie noch einmal von den VorzĂŒgen und der Unausweichlichkeit der freien Marktwirtschaft ĂŒberzeugt. Bricht alles zusammen, so ist das erste PflĂ€nzchen, das in den Ruinen erblĂŒht, der Schwarzmarkt. Viele verdanken ihm ihr Leben. Nur er kann die Versorgung der Bevölkerung noch halbwegs zustande bringen, wenn der Staat nicht mehr funktioniert. Und auf dem Schwarzmarkt werden die Vermögen verdient, die spĂ€ter das Startkapital fĂŒr florierende Unternehmen sind, wir kennen das doch aus der Nachkriegsgeschichte.
Wenn eine Partie zu Ende ist, beginnt die nĂ€chste. Neues Spiel, neues GlĂŒck, wie bei Monopoly. Marxisten begreifen natĂŒrlich nicht, wie simpel der Kapitalismus im Prinzip ist. Kein Experte gibt zu, dass seine Expertise sinnlos und nutzlos ist.
Wenn man als Marxist unter Marxisten so spricht, erntet man fassungslose Staunen: Und du glaubst wirklich, dass das immer so weiter geht? Dass es nicht irgendwann den ganz großen Knall gibt? Damit ist natĂŒrlich ein Ereignis gemeint, das etwas ganz Neues, noch nie Dagewesenes wĂ€re. Und daran glaube ich wirklich nicht. Dies Gerede vom »totalen Zusammenbruch« und der »Barbarei« ist nichts anderes als christliche Untergangsmystik. Schon Jesus hatte seinen JĂŒngern das Ende der Welt noch zu deren Lebzeiten prophezeit, als Ansporn, sich bei der Werbung neuer Mitglieder ein bisschen zu beeilen.
Auf den kapitalistischen Weltuntergang warten wir jetzt schon geschlagene 150 Jahre, und immer noch können die marxistischen Konjunktur­astro­logen uns kein Datum nennen. Sie vertrösten uns, sie wissen nur, der finale Zusammenbruch der Weltwirtschaft kommt ganz bestimmt, irgendwann – wie der jĂŒngste Tag.
Also wenn es so lange dauert, dann kann ich auch gleich auf den Messias warten. Warum ausgerechnet auf die Katastrophe? Wenn schon Hokuspokus, dann wenigstens einer, der Freude macht.
Nicht, dass ich kein menschliches VerstĂ€ndnis fĂŒr die Ideologie der Untergangsprognostiker auf­bringen könnte. Sie erinnern an den Widerstand gegen Franco im Nachkriegsspanien. Es gab Untergrundorganisationen, es gab Attentatsversuche, keiner hat geklappt. Und irgendwann kam man als Beobachter zu dem Schluss, dass es die Spanier aus eigener Kraft einfach nicht schaffen, ihren greisen Diktator abzuhalftern. Es blieb nur der Trost, dass Franco aus AltersgrĂŒnden ohnehin bald sterben wĂŒrde, und das hat er 1975 getan, mit 83 Jahren. Schade. Ich hĂ€tte ihm gerne weitere zwanzig Jahre gegönnt. Eine Bevölkerung, die es nicht schafft, ihren Diktator zu stĂŒrzen, hat es verdient, ihn behalten zu mĂŒssen.
Am Kapital murksen die Marxisten schon viel lĂ€nger herum als die Spanier sich mit Franco abgemĂŒht hatten, bei stetig schwindender Hoffnung, dass eine proletarische Revolution es einmal werde hinwegfegen können. Was dann noch bleibt, ist allein das sehnsĂŒchtige Warten auf seinen natĂŒrlichen Tod, also den des Kapitals. Die RevolutionĂ€re verwandeln sich dabei in Betschwestern. Mit ihren gemurmelten dunklen Ahnungen von einen bevorstehenden Ende wollen sie den Untergang des Kapitals herbeireden.
NatĂŒrlich ist das, was so martialisch als Hard­core-Marxismus daherkommt, nichts anderes als windelweicher sozialdemokratischer DĂŒnnpfiff.
Was bedeutet es denn, wenn man in Theorie und Agitation einen kĂŒnftigen Totalzusammenbruch des Kapitals an die Wand malt? Nichts anderes als dies: Das Schlimmste am Kapital ist, dass es irgendwann wieder verschwindet, und zwar nicht einfach nur in die BilliglohnlĂ€nder, sondern ganz von dieser Welt. Und solchen Leuten, die sich um das Ende der kapitalistischen Klassenherrschaft sorgen, soll man glau­ben, dass sie diese Herrschaft stĂŒrzen wollen?
Sie sagen doch selbst, nur anders formuliert: Mit dem Kapitalismus, so, wie er ist, könnten wir ganz gut leben, wenn 
 ja wenn nicht eines Tages das dicke Ende kĂ€me in Gestalt der Barbarei oder was immer man sich ausmalen mag.
Das ist die Haltung derer, die sich ihre Marxismus-Nische gemĂŒtlich eingerichtet haben. Fachfremd und unwissenschaftlich werden sie denken, wenn sie bei Walter Benjamin lesen:
»Der Begriff des Fortschritts ist in der Idee der Katastrophe zu fundieren. Dass es â€șso weiter gehtâ€č, ist die Katastrophe. Sie ist nicht das jeweils Bevorstehende, sondern das jeweilig gegebene. Strindbergs Gedanke: die Hölle ist nichts, was uns bevorstĂŒnde – sondern dieses Leben hier.«
Den Widerspruch, das Kapital einerseits ganz ertrĂ€glich zu finden, es aber andererseits abschaffen zu wollen, lösen die Marxisten agitatorisch auf. Sie wollen den Menschen Angst machen, Angst vor einem ganz schrecklichen Ende in ferner Zukunft. Und diese Angst soll sie auf die Barrikaden treiben oder in die Arme der Linkspartei oder von wem auch immer – als wĂ€re eine Revolution fĂŒr bereits verĂ€ngstigte Menschen was anderes als Selbstmord aus Angst vor dem Tod.
Darauf lassen sich die Leute nicht ein. Sie essen ja auch weiter, obgleich sie der festen Überzeugung sind, sich mit jedem Bissen zu vergiften. Irgendwann in unbekannter Zukunft an Pestizid­rĂŒckstĂ€nden zu verenden, ist eben doch viel angenehmer, als Übermorgen den Hungertod zu sterben.
Außerdem ist man gegen WeltuntergĂ€nge inzwischen ziemlich abgehĂ€rtet. Wider Erwarten haben wir die Pershing II, die AKWs, das Waldsterben, Tschernobyl, den Golfkrieg, die Schweinegrippe und den Klimawandel ĂŒberlebt. Die Marxisten hĂ€tten ein bisschen frĂŒher aufstehen mĂŒssen, um ihre Weltuntergangsvision an den Mann zu bringen. Heute glaubt ihnen keiner mehr. Sie haben zu lange in die falsche Ecke geschaut und dabei den Untergang des Ostblock oder des Kommunismus verschlafen. Vor allem haben sie vergessen, dass sie diesen tatsĂ€chlichen Untergang weder geahnt noch geweissagt hatten, ein Umstand, der ihre prophetische Gabe stark in Zweifel zieht.
Man wird, wenn man so redet, gern gefragt, ob denn die Weltwirtschaftskrise von 1929 etwa keine Katastrophe gewesen wÀre. Nein, war sie nicht. Man könnte sagen, dass das Kapital eine Katastrophe ist, die Katas­trophe als Dauerzustand oder Daseinsform. Aber das Kapital selbst erleidet und kennt keine Katas­trophen, eben so wenig wie die Natur.
Nicht mal dies haben die Kapitalforscher kapiert. Überhaupt habe ich den Verdacht, dass sie schlichte GemĂŒter sind, die sich hinter einem bombastischen Vokabular verschanzen. Wenn man das weglĂ€sst, kommt eine erschrockene Oma zum Vorschein:
»Echt Wahnsinn, wie das Kapital immer mehr wird. Wo soll das noch hinfĂŒhren? Wo soll das alles bloß enden? Das kann doch nicht gut gehen! (Tut’s ja auch nicht. Keine Panik, Oma! Ein krĂ€ftiger Crash, und die Billionen sind wieder futsch. Nur nicht gleich die Nerven verlieren!)«
Ich habe jetzt den ganzen Gedanken skizziert, aber sie denken nur bis zur HĂ€lfte. Den eingeklammerten Teil lassen sie weg.
FĂŒr die Natur ist jedes Ende ein Anfang. Als die Dinos abkratzten, bekamen die SĂ€ugetiere ihre Chance. Die waren vorher ganz klein gewesen und hatten sich tagsĂŒber in Erdhöhlen vor ihren Fressfeinden, eben den Dinos, verstecken mĂŒssen. Wir leiden heute noch darunter, unter dem Leben unserer winzigen vierbeinigen Vorfahren als nachtaktive Erdhöhlenbewohner. Wir haben viel schlechtere Augen als Vögel und Reptilien. Wir können froh sein, dass wir ĂŒberhaupt welche haben, denn unser Urahn war ein Maulwurf, und der ist bekanntlich blind.
Wenn die Dinos damals wie Menschen hĂ€tten denken und reden können, hĂ€tten sie geschrien: »Das ist eine Naturkatastrophe! Das ist der Welt­untergang!« FĂŒr sie schon. FĂŒr die Natur und die Welt aber nicht.
Die Natur kennt also keine Katastrophen. Und die »zweite Natur«, das Kapital, auch nicht. Geradezu wunderbar, wie es mit NaturkrĂ€ften ausgestattet ist. Etwa so, wie ein Vulkanausbruch oder ein riesiger Waldbrand dafĂŒr sorgen, dass auf der Asche das eben noch von Lava oder Feuer vernichtete GrĂŒnzeug nachher umso prĂ€chtiger wĂ€chst.
Man muss sich einfach mal die Geschichte angucken. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam in Deutschland das Wirtschaftswunder, in Frankreich, England und den USA kam die Flaute. Warum? Weil Bomber Harris mit seinen Geschwadern die deutsche Wirtschaft auf Sanierungskurs gebracht hatte, wĂ€hrend die lĂ€cherlichen deutschen »Wunderwaffen« – V1, V2 und so was – ungefĂ€hr das Destruktionspotential der selbstgebastelten Hamas-Raketen hatten. Reine Terrorwaffen, und im Krieg vollkommen unbrauchbar.
Je mehr Katastrophe, desto besser fĂŒr das Kapital. Alles muss kaputt sein, wie damals, dann gedeiht das Kapital am besten. Das ist heute noch so, das sieht man immer wieder.
Im Libanonkrieg, als israelische Bombenflugzeuge den Abrissbagger spielten – die Bewohner wurden ...

Table of contents

  1. Über dieses Buch
  2. Der Aufbruch ist ein Zusammenbruch
  3. Bildung ist Verblödung
  4. Linke sind heute ZankhÀhne in Filzpantoffeln
  5. Die Frauenbewegung hat das Kapital vom ArbeitskrÀftemangel befreit
  6. Oben bleiben!
  7. Abendland vs. Islam: Gottlose im Religionskrieg
  8. Alle Wege fĂŒhren zum Kapitalismus
  9. Noch eine Weltuntergangssekte: Verzweifelte Marxisten
  10. Schon Marx hatte sich am Kapitalismus die ZĂ€hne ausgebissen
  11. Marxologie
  12. Das Kapital ist so einfach und stabil wie das Krokodil
  13. Kein Fortschritt ohne Kapitalismus und Krieg
  14. Genmanipulation ohne Labor
  15. Wo kommt der Kapitalismus her?
  16. Pleiten, Ausreden und Opelaner
  17. Globalisierung ist, wenn aus Kolonialvölkern Konkurrenten werden
  18. Digitalisierung der Steinzeit
  19. Feindschaft aus Ähnlichkeit: Der Westen und der Iran
  20. Gated Communities: Grenzenlose Freiheit im Knast
  21. Über den Autor
  22. Über Fuego
  23. Impressum

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