Sind wir nur die Gestrandeten am Rand eines kalten, stumpfsinnigen Universums und das Produkt absurden Zufalls?Mark Hathaway und Leonardo Boff arbeiten in diesem Buch grĂŒndlich die Ergebnisse der neuen Kosmologie, der Quantenphysik, der Chaostheorie, der Biologie und der Geowissenschaften auf. Sie zeigen, dass der Prozess der Entwicklung des Kosmos selbst einen Sinn offenbart, dass unser Geist, unsere LiebesfĂ€higkeit und unsere Empfindsamkeit im Kosmos selbst tief verankert sind. Der alten, deterministischen "Kosmologie der Herrschaft" setzen sie ein neues VerstĂ€ndnis des Kosmos selbst entgegen, dessen Tendenzen und Sinnstrukturen unser eigenes Ringen um eine lebensfreundliche Welt unterstĂŒtzt.Kein geringerer als Fritjof Capra setzt sich fĂŒr dieses Buch entschieden ein und hat ein ausfĂŒhrliches Vorwort beigesteuert. Der österreichische Physiker und Philosoph Capra lebt in Berkeley, Kalifornien, und ist einer der entscheidenden BrĂŒckenbauer zwischen Naturwissenschaften, Ăkologie und Mystik. Etliche seiner zahlreichen BĂŒcher (u.a. "Wendezeiten", "Das Lebensnetz", "Das Tao der Physik") wurden Weltbestseller.

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Befreite Schöpfung
Kosmologie - Ăkologie - SpiritualitĂ€t. Ein zukunftsweisendes Weltbild. Mit einem Vorwort von Fritjof Capra.
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Befreite Schöpfung
Kosmologie - Ăkologie - SpiritualitĂ€t. Ein zukunftsweisendes Weltbild. Mit einem Vorwort von Fritjof Capra.
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Information
1. In einer Zeit der Krise nach Weisheit streben
Wenn die Besten unter denen,
die nach Weisheit streben, vom Tao hören,
dann geben sie sich sofort MĂŒhe, es zu verwirklichen.
Wenn durchschnittliche Weisheitssucher vom Tao hören,
dann folgen sie ihm zuweilen, und zuweilen vergessen sie es wieder.
Wenn Weisheitssucher ohne Verstand vom Tao hören,
dann lachen sie lauthals.
Lachten sie nicht,
dann wÀre es nicht das Tao.
Darum heiĂt es:
Der Weg im Licht erscheint dunkel,
der Pfad, der nach vorn fĂŒhrt, scheint rĂŒckwĂ€rts zu laufen,
der gerade Weg scheint krumm zu sein,
die gröĂte Kraft erscheint schwach,
die echteste Reinheit scheint beschmutzt,
wahrer Ăberfluss scheint nicht genug zu sein,
auf echte Standhaftigkeit scheint kein Verlass zu sein.
Der weiteste Raum kann nicht ausgefĂŒllt werden,
das gröĂte Talent braucht lange, um zu reifen,
der höchste Ton ist schwer zu hören,
die vollkommene Gestalt kann nicht leibhaftig werden.
Das Tao ist nirgends zu finden.
Und doch ernĂ€hrt es alle Dinge und fĂŒhrt sie ihrer ErfĂŒllung zu.
(Tao Te King § 41)
Heute stehen wir wahrscheinlich vor der wichtigsten Entscheidung in der Geschichte der Menschheit und wahrhaftig auch der Erde selbst. Die sich gegenseitig verstĂ€rkenden Entwicklungen einer wachsenden Armut und einer sich beschleunigenden Verschlechterung der ökologischen Bedingungen verursachen einen heftigen Strudel der Verzweiflung und Zerstörung, aus dem zu entrinnen zunehmend schwerer wird. Wenn es uns nicht gelingt, energisch, rasch und weise genug zu handeln, dann werden wir uns bald zu einer Zukunft verdammt sehen, in der die Möglichkeiten fĂŒr ein sinnvolles, hoffnungserfĂŒlltes und schönes Leben in starkem MaĂ dahingeschwunden sind.
FĂŒr die Mehrzahl der Menschen, die sich an den RĂ€ndern der Weltwirtschaft abmĂŒhen, scheint sich das Leben bereits jetzt am Rand des Absturzes zu bewegen. Jedes Jahr nimmt die Kluft zwischen Arm und Reich noch stĂ€rker zu. In einer Welt, in der die Illusionen einer Konsumgesellschaft feilgeboten werden, mĂŒssen die meisten einen harten Kampf bestehen, nur um das erforderliche Minimum zum Ăberleben zu bekommen. Der Traum von einem einfachen, aber dennoch wĂŒrdevollen Leben bleibt dauerhaft kaum erreichbar. FĂŒr viele wird das Leben Jahr fĂŒr Jahr schwieriger.
Die anderen Lebewesen, die diesen Planeten mit der Menschheit teilen, machen sogar noch eine schwerere Krise durch. Da sich die Menschen einen immer gröĂeren Teil der Gaben der Erde angeeignet haben, bleibt fĂŒr andere Lebensformen immer weniger ĂŒbrig. Da wir die Luft, das Wasser und das Land mit Chemikalien und Abfall verpesten, wird das komplexe System, welches das Gewebe des Lebens aufrecht erhĂ€lt, zunehmend unterminiert. Viele Arten verschwinden fĂŒr immer. Unser Planet erlebt in der Tat eine der gröĂten Massenvernichtungen aller Zeiten.
NatĂŒrlich gibt es Zeichen der Hoffnung. UnzĂ€hlige einzelne Personen und Organisationen setzen sich mit Fantasie und Mut fĂŒr eine VerĂ€nderung ein. Einige haben Bewegungen ins Leben gerufen, die heute weltweit aktiv sind. Ihre Anstrengungen bewirken sehr konkrete VerĂ€nderungen auf lokaler Ebene in der ganzen Welt. Gleichzeitig ermöglichen neue Kommunikationsmittel den Dialog zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichen GlaubensĂŒberzeugungen. Die Möglichkeiten, Weisheit und Erkenntnisse miteinander auszutauschen, sind deshalb wahrscheinlich gröĂer als jemals zuvor. Viele Menschen haben ein stĂ€rker ausgeprĂ€gtes Bewusstsein von ihren grundlegenden Rechten und verteidigen diese aktiver. Auf Gebieten wie Gesundheitsvorsorge und Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wurden echte Fortschritte erzielt. Es gibt ein wachsendes Bewusstsein hinsichtlich der ökologischen Problematik, und viele Gemeinden bemĂŒhen sich, in Harmonie mit der Natur und nicht gegen sie zu arbeiten. All diese Trends eröffnen neue Möglichkeiten fĂŒr die Erneuerung der Welt.
Doch das sind bloĂ kleine Lichtblicke inmitten der Dunkelheit. Immer noch gibt es wenige Anzeichen fĂŒr ein effektives, abgestimmtes Handeln in einer solchen GröĂenordnung, dass es in der Lage wĂ€re, die zunehmende Armut und den ökologischen Niedergang tatsĂ€chlich zu stoppen oder gar einen Prozess in Gang zu setzen, um die Gemeinschaft des Planeten wieder gesunden zu lassen. Institutionen auf Weltebene, insbesondere Regierungen und Konzerne, beziehen in ihr Handeln die dringende Notwendigkeit nach wie vor nicht ein, die Art und Weise, wie wir in dieser Welt leben, von Grund auf zu Ă€ndern. Im Gegenteil: Die Grundideen, Motive, Gewohnheiten und politischen Strategien, die so viel VerwĂŒstung und Ungerechtigkeit verursacht haben, beherrschen nach wie vor unser politisches und ökonomisches System. Michail Gorbatschow stellte im Jahr 2001 fest:
âObwohl es eine wachsende Zahl von mutigen Initiativen von Verantwortlichen in Regierungen und Unternehmen gibt, die Umwelt zu schĂŒtzen, sehe ich nicht, dass eine politische FĂŒhrung und der Wille entstehen, Risiken in der GröĂenordnung einzugehen, die notwendig wĂ€re, um der gegenwĂ€rtige Situation gerecht zu werden. Obwohl es eine wachsende Zahl von Menschen und Organisationen gibt, die sich der Bewusstseinsbildung widmen und Ănderungen in der Art und Weise, wie wir die Natur behandeln, herbeifĂŒhren wollen, erkenne ich immer noch keine klare Vision und keine gemeinsam abgestimmte Vorgehensweise, die die Menschheit rechtzeitig zu einer Kurskorrektur inspirieren könnten.â (Gorbachev 2001,4)
Joanna Macy und Molly Brown (1998) bezeichnen die zentrale Herausforderung unserer Zeit, nĂ€mlich den Wechsel von industriellem Wachstum hin zu einer lebenerhaltenden Zivilisation, als die âGroĂe Wendeâ. Leider haben wir keine GewĂ€hr dafĂŒr, dass wir diese wesentliche VerĂ€nderung rechtzeitig hinbekommen, um die Auflösung des sorgfĂ€ltig geknĂŒpften Netzes zu verhindern, welches das komplexe Leben trĂ€gt und erhĂ€lt. Sollten wir uns als unfĂ€hig erweisen, eine solche VerĂ€nderung zu bewerkstelligen, dann nicht, weil es an der entsprechenden Technik, an genĂŒgend Information oder etwa an schöpferischen Alternativen mangelt, sondern vielmehr, weil es an politischem Willen fehlt und weil die uns drohenden Gefahren so schwer zu ertragen sind, dass sie viele von uns aus Angst schlicht aus ihrem Bewusstsein verbannen.
Wir sind dennoch fest davon ĂŒberzeugt, dass der gegenwĂ€rtige Kreislauf von Verzweiflung und Zerstörung durchbrochen werden kann, dass wir immer noch die Chance haben, effektiv zu handeln und den Kurs zu Ă€ndern. Es ist noch Zeit, die GroĂe Wende einzuleiten und unseren Planeten zu heilen. In diesem Buch suchen wir nach einem Weg zur VerĂ€nderung, zu einem Wandel, der uns zu einer neuen Weise, in der Welt zu sein, herausfordert â einer Weise des In-der-Welt-Seins, die gerechte und harmonische Beziehungen innerhalb der menschlichen Gesellschaft und innerhalb der gröĂeren planetarischen Gemeinschaft umfasst. Wir suchen nach einer Weisheit â dem Tao â, das uns zu einer ganzheitlichen Befreiung hinfĂŒhrt.
Wir sind davon ĂŒberzeugt, dass die Kraft fĂŒr diese VerĂ€nderungen bereits unter uns vorhanden ist. Sie ist als Keim bereits im menschlichen Geist da. Sie ist im Evolutionsprozess Gaias, unserer lebendigen Erde, am Werk. Sie ist in Wahrheit bereits in den Stoff des Kosmos selbst hineingewoben, in das Tao eingelassen, das durch alles und in allem flieĂt. Wenn es uns gelingt, einen Weg zu finden, uns auf das Tao einzustellen und uns mit seiner Energie zu verbinden, dann werden wir den SchlĂŒssel fĂŒr wahrhaft revolutionĂ€re VerĂ€nderungen finden, die zu einer echten Befreiung hinfĂŒhren. Doch das Tao ist keineswegs etwas, dessen wir uns bemĂ€chtigen und das wir kontrollieren könnten. Wir mĂŒssen es vielmehr zulassen, dass es durch uns wirkt, indem wir uns seiner verĂ€ndernden Energie öffnen, damit die Erde geheilt werden kann. Mit den Worten von Thomas Berry ausgedrĂŒckt:
âDie dynamischen KrĂ€fte, die wir brauchen, um die Zukunft zu gestalten, fehlen uns nicht. Wir schwimmen, ĂŒber alle Vorstellbarkeit hinaus, in einem Meer von Energie â aber diese Energie wird zur unsrigen letztlich nicht durch Beherrschung, sondern durch Anrufung.â (2011, 175)
Bevor wir diese Aufgabe in Angriff nehmen, mĂŒssen wir die sehr konkreten Hindernisse verstehen, die einer befreienden VerĂ€nderung im Weg stehen. Vielleicht ist der erste Schritt in Richtung Weisheit einfach der, dass wir die Notwendigkeit der VerĂ€nderung einsehen. Viele von uns wissen die GröĂe und Schwere der Krisen, mit denen wir konfrontiert sind, noch nicht angemessen einzuschĂ€tzen. Zu einem groĂen Teil rĂŒhrt dies daher, dass unsere Wahrnehmung der RealitĂ€t so deformiert ist, dass sie das verbirgt, was ansonsten offen zutage lĂ€ge. Wir tendieren dazu, die Welt aus einem sehr eingeschrĂ€nkten Blickwinkel heraus zu betrachten, sowohl was die Zeit, als auch was den Raum betrifft. Wir blicken selten ĂŒber unsere unmittelbare Vergangenheit oder Zukunft bzw. ĂŒber unsere eigene Gemeinde oder Region hinaus.
Teilweise rĂŒhrt diese verkĂŒrzte Sichtweise auch daher, dass viele der Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, nur allmĂ€hlich schlimmer werden, vor allem im Vergleich zu unserer relativ kurzen eigenen Lebensspanne. Wir tendieren dazu, uns sehr schnell an neue RealitĂ€ten zu gewöhnen â wenigsten in einem oberflĂ€chlichen Sinn â, und deshalb erkennen wir den Ernst der Krisen nicht, die uns bevorstehen. Ein einleuchtendes Beispiel dafĂŒr ist ein Frosch, der steigenden Temperaturen ausgesetzt wird: Wenn man einen Frosch in kochendes Wasser wirft, dann wird er sofort zu entkommen versuchen. Wenn man ihn hingegen in kaltes Wasser setzt und dieses langsam erhitzt, dann wird er die Gefahr erst bemerken, wenn es bereits zu spĂ€t ist, und er wird an der Hitze zugrunde gehen.
Die Krise der Erde: Eine kosmische Perspektive
Um die Schwere der Krise zu ermessen, mit der wir konfrontiert sind, wollen wir deshalb einen Schritt zurĂŒcktreten, von unserer alltĂ€glichen Wahrnehmung fĂŒr einige Augenblicke der Wirklichkeit Abstand gewinnen und eine eher âkosmischeâ Perspektive einnehmen. Stellen wir uns vor, dass die gesamte, 15 Milliarden Jahre lange Geschichte des Kosmos auf ein einziges Jahrhundert verdichtet wird.4 Mit anderen Worten: Jedes âkosmische Jahrâ entspricht 150 Millionen irdischen Jahren.5
So gesehen entstand die Erde im siebzigsten Jahr des kosmischen Jahrhunderts, und ĂŒberraschend bald danach entstand in ihren Ozeanen das Leben, nĂ€mlich im Jahr 73. Fast zwei kosmische Jahrzehnte lang beschrĂ€nkte sich das Leben weitgehend auf einzellige Bakterien. Doch diese Organismen tragen viel zum Wandel des Planeten bei, indem sie seine AtmosphĂ€re, seine Ozeane und seine geologischen VerhĂ€ltnisse so radikal verĂ€ndern, dass diese komplexere Lebensformen dauerhaft erhalten können.
Im Jahr 93 beginnt eine neue Phase der KreativitĂ€t sowohl durch die Entstehung der sexuellen Fortpflanzung als auch durch den Tod der einzelnen Exemplare. In diesem neuen Stadium beschleunigt sich der Evolutionsprozess rasant. Zwei Jahre spĂ€ter, also im Jahr 95, tauchen die ersten mehrzelligen Organismen auf. Das erste Nervensystem entwickelt sich im Jahr 96 und die ersten Wirbeltiere nicht einmal ein Jahr spĂ€ter. SĂ€ugetiere tauchen zur Mitte des Jahres 98 auf, zwei Monate nach dem ersten Auftreten der Dinosaurier und der ersten BlĂŒtenpflanzen.
Vor fĂŒnf Monaten schlug ein Asteroid auf der Erde ein und zerstörte viele Lebensarten, darunter die Dinosaurier. Doch der Planet erholte sich innerhalb kurzer Zeit und ĂŒbertrifft nun tatsĂ€chlich noch seine vergangene Schönheit. Diese Epoche â das KĂ€nozoikum â weist eine ĂŒberbordende FĂŒlle und Vielfalt des Lebens auf, wie es sie noch nie zuvor gegeben hat.
In diesem atemberaubend schönen Zeitalter entstehen Menschen. Vor zwölf Tagen begannen unsere ersten Vorfahren, aufrecht zu gehen. Sechs Tage danach fÀngt der Homo habilis an, Werkzeuge zu benutzen, und gestern zÀhmte der Homo erectus das Feuer. Die modernen Menschen von der Spezies des Homo sapiens sind vor zwölf Stunden geboren worden.
Den GroĂteil des Nachmittags und Abends dieses kosmischen Tages lebten wir in Einklang mit der Natur, waren mit ihren Rhythmen und Gefahren vertraut. Unser Dasein hatte tatsĂ€chlich wenig Einfluss auf die gröĂere Gemeinschaft des Lebens â bis wir vor vier Minuten mit der Erfindung des Ackerbaus das erste Mal Pflanzen kultivierten und Tiere zĂŒchteten. Das AusmaĂ unserer Eingriffe nahm immer stĂ€rker zu, wenn auch langsam, bis dann vor zwanzig Minuten einige von uns damit begannen, StĂ€dte zu bauen und in ihnen zu wohnen. Gerade mal vor zwei Minuten wurde der Einfluss der Menschheit auf die Ăkosysteme um ein Vielfaches gröĂer, als Europa sich zu einer Technologiegesellschaft zu entwickeln begann und seine eigene Macht durch koloniale Ausbeutung ausdehnte. Genau in dieser Zeit begann auch die Kluft zwischen Arm und Reich schnell zu wachsen.
In den letzten zwölf Sekunden (seit 1950) hat sich der Rhythmus von Ausbeutung und ökologischer Zerstörung dramatisch beschleunigt. In diesem kurzen Augenblick vollzog sich all dies:6
- â Wir haben fast die HĂ€lfte aller gröĂeren WĂ€lder der Erde, der grĂŒnen Lunge unseres Planeten, zerstört. Viele der wichtigsten und gröĂten Waldgebiete â darunter die groĂen borealen WĂ€lder, die RegenwĂ€lder in gemĂ€Ăigten Zonen und die tropischen RegenwĂ€lder â unterliegen immer noch einem Prozess beschleunigter Zerstörung. Jedes Jahr wird eine WaldflĂ€che, die gröĂer ist als Bangla Desh, abgeholzt.
- â Wir haben riesige Mengen Kohlendioxid und andere Treibhausgase in die AtmosphĂ€re freigesetzt, was einen gefĂ€hrlichen Kreislauf globaler ErwĂ€rmung und InstabilitĂ€t des Klimas in Gang setzte. Die weltweite Temperatur hat im Durchschnitt bereits um 0,5 Grad Celsius zugenommen und könnte im Verlauf der nĂ€chsten zwanzig kosmischen Sekunden um zwischen 2 und 5 Grad Celsius ansteigen.7
- â Wir haben in der Ozonschicht, der schĂŒtzenden Haut unseres Planeten, die die schĂ€dliche UV-Strahlung herausfiltert, ein gigantisches Loch verursacht. In der Folge hat die UV-Strahlung Rekordwerte erreicht und bedroht die Gesundheit vieler lebender Organismen.
- â Wir haben die Fruchtbarkeit der Böden und ihrer FĂ€higkeit, Pflanzen zu ernĂ€hren, ernsthaft gefĂ€hrdet. 65 % des einst bebaubaren Landes sind inzwischen bereits verloren gegangen, davon etwa die HĂ€lfte in den letzten neun kosmischen Sekunden, und weitere 15 % der LandoberflĂ€che des Planeten werden zur WĂŒste. WĂ€hrend der letzten fĂŒnf kosmischen Sekunden hat die Erde eine solche Menge an Boden verloren, wie sie der kultivierten FlĂ€che von Frankreich und China zusammengenommen entspricht. Zwei Drittel aller AckerflĂ€chen wurden...
Table of contents
- Cover
- Widmung
- Titel
- Impressum
- Inhalt
- Vorwort (Fritjof Capra)
- Ăber das Tao Te King
- Prolog
- 1. In einer Zeit der Krise nach Weisheit streben
- Teil I: Erkundung der Hindernisse
- Teil II: Kosmologie und Befreiung
- Teil III: Das Tao der Befreiung
- Die Reise fortsetzen
- Literatur
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