Mit Predigten durch das Kirchenjahr
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Mit Predigten durch das Kirchenjahr

Einleitung zum theologischen Hintergrund

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Mit Predigten durch das Kirchenjahr

Einleitung zum theologischen Hintergrund

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Das Leben ist mehr als nur eine Anzahl von Tagen, von Wochen, Monaten, Jahren. Das Leben ist ein großes Geheimnis, ein Abenteuer. Das Leben ist wie ein Land, das entdeckt sein will, oder wie eine Herausforderung, die darauf wartet, dass wir sie annehmen und uns an ihr bewähren.Was es mit dem Leben auf sich hat, werden wir im Letzten wohl nie so recht ergründen. Aber wir leben, und uns sind Verstand und Herz gegeben. Das Kirchenjahr führt uns durch die grundlegenden Fragen des Lebens, wie sie schon von den Menschen der biblischen Zeit gestellt worden sind. Es führt uns zu den grundlegenden Antworten des Lebens, wie diese Menschen sie gefunden haben. Das Kirchenjahr gliedert sich in Zeiten der Besinnung und der Feste und des Alltags. Und immer wieder werden die Geschichten von damals vergegenwärtigt. Sie sind in ihrem Kern so aktuell wie eh.

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Information

Year
2021
Print ISBN
9783753490922
eBook ISBN
9783753492957
Edition
1
Subtopic
Religion

Mit dem Kirchenjahr das Leben durchleben

3. Dezember 2000
1. Advent
Lukas 1,67-79
Das Leben ist mehr als nur eine Anzahl von Tagen, von Wochen, Monaten, Jahren, die man irgendwann zu zählen begonnen hat, ab Christi Geburt – von da aus nach vorn und nach hinten. Das Leben ist mehr als das in Zeiteinheiten Messbare. Und auch unser ganz persönliches Leben ist mehr als die Anzahl der Jahre seit dem Tag unserer Geburt.
Das Leben ist ein großes Geheimnis, ein Abenteuer. Das Leben ist wie ein Land, das entdeckt sein will, oder wie eine Herausforderung, die darauf wartet, dass wir sie annehmen und uns an ihr bewähren.
Was es mit dem Leben auf sich hat, werden wir im Letzten wohl nie so recht ergründen. Aber wir leben – und uns sind Verstand und Herz gegeben. Wenn wir über das Kleinkindalter hinaus sind, können wir das Leben bewusst betrachten, wir erlangen Selbstbewusstsein, und wir spüren den wachsenden Willen in uns, das Leben selbst mitzugestalten. Wir wollen uns nicht nur vorantreiben lassen, sondern wollen das Leben nach eigenen Gedanken, Einsichten, Entscheidungen gestalten. Das entspricht unserem Selbstverständnis und unserer menschlichen Würde.
Uns wird dann irgendwann klar, dass wir nicht aus uns selbst heraus leben, dass nicht wir das Leben erfunden haben und dass wir mit unseren Überlegungen auch nicht am Punkte Null anfangen müssen. Andere vor uns standen schon vor derselben Aufgabe, Generationen vor uns seit Jahrhunderten, seit Jahrtausenden. Sie haben uns ihre Gedanken und Erfahrungen überliefert. Wenn wir uns umblicken, wenn wir suchen nach dem, was uns selbst weiterhelfen könnte, woran wir uns orientieren könnten, dann werden wir auch auf die Überlieferungen stoßen, die in diesem Buch zusammengestellt sind, in der Bibel Alten und Neuen Testaments. Da ist niedergelegt, was Generationen in tausend Jahren über das Leben gedacht haben, was sie erlebt und erfahren haben, was sie geglaubt haben und was sie der Weitergabe an die folgenden Generationen für wert befunden haben.
Wenn Sie darin lesen, in diesem schönen und schwierigen Buch, dann werden auch Sie es vielleicht als tröstlich empfinden zu erkennen, wie sehr sich Menschen schon damals abgemüht haben, wie sehr sie gerungen haben, den Sinn des Lebens, das Ziel, den rechten Weg zu erkennen, wie sehr sie nach Erkenntnis, nach Kraft, nach Halt, nach Orientierung, nach Verlässlichem gesucht haben, und wie sie sich gefreut haben, wenn sie sicheren Boden meinten gefunden zu haben, und wie sie dann immer wieder unsicher geworden sind, wie sie Erklärungsmuster und Lebenskonzepte entworfen – und dann auch wieder verworfen haben.
Das hat etwas Tröstliches, denn wir spüren, dass es andere vor uns auch nicht leicht gehabt haben, das Leben zu verstehen und in einem guten Sinne zu bewältigen, dass sie aber nicht aufgegeben haben, sondern immer wieder feste Planken auf einen schwankenden Boden gelegt haben.
Die Bemühungen der biblischen Generationen konzentrieren sich am Ende auf eine Gestalt, die dann auch für die nächsten zwei Jahrtausende ihre Bedeutung behalten hat, auf denjenigen, dessen Geburt wir in Kürze wieder feiern. Jener Jesus von Nazareth ist damals von einer Reihe von Menschen als derjenige erkannt und geglaubt worden, der uns Grundlegendes und Tragfähiges für das Leben zu geben hat.
Was diese Menschen erkannt und geglaubt haben, ist am stärksten formuliert in der Aussage: „Er war Gottes Sohn, er war Gott selbst in menschlicher Gestalt.“ Was die Menschen damals mit dieser Aussage zum Ausdruck bringen wollten, ist dies: In jenem Jesus von Nazareth finden all unsere grundlegenden Fragen ihre grundlegenden Antworten. Das Wirken jenes Jesus von Nazareth, der dann Christus genannt wurde, weil er als Retter, als Erlöser empfunden wurde – das Wirken jenes Jesus von Nazareth, sein Leben, Sterben, Auferstehen und das Weiterwirken seines Geistes, wurde von den folgenden Generationen dann als Orientierungsrahmen für die Gestaltung des Lebens genommen. „Wenn wir durch die Jahre unseres Lebens gehen“, so sagten sie sich, „dann wollen wir immer wieder das nachvollziehen, was damals geschehen ist und was so grundlegend für uns geworden ist.“
Nach diesen inhaltlichen Festpunkten haben sie dann das Jahr aufgebaut. „Lasst uns mit dem beginnen, womit auch das leibliche Leben beginnt“, haben sie gesagt, „mit dem Warten, mit dem Warten auf die Geburt des Kindes.“ Und sie haben sich die wunderschöne Geburtslegende des Evangelisten Lukas genommen und haben gesagt: „Darauf lasst uns zugehen – auf die Geburt des Heilandes in Bethlehem, auf das Erscheinen Gottes in der zerbrechlichen Gestalt eines Kindes. Und lasst uns auf dem Weg dorthin bedenken, was voranging: die Hoffnung der Menschen auf einen, der Antworten und Lösungen würde anbieten können. Lasst uns unsere Hoffnungen und Erwartungen bedenken und lasst uns Vorbereitungen treffen für den Augenblick der Erfüllung, lasst uns die Vorfreude der Schwangeren nachempfinden und das bange und gespannte Warten. So lasst uns das Jahr beginnen, das Kirchenjahr.“
An diesem Punkt stehen wir heute, am 1. Advent, dem Beginn des Kirchenjahres. Von hier aus entfaltet sich das Wirken desjenigen, nach dem wir uns Christen nennen. Indem wir das Kirchenjahr beginnen – mit der nachdenklichen Vorbereitung – und dann fortfahren mit der Feier der Geburt, dann mit dem Nachvollzug der Lebensstationen jenes Jesus von Nazareth, seines Wirkens, seines Leidens, seines Sterbens und Auferstehens und dann des Aufbaus erster Gemeinden –, indem wir nach diesen Stationen den Lauf des Jahres einteilen, lassen wir uns sagen und bringen wir immer wieder zum Ausdruck, dass das Leben eben nicht nur eine Kette von Zählbarem ist, eine Aneinanderreihung von Tagen, sondern dass das Leben eine Bewegung des Suchens und Findens ist, eine Bewegung zwischen Nachdenken und Handeln, eine Bewegung zwischen Hoffnung und Erfüllung, eine Bewegung zwischen Schuld und Vergebung, zwischen Scheitern und Gelingen, zwischen Trauer und Tröstung, zwischen Leben und Tod und zwischen Tod und Leben.
Das Kirchenjahr hat seinen eigenen tiefen Sinn. Es nimmt uns an die Hand und führt uns durch die grundlegenden Fragen des Lebens, wie sie von Menschen seit vielen Generationen gestellt worden sind, und führt uns zu den grundlegenden Antworten des Lebens, wie diese Menschen sie gefunden haben in Konzentration auf diese eine Gestalt von damals. Das Kirchenjahr gliedert sich in Zeiten der Besinnung und der Feste und des Alltags. Und immer wieder werden die Geschichten von damals vergegenwärtigt. Sie sind in ihrem Kern so aktuell wie eh.
Das Kirchenjahr ist in dieser inhaltlichen Ausrichtung etwas anderes als das Kalenderjahr, das seinen Zweck mehr in der reinen Zählung erfüllt, die für uns aber immerhin an einem inhaltlichen Schnittpunkt beginnt, der Geburt Jesu Christi.
Das Kirchenjahr ist auch anders als unser ganz persönliches Jahr, unser Lebensjahr, das wir vom Tag unserer Geburt an rechnen. Da geht es auch mehr um das Zählen der Jahre, wobei die feierliche Erinnerung an die Geburt durchaus etwas sehr Nachdenkliches haben kann.
Wir haben also heute den 1. Advent, den Beginn des Kirchenjahres. Drei Wochen sind es diesmal bis zur Feier der Geburt des Christkindes. Maria geht nun schwanger. Ihr ist die Geburt dieses besonderen Kindes durch einen Engel verheißen. Gestern Abend haben wir hier Marias Lobgesang gehört, das Magnifikat. Und noch eine andere Frau ist schwanger, Elisabeth. Sie wird Johannes zur Welt bringen, der dem gleichaltrigen Jesus später den Weg bereiten wird. Johannes, der Täufer, der die Menschen aufruft, sich zu besinnen auf das eigene Wesen, der die Menschen aufruft, Schuld zu bekennen und zu bereuen und sich reinigen zu lassen, damit sie frei würden für den Empfang des Neuen, für den Empfang Gottes in der menschlichen Gestalt Jesu.
Ähnlich wie Maria, die die bevorstehende Geburt ihres Kindes mit einem Lobgesang besingt, hat auch Zacharias, der Vater des Johannes, einen Lobpreis auf den Lippen: „Du, mein Sohn, ein Prophet des Höchsten wirst du sein, weil du dem Herrn vorausgehen wirst, um den Weg für ihn zu bahnen. Du wirst dem Volk des Herrn verkünden, dass nun die versprochene Rettung kommt, weil Gott ihm seine Schuld vergeben will. Unser Gott ist voll Liebe und Erbarmen; er schickt uns das Licht, das von oben kommt. Es wird für alle leuchten, die im Dunkeln sind, die im finsteren Tal des Todes leben, und wird uns auf den Weg des Friedens führen.“
Lassen wir uns auf diesen Weg des Friedens immer wieder mitnehmen, indem wir den Weg Jesu Christi – dem Laufe des Kirchenjahres folgend – mitgehen. Heute am 1. Advent beginnt dieser Weg wieder, der Weg, auf dem sich Gott als der Liebende und Barmherzige erweist, der tröstet und vergibt.

Geduld

27. November 2005
1. Advent
Offenbarung 5,1-5(6-14)
Wir haben heute den 1. Advent. Mit diesem Sonntag beginnt das Kirchenjahr. Wir blicken auf die Geburt Jesu Christi voraus. An den dann folgenden Sonntagen bedenken wir den weiteren Werdegang Jesu bis hin zu Tod und Auferstehung, Himmelfahrt und Ausgießung des Heiligen Geistes, dem Tag der Gründung der Kirche.
Die Tatsache, dass wir jedes Jahr von Neuem das Wirken Jesu nachvollziehen, könnte den Eindruck erwecken, dass unserem christlichen Glauben die Vorstellung von einem Kreislauf allen Geschehens zugrunde läge. Das ist aber keinesfalls so. Der christliche Glaube geht vielmehr von einem linearen Verlauf der Geschichte aus. Die menschliche Geschichte hat einen Anfang und ein Ende. Und wir befinden uns mittendrin – auf dem Weg, können zurückschauen auf den Anfang und vorausschauen auf das Ende und können unseren gegenwärtigen Stand betrachten. So wie wir als einzelne Menschen vor einer gewissen Anzahl von Jahrzehnten als leibhaftige Wesen noch gar nicht waren und nach einer gewissen Zeit als leibhaftige Wesen nicht mehr sein werden, so war auch unsere ganze Erde vor einigen Milliarden Jahren noch nicht und wird nach einer – heute nicht genau bestimmbaren Zeit – nicht mehr sein.
Die Geburt Jesu ist natürlich nicht der Anfang der menschlichen Geschichte im christlichen Sinne. Die Geburt Jesu hat vielmehr damit zu tun, dass der Weg des Menschen und der Menschheit überhaupt zwischen Anfang und Ende ein ziemlich schwieriger ist. Das Auftreten Jesu Christi soll uns eine Hilfe sein auf unserem Weg durch dieses Dasein.
Nach dem Auftreten Jesu und nach der Gründung der Kirche, ging es auch nicht gerade einfacher weiter. Die ersten Christen, wie Jesus selbst ja auch, hatten es ziemlich schwer. Sie befanden sich mit ihrem neuen Glauben in einer Verfolgungssituation und brauchten dringend weitere Ermutigung, um an ihrem Glauben festhalten zu können.
Die Offenbarung des Johannes ist eine solche Mutmachschrift für die bedrängten Christen. Die Ausdrucksweise dieser Schrift ist allerdings sehr orientalisch-bilderreich und vielleicht etwas verwirrend für unser Verständnis. Versuchen Sie einmal selbst, das zu lesen, das letzte Buch unserer Bibel. Es geht, etwas vereinfacht formuliert, um Folgendes: Der Autor dieser Schrift stellt das Auftreten Jesu und die anschließende Verfolgungssituation der ersten Christen in den Gesamtverlauf der Daseinsgeschichte hinein und gibt dem Ganzen einen Sinn. Der unter der Verfolgung leidende Christ kann der Offenbarung des Johannes dadurch auch für sein eigenes persönliches Leiden einen Sinn entnehmen. Das konnte ihm dann helfen, seine Leiden zu ertragen und durch das Tal der Bedrängnisse hoffnungsvoll hindurchzuschreiten.
Wir brauchen so etwas: einen solchen großen Zusammenhang und den Sinn des Ganzen, damit wir da hinein einzelne Probleme einordnen und schwierige Lebensphasen mit Vertrauen durchstehen können. Wenn sich z. B. ein Jugendlicher in der pubertären Phase befindet und sich vielleicht selbst nicht mehr ausstehen kann, dann mag ihm das Wissen helfen, dass die Pubertät zum Leben dazugehört und genauso vorübergeht, wie sie gekommen ist. Und dass sie nicht nur schreckliche Seiten hat, sondern dass sie auch zur Reifung der Persönlichkeit beitragen kann. Ebenso kann es für Eltern hilfreich sein zu wissen, dass die schwierige Phase des Jugendlichen zeitlich begrenzt ist und sich die Eltern-Kind-Beziehung hinterher wieder normalisieren kann. Also, der Blick auf die großen Zusammenhänge kann helfen, mit den kleinen einzelnen Problemen fertigzuwerden.
Für uns als Gesellschaft ist es in dieser Hinsicht z. B. wichtig und hilfreich, dass wir durch das jährliche Weihnachtsfest daran erinnert werden, dass Gewalt, Terror, Krieg, Unrecht, Hunger, Ausbeutung und Ausnutzung, das Recht des Stärkeren, Gleichgültigkeit, Undank und Ähnliches nicht die einzigen Botschaften für unser Leben sind, dass es vielmehr noch eine andere höhere Botschaft gibt, die auch ihren Realitätsgehalt in dieser Welt hat, die Botschaft des Friedens für alle Welt, der Liebe zu allen Menschen, der Vergebung, der Hilfe für die Schwachen, der Hoffnung.
Es ist wichtig, dass wir das Weihnachtsfest haben und überhaupt die christlichen Feste, den ganzen kirchlichen Kalender, damit wir unsere täglichen Probleme einordnen können in ein größeres Ganzes und daraus Sinn und Kraft und Ermutigung und Hoffnung schöpfen können.
Die Offenbarung des Johannes stellt diesen höheren Sinnzusammenhang in einer himmlischen Szene her – in der bilderreichen Sprache des Orients und mit den Bildern der alttestamentlichen Apokalyptik, der Vorstellung von der Endzeit. Das sind nicht gerade Bilder, die unserem heutigen Wunsch nach adventlicher und vorweihnachtlicher Besinnung entsprechen. Deshalb will ich sie jetzt auch nicht ausmalen. Aber das Bild von dem Buch mit den sieben Siegeln ist uns aus dem Alltag geläufig. Es kann uns jetzt vielleicht ein wenig weiterhelfen.
Das Buch mit den sieben Siegeln handelt von einem Geheimnis, von der für uns nicht vorausschaubaren Zukunft nämlich. Erst Schritt für Schritt wird dieses Geheimnis gelüftet werden, so ähnlich wie wir das von dem Adventskalender kennen: Jeden Tag wird nur eine Tür geöffnet. So wird langsam aber unaufhaltsam das wunderbare Geheimnis der Weihnacht offenbar.
Wer darf das Buch mit den sieben Siegeln öffnen? Wer darf zum Vorschein bringen, was die Zukunft bringen wird? Das ist die Frage, die in unserem Predigttext gestellt ist: „Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen?“ Es wurde niemand auf der Erde gefunden. Das ist die Antwort.
Und das ist wohl auch gut so. Wer auch immer vorgibt, die Zukunft voraussagen zu können, dem dürfen wir getrost mit Vorbehalten begegnen. Die Zukunft kennt Gott allein.
Nicht auf Erden, aber im Himmel wurde einer gefunden, der die Siegel aufbrechen und das Buch öffnen darf. Es ist derjenige, aus dessen Hand wir wohl noch am ehesten die Zukunft entgegenzunehmen bereit sind. Es ist derjenige, in dessen Person sich Macht und Ohnmacht, die Kraft des Löwen und die Ohnmacht des Lammes, verbinden, der die irdischen Leiden selbst durchlitten hat, der uns aber hat erfahren lassen, dass die Liebe am Ende stärker ist als alle Mächte des Todes. Es ist Jesus Christus, hier als himmlische Gestalt.
Er darf die Siegel aufbrechen. Und was dabei zum Vorschein kommt, ist einiges von dem, was sich in den zurückliegenden zwei Jahrtausenden aufs Schrecklichste ereignet hat.
Es ist tröstlich, dass das nicht alles ist, was in diesem Buch mit den sieben Siegeln steht. Wir dürfen auch auf etwas Schönes und Wunderbares hoffen. Dazu hat uns derjenige, der in dieser himmlischen Szene das Buch der Zukunft öffnen darf, Mut gemacht, als er noch auf der Erde umherging. Er hat uns Mut gemacht, auf das Kommen des Himmelreiches zu vertrauen, auf die Nähe Gottes bei den Menschen, auf den Frieden und das Wohlergehen für alle Menschen.
Wie das aussehen kann, dieses Himmelreich, das übersteigt wohl unsere Vorstellungskraft. Aber es kann nur schön sein, so schön, wie Jesus Christus gut war. Als ein Bild der Sehnsucht, der Hoffnung ist es uns vor Augen gestellt, als ein Bild des Trostes und als ein Leitbild für unser Handeln.
Dass dieses ganze problembeladene irdische Dasein umfasst ist von einem himmlischen Reich und dass sich durch dieses Erdenleben die Güte Gottes, des Schöpfers, wie ein roter Faden hindurchzieht, das ist Teil unseres Glaubens, den wir mit demjenigen verbinden, auf dessen Geburt wir nun wieder vorausschauen.
Er hat uns gelehrt,...

Table of contents

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Vorwort
  3. Einleitung zum theologischen Hintergrund
  4. Mit dem Kirchenjahr das Leben durchleben - 3. Dezember 2000, 1. Advent - Lukas 1,67-79
  5. Geduld - 27. November 2005 - 1. Advent - Offenbarung 5,1-5(6-14)
  6. Die Hölle – Vorhof des Himmels? - 8. Dezember 2002 - 2. Advent - Lukas 21,25-33
  7. Kleine Schritte zum großen Ziel - 7. Dezember 2008 - 2. Advent - Lukas 21,25-33
  8. Jochen Kleppers „Die Nacht ist vorgedrungen“ - 12. Dezember 1982 - 3. Advent - Jesaja 40,1-8
  9. Süße Last der Liebe - 16. Dezember 2007 - 3. Advent - Offenbarung 3,1-6
  10. Göttliche Sehhilfe - 21. Dezember 2003 - 4. Advent - Pfadfinder bringen das Friedenslicht von Bethlehem - Philipper 4,4-7
  11. Zart und gewaltig - 21. Dezember 2008 - 4. Advent - Lukas 1,39-56
  12. Heiland für Leib und Seele und die ganze Welt - 24. Dezember 1987 - Heiligabend - Lukas 2,1-20
  13. Die Nacht der Nächte - 24. Dezember 1993 - Heiligabend / Christnacht - Lukas 2,1-20
  14. Himmel und Erde kommen einander nahe - 25. Dezember 1988 - 1. Weihnachtstag - Johannes 1,14a
  15. Das Heil kommt aus der Provinz - 25. Dezember 2008 - 1. Weihnachtstag - Lukas 1,15-20
  16. Eine alte Sehnsucht erfüllt sich auf neue Weise - 26. Dezember 1976 - 2. Weihnachtstag - Jesaja 11,1-5.10
  17. Leiden um des Glaubens willen – himmlischer Trost - 26. Dezember 1981 - Offenbarung 7,9-12(13-17)
  18. Der volle und der leere Kalender - 31. Dezember 1981 - Altjahrsabend - Psalm 103,8
  19. Das Leben - 31. Dezember 2009 - Altjahrsabend - Psalm 103,8
  20. Das flüchtige und notwendige Gefühl des Neubeginns - 1. Januar 1980 - Neujahr - 2. Korinther 5,17
  21. Mit Mut und Vertrauen in ein neues Jahr - 1. Januar 2006 - Neujahr - Josua 1,1-9
  22. Das Geheimnis wird Mensch - 6. Januar 2008 - Epiphanias - 2. Korinther 4,3-6
  23. Eine Sehnsucht wohl aller Menschen - 6. Januar 2019 - Epiphanias - Matthäus 2,1-12
  24. „Es musste wohl sein“ - 9. Februar 1997 - Estomihi - (Sonntag vor der Passionszeit) - Markus 8,31-38
  25. Fasten? - 3. Februar 2008 - Estomihi - (Sonntag vor der Passionszeit) - Jesaja 58,1-9a
  26. Das Ja zum Leben und zum Menschen - 4. April 2004 - Palmsonntag - (6. Sonntag der Passionszeit) - Philipper 2,5-11
  27. Wir sind ihm sympathisch - 5. April 1993 - Passionsandacht mit Senioren - Lukas 22,19-20
  28. Liebe geht durch den Magen - 8. April 2004 - Gründonnerstag - Johannes 1,1.14
  29. Innere Freiheit - 9. April 2009 - Gründonnerstag - Matthäus 26,17-20.26-28
  30. Überfordert und entlastet - 18. April 2003 - Karfreitag - 2. Korinther 5,17-21
  31. Das Kreuz - 2. April 2010 - Karfreitag - 2. Korinther 5,(14b-18)19-21
  32. Gestorben, aber nicht tot - 16. April 2006 - Ostersonntag - 1. Samuel 2,1-2.6-8a
  33. Auferstehung - 4. April 2010 - Osterfrühgottesdienst - Lukas 24,1-8
  34. Er lebt, weil er liebte - 17. April 2006 - Ostermontag - 1. Korinther 15,50-58
  35. Mit dem Herzen glauben - 27. April 2003 - Quasimodogeniti - (1. Sonntag nach Ostern) - Johannes 20,19-29
  36. Wohin nach der Auferstehung? - 25. Mai 2006 - Himmelfahrt - Lukas 24,50-52
  37. Der Himmel und das Universum - 21. Mai 2009 - Himmelfahrt - Apostelgeschichte 1,9-11
  38. Das Menschenmögliche ist längst nicht alles - 7. Juni 1987 - Pfingstsonntag - Johannes 16,5-15
  39. Das Wunder des Verstehens - 19. Mai 1991 - Pfingstsonntag - Johannes 14,23-27
  40. Wenn der Geist leibhaftig wird - 4. Juni 2001 - Pfingstmontag - Johannes 4,19-26
  41. Die reale Kraft des Geistes - 20. Mai 2002 - Pfingstmontag - Apostelgeschichte 2,22-23.32-33.36-39
  42. Wir empfangen das Gute auf dreierlei Weise - 21. Mai 1978 - Trinitatis - Epheser 1,3-14
  43. Wer ist Gott? Wer bin ich? - 6. Juni 2004 - Trinitatis - Römer 11,33-36
  44. Wohnort Gottes - 12. August 2007 - 10. Sonntag nach Trinitatis - Israelsonntag - Johannes 4,19-26
  45. Jerusalem – Stadt des Friedens? - 16. August 2009 - 10. Sonntag nach Trinitatis - Israelsonntag - Lukas 19,41-44a
  46. Danken ist eine heilsame Lebenseinstellung - 1. Oktober 1979 - Erntedankfest - 2. Korinther 9,15
  47. Dankbar annehmen und weitergeben - 4. Oktober 1992 - Erntedankfest - 2. Korinther 9,6-15
  48. „Es tut mir von Herzen leid!“ - 4. November 2001 - Zum Reformationstag - Johannes 15,9-15
  49. Kirchentür zwischen vita und scriptura - 31. Oktober 2003 - Reformationstag - Epheser 5,1
  50. Als Christ die Gesellschaft mitgestalten - 16. November 1986 - Volkstrauertag - Römer 8,18-25
  51. Krieg und Frieden - 15. November 2009 - Volkstrauertag - Matthäus 26,52
  52. Persönliche und unpersönliche Schuld - 21. November 1984 - Buß- und Bettag - Jesaja 1,10-17
  53. Gebet und Buße sind Ausdruck menschlicher Würde - 20. November 1985 - Buß- und Bettag - Römer 7,18-19
  54. Den Tod vorausdenken - 23. November 1997 - Totensonntag / Ewigkeitssonntag - Psalm 90,12
  55. Der Schatten kommt vom Licht - 23. November 2003 - Totensonntag / Ewigkeitssonntag - Psalm 90,2
  56. Bibelstellen
  57. Weitere Informationen
  58. Hinweise
  59. Impressum

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