Teil 1
Schutz
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Ich weiĂ nicht, ob mir der Zustand der Welt Angst bereitet. Ich glaube, mir macht eher der Zustand meiner Einstellung hinsichtlich des Zustands der Welt Angst.
(Craig D. Lounsbrough, Therapeut und Life-Coach1)
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Allen Menschen sind bestimmte Ăngste gemein und das GefĂŒhl, wir brĂ€uchten manchmal Zuflucht und Schutz. Zuweilen mĂŒssen wir uns vor sichtbaren KrĂ€ften wie einer offensichtlichen physischen Bedrohung schĂŒtzen.
Wollen wir uns zum Beispiel vor einem verĂ€rgerten Kollegen schĂŒtzen, unternehmen wir die erforderlichen Schritte, um dem auf uns gerichteten Ărger aus dem Weg zu gehen oder ihn aufzulösen. Diese Art von Schutz ist am leichtesten zu erkennen und zu begrĂŒnden, und diese KrĂ€fte können am einfachsten behoben werden.
Doch immer wieder mĂŒssen wir uns auch vor KrĂ€ften schĂŒtzen, die nicht ganz so offensichtlich sind, weil wir sie nicht sehen können. FĂŒr unsichtbare KrĂ€fte Abhilfe zu schaffen, kann schwieriger sein. Solchen KrĂ€ften wirkten unsere Ahnen mit Weisheitscodes entgegen, die unseren Blickwinkel verĂ€ndern, wodurch sich wiederum unsere Körperchemie wandelt. Das soll uns beschĂŒtzen, wenn wir persönlichen Schutz benötigen.
Die folgenden Schutz-Weisheitscodes entstammen traditionellen Gebeten der christlichen, buddhistischen und vedischen Tradition.
Weisheitscode 1
Psalm 91
Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des AllmÀchtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.1
Einsatz:
Schutz. Dieser Code wurde vom Propheten Mose kreiert, als er auf den Berg Sinai stieg, um sich beim Aufstieg vor unbekannten KrĂ€ften zu schĂŒtzen; er hat sich zu einem Schutzstandard entwickelt und wird fĂŒr alle möglichen Szenarien eingesetzt: von alltĂ€glichen Herausforderungen bis hin zur Sicherung ganzer Armeen, die sich auf den Kampf vorbereiten.
Quelle:
Lutherbibel 2017, Psalm 91,1â2
Das Buch der Psalmen ist unter den 39 BĂŒchern des Alten Testaments der protestantischen Bibel einzigartig. Die den Psalmen vorhergehenden 18 BĂŒcher und die 20 nachfolgenden BĂŒcher enthalten hauptsĂ€chlich von Gott den Menschen auf der Erde gegebene Informationen, Anweisungen und Befehle. Hier unterscheidet sich das Buch der Psalmen, wo es genau umgekehrt ist.
In den Psalmen sind nicht von Gott empfangene göttliche Offenbarungen aufgezeichnet; vielmehr sind die rund 2460 Verse im Buch der Psalmen Hymnen â Lieder zu Ehren und zur Anbetung Gottes, die an Gott gerichtet sind und ihm dargebracht werden. Mit anderen Worten: Die Psalmen sind gebrauchsfertige Gebete fĂŒr Situationen, von allgemeinen alltĂ€glichen Herausforderungen bis hin zu speziellen Gebeten fĂŒr Familien und Gemeinschaften in Zeiten der Not.
Psalm 91, auch als »Gebet Moses«, »Schutzgebet« oder »Soldatengebet« bezeichnet, ist ein besonders kraftvolles Beispiel.
Anmerkung: Aufgrund unterschiedlicher Ăbersetzungen und Nummerierung der Psalmen entspricht Psalm 91 der King-James-Bibel (englischsprachige Version) bzw. der EinheitsĂŒbersetzung und auch der Lutherbibel (deutschsprachige Versionen) dem Psalm 90 in der viel Ă€lteren griechischen Bibelversion, der Septuaginta, die ungefĂ€hr 1700 Jahre Ă€lter ist.
Psalm 91
Das althebrĂ€ische Buch Sohar, der Grundtext der mystischen Kabbala, beschreibt, wie Psalm 91 den Propheten Mose beschĂŒtzte, als er das zweite Mal auf den Gipfel des Berges Sinai stieg, wo er die Zehn Gebote empfing. Im Buch Sohar steht geschrieben, wie Mose bei seinem Aufstieg von einer geheimnisvollen Wolke unbekannter Herkunft und unbekannter Art eingehĂŒllt wurde, die so dicht wurde, dass er nichts mehr vor sich sehen konnte und auch nicht mehr von denjenigen gesehen werden konnte, die ihn von unterhalb der Wolke aus beobachteten. Mose wusste nicht, was da geschah, was die Wolke bedeutete oder was er zu erwarten hatte; er wusste nicht, ob er jemals wieder mit seiner Familie, seinen Freunden und Gefolgsleuten zusammenkommen wĂŒrde.
In dieser Zeit der Verunsicherung und Angst komponierte und rezitierte Mose Psalm 91 zu seinem Schutz. Und tatsĂ€chlich wurde er beschĂŒtzt, aus GrĂŒnden, die er der Macht dieses Gebetes zuschrieb. Er stieg immer weiter empor, bis er schlieĂlich den Gipfel des Berges Sinai erreichte; dort empfing er die Steintafeln mit den schriftlichen Anweisungen, die fĂŒr AnhĂ€nger des jĂŒdischen und des christlichen Glaubens seit ĂŒber 3000 Jahren die wichtigsten Gebote darstellen.
Das ursprĂŒngliche Gebet Moses bestand insgesamt aus 16 Versen, wird aber oft zur einfacheren Verwendung auch bei knapp bemessener Zeit in abgekĂŒrzter Form aufgefĂŒhrt, nĂ€mlich nur die ersten beiden Verse:
Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des AllmÀchtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.
Oder nach der EinheitsĂŒbersetzung von 2016:
Wer im Schutz des Höchsten wohnt, der ruht im Schatten des AllmÀchtigen. Ich sage zum Herrn: Du meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich vertraue.
Wie ein nĂ€herer Blick auf dieses Gebet zeigt, liegt die Quelle des dadurch gewĂ€hrten Schutzes auf tieferen Bedeutungsebenen, die all jenen, die den Code verstehen, bekannt sein dĂŒrften.
Die verschlĂŒsselten Namen Gottes
Ăber das geheimnisvolle Schutzgebet Moses wurden ganze BĂŒcher geschrieben; nachfolgend geht es vor allem um die verschlĂŒsselten Namen fĂŒr Gott, die im Gebet immer wieder auftauchen, und den Schutz, den sie uns gewĂ€hren. ZunĂ€chst der Name »der Höchste«.
VerschlĂŒsselter Name 1: der Höchste
Der erste verschlĂŒsselte Name Gottes lautet »der Höchste«. Im biblischen HebrĂ€isch wird das meist aus dem AramĂ€ischen (der Ursprache der Heiligen Schrift) als El Elyon ĂŒbersetzt, das bedeutet »Gott der Höchste«, ein Verweis darauf, dass nichts gröĂer oder mĂ€chtiger sein kann als die Essenz der Kraft, fĂŒr die dieser Name steht. Dieser Wortcode wird schon im Alten Testament (Genesis 14,19â20) verwendet: »Gesegnet sei Abram vom Höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, und gepriesen sei der Höchste Gott, der deine Feinde an dich ausgeliefert hat.«2
VerschlĂŒsselter Name 2: der AllmĂ€chtige
Der zweite der verborgenen Namen Gottes lautet »der AllmĂ€chtige« ; er wird von Schriftgelehrten des Nahen Ostens meist aus dem AramĂ€ischen als Shaddai (das heiĂt »der AllmĂ€chtige«) oder El Shaddai (»Gott der AllmĂ€chtige«) ĂŒbersetzt. Das ist einer der Namen Gottes, die â anstelle von Gottes wahrem Namen â als Ersatznamen an rund 6800 Stellen in der hebrĂ€ischen Bibel genannt werden. Andere Namen lauten z.B. Ehyeh (»Ich werde sein«), (Herr) Zebaoth [»(Herr der) Heerscharen«], Elohim (»Götter« bzw. »MĂ€chtiger, Starker«), El (Kurzform von Elohim) und Adonai (»Herr, Gebieter«).
VerschlĂŒsselter Name 3: der Herr
Der dritte der hier genannten verschlĂŒsselten Namen Gottes ist wohl der direkteste, geheimnisvollste und mĂ€chtigste; es ist der persönliche Name Gottes: JHWH/Jahwe. Nachdem sich Gott dem Mose auf dem Berg Sinai als der »Ich bin« offenbart hatte, bat Mose um KlĂ€rung dahingehend, wie er Gott in Gottes Gegenwart anreden solle. In seiner Antwort enthĂŒllte Gott den Menschen auf der Erde das einzige Mal seinen persönlichen Namen. In Exodus 6,2â3 sagte Gott zu Mose klar und deutlich: »Ich bin Jahwe.« [Siehe auch Power-Code 2.]
In den frĂŒhesten Aufzeichnungen der hebrĂ€ischen Bibel, noch vor dem maĂgeblichen masoretischen Text des 6. Jahrhunderts, wird der Name Gottes eindeutig als »Jahwe« genannt. Die orthodoxe jĂŒdische Tradition hĂ€lt diesen Namen fĂŒr so he...