Garaventa-Bahnen werden zum GeschÀft
Vater und Sohn spannen zusammen
Karl Garaventa gewĂ€hrte seinen Söhnen schon frĂŒh Einblick in die Arbeit, mit der er sein Geld verdient. Seinen jĂŒngeren Sohn nimmt der Vater so oft es geht mit, wenn er im Wald Holz schlĂ€gt und dieses mit den ersten, einfachen Seilbahnen abtransportiert. Der kleine Willy Garaventa ist fasziniert. Was er sieht, imponiert ihm. In die Zeit seiner Kindheit fĂ€llt die Mitarbeit des Vaters am Bau des Klosterkraftwerks in Engelberg. Die Benediktiner lassen ein eigenes Wasserkraftwerk mit Staubecken errichten, damit die Stromversorgung des Klosters auch in unsicheren Zeiten gesichert ist. Karl Garaventa baut einen Kabelkran, um die Druckleitung zu verlegen. Dank einer Werkseilbahn, mit der Werkzeug und Material auf den Berg transportiert werden, kann das Bauvorhaben beschleunigt werden.
Im Jahr 1941 ist Willy Garaventa sieben Jahre alt. Karl Garaventa nimmt den Sohn in den Schulferien mit auf die Baustelle. Willy Garaventa hat die Zeit in Engelberg in lebhafter Erinnerung. «Ich lernte dort oben Velo fahren, mit einem Herrenvelo, das viel zu gross fĂŒr mich war», erzĂ€hlt er. Einmal verliert er die Kontrolle ĂŒber das Fahrrad und prallt beim Klostereingang gegen eine Mauer. Er bleibt unverletzt, und das Velo kann zurechtgebogen werden. Diese Wochen in Engelberg sind fĂŒr den kleinen Willy Garaventa beeindruckend. Er bekommt einen Einblick in das Leben der Benediktiner. Die Mahlzeiten nehmen Vater und Sohn gemeinsam mit den OrdensbrĂŒdern im Kloster ein.
WĂ€hrend Sohn Willy grösser wird, die Primarschule absolviert, eine Zeit lang im Internat ist und schliesslich seine Lehre und die Rekrutenschule absolviert, wird der Vater versiert im Seilbahnbau. Mit seinem technischen VerstĂ€ndnis, seinem Einfallsreichtum und seiner Freude am Experimentieren schafft er die Basis fĂŒr den Erfolg der Firma Garaventa. Dabei verdient er zu dieser Zeit nicht viel Geld, sondern muss jeden Rappen umdrehen. «Ich weiss noch, wie mir der Vater zeigte, wie man mit dem Hammer krumme NĂ€gel gerade schlĂ€gt, um sie wiederverwenden zu können», sagt Willy Garaventa. «Verschwenderisch zu sein, konnten wir uns nicht leisten.» Indem der Vater dem Sohn zeigt, worauf es in der Werkstatt ankommt, weckt er sein Interesse. SpĂ€ter, als Willy Ă€lter ist, sieht ihn der Vater auch als Arbeitskraft. Wenn Karl Garaventa viel zu tun hat und die Arbeit kaum mehr ohne UnterstĂŒtzung bewĂ€ltigen kann, leiht er seinen Sohn eine Zeit lang beim Lehrbetrieb aus und zahlt den Lehrmeister dafĂŒr. Der Lehrling geht selbstverstĂ€ndlich leer aus, macht sich aber keine weiteren Gedanken darĂŒber.
Unter der FederfĂŒhrung von Vater Karl Garaventa werden in der folgenden Zeit in der Zentralschweiz zahlreiche Seilbahnen gebaut. In der Werkstatt im Haus an der Artherstrasse in Immensee entstehen viele kleinere Materialseilbahnen, die fĂŒr die Forst-, Alp- und Landwirtschaft unwegsames Gebiet erschliessen.30 Karl Garaventa montiert die Anlagen und baut sie auf. Manchmal verkauft er sie, teilweise vermietet er sie und nimmt sie, wenn sie ihren Zweck erfĂŒllt haben, wieder zurĂŒck. Mittlerweile ist er in der ganzen Schweiz tĂ€tig und bietet Seilbahnen und seilgestĂŒtzte Baustellenmaschinen fĂŒr unterschiedliche Verwendungen an. Darunter sind Bauseilbahnen, Kabel- und HolzseilkrĂ€ne. Im Krieg bezieht die Armee einige Bahnen fĂŒr Transporte im Gebirge bei ihm.
Karl Garaventa plant und realisiert auch Umbauten von Seilbahnen. In den 1940er-Jahren baut er eine Materialseilbahn in eine Zwei-Personen-Seilbahn um.31 Sie geht als erste Garaventa-Personenseilbahn in die Geschichte ein. Die KapazitĂ€t reicht schon bald nicht mehr, und die Anlage wird 1959 fĂŒr den Transport von vier Personen neu erstellt und Jahre spĂ€ter, 1971, auf 15 Personen erweitert. Karl Garaventa beschĂ€ftigt in seinem Unternehmen gegen Kriegsende bereits bis zu vier Mitarbeiter.32 SpĂ€ter baut er auch Seilbahnen fĂŒr Lawinenverbauungen.
In Rickenbach im Kanton Schwyz steht eine Bahn, die ursprĂŒnglich fĂŒr Milchtransporte gebaut wurde. Bald schleicht sich eine Unsitte ein: Verbotenerweise und gegen Trinkgeld wird sie fĂŒr Personenfahrten genutzt. Als die Nachfrage nach den Seilbahnfahrten zusehends steigt, siegt der Pragmatismus, und die Bahn wird auch aus SicherheitsgrĂŒnden ersetzt. 1952 wird eine neue Pendelbahn erstellt, die mit kantonaler Konzession fĂŒr den Transport von vier Personen zugelassen ist. FĂŒnf Jahre spĂ€ter folgt der Neubau der zweiten Sektion zwischen Huserenberg und Rotenfluh mit eidgenössischer Konzession fĂŒr zehn Personen.
Die Auftragslage ist gut in jenen Jahren. Willy Garaventa erinnert sich allerdings daran, dass sein Vater lange nicht wirklich ernst genommen wurde. «Niemand glaubte an ihn. Als ehemaliger Holzakkordant, der auf Seilbahnen umgesattelt hatte, galt er als Aussenseiter.» Bekannte Namen im SeilbahngeschĂ€ft sind zu dieser Zeit Niederberger, Von Roll, KĂŒpfer, Oehler, Bell und spĂ€ter Habegger und StĂ€deli. «Mein Vater arbeitete zwischendurch auch fĂŒr einige dieser Unternehmen oder ĂŒbernahm fĂŒr sie AuftrĂ€ge», weiss Willy Garaventa. Umgekehrt beschĂ€ftigte Karl Garaventa manchmal Arbeiter, die zuvor Erfahrungen bei den anderen Firmen gesammelt hatten. Es gibt also eine gewisse Zusammenarbeit in der Branche sowie einen Austausch von Personal und Expertise. «Da liegt es auf der Hand, dass der eine dem anderen einmal etwas abschaute», sagt Willy Garaventa mit einem Augenzwinkern. Verschiedene Formen der Kooperation werden in den spĂ€teren Jahren fortgesetzt, bis es schliesslich zu einer Konzentration in der Seilbahnbranche kommt. Bis es so weit ist, wird es aber noch mehrere Jahrzehnte dauern.
Willy Garaventa steigt also 1953, nach der Rekrutenschule und dem Abschluss der Lehre, ins GeschĂ€ft des Vaters ein. Sofort packt er mit an, ist von einem Tag auf den anderen voll dabei. Er erinnert sich, wie hart die Arbeit an den Transportseilbahnen damals war. Helikopter werden noch nicht eingesetzt. «Wir mussten das ganze Material, inklusive der schweren Seile, zu Fuss den Berg hinauftragen.» Manchmal schliesst sich eine Gruppe von MĂ€nnern zu einer Seilschaft zusammen:Jeder nimmt ein StĂŒck des aufgerollten Seils an sich und trĂ€gt die Last, nur wenige Schritte hinter dem Vordermann gehend, den Berg hinauf. Ein einzelner Seilring wiegt allein schon rund zwanzig Kilogramm, das ganze Seil hat ein Gewicht von vielleicht 150 bis 200 Kilogramm. Am Ziel angekommen, haspeln die MĂ€nner das Seil auf eine Seilwinde auf. Die improvisierte Bergstation ist damit eingerichtet. Mit dieser Windenseilbahn wird Material wie zum Beispiel Holz fĂŒr die StĂŒtzen in Regionen ĂŒber der Baumgrenze transportiert. Die Seilwinde wird mit einem Benzin- oder Dieselmotor angetrieben.
Nach dem Aufhaspeln des Seils befasst sich der Chef â meistens der Vater â nĂ€her mit der Umgebung. Von Auge beurteilt er die Topografie und muss sich fĂŒr eine Seillinie ins Tal entscheiden. Dabei verlĂ€sst er sich auf seine Erfahrung und Intuition. Er wĂ€hlt die Linie, die optisch am gĂŒnstigsten erscheint. «GerĂ€te zur Vermessung der Landschaft wie Theodoliten standen uns damals nicht zur VerfĂŒgung», erzĂ€hlt Willy Garaventa, «die Anschaffung war fĂŒr die Firma zu teuer.» Also gehen zwei oder drei MĂ€nner, mit Kompass und Landkarte ausgerĂŒstet, los, um die Seillinie mit PfĂ€hlen abzustecken. Manchmal zieht man auch nur einen Bleistiftstrich auf der Landkarte und macht sich mit einer langen Schnur auf den Weg, um die Strecke abzulaufen. Die MĂ€nner sind bei KĂ€lte und Wind draussen. «Hin und wieder mussten wir die Arbeit unterbrechen, weil es zu sehr stĂŒrmte», erinnert sich Willy Garaventa. «Wenn möglich suchten wir in einer AlphĂŒtte Zuflucht. Mit etwas GlĂŒck konnten wir uns dort bei einem Kaffee mit Schnaps wieder aufwĂ€rmen.» Die AusrĂŒstung ist damals noch viel einfacher als heute. Ein alter MilitĂ€rmantel schĂŒtzt vor Regen und Schnee. Schuhe gibt es schon zu dieser Zeit gute, sie kosten aber ein halbes Vermögen. Nicht jeder kann sich ein Paar Schuhe fĂŒr ĂŒber hundert Franken leisten.
Das GelÀnde ist herausfordernd, denn stets ist es steil. Das Unfallrisiko ist hoch, vor allem, wenn neue, unerfahrene Arbeiter dabei sind. Manchmal stellt sich erst auf der Baustelle heraus, dass sie nicht gut geschult sind. Mit jeder Transportbahn sammeln die MÀnner neue Erfahrungen. Noch handelt es sich bei jeder Bahn um eine Einzelanfertigung, die dem Zweck und den topografischen Gegebenheiten angepasst wird. Erst zu einem spÀteren Zeitpunkt beginnen die Garaventas, mit vorfabrizierten Antrieben, vorfabrizierten Umlenkstationen und vorfabriziertem Mastenmaterial zu arbeiten. Die Seilspannung und die Dicke des Seils werden in den AnfÀngen anhand von Faustregeln geschÀtzt. Erst spÀter, als sich der Seilbahnbau zur Industrie zu entwickeln beginnt, existieren von Ingenieuren entwickelte Tabellen, mit denen man gewisse Berechnungen anstellt.
Eine der ersten Arbeiten, die Willy Garaventa im Auftrag seines Vaters erledigt, fĂŒhrt ihn Mitte der 1950er-Jahre in den Kanton Uri, in die NĂ€he von Gurtnellen. Er ist an der Montage einer Vier-Personen-Seilbahn von Intschi nach Arni beteiligt. Die Seilwinde, die er fĂŒr die Montage der Tragseile zur VerfĂŒgung hat, ist zu schwach. Eine stĂ€rkere einzusetzen, kommt aber nicht infrage: Ohne Helikopter wĂŒrde man es nicht schaffen, sie auf den Berg zu transportieren. Willy Garaventa behilft sich mit einer Flaschenzugkonstruktion und halbiert damit das Gewicht. Um das Problem ein fĂŒr alle Mal zu lösen, konstruiert er spĂ€ter eine Seilwinde, die sich in etwa fĂŒnfzig tragbare Teile zerlegen lĂ€sst. Einzelne StĂŒcke wiegen zwischen zwanzig und fĂŒnfzig Kilogramm. Das schwerste Teil, der Zweizylindermotor, ist ungefĂ€hr achtzig Kilogramm schwer. Die Seilspule, im Jargon «Trommel» genannt, wiegt 150 Kilogramm. Vier MĂ€nner sind in der Lage, diese, an einer Stange befestigt, mit vereinten KrĂ€ften bergwĂ€rts zu tragen.
Mit Karl Garaventas Unternehmen, in dem jetzt auch Willy Garaventa aktiv ist, geht es in den folgenden Jahren aufwĂ€rts. Durch den Bau von Kraftwerken gibt es viel Arbeit in der Schweiz. Staumauern entstehen, die mithilfe von Lastseilbahnen gebaut werden, und fĂŒr die Stromverteilung braucht es Masten und Stromleitungen. SpĂ€ter, in den 1960er-Jahren, kommt der Nationalstrassenbau mit BrĂŒcken dazu. Die AuftragsbĂŒcher fĂŒllen sich, da sich die Garaventas immer mehr auf den Einsatz von schwenkbaren KabelkrĂ€nen spezialisieren und diese auch vermieten und verkaufen. KabelkrĂ€ne werden im Strassenbau, aber ebenso fĂŒr den BrĂŒckenbau ĂŒber Schluchten eingesetzt, wo ein normaler Baukran nicht aufgestellt werden kann, weil die zu ĂŒberwindenden Distanzen zu gross sind. KabelkrĂ€ne eignen sich besonders fĂŒr Baustellen, auf denen grosse Spannweiten und Höhen abgedeckt werden mĂŒssen.33 Zwischen zwei Masten, die an Seilen im Boden verankert sind, werden Tragseile gespannt. An diesen wird ein Bauteil, das als «Laufkatze» bezeichnet wird, befestigt. Am Hubseil dieser Laufkatze wird die Last angehĂ€ngt und gehoben oder gesenkt. Mit einem Fahrseil kann sie horizontal das Seil entlang bewegt werden. Die Firma Garaventa entwickelt KabelkrĂ€ne, deren Masten beidseitig ausschwenkbar sind.34 Damit kann eine Baustelle nicht nur in der LĂ€ngsrichtung, sondern auch quer bedient werden.
Das Unternehmen hat in kurzer Zeit eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht. Karl Garaventa, der eigentlich Bauer werden sollte, hat im Seilbahnbau reĂŒssiert und eine solide Grundlage fĂŒr das Wachstum der Firma geschaffen. Im Jahr 1956, im Alter von 68 Jahren, zieht er sich aus dem aktiven GeschĂ€ftsleben zurĂŒck und ĂŒbergibt den Betrieb seinem jĂŒngeren Sohn Willy. Dieser fĂŒhrt weiter, was der Vater in den zurĂŒckliegenden Jahren aufgebaut hat. Es ist jetzt sieben Jahre her, seit sich sein Bruder Karl jun. selbststĂ€ndig gemacht hat. Damals ging der Vater davon aus, dass sein Ă€lterer Sohn im Holzschlag, Holztransport und Holzhandel tĂ€tig sein und fĂŒr die Arbeiten ebenfalls Materialseilbahnen einsetzen wĂŒrde. Er nimmt an, dass sich Karl jun. von der Gegend um Immensee fernhalten und keine Personenseilbahnen bauen wird, um innerhalb der Familie keine Konkurrenz entstehen zu lassen.
Auch als sich Karl Garaventa im Ruhestand befindet, verfolgt er die TĂ€tigkeit der Söhne mit grossem Interesse. Dass sich die GeschĂ€ftstĂ€tigkeiten der beiden BrĂŒder bald grundlegend verĂ€ndern werden, ahnt zu diesem Zeitpunkt niemand.
Karl Garaventasâs Söhne ĂŒbernehmen
Auch Karl Garaventa jun. betreibt sein GeschĂ€ft in diesen Jahren erfolgreich. Er stellt ebenfalls Materialseilbahnen her. Zum GeschĂ€ft des Vaters gibt es in der ersten HĂ€lfte der 1950er-Jahre ansonsten keine BerĂŒhrungspunkte. Einmal ĂŒbernimmt Karl jun. umfangreiche AufrĂ€umarbeiten nach einem Orkan, der im Dezember 1954 ĂŒber das Weisstannental im Sarganserland gefegt ist. Der Einsatz findet Eingang in den Bericht einer lokalen Zeitung. Daraus geht hervor, wie schwer die SchĂ€den waren, die der orkanartige Föhnsturm in den WĂ€ldern verursachte und wie komplex sich die AufrĂ€umarbeiten gestalteten. Ganze Waldparzellen waren zerstört, StĂ€mme geknickt und BĂ€ume entwurzelt. Die Fotos, mit denen der Artikel illustriert ist, zeigen die BaumstĂ€mme, die wie ZĂŒndhölzer kreuz und quer auf dem Boden liegen.
«Ein Wirrwarr ohnegleichen, ein Schlachtfeld eigener Art!» schreibt der Berichterstatter, der die Zerstörung vor Ort begutachtet hat. «Seit Wochen sind nun emsige HĂ€nde daran, das Holz aufzuarbeiten und zu Tale zu bringen. Da es an einheimischen KrĂ€ften fehlte, um die grosse Masse Holz rechtzeitig zu Tal zu bringen und die bestehende Waldung vor der BorkenkĂ€fergefahr zu schĂŒtzen, hat der Ortsverwaltungsrat Mels die Aufarbeitung und das Abseilen eines grossen Teiles des Holzes der fĂŒr solche Zwecke besteingerichteten Firma K. Garaventa in Immensee ĂŒbertragen. Zirka 30 bis 40 junge Italiener, meist aus dem Veltlin, sind daran, das Holz zu hauen und fĂŒr den Abtransport bereit zu stellen.»35 In dem Bericht heisst es weiter, ein Grossteil des Holzes werde zu Papierholz gerĂŒstet und an Papierfabriken geliefert. Auch als Bauholz fĂ€nden die BĂ€ume guten Absatz.
In die Zeit, in der Willy Garaventa den vĂ€terlichen Betrieb ĂŒbernommen hat, fĂ€llt die Ausschreibung fĂŒr den Bau einer Zehn-Personen-Seilbahn, die von KĂŒssnacht am Rigi auf die Seebodenalp fĂŒhren soll. Seit 1954 fĂ€hrt bereits eine Luftseilbahn mit zwei Kabinen fĂŒr je vier Personen auf die Seebodenalp; diese war durch die Steffisburger Seilbahnfirma KĂŒpfer erstellt worden. Sie soll nun durch eine grössere Bahn â mit Kabinen fĂŒr je zehn Personen â ersetzt werden.36 Vater Karl Garaventa hatte damals mit einer anderen Firma den Seilzug ĂŒbernommen.
1957 reicht Willy Garaventa fĂŒr den Umbau eine Offerte ein. Sein Bruder macht, wie sich bald herausstellt, dasselbe. FĂŒr Willy Garaventa und seinen Vater kommt der Schritt ĂŒberraschend. Sie nehmen zur Kenntnis, dass eine direkte Konkurrenzsituation entstanden ist. «Ich suchte dann das GesprĂ€ch mit meinem Bruder», erzĂ€hlt Willy Garaventa. «Wir kamen ĂŒberein, dass es nicht schlau sei, gegeneinander zu arbeiten, auch mit Blick auf die Zukunft.» Die BrĂŒder einigen sich auf ein gemeinsames Projekt. Der Umbau der Seilbahn auf die Seebodenalp ist der erste Auftrag, den die BrĂŒder zusammen ausfĂŒhren. Neben den beiden Kabinen mĂŒssen die Trag- und Zugseile sowie der Antrieb ausgewechselt werden. Am Umbau ist auch die Seilbahnfirma KĂŒpfer beteiligt.
Die beiden BrĂŒder beschliessen, ihre Betriebe zusammenzulegen, und am 1. Januar 1957 entsteht die Kommanditgesellschaft Karl Garaventasâs Söhne, Seilbahn-Maschinenbau, 6405 Immensee. Willy und sein Bruder Karl besiegeln damit ihre Zusammenarbeit. Der Personalbestand wird ab diesem Zeitpunkt stetig erweitert. Als kaufmĂ€nnischen Direktor stellen die BrĂŒder mit Karl TrĂŒtsch eine externe FĂŒhrungsperson ein. TrĂŒtsch ĂŒberzeugt durch sein korrektes und entschlossenes Auftreten und die Perfektion, die er in kaufmĂ€nnischen Belangen zeigt. Willy Garaventa sagt: «Er hatte die Ein- und Ausgaben jederzeit im Griff und war die SchlĂŒsselperson fĂŒr das wirtschaftliche Funktionieren des Unternehmens.» Die beiden BrĂŒder schenken TrĂŒtsch ihr Vertrauen.
AllmÀhlich beschÀftige...