Die Verrückten
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Irrsinn in der Geschichte

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Irrsinn in der Geschichte

About this book

Irrsinn in der GeschichteDiese mehrbändige Buchreihe hat den menschlichen Irrsinn zum Thema und versteht sich als Beitrag zur Geschichte der Psychiatrie und Psychologie. Band 1: Neolithikum und AntikeDieser Band beinhaltet Ausführungen zur frühesten Geschichte des Irrsinnes. Wir beginnen ab dem Neolithikum, erklären den Sinn der Trepanationen des menschlichen Schädels, streifen Kräuter, Heiler und Heilpflanzen, erleuchten die Antike, beginnend mit dem alten Ägypten, fahren mit Ausführungen über das alte China fort und gelangen schliesslich nach Griechenland, wo wir Asklepios, Hippokrates und Galen begegnen. Über Rom und Byzanz spannen wir dann einen Bogen bis zum Islam.

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Information

Year
2021
Print ISBN
9783754330272
eBook ISBN
9783752617634
Von wem oder von was ist in dieser Buchreihe die Rede?
Von den Sonderlingen?
Und den aus der Gesellschaft Vertriebenen!
Von den Halluzinierenden?
Von den durch ihre eigenen Sinnen Getäuschten!
Von den Wahnsinnigen?
Von dem am Geist, an der Psyche und an der Seele Erkrankten!
Von den Süchtigen?
Von den Drogen-, und Alkohol-, Spiel, und Sex-Abhängigen!
Von den Gottesvergifteten?
Von den vom eigenen Glauben oder von der Esoterik verblendeten!
Von den Anfallssüchtigen?
Von den Erkrankten an Hirn und Nerven!
Von den Ärzten, Juristen, Politikern, Heilern und Schamanen?
Von denen, die behaupten, Verrückte verstehen und behandeln und heilen zu können!
Von den Politsystemen, die Staatsgesetzen?
Von denen, die Deutungsmacht haben und Menschen für internierungs-, isolations-, sterilisations-, und euthanasiebedürftig erklären!
Wir gehen Fragen nach:
Wer oder was galt in der Geschichte als verrückt? Wie gingen wir früher mit unseren Wahnsinnigen um? Welche Verbrechen beging die Menschheit an seelisch kranken Menschen?
Was bewirken die skurrilen und brutalen Bemühungen um Heilung? Wie hatte Heilung zu sein? Wie hatte Verwahrung zu sein: in die Gesellschaft inkludierend oder exkludierend? Dienten abgelegene und isolierte Verwahranstalten dem Heilungserfolg? Oder waren sie allesamt Orte der Abschottung und Ausgrenzung?

Vorbemerkungen

Von der grauen Urzeit über die Antike, vom Mittelalter bis in die heutige Gegenwart wird in dieser Buchreihe der Geschichte der Verrückten und des Irrsinns nachgegangen. Wahnsinn und Irrsinn stellte sich dabei als ein komplexes Thema heraus. Eine Einengung auf die Sichtweise des rein Psychiatrischen und Geistig-Seelischen ist schwierig, jedoch war es ein Versuch wert.
Psychiatrie ist ein Teilgebiet der Medizin. In bestimmten Zeiten war dem nicht so. Die Psychiatrie ging teils völlig eigene (Irr-)Wege. Jede Psychiatrie, die nicht den Weg der Medizin geht, ist eine unkluge Wissenschaft. Immerhin lässt sich versuchen, die Psychiatriegeschichte aus der allgemeinen Medizingeschichte zu extrahieren oder einzubetten. Dies wird hier in Ansätzen versucht.
Diese Buchreihe kommt bewusst populärwissenschaftlich daher ohne den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit zu erheben. Die Bände sind bebildert in der Hoffnung, das schwerverdauliche Thema ‚Psychiatrie‘ möge dadurch aufgelockerter erscheinen. Diese populärwissenschaftliche Strategie dient einer besseren Vermarktung. Sie sucht eine breitere Leserschaft.
Ich möchte die Psychiatrie als Wissenschaft durch die Populärwissenschaftlichkeit dieser Buchreihe keineswegs diskreditieren. Psychiatrie tut das in der Regel selber. Jede in dieser Buchreihe beschriebene Behandlungsweise widerspiegelt den Kenntnisstand von Forschung und Aufklärung der jeweiligen Zeitepochen. (Kultur, Moral, Gesellschaft, Rechtsprechung, Religion etc.) Sie widerspiegelt die jeweils herrschende politische, soziale, moralische, medizinische und religiöse Gesinnung, innerhalb der die Psychiater praktizierten und therapierten.
Schliesslich sind alle Therapien eingebettet in die kulturelle Matrix, in der sie quasi ‚hineinsozialisiert‘ wurden. Und die gegenwärtigen Kulturen schienen den Lebenden immer ordentlich und unangefochten vernünftig, auch wenn sie vor nicht so langer Zeit den zornigen Wettergöttern noch arglos Menschenopfer an- und darboten, um sie gnädig zu stimmen.
Leider hatten manche Forscherpersönlichkeiten der Psychiatrie und Medizin ein mieses oder zumindest etwas eigenartiges Menschenbild. Tiefe Verachtung, Wegwendung vom Menschlichen und kalte Empathie schlug den Seelenkranken immer wieder und über Jahrhunderte mitten ins Gesicht. Dabei waren und sind unsere seelenkranken Mitmenschen eindeutig humane Wesen und haben ein Herz und eine Seele, wie ihre Therapeuten es auch waren oder hätten sein sollen.
Auch lag mir fern psychiatrische Kliniken oder Regionen und Länder zu diskreditieren, auch wenn das manchmal so erscheinen mag. Sie diskreditierten und diskreditieren sich selbst. Wenn sie negativ im Munde waren und in Zeitungen Artikel über ihre Missetaten berichteten, dann sind sie mindestens mitschuldig an der eigenen Misere. Auch lag mir fern, Psychiaterpersönlichkeiten der ersten, zweiten oder neuesten Generation zu diffamieren. Auch sie taten oder tun dies selbst, wenn die Öffentlichkeit sich mit ihnen beschäftigt, weil sie Fehler begangen hatten. Denn jedes Vergangene vermag sich nicht dem Urteil des Heute zu entziehen, auch nicht in der Zukunft. Wir alle schauen hin!
Psychiatrische Kliniken sollten immer in einem engen Verbund zur Medizin stehen und keinen separaten Dornröschenschlaf träumen. Meiner Meinung nach gehören alle psychiatrischen Institutionen in den Verbund eines grösseren Spitalcampus, auch wenn ihre Klientel körperlich gesund erscheint. Im Campusverbund sind nicht nur psychiatrische Hilfestellungen für die entgleiste Seele ohne Zeitverzug möglich, sondern auch medizinisch-chirurgische Notfallmassnahmen. Psychiatrische Kliniken abseits von Medizinalzentren, Universitätskliniken und Regionalspitälern in die Landschaft hineingestellt, sind nicht zu fördern, ausser sie gehen auch dort einen engen Verbund mit der Somatomedizin ein. Es soll des Menschen Seele nie von seinem Körper getrennt behandelt werden, denn Seele und Körper bilden eine untrennbare Einheit. Jede Therapiemassnahme wirkt dual.
Kritik an der Pharmakologie wie auch an den praktizierten Therapieformen verstehe ich nicht aus sektiererischer oder nörglerischer Perspektive. Sie ist unumgänglich, jedoch nur in einem gesunden und fairen Mass. Ich bin überzeugt, dass alle Pharmaunternehmen nicht nur das Wohl ihrer Finanzen, sondern auch das Wohl ihrer Klienten im Auge haben. Denn die grösste Forderung an zukünftige Psychopharmaka ist und bleibt die Ursachen- und nicht die Symptombekämpfung.
Religion und Esoterik dürfen innerhalb der Psychiatrie niemals dominant werden. Das Beste ist, sie bleiben draussen vor den Eingängen der Kliniken.
Abschliessend noch einige besondere Worte zur Zeit des Nationalsozialismus. Bereits Friedrich Nietzsche sagte: ‚Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes – aber bei Gruppe, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.‘ Bei meinen Ausführungen zur Euthanasie des Nationalsozialismus, in einem späteren Band, ging es mir um eine möglichst korrekte Darstellung. Ich versuchte, die politische, gesellschaftliche und kulturelle Gesinnung der damaligen Zeit des Nazi-Reiches so nüchtern wie möglich darzustellen. Diese sehr schlimme Zeit forderte Millionen von Toten, auch psychisch-Kranke und geistig Behinderte waren ihre Opfer.

Motivation und Intention

Meine Motivation zur Verfassung dieses mehrbändigen Buchwerkes über unsere geistig kranken Mitmenschen schöpfe ich aus einer rund 40 Jahre dauernden und oft arbeits- und beziehungsintensiven und direkten Begegnung mit ihnen. Es war insbesondere ein polnischer Arzt und Mitarbeiter in derselben Klinik, mit dem ich eine Zeit lang zusammen gearbeitet hatte und der sich ebenfalls für die Geschichte der psychiatrischen Therapie interessierte. Wir tauschten uns immer wieder zu den verschiedenen Aspekten aus. Dabei hatte das Thema mich irgendwann selbst ergriffen.
Meine ersten Kontakte zu psychisch „Kranken“ knüpfte ich berufsbedingt rund 40 Jahre zuvor in einer Spezialklinik für Epilepsie in Zürich. Es folgten Anstellungen und Erfahrungen als psychiatrischer Krankenpfleger, Abteilungsleiter und Oberpfleger. Für einige Zeit war ich auch Mitglied des Lehrkörpers einer Schule für psychiatrische Krankenpflege und erteilte dort Theorie und praktischen Unterricht und begleitete Schüler in ihrem Ergotherapiepraktikum. Zudem entwickelte ich ein Aufnahme- resp. Prüfungsverfahren für Ausbildungswillige in dieser Psychiatrie.
Später absolvierte ich eine Ausbildung zum Eidg. Diplomierten Heimleiter BIGA beim Heimverband Schweiz (HVS). Ich leitete später auch Alters- und Pflegeheime. Dann führte ich, zusammen mit meiner Frau, lange Jahre eine private Wohngruppe für seelenpflegebedürftige Menschen, nachdem ich zuvor eine eigene Pflegewohngruppe für geriatrische Patienten geleitet hatte.
Meine Erfahrungen mit seelenkranken Menschen und mit den sie behandelnden Institutionen, Ärzten, Therapeuten wirkten beim Schreiben als innerer Antrieb in mir. Eine gewisse, moderate antipsychiatrische Haltung trug ich immer im Herzen, auch während meiner Arbeit in psychiatrischen Institutionen und das war bestimmt richtig so. Allerdings war ich nie ein militanter Gegner der Psychiatrie. Antipsychiatrisches Denken empfand ich stärker innerhalb militärisch organisierter und eng geführter Psychiatrien, weniger oder kaum noch in privatwirtschaftlich geführten, einem gewissen Humanismus verpflichteten Kliniken. Meine interessantesten und ‚schönsten‘ Erfahrungen machte ich in einer modernen Klinik im Schweizerischen Kanton Thurgau, unweit von Wil. Sie wurde in meiner Vorstellung zur Idealklinik.
Der gesellschaftlichen Ausgrenzung von Menschen mit einer seelischen Devianz sollte vehement entgegengewirkt werden. Anstaltspsychiatrien als Ausgrenzungsghettos sind passé. Psychisch kranke Menschen sind in unsere gesellschaftliche Mitte zu nehmen.
Ich gestehe, dass mein Buchtitel ‚Die Verrückten‘ frech und plakativ ist. Ich entschuldige mich dafür. Er ist unserer täglichen Umgangssprache entnommen. Mit ‚verrückt‘ meine ich ver-rückt im Sinne von abweichend, aus dem Rahmen rückend, auffällig, originell, extravagant, sowie auch unkonventionell und manchmal erfrischend ungewöhnlich oder auch genial.
Das Verrückte ist Raum des Leides und zugleich Heimat des menschlichen Genies.
Verrückt: (nach Duden)
Beifügung, Zuschreibung von Ursachen (Eigenschaften)
Das Adjektiv verrückt sollte im öffentlichen Sprachgebrauch nicht mehr auf Menschen bezogen werden, die geistig oder psychisch krank sind. Hier müssen die entsprechenden neutralen oder fachsprachlichen Bezeichnungen Verwendung finden, so etwa psychisch behindert, psychisch krank oder psychotisch.
© Duden - Das Synonymwörterbuch, 4. Aufl. Mannheim 2007 [CD-ROM]
Inzwischen längst pensioniert und auch (ein ganz kleines bisschen) alt geworden, wäre ich im wohlverdienten Ruhestand und hätte viel Freizeit für ‚Gescheiteres‘ zur meiner Verfügung, wenn das Schreiben mich nicht gepackt hätte.
Nun denn, ein Boot, ein Motorrad und ein E-Bike sowie eine langjährige Lebenspartnerin stehen mir für meine Freizeit stets zur Verfügung und bringen meiner Lebenszeit Sinn.
Diese Buchreihe ist mein Lohn für die Aufwendung unzähliger, freudvoller und freiwillig gewählter (meist morgendlicher) Arbeitsstunden…
…am Nachmittag fische ich vom Boot aus im See. Alternativ trete ich gesundheitsfördernd ins Velo oder lasse mich von meinem Motorrad durch den heimatschönen Thurgau chauffieren.
Mein inneres Interesse und meine ‚Liebe‘ zum psychisch kranken Menschen schlechthin treiben mich weiter an zum Schreiben. Die Buchreihe ist noch längst nicht unter Dach und Fach. Demnächst jedoch werden weitere Bände erscheinen.
Jakob Landolt

Irrsinn in der Geschichte

Diese mehrbändige Buchreihe hat den menschlichen Irrsinn zum Thema und versteht sich als Beitrag zur Geschichte der Psychiatrie und Psychologie.
Einführung Band 1.
Dieser Band beinhaltet Ausführungen zur frühesten Geschichte des Irrsinnes. Wir beginnen ab dem Neolithikum, erklären den Sinn der Trepanationen des menschlichen Schädels, streifen Kräuter, Heiler und Heilpflanzen, erleuchten die Antike, beginnend mit dem alten Ägypten, fahren mit Ausführungen über das alte China fort und gelangen schliesslich nach Griechenland, wo wir Asklepios, Hippokrates und Galen begegnen. Über Rom und Byzanz spannen wir dann einen Bogen bis zum Islam.

Vom Neolithikum zur Antike

Trepanationen, Schamanismus, Kräuter, Heiler und Heilpflanzen
Trepanationen: Wahnsinn bereits im Mesolithikum…?
Bereits in der Steinzeit wurden die ersten „psychochirurgischen“ Eingriffe am menschlichen Schädel (Cranium) vollzogen. In Marokko und Peru wurden bereits im M...

Table of contents

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Band 1: Irrsinn in der Geschichte
  3. Vorbemerkungen
  4. Motivation und Intention
  5. Einführung
  6. Vom Neolithikum zur Antike
  7. Schamanismus
  8. Kräuter, Heiler und Heilpflanzen
  9. Ägypten, China, Griechenland: Asklepios, Hippokrates, Galen
  10. Rom, Byzanz und Islam
  11. Ausblick auf Band 2
  12. Literatur und Quellen
  13. Impressum

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