Geschichte der erloschenen Herzoglich Jenaischen Linie Herzog Bernhards II.
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Geschichte der erloschenen Herzoglich Jenaischen Linie Herzog Bernhards II.

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Geschichte der erloschenen Herzoglich Jenaischen Linie Herzog Bernhards II.

About this book

Dieses Buch enthält eine Beschreibung der Personen des Herzogtums Sachsen-Jena, welches nur knapp drei Jahrzehnte im 17. Jahrhundert bestanden hatte. Dabei wird insbesondere auf Herzog Bernhard II und seiner Frau Marie Charlotte de La Trémoille, sowie seinen Sohn Johann Wilhelm und seine Tochter Charlotte Maria eingegangen.

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Information

Year
2021
Print ISBN
9783754333907
Edition
1
eBook ISBN
9783754382462
Topic
History
Index
History
Herzog Bernhard, welcher in der Geschichte der zweite oder auch ältere genennt wird, 1) glänzt zwar nicht als Kriegsheld, - welche größtentheils nur Gegenstände der Biographien zu seyn pflegen, - in der Geschichte; Allein als ein Fürst, welcher in seinem kleinen Staate, während seiner kurzen Regierung bedeutende, höchst schäzbare Verdienste sich erworben hat, und es unbezweifelt ist, daß diejenigen Regenten welchen die Beförderung des Wohls ihrer Länder und Unterthanen, sich lediglich angelegen seyn lassen, vor andern, welche vielleicht nach habsüchtigen Eroberungen streben, und zu Erreichung ihrer Zwecke sich oft jeder Mittel, wären es
auch die unerlaubtesten, bedienen, die Sorge der Regierung aber in fremde Hände legen, bleibende Denkmäler verdienen, gebührt auch ihm gewiß ein Platz in der Geschichte.
Bernhard war ein frommer, gerechter, treuer Regent, und was man sagen kann, ein wahrer Vater des Vaterlandes, entfernt vom Stolz und Verschwendung, gottesfürchtig, ohne abergläubisch zu seyn, - und Künste und Wissenschaften fanden an ihm einen Kenner, Beschützer und Beförderer.
Seine Beurtheilungskraft war stark, seine Regierung preißwürdig, - zum Wohl der Unterthanen, Thätigkeit beherrschte seine Seele. Bey alle dem war er aber doch auch Mensch, als solcher nicht von Fehlern frei! – aber diese machen nur dem Schatten zum Gemählde.
Sein Vater, Wilhelm der 4te 2) hatte mit seiner Gemahlin Eleonore Sophie, gebohrne Fürstin zu Anhalt, neun Kinder erzeugt.
1) Wilhelm gebohren zu Weimar am 26. März 1626, welcher aber am 1sten November desselben Jahres wieder verstarb.
2) Johann Ernst, geb. zu Weimar den 11. September 1627.
3) Johann Wilhelm geb. zu Weimar am 16ten August 1630, welcher im 9ten Jahre seines Alters, am 16ten August 1630 3) wieder verstarb.
4) Adolph Wilhelm geb. am 15ten März 1632.
5) Johann Georg geb. zu Weimar am 12. July 1634.
6) Wilhelminen Eleonoren geb. zu Weimar am 7ten Juny 1636 starb am 1. April 1653.
7) Bernhard.
8) Friedrich geb. zu Weimar am 18. März 1640, starb den 18ten August 1656 und
9) Dorothea Marie, geb. zu Weimar am 14ten Octbr. 1641 vermählte sich an Herzog Moritz zu Sachsen Zeitz, und starb am 11ten Juny 1675.
Von den bey dem Absterben Wilhelms des 4ten noch lebenden vier Prinzen, war unser Bernhard der jüngste, der Reihefolge nach aber der sechste.
Er wurde zu Weimar 1638 am 21. Febr. gebohren, und zwar an eben dem Tage, an welchen seines Vaters Bruder Bernhard der Große, welcher auch sein Pathe war, und von dem
er dem Namen empfangen, die berühmte Schlacht bey Rheinfelden erfocht, und alle Kaiserliche Generals gefangen bekam. 4)
In seiner Jugend genoß er einen sorgfältigen Unterricht, in der Religion, in Sprachen, in der Staatskunst, in der Geschichte und Mathematik; aber die Festungsbaukunst, und die Tonkunst hatte nebst der Musik einen so überwiegenden Reiz für ihn, daß er ihnen seinen Fleiß und vorzüglichen Eifer widmete, und zu seiner frühern Ausbildung trug auch die Reise, die er 1653 in Begleitung seines jüngern Bruders, Friedrich in die Gegend Oberdeutschlands unternahm, nicht wenig bey.
Er wohnte damals der Krönung Kaiser Ferdinands des III zu Regensburg bey 5) und durch diese Reise mit neuen Eifer für die Wissenschaften belebt, bezog er im folgenden Jahre (1654 am 24ten Febr.) zu Anfang seines siebzehnten Jahres in Gesellschaft seines gedachten Bruders Friedrich und unter Leitung ihres gemeinschaftlichen Hofmeisters, Heinrich von Schwechhausen, und Lehrers, Daniel Lipstorp nebst einem besondern Hofpersonale, die Universität Jena. Bey dem Dorfe Großschwabhaußen
wurden beide Fürstl. Prinzen von Otto Wilhelm Grafen von Königsmark, welcher damals ebenfalls Studierens halber sich zu Jena aufhielt, so wie von einer bedeutenden Anzahl Studenten, welche zwei Trupps zu Pferde, über funfzig Mann stark, bildeten, von welchen der eine von des Grafen Hofmeister, Namens Graf, und der andere von Hanß Bastian von Zehm angeführt wurde, empfangen.
Der Graf von Königsmark bewillkommte die jungen Prinzen mit einer deutschen Rede, welche von dem ältesten Prinzen Bernharden beantwortet wurde. Bey dem Einzuge in dem Fürstl. Schloß 6) warteten ihnen die sämmtlichen Professoren der Akademie auf, und der damalige erste Professor der Theologie D. Johann Ernst Gerhard, gratulirte Namens derselben in einer in lateinischer Sprache abgefaßten Rede den Prinzen zu ihrer Ankunft 7) und zugleich wurde dem Prinzen Bernhard die Würde eines Rectoris Magnificentis simi übertragen.
Diese feierliche Rede beantwortete Prinz Bernhard ebenfalls in lateinischer Sprache, und dem vierten Tag darauf, als den 23sten Febr. erfolgte die Uebertragung des Rectorats selbst auf eine feierliche Art in der Stadtkirche.
Die beiden Fürstlichen Eltern, so wie der ältere Prinz Johann Ernst, und die Prinzessin Dorothea Maria, hatten sich Tags vorher nach Jena begeben, um dieser Solennität beizuwohnen.
Nach beendigten solennen Actus wurde er von den Professoren und mehrern Gliedern der Akademie, über dem Markt in das Collegium und Consistoriums Zimmer, und aus diesem durch das Juristische in das theologische Auditorium begleitet, in welchen letztern ein herrliches Mahl gegeben wurde, zu welchen alle Universitätsglieder eingeladen waren, und solchen beiwohnten.
Ein köstliches Feuerwerk endigte das allgemeine Freudenfest 8). Dieses Rectorat verwaltet,
Bernhard bis zum 8ten Novbr. 1654 wo dessen Bruder Friedrich, in Beiseyn der Erlauchten Eltern und Geschwister, als Rector Magnificentissimus feierlich introducirt, und dem Professor der Medizin, D. Gottfried Möbius, das Prorectorat übertragen wurde, welcher solches bis zum 26ten Sept. 1655 verwaltete.
Von dieser Zeit an führte Bernhard diese Würde, bis zu seinem Abgang von der Universität, und während dieser Zeit waren die Prorectoren, D. Christian Chemnitius, D. Georg Adam Struve, der Professor der Medicin, Johann Theodor Schenk, der Professor der Mathematik M. Ehrhardt Weigel, und D. Johann Musäus. 9)
Nach einem Aufenthalt von drei Jahren, legte Bernhard diese Würde am 16ten Novbr. 1657 nieder, und verließ die Akademie.
Schon mit Anfang des Jahres 1658 trat er unter Begleitung des Herrn aus den Winkel, und eines von Marred die Reise und zwar zuerst nach Frankreich an, wo er sowohl seinen Geist als Körper noch mehr ausbildete.
Am Hofe des damaligen Königs Ludwigs des XIII wurde er als ein Sächsischer Prinz,
sehr ehrenvoll aufgenommen, hatte offnen Zutritt, und genoß viele Auszeichnung.
Nachdem von ihm die vornehmsten französischen Provinzen besucht worden waren, und er die spanischen Niederlande, Flandern, und Holland durchreißt hatte, traf er nach einer Abwesenheit von einem Jahre eilf Monaten am 29. Oct. 1659 wieder zu Weimar ein. 10)
Bey seinen Aufenthalt zu Paris hatte er sich die Bekanntschaft seiner nachherigen Gemahlin, Maria von Tremouille, Herzog Heinrichs von Tremouille Tochter, erworben, und bey seiner einige Jahre darauf erfolgten abermaligen Reise dahin. 1662 am 24 März, verlobte er sich auf Anrathen des Herzogs von Türenne, und anderer hoher Personen, mit derselben feierlich, und am 10ten Junius darauf erfolgte die priesterliche Copulation zu Paris, in des Holländischen Gesanden Palais. 11)
Die Herzogin war den 16ten Januar 1632 12) zu Thoua...

Table of contents

  1. Stammbaum
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Vorrede
  4. Subscribenten-Verzeichniß
  5. Textbeginn
  6. Urkunden zur Geschichte der erloschenen Herzogl. Jenaischen Linie
  7. Impressum

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