Wann war das letzte Mal, dass Sie ein Online-Meeting mit Inspiration, Motivation oder SpaĂ erfĂŒllt hat? Virtuelle GesprĂ€che mĂŒssen nicht öde und frustrierend sein. Mit dem richtigen Wissen können Sie auch per Videocall Spannung erzeugen, andere fĂŒr sich gewinnen und begeistern. Erfahren Sie, warum wir unsere Mitmenschen ĂŒber die Kommunikation am Bildschirm anders erreichen als im direkten GesprĂ€ch. Lernen Sie mehr ĂŒber die Wirkungsweisen digitaler Interaktion und digitaler Rhetorik. Mit nĂŒtzlichen Tipps und Tricks zur Vorbereitung und DurchfĂŒhrung erfolgreicher OnlinegesprĂ€che.Inhalte: - Was ist digitale Rhetorik?- Der SchlĂŒssel zum Erfolg fĂŒr Ihre Online-Meetings- Vorgehensweisen und Stolperfallen im Onlinecall- Methoden und Tools fĂŒr erfolgreiche Online-Meetings

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Online-Meetings, die begeistern!
Digitale Rhetorik mit SpaĂ und Struktur
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Business1 Grundlagen und psychologische Besonderheiten der digitalen Rhetorik
1.1 Die »Goldene Himbeere« fĂŒr Online-Meetings
Hand aufs Herz: Wann war das letzte Mal, dass Sie ein Online-Meeting mit Inspiration erfĂŒllt hat â mit Motivation, SpaĂ oder anderen nachhaltig positiven GefĂŒhlen? Sie können sich nicht daran erinnern? Damit sind Sie nicht allein. Nur, woran liegt das? SchlieĂlich besteht das Problem nicht darin, dass Videocalls nicht funktionieren.
TĂ€glich finden Millionen und Abermillionen Videokonferenzen statt, die fĂŒr gewöhnlich schlecht organisiert oder schlecht moderiert sind â oder beides. Der Redeanteil liegt zum GroĂteil bei nur einer Person, die bei ungĂŒnstigem Licht, mit wackeligem Bild und stotterndem Sound monoton vor sich hin spricht und ihre PowerPoint-PrĂ€sentation im »Betreutes-Lesen-Stil« vortrĂ€gt. Da ist es nicht verwerflich, wenn den Teilnehmenden schnell der Gedanke kommt: »Wo kann ich hier denn das Programm wechseln?« â und sie sich kurzerhand entscheiden, nebenbei E-Mails zu checken oder anderweitig auf und davon zu surfen. Kurz vor Schluss kommt die Bitte, ob die Vortragende ihre PrĂ€sentation noch per E-Mail versenden kann. Und damit nimmt ein weiteres OnlinegesprĂ€ch ein Ende, bei dem sich die meisten denken: »Die Zeit hĂ€tte ich auch besser verbringen können.« Kommt Ihnen das bekannt vor?
Wechseln wir kurz die Perspektive. Stellen Sie sich nun bitte vor, Sie seien die Person, die ein Online-Meeting durchfĂŒhrt, das reif fĂŒr die »Goldene Himbeere« wĂ€re â den Negativfilmpreis der Oscarverleihung. Sie blicken auf Ihrem Bildschirm in die gelangweilten Gesichter der Teilnehmenden und stellen ernĂŒchtert fest: »Mir hört ja gar niemand zu.« GefĂŒhlt sind alle mit etwas anderem beschĂ€ftigt. Und wenn doch jemand zuhört, zeugt sein Gesichtsausdruck nicht gerade von Begeisterung oder Konzentration, sondern eher von gequĂ€lter Höflichkeit oder Langeweile. Das wiederum hat eine direkte Wirkung auf Sie und Ihre Ăberzeugungskraft. Sie werden skeptisch, vielleicht sogar nervös, unsicher â und so nimmt der Teufelskreis seinen Lauf. Meine Frage an Sie: Wer trĂ€gt denn jetzt die Schuld an diesem Dilemma? Die Teilnehmenden, die sich einfach fĂŒr nichts mehr begeistern lassen und total demotiviert sind? Die Moderierenden, die langweilig die SĂ€tze aus ihrer PowerPoint-PrĂ€sentation ablesen und die Anwesenden nicht involvieren? Oder beide Seiten?
Werfen wir einen genaueren Blick auf die Wechselwirkungen digitaler Psychologie, so erkennen wir: Schuld ist das Systemkonstrukt, in dem wir uns hier bewegen. Teile dieses Konstrukts sind
- der Monitor und die Webcam, auf die wir schauen,
- wir selbst als soziale Wesen und
- unser im digitalen Raum anders arbeitendes Gehirn.
All dem liegt eine verĂ€nderte Mediennutzung zugrunde, die sich in den letzten 100 Jahren rasant weiterentwickelt hat: Von Printmedien (BĂŒcher, Zeitungen, Briefe) ĂŒber elektronische Medien (Radio, Fernsehen, Telefon) bis hin zu digitalen Medien (Computer, Internet, Smartphones) hat ein enormer Wandel stattgefunden â in einem historisch sehr kurzen Zeitraum. Was sind schon 100 Jahre im VerhĂ€ltnis zu den ca. 4,6 Milliarden Jahren, die unser Planet Erde bereits existiert?

Abb. 1.1: Geschichte der Medien
Mit dem Aufkommen der digitalen Medien lesen wir heute nach wie vor BĂŒcher und schauen fern. Aber unsere Medienauswahl, -wahrnehmung und -wirkung haben sich aufgrund der Angebotsbreite gewandelt â allen voran aufgrund der digitalen. Wir lesen Nachrichten in Echtzeit und kaufen mitternachts online ein. Wir vernetzen uns in Sekundenschnelle und kommunizieren ĂŒber Social Media, wo wir nicht immer unser reales Selbst darstellen, sondern oft auch ein Ideal- oder Wunschbild von uns. Das Wunschbild, das immer gut aussieht, gut drauf ist, Ă€sthetische Mahlzeiten zu sich nimmt und zu allem Weltgeschehen etwas Kluges beizutragen hat. Unser Zugang zu Information und Inhalten ist nahezu unbegrenzt, was dazu fĂŒhrt, dass wir uns schneller von Inhalten im Web ablenken lassen. Eine Freundin sagte passenderweise einmal zu mir: »Ich brauche lĂ€nger dafĂŒr, einen Film auf Netflix auszuwĂ€hlen, als ihn anzuschauen. Das Ăberangebot ist erschlagend.« TatsĂ€chlich scannen wir oftmals Onlineinhalte nur kurz und entscheiden dann innerhalb weniger Sekunden, ob wir weiterlesen oder wegklicken, zur Seite wischen oder knallhart »disliken«. Werden wir digital nicht unterhalten, sind wir schnell wieder weg, auf einer anderen Website, bei einem anderen YouTube-Video oder einem anderen Facebook- oder Instagram-Profil. Es hat fast den Anschein, als verlernten wir aufgrund der digitalen Mediennutzung, uns fĂŒr lĂ€ngere Zeit auf ein und dieselbe Sache zu konzentrieren. Zumindest verĂ€ndert die Nutzung digitaler Medien unsere Erwartungshaltung und Aufmerksamkeit. So auch beim Lesen. Kommt es Ihnen auch manchmal so vor, als mĂŒssten Sie sich beim Lesen eines gedruckten Buches inzwischen stĂ€rker konzentrieren oder als wĂŒrden Sie öfter abschweifen?
Die britische Psychologin Dr. Gemma Briggs sagt in einem BBC-Beitrag: »Wie viel Aufmerksamkeit wir einer Aufgabe widmen, hĂ€ngt davon ab, welche Anforderungen die Aufgabe stellt« (Maybin 2017). Die Aufgabe des BĂŒcherlesens hat sich so gesehen nicht verĂ€ndert. Aber unsere Erwartung an das BĂŒcherlesen hat sich mit der digitalen Mediennutzung verĂ€ndert. Wir haben uns dadurch eine neue Erwartungshaltung angeeignet: Alles muss kurzweiliger sein, wir wollen unterhalten, bedient oder belohnt werden, beispielsweise durch Kommentare oder Likes in sozialen Medien. Diese digitale Leseerwartung bestimmt dann auch unsere analoge Leseerwartung. Und plötzlich erscheint es uns mĂŒhsam, dem langsamen Aufbau eines komplexen Handlungsstranges zu folgen. Am Ende ist dieses Verhalten ein Suchtverhalten, das nicht zuletzt von unseren Hormonen gesteuert wird. Viele Likes oder spannende Reize in kurzer Zeit sorgen fĂŒr eine erhöhte AusschĂŒttung von Dopamin, einem »GlĂŒckshormon«, im Gehirn. Eine AusschĂŒttung, wie wir sie »analog« mit deutlich geringerer HĂ€ufigkeit erreichen â beim Schokoladeessen oder dem GlĂ€schen Rotwein am Abend vielleicht.
Wir können also festhalten: Unser Konsum digitaler Medien sorgt fĂŒr eine neue Haltung gegenĂŒber Inhalten aller Medien â auch analoger. Und das wiederum hat Auswirkungen auf unser Verhalten in OnlinegesprĂ€chen.
Lassen Sie uns noch einen Abstecher nach Hollywood machen, denn dort liegt eine weitere Ursache fĂŒr unsere Konsumentenhaltung vor dem Monitor. Was versuchen Regisseure und Filmproduzenten alles, um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen: Es werden Millionen von Dollar in Musik, Spezialeffekte und gute Schauspieler gesteckt. Und dennoch: Streng genommen schafft es nicht einmal Hollywood konstant, die Zuschauenden ĂŒber 90 Minuten vor dem Monitor zu fesseln. Und das trotz Special Effects, bewegender Musik, eindrĂŒcklicher Szenerien und fantastischer Darsteller. Seit der Fernseher existiert, sind wir es gewohnt, vor dieser Flimmerkiste zu sitzen und uns mit Informationen (oder eher: Unterhaltung) fĂŒttern zu lassen. Im Idealfall noch mit Popcorn oder Chips dazu. Vor dem Fernseher haben Menschen eine 100-prozentig passive Haltung, auĂer vielleicht der ein oder andere FuĂballfan bei einem Spiel des geliebten Clubs. Die Haltung, die wir dabei einnehmen, ist unglaublich fordernd: »Bediene mich! Unterhalte mich!«
Nun ist der Fernseh- und Kinokonsum unidirektional, geht also nur von einer Seite aus: Die Flimmerkiste bespielt uns. Das einzige Interaktionsmedium mit dem Fernseher ist die Fernbedienung, mit der wir das Programm wechseln können. Im Kino können wir nicht mal das. Wir können höchstens den Saal verlassen, sollte uns der Film nicht gefallen. Online hingegen ist die Interaktion mit Likes, Dislikes, Kommentaren und Teilen von Inhalten wesentlich vielfĂ€ltiger, ja fast omnidirektional, also in alle Richtungen laufend. Das trĂ€gt mitunter zu unserer »Swipe-MentalitĂ€t« auf dem Smartphone bei. Wir schauen uns 30-sekĂŒndige YouTube-Videos an, dann muss schon der nĂ€chste Höhepunkt oder Input kommen. Interessant, witzig, begeisternd, sonst wird »gewischt« â das digitale Pendant zum Verleih der »Goldenen Himbeere«.
Zwischenfazit
Die Art, wie wir digitale Medien nutzen, hat Auswirkungen auf unser Nutzerverhalten. Wenn wir uns das bewusst machen, können wir Videocalls in einem anderen Kontext betrachten und uns dementsprechend darauf vorbereiten: als organisierende Person, weil wir den digitalen Call anders organisieren und durchfĂŒhren mĂŒssen als ein OfflinegesprĂ€ch, und als teilnehmende Person, weil wir so verstehen, warum unsere Aufmerksamkeit nachlĂ€sst â und was wir dagegen tun können.
1.2 Neue Mediennutzung: Aufmerksamkeit wie ein Fisch
Gehen wir nun â die »Swipe-MentalitĂ€t« im Hinterkopf â zur Aufmerksamkeitsspanne in digitalen Medien ĂŒber. Laut der Studie »Attention Spans« von Microsoft Canada (Microsoft Canada 2015) ist diese innerhalb der letzten 15 Jahre von zwölf auf nur acht Sekunden gesunken. Die Studie kann nicht als reprĂ€sentativ angesehen werden, regt aber definitiv zum Nachdenken an. Schon nach acht kurzen Sekunden sollen wir â wenn auch nur blitzartig â gedanklich abschweifen? Damit lĂ€gen wir ĂŒbrigens fast gleichauf mit den Goldfischen, die eine Aufmerksamkeitsspanne von neun Sekunden haben. Blubb!
Woran liegt das? Wir leben in einem Ăberfluss an Informationen â insbesondere im Internet. Dort sind wir Geschwindigkeit, Echtzeitnachrichten und unbegrenzte VerfĂŒgbarkeit gewohnt. Und wir wissen: Wenn uns ein Thema nicht interessiert, können wir schnell von einem Thema zum anderen wechseln. Aufgrund dieser ReizĂŒberflutung verfolgen wir die Dinge mit einem anderen Filter und Fokus. Wir reagieren oft nur noch auf Impulse und mentale Trigger, mit denen uns das intelligente Internet umfassend bedient.
Die amerikanische Schriftstellerin Linda Stone soll bereits 1998 den Begriff Continuous Partial Attention (»stĂ€ndige Teilaufmerksamkeit«) â kurz CPA â geprĂ€gt haben. Am 30. November 2009 schrieb sie einen Blogbeitrag zu CPA (Stone 2009). Laut Stone hat CPA nichts mit Multitasking zu tun, da beides auf unterschiedlichen Motiven beruht. Beim Multitasking haben wir das Bestreben, produktiver und effizienter zu sein: Wir schreiben eine E-Mail, wĂ€hrend wir den Telefonhörer am Ohr haben und unser Mittagessen in uns hineinschlingen. Wobei es Multitasking streng genommen gar nicht gibt. Denn auch beim Multitasking machen wir nichts gleichzeitig. Unser Gehirn wechselt nur so schnell zwischen den TĂ€tigkeiten hin und her, dass es sich fĂŒr uns so anfĂŒhlt, als wĂŒrden wir zeitgleich mehrere Dinge tun. Ein guter Beweis dafĂŒr ist diese Ăbung: Machen Sie mit der linken Hand kreisende Bewegungen auf Ihrem Bauch und klopfen Sie mit der rechten Hand zeitgleich auf Ihren Kopf. Wahrscheinlich klopfen Sie jetzt mit kreisenden Bewegungen Ihren Bauch. Studien zufolge hat das vermeintliche Multitasking negative Nebeneffekte (Baethge/Rigotti 2010, S. 23 ff.). So verspĂŒren wir deutlich mehr Stress und die GedĂ€chtnisleistung und KonzentrationsfĂ€higkeit fĂ€llt ab.
Bei der CPA hingegen ginge es darum, auf keinen Fall irgendetwas vermeintlich Wichtiges zu verpassen. Wir sind wie ein lebendiger Knoten in einem Netzwerk. Wir wollen uns vernetzen und wir wollen vernetzt sein. Wir suchen permanent nach Möglichkeiten, AktivitĂ€ten, Angeboten und Kontakten, die fĂŒr uns interessant sein könnten, von denen wir profitieren könnten. Sind wir online, begeben wir uns auf eine permanente unterbewusste Suche nach visuellen Hinweisreizen, die in irgendeiner Art nĂŒtzlich fĂŒr uns sein könnten â und sei es auch nur in Form von DopaminausschĂŒttungen, also GlĂŒckshormonen.
Setzen wir dieses PhĂ€nomen nun in den Kontext digitaler GesprĂ€che, ist es nicht verwunderlich, dass beispielsweise die ausschweifende und intensive Gestik eines Redners im Videocall unsere Aufmerksamkeit erregt, nicht aber den Inhalt seiner Aussagen bekrĂ€ftigt. Bis unser Gehirn erkennt: »Oh, war nicht wichtig, war nur der Finger im Bild«, ist es bereits zu spĂ€t: Die Ablenkung â weg von den Inhalten â ist schon geschehen. Und was gesagt wurde, haben wir verpasst. Wir streben online förmlich nach stĂ€ndiger Ablenkung. Wir switchen schnell von A nach B. Und die Algorithmen fördern dieses BedĂŒrfnis, indem sie uns triggern und kontinuierlich mit »interessanten« Impulsen versorgen. Zu spĂ€t nehmen wir wahr, dass uns die FĂ€higkeit, unsere eigenen Handlungen bewusst zu steuern und auch zu reflektieren, zunehmend abhandenkommt. Wir sind immer weniger in der Lage, bewusst irrelevante Informationen zu filtern oder zu ignorieren und uns ausschlieĂlich auf die relevante Information lĂ€ngerfristig zu fokussieren. Und genau das sorgt dafĂŒr, dass wir den Inhalten einer »gewöhnlichen/schlechten« Videokonferenz nicht lange konzentriert folgen können.
Ein anschauliches Beispiel dazu, wie stark wir Impulsen und Hinweisreizen folgen, bietet Georg Milzner in seinem Buch »Wir sind ĂŒberall, nur nicht bei uns« (Milzner 2017). Milzner ĂŒbertrĂ€gt dort den medialen Rundgang, den wir im Netz machen, auf die reale Welt. Das sieht bei ihm in etwa so aus:
AUF DEM WEG ZUR FINANZBERATERIN
Stellen Sie sich vor, Sie sind auf dem Weg zu einem Termin mit Ihrer Finanzberaterin. Unterwegs treffen Sie 23 Bekannte. Mit jedem davon sprechen Sie drei bis vier Worte oder auch mal einen Satz. Dann kommen Sie an einigen GeschĂ€ften vorbei, in denen Sie sich die Schaufenster und Auslagen anschauen. Ein paar davon sprechen Sie sehr an, sodass Sie in die GeschĂ€fte hineingehen. WĂ€hrenddessen fĂ€llt Ihnen ein, dass Sie noch etwas zum Flohmarkt bringen wollten â und erledigen das auch ganz schnell. Dabei kreuzt sich Ihr Weg mit fĂŒnf Kollegen und Kolleginnen, mit denen Sie sich kurz zum neuesten Projekt austauschen. Sie fachsimpeln einige Minuten lang. AnschlieĂend sprechen Sie weitere 19 Personen an, die zufĂ€llig Ihren Weg kreuzen. Sie fragen sie, ob sie sich mit Ihnen verbinden und Sie nĂ€her kennenlernen möchten. Von sieben bekommen Sie direkt die BestĂ€tigung. Die anderen sind aktuell anderweitig beschĂ€ftigt. Und dann kommen Sie endlich bei Ihrer Finanzberaterin an.
Das, was Georg Milzner hier beschreibt, spielt sich natĂŒrlich auf dem Smartphone auf dem Weg zur Finanzberaterin ab. Denn: Wie realistisch wĂ€re diese Tour offline? Wie lange wĂŒrden Sie dafĂŒr brauchen und wie anstrengend und ermĂŒdend wĂ€re sie fĂŒr Sie? Das Beispiel zeigt: Es liegt ein riesiger Spalt zwischen unserem Offline- und unserem Onlineverhalten. Online tun wir viel schneller und viel mehr Dinge als offline. Dieses Onlineverhalten hat dabei massive Auswirkungen auf unsere AufmerksamkeitsfĂ€higkeit.
Haben Sie sich an der einen oder anderen Stelle wiedergefunden? Ertappen Sie sich auch hin und wieder dabei, wie Sie sich vor dem Bildschirm vom Wesentlichen ablenken lassen? »Oh eine Nachricht! â Oh, ein neuer Post! â Oh, die Schuhe habe ich mir doch gestern angeschaut. Witzig, dass sie auf dieser Seite auftauchen! â Oh, das ist aber ein unterhaltsames Video!« â etc.? Die Herausforderung fĂŒr Sie als organisierende wie auch teilnehmende Person von OnlinegesprĂ€chen ist, die eigene Aufmerksamkeit bewusst selbst zu steuern und nicht steuern zu lassen.
1.3 Digitale Psychologie: Neuland fĂŒrs Gehirn
Fragen Sie sich jetzt immer noch, warum wir andere und unglaublich hohe Anforderungen erfĂŒllen mĂŒssen, um die Anwesenden in einem digitalen GesprĂ€ch zu fesseln, zu begeistern und mit unseren Inhalten zu ĂŒberzeugen? Sobald Ihnen diese Wechselwirkungen der verĂ€nderten Erwartungshaltung im digitalen Raum erst einmal klar sind, werden Sie verstehen, warum Ihre bisher bewĂ€hrten GesprĂ€chsstrategien aus PrĂ€senzveranstaltungen nicht mehr dieselbe Wirkung erzielen: Sie können die Art, wie Sie offline kommunizieren, nicht einfach in die digitale Welt ĂŒbertragen.
Ăber Jahrhunderte hinweg haben wir Menschen versucht, herauszufinden und zu erklĂ€ren, wie und warum Beziehungen offline geformt werden. Was macht sie aus? Wie verlĂ€uft die Kommunikation? Wir sind nach wie vor nicht an einem Punkt angelangt, an dem wir sagen könnten: Wir haben es zu 100 Prozent verstanden. Es gibt unzĂ€hlige Kommunikationsmodelle aus untersc...
Table of contents
- Inhaltsverzeichnis
- Hinweis zum Urheberrecht
- Impressum
- Vorwort von Michael Ehlers
- Einleitung
- 1 Grundlagen und psychologische Besonderheiten der digitalen Rhetorik
- 2 Gute Vorbereitung â der SchlĂŒssel zum Erfolg fĂŒr Ihre Online-Meetings
- 3 Elemente der digitalen Rhetorik fĂŒr strahlende PrĂ€senz
- 4 Und Action â Vorgehensweisen und Stolperfallen im Onlinecall
- 5 Methoden und Tools fĂŒr erfolgreiche Online-Meetings
- Nachwort
- Literatur
- Stichwortverzeichnis
- Die Autorin
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