Der Schatz
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Der Schatz

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About this book

Der wohlhabende junge Leander ist unsterblich in Kamilla, die Tochter des seit Jahren abwesenden Anselmus, verliebt – und wild entschlossen, diese zu heiraten! Da die AuserwĂ€hlte jedoch kein Geld mit in die Ehe bringen kann, verweigert Leanders Vormund Staleno ihm zunĂ€chst die nötige UnterstĂŒtzung. Eine Heirat ohne Aussteuer der Braut? Undenkbar! Als Staleno dann aber von dem angeblichen Schatz der Familie erfĂ€hrt, lenkt er ein – bis Anselmus plötzlich zurĂŒckkehrt. Durchkreuzt dieser in letzter Sekunde die LiebesplĂ€ne seiner Tochter?-

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Information

Auftritt 1.

Leander. Staleno.
STALENO. Ei! Leander, so jung, und Er hat sich schon ein MĂ€dchen ausgesehen?
LEANDER. Das wird dem MĂ€dchen eben lieb sein, daß ich jung bin. Und wie jung denn? Wenn ich noch einmal so alt wĂ€re, so könnte ich schon Kinder haben, die so alt wĂ€ren als ich.
STALENO. Und das MĂ€dchen soll ich Ihm zufreien?
LEANDER. Ja, mein lieber Herr Vormund, wenn Sie wollten so gut sein.
STALENO. Lieber Herr Vormund! das habe ich lange nicht gehört! Wenn Sie wollten so gut sein! Wie höflich man doch gleich wird, wenn man verliebt ist! – – Aber was ist es denn fĂŒr ein MĂ€dchen? das hat Er mir ja noch nicht gesagt.
LEANDER. Ein allerliebstes MĂ€dchen.
STALENO. Hat sie Geld? Was kriegt sie mit?
LEANDER. Sie ist die Schönheit selbst; und unschuldig dabei, – – so unschuldig, als ich.
STALENO. Spricht sie auch schon von Kindern, die sie haben könnte? – – Aber sage Er mir, was kriegt sie mit?
LEANDER. Wenn Sie sie sehen sollten, Sie wĂŒrden sich selbst in sie verlieben. Ein rundes, volles Gesicht, das aber gar nichts Kindisches mehr hat; ein GewĂ€chse, wie ein Rohr – –
STALENO. Und was kriegt sie mit?
LEANDER. Wie ein Rohr so gerade. Und dabei nicht hager; aber auch nicht dicke. Sie wissen wohl, Herr Vormund, beides muß nicht sein, wenn ein Frauenzimmer schön sein soll.
STALENO. Und was kriegt sie mit?
LEANDER. Sie weiß sich zu tragen, ah! auf eine Art, liebster Herr Staleno, auf eine Art – – Und ich versichre Sie, sie hat nicht tanzen gelernt; es ist ihr natĂŒrlich.
STALENO. Und was kriegt sie mit?
LEANDER. Wenn ihr Gesichte auch das schönste ganz und gar nicht wĂ€re, so wĂŒrden sie doch schon ihre Manieren zu der angenehmsten Person unter der Sonne machen. Ich kann nicht begreifen, wer sie ihr muß gewiesen haben.
STALENO. O! so höre Er doch! Nach ihrer Aussteuer frage ich; was kriegt sie mit?
LEANDER. Und sprechen – – sprechen kann sie wie ein Engel –
STALENO. Was kriegt sie mit?
LEANDER. Sie werden schwerlich mehr Verstand und Tugend bei irgend einer Person ihres Geschlechts antreffen, als bei ihr – –
STALENO. Gut! alles gut! aber was kriegt sie mit?
LEANDER. Sie ist ĂŒber dieses aus einem guten Geschlechte, Herr Vormund; aus einem sehr guten Geschlechte.
STALENO. Die guten Geschlechter sind nicht allzeit die reichsten. Was kriegt sie mit?
LEANDER. Ich habe vergessen, Ihnen noch zu sagen, daß sie auch sehr schön singt.
STALENO. Zum Henker! lasse Er mich nicht eine Sache hundertmal fragen. Ich will vor allen Dingen wissen, was sie mitkriegt? – –
LEANDER. Wahrhaftig! ich habe sie selbst nur gestern Abends singen hören. Wie wurde ich bezaubert!
STALENO. Ah! Er muß Seinen Vormund nicht zum Narren haben. Wenn Er mir keine Antwort geben will: so packe Er sich, und lasse Er mich meinen Gang gehen.
LEANDER. Sie sind ja gar böse, allerliebster Herr Vormund. Ich wollte Ihnen eben Ihre Frage beantworten.
STALENO. Nun! so tu Ers.
LEANDER. Was war Ihre Frage? Ja, ich besinne mich: Sie fragten, ob sie eine gute HaushĂ€lterin sei? O! eine unvergleichliche! Ich weiß gewiß, sie wird ihrem Manne Jahr aus Jahr ein zu Tausenden ersparen.
STALENO. Das wĂ€re noch etwas; aber es war doch auch nicht das, was ich Ihn fragte. Ich fragte, – – versteht Er denn kein Deutsch? – – ob sie reich ist? ob sie eine gute Aussteuer mit bekömmt?
LEANDER. (traurig) Eine Aussteuer?
STALENO. Ja, eine Aussteuer. Was gilts, darum hat sich das junge Herrchen noch nicht bekĂŒmmert? O Jugend, o Jugend! daß doch die leichtsinnige Jugend, so wenig nach dem Allernotwendigsten fragt! – Nun! wenn Er es noch nicht weiß, was Sein MĂ€dchen mitkriegen soll, so gehe Er, und erkundige Er sich vorher. Alsdann können wir mehr von der Sache sprechen.
LEANDER. Das können wir gleich jetzo, wenn es Ihnen nicht zuwider ist. Ich bin so leichtsinnig nicht gewesen, sondern habe mich allerdings schon darnach erkundiget.
STALENO. So weiß Ers, was sie mitkriegt?
LEANDER. Auf ein Haar.
STALENO. Und wie viel?
LEANDER. Allzuviel ist es nicht – –
STALENO. Ei! wer verlangt denn allzuviel? Was recht ist! Er hat ja selber schon genug Geld.
LEANDER. O! Sie sind ein vortrefflicher Mann, mein lieber Herr Vormund. Es ist wahr, ich bin reich genug, daß ich ihr schon diesen Punkt ĂŒbersehen kann.
STALENO. Ist es wohl so die HÀlfte von Seinem Vermögen, was das MÀdchen mitkriegt?
LEANDER. Die HĂ€lfte? Nein, das ist es nicht.
STALENO. Das Drittel?
LEANDER. Auch wohl nicht.
STALENO. Das Viertel doch?
LEANDER. Schwerlich.
STALENO. Nu? das Achtel muß es doch wohl sein? Alsdann wĂ€ren es ein Paar tausend TĂ€lerchen, die beim Anfange einer Wirtschaft nur allzubald weg sind.
LEANDER. Ich habe Ihnen schon gesagt, daß es nicht viel ist, gar nicht viel.
STALENO. Aber nicht viel ist doch etwas. Wie viel denn?
LEANDER. Wenig, Herr Vormund.
STALENO. Wie wenig denn?
LEANDER. Wenig – – Sie wissen ja selbst, was man wenig nennt.
STALENO. Nur heraus mit der Sprache! Das Kind muß doch einen Namen haben. DrĂŒcke Er doch das Wenige mit Zahlen aus.
LEANDER. Das Wenige, Herr Staleno, ist – – ist gar nichts.
STALENO. Gar nichts? Ja nun! da hat Er recht; gar nichts, ist wenig genug. – – Aber im Ernste, Leander: schĂ€mt Er sich nicht, auf so eine Torheit zu fallen, ein MĂ€dchen sich zur Frau auszusehen, die nichts hat?
LEANDER. Was sagen Sie? Nichts hat? Sie hat alles, was zu einer vollkommenen Frau gehört; nur kein Geld hat sie nicht.
STALENO. Das ist, sie hat alles, was eine vollkommene Frau machen könnte, wenn sie nur noch das hĂ€tte, was eine vollkommene Frau macht. – – Stille davon! Ich muß besser einsehen, was Ihm gut ist. – – Aber darf man denn wissen, wer diese schöne, liebenswĂŒrdige, galante Bettlerin ist? wie sie heißt? –
LEANDER. Sie versĂŒndigen sich, Herr Staleno. Wenn es nach Verdiensten ginge, so wĂŒrden wir alle arm, und diese Bettlerin wĂŒrde allein reich sein.
STALENO. So sage Er mir ihren Namen, damit ich sie anders nennen kann.
LEANDER. Kamilla.
STALENO. Kamilla? Doch wohl nicht die Schwester des lĂŒderlichen Lelio?
LEANDER. Eben die. Ihr Vater soll der rechtschaffenste Mann von der Welt sein.
STALENO. Sein, oder gewesen sein. Es sind nun bereits neun Jahre, daß er von hier wegreisete; und schon seit vier Jahren hat man nicht die geringste Nachricht von ihm. Wer weiß, wo er modert, der gute Anselmus! Es ist fĂŒr ihn auch eben so gut. Denn wenn er wieder kommen sollte, und sollte sehen, wie es mit seiner Familie stĂŒnde, so mĂŒĂŸte er sich doch zu Tode grĂ€men.
LEANDER. So haben Sie ihn wohl gekannt?
STALENO. Was sollte ich nicht? Er war mein Herzensfreund.
LEANDER. Und Sie wollen gegen seine Tochter so grausam sein? Sie wollen mich verhindern, sie wieder in UmstĂ€nde zu setzen, die ihrer wĂŒrdig sind?
STALENO. Leander, wenn Er mein Sohn wĂ€re, so wollte ich nicht ein Wort dawider reden; aber so ist Er nur mein MĂŒndel. Seine Neigung könnte sich in reifern Jahren Ă€ndern, und wenn Er alsdann das schöne Gesicht satt wĂ€re, dem der beste Nachdruck fehlt, so wĂŒrde alle Schuld auf mich fallen.
LEANDER. Wie? meine Neigung sollte sich Ă€ndern? ich sollte aufhören, Kamillen zu lieben? ich sollte – –
STALENO. Er soll warten, bis Er Sein eigner Herr wird; alsdann kann Er machen, was Er will. Ja, wenn das MĂ€dchen noch in den UmstĂ€nden wĂ€re, in welchen sie ihr Vater verließ; wenn ihr Bruder nicht alles durchgebracht hĂ€tte; wenn der alte Philto, dem Anselmus die Aufsicht ĂŒber seine Kinder anvertraute, nicht ein alter Betrieger gewesen wĂ€re: gewiß, ich wollte selbst mein möglichstes tun, daß kein andrer, als Er, die Kamilla bekommen sollte. Aber: da das nicht ist, so habe ich nichts damit zu schaffen. Gehe Er nach Hause.
LEANDER. Aber, liebster Herr Staleno, –
STALENO. Er bringt Seine Schmeichelei zu unnĂŒtzen Kosten. Was ich gesagt habe, habe ich gesagt. Ich wollte eben zum alten Philto gehen, der sonst mein guter Freund ist, und ihm den Text wegen seines Betragens gegen den Lelio lesen. Nun hat er dem lĂŒderlichen Burschen auch so gar das Haus abgekauft, das Letzte, was die Leutchen noch hatten. Das ist zu toll! das ist unverantwortlich! – – Geh Er, Leander; halte Er mich nicht lĂ€nger auf. Allenfalls können wir zu Hause mehr davon sprechen.
LEANDER. In der Hoffnung, daß Sie gĂŒtiger werden gesinnt sein, will ich gehen. Sie kommen doch bald zurĂŒck?
STALENO. Bald.

Auftritt 2.

STALENO. Es bringt freilich nichts ein, den Leu...

Table of contents

  1. Titel
  2. Kolophon
  3. Personen
  4. Auftritt 1.
  5. Auftritt 2.
  6. Auftritt 3.
  7. Auftritt 4.
  8. Auftritt 5.
  9. Auftritt 6.
  10. Auftritt 7.
  11. Auftritt 8.
  12. Auftritt 9.
  13. Auftritt 10.
  14. Auftritt 11.
  15. Auftritt 12.
  16. Auftritt 13.
  17. Auftritt 14.
  18. Auftritt 15.
  19. Auftritt 16.
  20. Auftritt 17.
  21. Auftritt 18.
  22. ÜberDer Schatz