In den zurĂŒckliegenden Jahren wurden in DillbestĂ€nden in Mitteldeutschland starke Krankheitserscheinungen, wie Rot- und GelbverfĂ€rbungen der BlĂ€tter, Wuchsdepressionen der Pflanzen, EinschnĂŒrungen unterhalb der Dolde, Blattwelke sowie schwarze Pusteln mit chlorotischem Hof auf BlĂ€ttern, StĂ€ngeln, Dolden und Samen, beobachtet, deren Ursache geklĂ€rt und Möglichkeiten fĂŒr eine ResistenzzĂŒchtung aufgezeigt werden sollten. Die Untersuchungen ergaben, dass die im Freiland beobachteten Symptome durch einen Komplex von Erregern verursacht werden, an dem Bakterien, Pilze und Viren beteiligt sein können. Die von Anbauern und ZĂŒchtern vertretene Meinung ist, dass Fusarium-Arten die gravierenden Krankheitserscheinungen an Dill verursachen. Aus symptomtragenden Freilandpflanzen konnten eine Reihe von Fusarium-Isolaten, sowie Isolate der Gattungen Alternaria, Botrytis und Stemphylium gewonnen werden. In PathogenitĂ€tstests im GewĂ€chshaus erwies sich keines dieser Fusarium-Isolate als pathogen an Dill. Dagegen ruft der Pilz Mycosphaerella anethi Petr. schwarze Pusteln mit chlorotischem Hof hervor. Dieser Erreger kommt offenbar nicht in jedem Jahr vor und die von ihm an Dill verursachten SchĂ€den sind zu vernachlĂ€ssigen. GröĂere Bedeutung haben die bei feuchtwarmer Witterung auftretenden EinschnĂŒrungen und Blattwelken, als deren Erreger die beiden Bakterienarten, Pseudomonsas syringae van Hall und Pseudomonas fluorescens Migula nachgewiesen wurden. FĂŒr die ResistenzzĂŒchtung auf Bakterien wird vorgeschlagen, Ă€ltere Pflanzen mit BlĂŒtenstĂ€nden durch Anschneiden der BlĂ€tter und Dolden mit einer in Inokulum getauchten Schere zu inokulieren. Die Symptombonitur und Selektion kann bereits nach 7 Tagen vorgenommen werden, wenn die Pflanzen bei 25 °C und hoher Luftfeuchte gehalten wurden. Die Hauptsymptome sind Rot- und GelbverfĂ€rbungen sowie Wuchsdepressionen. In solchen Pflanzen konnten im Elektronenmikroskop sowohl gestreckt flexible als auch isometrische Viruspartikeln sichtbar gemacht werden. Mit Hilfe serologischer und molekularbiologischer Techniken konnten die gestreckt flexiblen Viruspartikeln als Parsley virus Y (ParVY) und die isometrischen als Carrot red leaf virus (CRLV) identifiziert werden. Daneben lieĂ sich noch vermutlich ein neues Crypticvirus in Dill nachweisen. In einzelnen DillbestĂ€nden konnten in bis zu 80 % der Pflanzen CRLV nachgewiesen werden. Das ParVY trat dagegen im Beobachtungszeitraum nur bei maximal 5 % der untersuchten Pflanzen auf. Um eine effektive ResistenzzĂŒchtung durchfĂŒhren zu können, ist es zweckmĂ€Ăig, zur Inokulation des ParVY Myzus persicae Sulz als Vektor einzusetzen, weil in diesem Fall der Infektionserfolg bedeutend gröĂer ist als bei mechanischer Ăbertragung. Die Symptome erscheinen nach 14 bis 21 Tagen in Form von! GelbverfĂ€rbungen und Wuchsdepressionen. Das CRLV lĂ€sst sich in persistenter Weise durch die Blattlaus Cavariella aegopodii Scop. ĂŒbertragen. 21 Tage nach Inokulation sind RotverfĂ€rbungen und Wuchsdepressionen zu sehen. Molekularbiologische Untersuchungen des CRLV ergaben, dass dieses Virus genetisch sehr variabel ist. Bei Sequenzhomologiewerten von z.T. nur 80 % liegt es nahe anzunehmen, dass die gewonnenen Isolate verschiedenen StĂ€mmen angehören.

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9783865370310
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1