Produkterpressung
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Produkterpressung

Ein KriminalphÀnomen unter kriminologischer, straf- und haftungsrechtlicher sowie taktischer Betrachtungsweise

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Produkterpressung

Ein KriminalphÀnomen unter kriminologischer, straf- und haftungsrechtlicher sowie taktischer Betrachtungsweise

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von Univ.- Prof. Dr. Klaus Geppert, Freie UniversitĂ€t Berlin, Fachbereich RechtswissenschaftDie Arbeit beschĂ€ftigt sich kriminologisch und materiell-strafrechtlich mit den in der Vergangenheit schlagzeilentrĂ€chtigen ErpressungsfĂ€llen zum Nachteil der Nahrungsmittelindustrie. FĂ€lle dieser Art hatten in den vergangenen Jahren fĂŒr erhebliches Medieninteresse gesorgt und bei betroffenen Unternehmen UmsatzrĂŒckgĂ€nge in Millionenhöhe verursacht. In anderen LĂ€ndern haben Nahrungsmittelsabotagen sogar schon zu TodesfĂ€llen bei Verbrauchern gefĂŒhrt. Produkterpressungen sind bisher kriminologisch-juristisch noch nicht nĂ€her untersucht worden.ZunĂ€chst betrachtet der Autor die TĂ€ter des KriminalphĂ€nomens, ihre Motive sowie HintergrĂŒnde dieser besonderen Form von ErpressungskriminalitĂ€t zum Nachteil von Wirtschaftsunternehmen und diskutiert detailliert eine Anwendbarkeit der einzelnen Strafrechtsnormen auf die jeweiligen Tathandlungsweisen. Trotz der erheblichen Straftaxen, die TĂ€tern drohen, versuchen Produkterpresser es immer wieder, mit dieser Form der Erpressung zum Nachteil von Wirtschaftsunternehmen an das vermeintlich große Geld zu gelangen.Der Autor stellt im Rahmen einer juristischen Krisenmanagementbetrachtung heraus, dass Lebensmittelsabotagen fĂŒr betroffene Unternehmen erhebliche Haftungsrisiken beinhalten: Im Zusammenhang mit ihren produkthaftungsrechtlichen Verkehrspflichten haben Unternehmen unter BerĂŒcksichtigung technischer und ökonomischer Zumutbarkeitskriterien auch fĂŒr eine gewisse Sabotagesicherheit ihrer Produkte zu sorgen. Haftungsprozesse zulasten von Herstellern und anderen Unternehmen seitens geschĂ€digter Verbraucher, auch aus anderen LĂ€ndern, verdeutlichen dies. Verantwortlichen in Unternehmen können sogar strafrechtliche Konsequenzen drohen, wenn Verbraucher GesundheitsschĂ€den durch Produktsabotagen erleiden. Insbesondere vor dem Hintergrund der sich stetig verschĂ€rfenden, zunehmend auch europarechtlich geprĂ€gten Produkthaftung (ab 2005: EG-Basis VO 178/2002 sowie bereits ggw. das GerĂ€te- und Produktsicherheitsgesetz) zeigt die Untersuchung entsprechende zivil- wie strafrechtliche Haftungsrisiken fĂŒr Unternehmen und ihre verantwortlich Handelnden nĂ€her auf. Zugleich werden im Rahmen einer taktisch-kriminologischen Betrachtung Hinweise fĂŒr den Umgang mit Erpressern in der Krise gegeben. Gerade auch vor dem Hintergrund denkbarer terroristischer Produktkontaminationen ist leider nicht ausgeschlossen, dass die in der Arbeit aufgeworfenen Haftungs- und Zurechnungsfragen in naher Zukunft auch in Deutschland einmal von erheblicher praktischer Bedeutung werden könnten. Mit den vom Verfasser aufgezeigten Problem- und Haftungsfeldern sollte sich daher neben Sicherheits- und Justizkreisen besonders die primĂ€r betroffene Nahrungsmittelindustrie kĂŒnftig verstĂ€rkt auseinanderzusetzen.RezensionErpressung der (vorwiegend betroffenen) Nahrungsmittelindustrie werden mit dieser Promotionsarbeit der Freien UniversitĂ€t Berlin erstmals juristisch nĂ€her untersucht. FĂ€lle dieser Art hatten in den vergangenen Jahren großes Interesse der Medien und bei den Unternehmen UmsatzrĂŒckgĂ€nge in Millionenhöhe verursacht. Der Verfasser hat sich vor allem mit den HintergrĂŒnden der TĂ€ter und ihren Motiven rechtswissenschaftlich auseinander gesetzt. Seine Arbeit stellt die einzelnen Sanktionsnormen nach deutschem Strafrecht detailliert dar. PrimĂ€rbetroffene Hersteller haben im Zuge ihrer produkthaftungsrechtlichen Verkehrspflichten unter BerĂŒcksichtigung technischer und ökonomischer Zumutbarkeitskriterien eine gewisse Sabotagesicherheit ihrer Produkte zu gewĂ€hrleisten. Entsprechende Haftungsprozesse zu Lasten von Herstellern seitens geschĂ€digter Verbraucher gab es in den USA. Unternehmen im besonders betroffenen Produktsektor haben Vorsorge dahingehend zu treffen, dass ihre Produkte nicht hinter dem branchenĂŒblichen Sicherheitsstandart zurĂŒckbleiben. Ansonsten können den Verantwortlichen strafrechtliche Konsequenzen drohen, wenn Verbraucher GesundheitsschĂ€den durch Produktsabotage erleiden. Dieses Risiko ist den Verantwortlichen nicht hinreichend bewusst. Vor dem Hintergrund einer sich stetig verschĂ€rfenden, zunehmend auch europarechtlich geprĂ€gten Produkthaftung zeigt die Untersuchung Haftungsrisiken fĂŒr Unternehmen auf und gibt im Rahmen einer taktischkriminologischen Betrachtung Hinweise fĂŒr den Umgang mit Erpressern in der Krise.

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Information

Year
2004
eBook ISBN
9783736911864
Print ISBN
9783865371867
Edition
1

Table of contents