Es wird zwischen den Priming-Arten Identity- und Location-Priming unterschieden, je nachdem ob die IdentitĂ€t oder Position eines Zielreizes bestimmt werden soll. Priming- Effekte beziehen sich auf VerĂ€nderungen der Reaktionszeiten oder der Fehleranzahl in der Informationsverarbeitung durch die vorhergehende Informationen. Von positivem Priming (PP) wird gesprochen, wenn durch vorhergehende Information die Reaktionszeiten verkĂŒrzt werden oder die Akkuratheit der Antworten verbessert wird. Hingegen spricht man von negativem Priming (NP), wenn die Reaktionszeiten verzögert werden oder die Akkuratheit der Antworten vermindert wird.Das Ziel der vorliegenden Studie besteht darin, zu ĂŒberprĂŒfen, ob Identity- und Location- Priming unterschiedliche Mechanismen zugrunde liegen. Zur Beantwortung dieser Frage werden Vergleiche zwischen jungen und Ă€lteren Menschen sowie zwischen arkinsonpatientenund Gesunden vorgenommen. VerĂ€nderungen nur einer Priming-Art durch das gesunde Altern oder durch das idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS) können als Hinweis auf unterschiedliche Mechanismen, gleichzeitige VerĂ€nderungen von Identity und Location-Priming als Hinweis auf gemeinsame Mechanismen gewertet werden. DarĂŒber hinaus liefern die beiden Gruppenvergleiche Informationen ĂŒber VerĂ€nderungen kognitiver Prozesse durch das gesunde Altern und durch IPS.Die Ergebnisse der vorliegenden Studie belegen, dass sich durch das gesunde Altern und durch IPS Identity- und Location-PP vergröĂern. Daraus wird geschlussfolgert, dass Identity- und Location-PP weitgehend dieselben Mechanismen zugrunde liegen. Im Altersvergleich kann Identity-NP weder bei jungen noch bei Ă€lteren Vpn nachgewiesen werden, bei beiden Gruppen jedoch Location-NP. Darin wird ein Hinweis auf die Dissoziierbarkeit der Mechanismen zur Vermittlung von Identity- und Location-NP gesehen. Parkinsonpatienten und Gesunde weisen jeweils das gleiche AusmaĂ von Identity- und Location- NP auf. Bei Parkinsonpatienten können ĂŒberdies keine VerĂ€nderungen der Priming- Effekte durch die Medikamenteneinnahme oder in AbhĂ€ngigkeit von motorischen Symptomen festgestellt werden, was nahelegt, dass die Identity- und Location-NP zugrunde liegenden Mechanismen durch das IPS nicht beeintrĂ€chtigt werden.

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9783865373557
Edition
1