Der SternruĂtau (Schwarzfleckigkeit), Hauptfruchtform Diplocarpon rosae Wolf, (Nebenfruchtform Marssonina rosae), ist eine hĂ€ufige und weit verbreitete Krankheit an Freilandrosen. Bisher war weder die Entwicklung des Pilzes im Blattgewebe geklĂ€rt, noch waren in der Literatur fotografische Aufnahmen zur endophytischen Pilzentwicklung zu finden. Die BekĂ€mpfung des Pilzes wird ĂŒberwiegend mit Fungiziden durchgefĂŒhrt. Die Untersuchungen vorliegender Arbeit umfassen sowohl mikroskopische Studien zur exakten Ausbreitung des Erregers im Rosenblatt als auch die Wirkung unterschiedlicher Fungizide, insbesondere Strobilurine und Azole, auf pilzliche Strukturen. ZunĂ€chst wurde die AggressivitĂ€t verschiedener Isolate aus Kenia und Deutschland getestet. An einem deutschen Isolat konnte der Entwicklungszyklus von D. rosae mit verschiedenen FĂ€rbetechniken lichtmikroskopisch sowie nach konventioneller PrĂ€paration elektronenmikroskopisch studiert werden: Nach der Konidienkeimung entsteht eine Keimhyphe, von der aus meist ein Appressorium gebildet wird. Auf der Wirtskutikula zeigt sich dann an der Stelle der spĂ€teren Penetration ein brauner Ring, der vermutlich melanisiert ist. Nach der Penetration bildet sich in der subkutikulĂ€ren Region ein Infektionsvesikel. PrimĂ€re Hyphen durchdringen von diesem Infektionsvesikel ausgehend subkutikulĂ€re und interzellulĂ€re Wirtsgewebezonen. SubkutikulĂ€re, interzellulĂ€re und intramurale Hyphen bilden in den epidermalen Zellen Haustorien unterschiedlicher Formen. InterzellulĂ€re Hyphen produzieren ebenfalls Haustorien im Palisadenparenchym. IntrazellulĂ€re Hyphen entstehen erst kurz vor der Bildung der Reproduktionsorgane. Braune, stark ornamentierte Strukturen werden vom Pilz auf den ĂŒberwinternden BlĂ€ttern gebildet. Diese öffnen sich im FrĂŒhjahr des Folgejahres und entlassen dĂŒnnwandige Organe. In diesen subepidermalen Apothezien-Ă€hnlichen Strukturen entstehen aber keine Ascosporen. Strobilurine hemmten die Konidienkeimung vollstĂ€ndig, wĂ€hrend Azole einen weniger starken Einfluss auf die Keimung hatten. Dagegen zerstörten die Azole alle Pilzstrukturen im Inneren des Gewebes, auch wenn sie sich bereits gut etabliert hatten. Diese Reaktion konnte bei Einsatz der Strobilurine nicht so deutlich beobachtet werden. Alle Fungizidtests zur protektiven und kurativen Wirkung wurden mit jeweils 100 ppm reinem Wirkstoff durchgefĂŒhrt. Die Untersuchungen zeigten, dass D. rosae eine hemibiotrophe Lebensweise besitzt: die biotrophe Phase besteht aus der Haustorienbildung und die nekrotrophe Phase aus der Bildung interzellulĂ€rer Hyphen. Die deutschen Witterungsbedingungen eignen sich offenbar nicht fĂŒr eine subepidermale Apothezienbildung. Strobilurine zeigten nur nach protektiver Applikation eine Wirkung. Azole wirkten sowohl bei prĂ€- als auch bei post-inokulativer Behandlung.

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Information
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9783865374608
Edition
1